Inhaltsverzeichnis
ABBILDUNGSVERZEICHNIS III
ABK ÜRZUNGSVERZEICHNIS IV
1. PROBLEMSTELLUNG. 1
2. DAS ALTENPROBLEM DER PRIVATEN KRANKENVERSICHERUNG 1
2.1. Definition des Altenproblems 1
2.2. Gründe für das Altenproblem. 3
2.2.1. Einordnung der Gründe für das Altenproblem 3
2.2.2. Demographische Gründe für das Altenproblem 3
2.2.3. Monetäre Gründe für das Altenproblem. 5
2.2.3.1. Der medizinische Fortschritt. 5
2.2.3.2. Der Wegfall der Stornogewinne 6
2.2.3.3. Weitere monetäre Gründe. 7
2.3 Eine mathematische Erfassung des Altenproblems 8
3. REALISIERTE MAßNAHMEN ZUR BEKÄMPFUNG DES ALTENPROBLEMS 9
3.1. Frühere Maßnahmen zur Bekämpfung des Altenproblems 9
3.2. Maßnahmen auf Basis des § 12a VAG 10
3.3. Maßnahmen auf Basis des § 178f VVG 13
3.4. Sonstige Maßnahmen. 14
4. AUSBLICK AUF ZUKÜNFTIGE MÖGLICHKEITEN 15
ANHANG V
LITERATURVERZEICHNIS. VII
II
Abbildungsverzeichnis Seite
Abbildung 1: Prämien- und Schadensverlauf nach Art der Lebensversicherung V
III
Abkürzungsverzeichnis
Diss. Dissertation DIW Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung DM Deutsche Mark e.V. eingetragener Verein EWG Europäische Wirtschaftsgemeinschaft f. folgende ff. fortfolgende GKV Gesetzliche Krankenversicherung Hrsg. Herausgeber Mrd. Milliarden KalV Verordnung über die versicherungsmathemati-
o.V. ohne Verfasser PKV Private Krankenversicherung S. Seite SGB Sozialgesetzbuch VAG Gesetz über die Beaufsichtigung der Versicherungsunternehmer (Versicherungsaufsichtsgesetz) v.H. vom Hundert vgl. vergleiche VVG Gesetz über den Versicherungsvertrag (Versicherungsvertragsgesetz) VW Versicherungswirtschaft ZfV Zeitschrift für Versicherungswesen
IV
1. Problemstellung
Im Zeitraum von 1991 bis 1998 sind die Prämien bei Neuvertragsabschlüssen der privaten Krankenversicherung in der Bundesrepublik Deutschland für einen 33-jährigen Versicherungsnehmer im Durchschnitt um circa 8 v.H. jährlich gestiegen, die der gesetzlichen Krankenkasse hingegen nur um circa 5 v.H. 1 . Wenn wir diese Werte für ältere Versicherungsnehmer ermitteln würden, wäre, aus noch näher zu untersuchenden Gründen, ein wesentlich stärkerer Anstieg der Prämien in der privaten Krankenversicherung zu erwarten.
Ziel dieser Arbeit ist es nun herauszuarbeiten, welche Effekte für diese übermäßige Prämienentwicklung im Alter verantwortlich sind, welche Wirkungen sie entfalten und was gegen diese Entwicklung unternommen wurde und noch unternommen werden kann.
In Kapitel 2 wird zunächst dargestellt, was das so genannte Altenproblem der privaten Krankenversicherung überhaupt ist. Im Anschluss daran werden die einzelnen Faktoren, die dieses Problem beeinflussen, dargestellt und analysiert. Abschließend erfolgt kurz eine mathematische Erfassung des Gesamtkomplexes der Beitragsanstiege im Alter. In Kapitel 3 wird die Frage geklärt, welche Maßnahmen zur Bekämpfung des Altenproblems der privaten Krankenversicherung bereits ergriffen wurden. Hier kristallisieren sich zwei Hauptaspekte heraus. Zum einen die Regelungen des § 12a VAG, welche unter anderem stärkere Zuführungen in die Alterungsrückstellungen vorsehen und zum anderen die des § 178f VVG, welche als Lösungsmöglichkeit für die Versicherten einen Wechsel in bestimmte andere Tarife bietet, in denen diese Problematik weniger stark zum Ausdruck kommt.
Im abschließenden Kapitel wird ein kurzer Ausblick auf noch mögliche Maßnahmen geboten, welche zur weiteren Lösung dieses Problems beitragen können. Dies sind hauptsächlich Kostendämpfungsmaßnahmen im Gesundheitsbereich und die Kombination von Kranken- und Rentenversicherungen, wie sie derzeit schon vereinzelt zu finden sind.
2. Das Altenproblem der privaten Krankenversicherung
2.1. Definition des Altenproblems
Da in der privaten Krankenversicherung die Prämien maßgeblich durch das Äquivalenzprinzip determiniert sind, ist das individuelle Risiko Grundlage jeder Beitragskalkulation.
1 Vgl. Helmich, C., Ausgabenentwicklung, 1999, S. 103.
1
Ziel der Beitragskalkulation ist es, eine Kongruenz zwischen erwarteten Einnahmen und Ausgaben für Schäden eines jeden Versicherten im Versicherungsverlauf zu erzielen 2 . Es kann somit von einer risikoadäquaten Prämie gesprochen werden. Da die Prämienkalkulation für jeden Versicherten zum Zeitpunkt des Eintritts in die private Krankenversicherung erfolgt, muss der zukünftige Schadensverlauf, beziehungsweise der Barwert der zukünftigen Auszahlungen, bereits zu diesem Zeitpunkt bekannt sein, um eine exakte Kalkulation durchführen zu können 3 .
Dadurch bedingt, dass in der privaten Krankenversicherung die Beitragsberechnung nach Art der Lebensversicherung erfolgt, sind die Prämien im Zeitablauf konstant. Dies führt dazu, dass ein junger Versicherungsnehmer anfangs wesentlich höhere Prämien zahlt, als er Leistungen aus dem System der privaten Krankenversicherung entnimmt. Ein Großteil der Differenz zwischen Prämien und Leistungszahlungen der Anfangsperioden wird den Alterungsrückstellungen zugeführt. Diese haben den Zweck, Kapital für spätere Zeitpunkte anzusparen 4 , in denen die Leistungszahlungen größer sind als die Prämien 5 . Den Alterungsrückstellungen werden nun entsprechend den Regelungen des VAG jährlich bestimmte Beträge zugeführt 6 .
Kommt es nun, aus noch näher zu untersuchenden Gründen, zu einer Veränderung der real eintretenden Schäden im Vergleich zur kalkulierten Schadenserwartung 7 , entsprechen im Versicherungsverlauf die Risikoprämien nicht mehr dem Barwert der Auszahlungen. Dies führt nun dazu, dass das Versicherungsunternehmen, ab einem bestimmten Ausmaß der Divergenz 8 , seine Beiträge auf Basis der neuen Schadenserwartungswerte anpassen muss 9 . Die Wahrscheinlichkeit einer solchen Nachkalkulation und somit einer Prämiensteigerung nimmt im Zeitablauf zu. Besonders problematisch wirkt sich diese Entwicklung auf die Prämien der Rentner und Pensionäre aus. Da zum einen deren Einkommen aus Rente, beziehungsweise aus Pensionsleistungen, tendenziell niedriger sind als das zur Verfügung stehende Einkommen von Erwerbstätigen, jedoch die Beiträge der privaten Krankenversicherung durch die Neukalkulation steigen. Zu erwähnen ist noch, dass die Renten tendenziell weniger stark ansteigen, als die Prämien in der PKV Das andere Problem liegt darin begründet, dass ältere Versicherungsnehmer bei einem Wechsel der Versicherung die angesparten Alterungsrückstellungen
2 Vgl. Timmer, H. G. (Hrsg.), Krankenversicherung, 1990, S. 27.
3 Vgl. Bastiani, A., Krankenversicherung, 1995, S. 15 f.
4 Zur Verdeutlichung siehe Anhang I, S. V.
5 Vgl. Scheepker,D., Wettbewerbsregeln, 1996, S. 70.
6 Zu den genauen Regelungen siehe Kapital 3.1.2.
7 Man spricht in diesem Zusammenhang auch vom Änderungsrisiko als Teilkomponente des versicherungstechnischen Risikos.
8 Näheres dazu in: Schmid-Grotjohann, W., Änderungsrisiko, 1995, S. 82 f. und Bohn, K., Mathematik, 1980, S. 94 f.
9 Vgl. Helmich, C., Ausgabenentwicklung, 1999, S. 59 f.
2
nicht mitnehmen können 10 , sie sich jedoch mittlerweile in einem risikoträchtigeren Alter befinden, als in jungen Jahren. Diese beiden Gründe würden zu einer extrem hohen Prämie führen.
Es festzustellen ist auch, dass das Änderungsrisiko 11 in der privaten Krankenversicherung mit steigendem Alter zunimmt. Prinzipiell ist das Altenproblem unabhängig von der Form der privaten Krankenversicherung, jedoch wirkt es sich bei einer Krankheitskostenvollversicherung durch den hohen Versicherungsumfang wesentlich stärker aus als bei Teilversicherungen. Eine Lösung dieses Problems könnte ein Wechsel in die gesetzliche Krankenkasse sein, dies ist aber nahezu unmöglich 12 .
2.2. Gründe für das Altenproblem
2.2.1. Einordnung der Gründe für das Altenproblem
Die Ursachen für das Zunehmen des Altenproblems in der privaten Krankenversicherung sind mannigfaltig. Sie sind im Wesentlichen in zwei Hauptgruppen einzuteilen. Zum einen begünstigen demographische Faktoren das Altenproblem. Die so oft angeführte Überalterung unserer Gesellschaft macht auch vor der privaten Krankenversicherung keinen Halt. Die Zahl der jungen Versicherten, welche in einem geringeren Umfang Leistungen beanspruchen, nimmt ab, die Zahl der älteren Versicherten hingegen nimmt zu. Dieses Problem trifft die umlagefinanzierte gesetzliche Krankenversicherung zwar wesentlich härter 13 , jedoch hat dies auch starke Auswirkungen auf die private Krankenversicherung.
Zum anderen führen monetäre Gründe zur Ausgabensteigerung 14 , insbesondere bei älteren Versicherungsnehmern. Gerade in diesem Bereich gibt es eine Vielzahl von Gründen, die die Kompensationsmöglichkeiten der initial kalkulierten Prämien übersteigen. Unter diesem Punkt fallen auch politische beziehungsweise rechtliche Aspekte, die auf monetäre Faktoren wirken.
2.2.2. Demographische Gründe für das Altenproblem
Durch eine Vielzahl von Faktoren steigt die Lebenserwartung der Bundesbürger stetig an. Dies ist an zwei wesentlichen Aspekten festzustellen. Einerseits eine stetig zurückgehende Säuglings- und Kindersterblichkeit, andererseits ein Ansteigen der Lebenser-
10 Zuden Ausnahmen siehe Kapitel 3.3.
11 Näheres zum Wesen des Änderungsrisikos siehe: Farny, D., Versicherungsbetriebslehre, 2000, S. 90 f.
12 Dazu unter anderem: Vgl. Bastiani, A., Krankenversicherung, 1995, S. 23.
13 Vgl. Schmidt-Meier, A./Beenken, M., Krankenversicherungssystem, 2002, S. 11.
14 Von 1960 bis 1984 stiegen diese Ausgaben der privaten Krankenversicherung von rund 0,9 Mrd. DM auf 9,9 Mrd. DM an. Vgl. Frommknecht, H., Krankenversicherungssystem, 1990 ,S. 21.
3
Arbeit zitieren:
Dennis Koob, 2003, Das Altenproblem der PKV - Darstellung sowie bisherige und aktuelle Lösungsansätze, München, GRIN Verlag GmbH
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