Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis 3
Abbildungsverzeichnis 3
1. Einleitung 3
2. Ungleichheit der Einkommensverteilung 4
2.1 Die Lorenzkurve 5
2.2 Ursachen für die Ungleichheit der Einkommensverteilung 7
3. Das Zwei Sektoren Modell und die Kuznets-Kurve 8
3.1 Empirische Relevanz des Ansatzes von Kuznets 9
4. Auswirkungen der Ungleichheit der Einkommensverteilung auf das Wirtschaftswachstum
10
4.1 Das Modell von Alesina und Rodrik (1994) 11
4.2 Auswirkung von Ungleichheit und Umverteilung auf die Effizienz des Einsatzes von
Ressourcen. 16
4.3 Der Ansatz von Barro (1999) 19
5. Schlussbemerkungen. 20
Literaturverzeichnis 21
Abbildungsverzeichnis
Abb. 1: Lorenzkurve 3
Abb. 2: Die Kuznets-Kurve 6
1. Einleitung
Bis Mitte der achtziger Jahre wurde das wirtschaftliche Wachstum einer Volkswirtschaft
durch exogen vorgegebene Einflussgrößen erklärt. Mit dem Einzug der modernen endogenen
Wachstumstheorie wurde diese veraltete Sichtweise überholt. Es wird nunmehr versucht, das
3
Wirtschaftswachstum durch endogene Mechanismen zu erklären und Zusammenhänge zwischen möglichen Einflussgrößen zu durchleuchten.
Hierbei steht unter anderen die Frage im Mittelpunkt, wie sich die Ungleichheit der Einkommensverteilung innerhalb einer Volkswirtschaft auf das Wirtschaftswachstum auswirken kann. Darüber hinaus interessant ist, ob und wie die Politik durch Umverteilungsmaßnahmen Einfluss auf die Einkommensungleichheit und somit auf das Investitionsverhalten der Menschen und das Wirtschaftswachstum ausüben kann. Zum Versuch, diese Fragen zu beantworten, ist diese Arbeit wie folgt gegliedert: Zunächst werden in Kapitel zwei einige grundlegenden Informationen zur Be grifflichkeit und zur Ermittlung von Ungleichheiten der Einkommensverteilung gegeben, bevor ich die Lorenzkurve, an der das Ausmaß der Ungleichheit verdeutlicht werden kann, darstelle. Anschließend erörtere ich einige mögliche Ursachen für die Existenz von Einkommensungleichheiten.
Kapitel drei behandelt den wichtigen Beitrag von Kuznets aus dem Jahre 1955, der die Veränderung der Ungleichheit im Verlauf der wirtschaftlichen Entwicklung zum Thema hat, sowie seine empirische Relevanz für heutige Forschungen. Im vierten Kapitel werde ich drei verschiedene Ansätze zur Klärung des Zusammenhangs zwischen Ungleichheit, Umverteilung und Wachstum vorstellen, die alle aus den neunziger Jahren stammen und somit hohe Aktualität besitzen. Mit einigen Schlussbemerkungen in Kapitel fünf schließe ich die Arbeit dann ab.
2. Ungleichheit der Einkommensverteilung
Die Einkommensverteilung, die uns über die Streuung der Haushaltseinkommen innerhalb einer Volkswirtschaft informiert, weist in den verschiedenen Nationen unterschiedliche Ungleichheiten auf.
Der Ansatz von Kuznets aus dem Jahre 1955, auf den ich in Kapitel drei dieser Arbeit detaillierter eingehen werde, unterstellt Relation zwischen der Höhe des Volkseinkommens und der Ungleichheit der Einkommensverteilung, die sic h in der bekannten Kuznets-Kurve als inverses „U“ darstellt. Das heißt, mit steigendem Volkseinkommen verstärkt sich die Ungleichheit zunächst, doch kehrt sich dieser Effekt um, sobald das Volkseinkommen ein bestimmtes Niveau erreicht 1 . Die Einkommensverteilung in sehr armen Ländern müsste nach Meinung Reders (1986) sehr gleich sein, da sich das Einkommen nicht auf bestimmte
1 Vgl. Kuznets (1955), S. 18.
4
Gruppen konzentrieren kann, wenn das Volkseinkommen ohnehin nur knapp über dem Subsistenzniveau liegt.
Zur Ermittlung ihrer Streuung werden die Einkommen innerhalb einer jeweiligen Volkswirtschaft in fünf Klassen (Quintile) sowie die obersten fünf Prozent der Spitzenverdiener eingeteilt. Je weiter man in der Einkommenspyramide nach oben gelangt, desto weniger „Mitglieder“ hat die jeweilige Einkommensstufe. Würde man z.B. für die USA eine Einkommenspyramide aus Bauklötzen bauen, wobei jede Schicht für 500 $ Einkommen stünde, läge ihre Spitze weit über dem Gipfel des Mount Everest. Die meisten Menschen würden sich jedoch in einer Höhe von etwa ein bis zwei Metern befinden 2 . Die Ungleichheit der Einkommensverteilung kann demnach sehr hoch sein, zwischen einzelnen Ländern stark schwanken. Im späteren Verlauf dieser Arbeit werden wir betrachten, wie diese Ungleichheit das Wirtschaftswachstum beeinflussen kann. Zuvor möchte ich jedoch kurz eine mögliche Darstellung des Ausmaßes der Ungleichheit der Einkommensverteilung sowie mögliche Ursachen hierfür vorstellen.
2.1 Die Lorenzkurve
Anhand der Lorenzkurve lässt sich das Ausmaß der Ungleichheit zeigen. Sie wird häufig in
der Analyse von Einkommens- und Vermögensungleichheiten angewandt.
2 Vgl. Samuelson/Nordhaus (1998), S. 424 f..
5
Abb.1: Lorenzkurve (eigene Darstellung in Anlehnung an Samuelson/Nordhaus (1998), S.426)
Die Abbildung 1 zeigt eine beispielhafte Darstellung der Lorenzkurve. Die gestrichelte, diagonale Linie stellt die absolute Gleichheit dar. Bei absoluter Gleichheit gäbe es keinerlei Unterschiede zwischen den fünf Einkommensgruppen, das heißt auf jede Gruppe fiele exakt ein Fünftel des Gesamteinkommens. Die unterste Kurve des Diagramms, die rechtwinklige, gestrichelte Linie, steht für die absolute Ungleichheit, die bestehen würde, falls das gesamte Volkseinkommen auf einen Menschen entfallen würde. Die tatsächliche Einkommensverteilung liegt immer zwischen diesen beiden hypothetischen Extremfällen. Sie wird durch die durchgezogene Kurve dargestellt. Der schraffierte Bereich zeigt die Abweichung der tatsächlichen Einkommensverteilung von der absoluten Gleichheit und gibt ein Maß für die Einkommensungleichheit an.
Ein häufig zu findendes quantitatives Maß für diese Ungleichheit ist der Gini-Koeffizient, der dem zweifachen des oben genannten schraffierten Bereiches entspricht 3 .
3 Vgl. Samuelson/Nordhaus (1998), S. 426.
6
2.2 Ursachen für die Ungleichheit der Einkommensverteilung
Bei der Suche nach den Quellen der Einkommensungleichheiten empfiehlt es sich, sich auf die Einkommen aus Erwerbsarbeit und Vermögen zu konzentrieren, da zum einen das Arbeitseinkommen 80 Prozent des gesamten Faktoreinkommens ausmacht und zum anderen auch dem Vermögen, das in Marktwirtschaften noch weit ungleicher verteilt ist als das Arbeitseinkommen, eine wesentliche Rolle in diesem Zusammenhang zukommt. Zu den Faktoren, die Ungleichheit des Einkommens aus Erwerbsarbeit produzieren, gehören unter anderen die individuellen Fähigkeiten und Kenntnisse der Menschen, die extrem unterschiedlich sein können. Diese können Einkommensunterschiede jedoch nur sehr begrenzt erklären, da sie nur sehr schwer bzw. gar nicht messbar sind. Weiterhin variiert das Einkommen sicherlich durch die Arbeitsintensität. Nicht alle Menschen arbeiten gleich hart, wodurch eine wirtschaftliche Chancengleichheit bedeutungslos ist. Auch die ausgeübten Berufe tragen zu der Ungleichheit bei, da sie sehr unterschiedlich entlohnt werden. Hierbei kann das Einkommen aufgrund der erforderlichen Ausbildungsdauer oder spezieller Fähigkeiten, die Vorbedingungen für einen Beruf sein können, variieren. Bei Berufen, die gefährlich oder unangenehm sind, kann es zu Nachfrageüberhängen seitens der Arbeitgeber kommen, die die Löhne in die Höhe treiben. Ein weiterer Aspekt sind Diskriminierung und Ausschluss von Minderheitengruppen von bestimmten Berufen, die Angehörigen dieser Gruppen den Weg zu höherem Einkommen versperren. Schließlich kann auch das soziale Umfeld von Kindern während des Heranwachsens einen positiven oder negativen Effekt auf deren späteres Einkommen haben.
Die Ungleichheit der Einkommen aus Vermögen wird in erster Linie durch drei Ursachen determiniert: dem Sparverhalten, dem Unternehmertum und den Erbschaften. Sehr stark vermögende Menschen beziehen ihre Einkünfte in aller Regel aus ihrem Vermögen, während dies nicht vermögenden Menschen unmöglich ist. Durch reines Sparverhalten ist es einem Menschen, der seinen Lebensunterhalt und ggf. den seiner Familie durch seine Erwerbstätigkeit sichern muss, nur sehr begrenzt möglich, ein großes Vermögen anzusparen. Im Hinblick auf die Entstehung von Vermögen kommen dem Unternehmertum, zu dem Risikobereitschaft und der Aufbau gewinnträchtiger Unternehmen gehören und der Erbschaft, die für eine Konzentration von Vermögen in wenige Hände auslöst, die größte Bedeutung zu 4 .
4 Vgl. Samuelson/Nordhaus (1998), S.432 ff..
7
Arbeit zitieren:
Kay Schneider, 2004, Stabilisierungspolitik: Wachstum und Ungleichheit, München, GRIN Verlag GmbH
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