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Inhaltsverzeichnis:
1. Einleitung 3
2. Konversion und ihre Klassifizierung 3
3. Konversionsterminologie 5
4. Besonderheiten der syntaktischen Konversion 5
4.1. Substantivierter Infinitiv 6
4.2. Deverbale Adjektivisierung 6
4.3 Deadjektivische Substantivierung 6
4.4 Desubstantivische Adjektivisierung 8
5. Die morphologische Konversion im Unterschied zur
syntaktischen Konversion 8
5.1. Substantivierung des Verbstamms 9
5.2. Verbalisierung der adjektivischen Basis 9
5.3. Verbalisierung der substantivischen Basis 10
6. Sonstige Konversionen 11
7. Wechselbeziehung zwischen Bedeutung, Formen und
Funktionen der Konversion 12
8. Grenzen der Konversion 13
9. Die Lexikalisierung und einige Wortgeschichten 14
10. Schluss 14
11. Literatur 16
3
1. Einleitung
Das Denken ist zu einem großen Teil sprachlicher und struktureller Natur, wohingegen das Gefühl, die Empfindung und die Intuition eher nicht sprachlich sind. Das Denken ist der ureigenste Bereich der Sprache. Das D enken verknüpft die einzelnen Morpheme und Wörter miteinander zu einem Sinn. Diese Verknüpfungen geschehen in jeder Sprachkultur auf unterschiedliche Art und Weise. Wenn ein Ukrainer zum ersten Male Deutsch zu lernen beginnt, wundert er sich sofort über die zwei deutsche Phänomene: die Konversion und das Zählen. In der ukrainischen Sprache existiert keine Konversion. Das Unikum des deutschen Zählens soll den Mathematikern überlassen bleiben. Vermutlich hat dieses Phänomen keine analoge Erscheinung auf der Welt.
Interessant ist die Besonderheit der Konversion, einer der drei von Eisenberg unterschiedenen Wortbildungstypen: Komposition, Affigierung und Konversion. 1 Er sieht in der Wortbildung einen Teil der Morphologie, weil sie sich mit dem Aufbau von Wortformen und Wörtern aus kleinsten „Wortbausteinen“ (Morphemen) beschäftigt. Anderseits kann man alle Wörter auch aus zwei weiteren Perspektiven betrachten: von der Formseite (syntaktischem Paradigma) und von der Bedeutungsseite (semantischem oder lexikalischem Paradigma). Die Konversion soll in vorliegender Semesterarbeit ebenfalls aus diesen drei Perspektiven untersucht werden. Im Prozess der Evolution versucht jede Sprache sich zu verändern, verschiedenartig zu gestalten oder auch zu vereinfachen (wie z.B. die Konversion und die Komposi- tion). Die Parallele zwischen diesen zwei Wortbildungstypen ist nicht zufällig; beide suchen die optimalen Formen mancher Äußerungen. Den Ausdruck der Beamte der Bahn der Bundesrepublik Deutschland verkürzt man z.B. zu einen Wort der Bundesbahnbeamte. Die ukrainische Sprache hat auch Kompositionswortbildungen (noch ein wunderbares Beispiel der Komposition), aber nicht in solchen extrem umfangreichen Formen. Die Konversion ist eine auserlesene Erfindung der Sprache, eine Rarität. Ihre Besonderheit besteht in der Möglichkeit, ein Wort/einen Wortstamm in verschiedenen Varianten zu benutzen und damit in verschiedenen Bedeutungen zu betrachten (z.B. kaufen - das Kaufen, kaufen - der Kauf ). Konversion ist ein produktiver Prozess im Niederländischen, Deutschen und auch im Englischen. Sie ist ein semantisches, ausgesprochen vielfältiges Wortbildungsmittel.
2. Konversion und ihre Klassifizierung
Die Analyse von Konversionen ist in der Literatur umstritten, die Terminologie und vorgeschlagenen Klassifizierungen sind heterogen. Konversion (lat. conversio „Umkehrung“) ist ein Übertritt eines Wortes in eine andere Wortart ohne formale Änderung, d.h. die Bildung eines neuen Wortes ohne eigene morphologische Kennze ichnung. 2 (Duden 2001: 943) Die Konversion, die stets einen Wortartwechsel impliziert, ist demnach auch immer eine Transposition sowie eine Überführung der Wortarten oder ein Wortartwechsel ohne Wortbildungselemente (z.B. waschen - das Waschen, böse - der/die/das Böse, extra - das Extra). Mit anderen Worten, die Konversion ist eine Wortbildungsart, bei der eine unflektierte (kauf-) oder flektierte ( der Gute) Basis die Wortart oder ihren Status als syntaktische Fügung/Wortgruppe/Phrase (In-der-Sonne-Liegen) ohne Affigierung wechselt.
1 Eisenberg, Peter: Grundriss der deutschen Grammatik. Das Wort. Metzler, Stuttgart 2000, Inhaltsverzeichnis, S. 201-280. 2 Eisenberg, 2000, S. 281.
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Die Konversion ist demzufolge durch das Nichtvorhandensein eines Wortbildungsmerkmals gekennzeichnet. Sie wird von verschiedenen Autoren unterschiedlich systematisiert.
Fleischer/Barz bringen die folgenden typischen Beispiele der Konversion: 3
Basis Konversion
9.2. schlage tot! ein Schlagetot
Laut Eisenberg ist Konversion keine einheitliche Erscheinung. Er unterscheidet syntaktische und morphologische Konversionen, die später in dieser Arbeit detaillierter dargestellt werden: 4
3 Fleischer/Barz: Wortbildung der deutschen Gegenwartsprache. 2., durchgesehene und ergänzte Auflage. Max Niemeyer Verlag. Tübingen
1995, S.50.
4 Eisenberg, 2000, S.281.
5
Syntaktische Konversion Morphologische Konversion a. Verb - Substantiv a. Verb - Substantiv
c. Adjektiv - Substantiv c. Substantiv - Verb
d. Substantiv - Adjektiv
Innerhalb der Konversion unterscheidet man zwischen Substantivierung, Adjektivierung und Verbalisierung.
Die Substantivierung (Nominalisierung) ist die Bildung eines Substantivs aus einem Wort einer anderen Wortart durch Konversion (das Laufen, das Blau, das Ich), durch Ableitung (Lehr-er - lehr-en, Schön-heit - schön) oder durch Ableitung mit Argumentvererbung (sie zerstören die Stadt/die Zerstörung der Stadt). 5 Die Adjektivierung besteht aus der Bildung eines Adjektivs aus einem Wort einer anderen Wortart durch Ableitung (furchtsam - Furcht, häuslich - Haus, les-bar - lesen, dort-ig - dort) oder Konversion (spitze - Spitze, reizend - reizend). 6 Die Verbalisierung betrifft die Bildung eines Verbs aus einem Wort einer anderen Wortklasse durch Konversion oder Ableitung (ölen - Öl, dunkeln - dunkel, verdrecken - Dreck, ergrünen - grün). 7
Die Substantivierung ist der Haupttyp der Konversion. Sie bedeutet praktisch, dass ein Artikel vor ein anderes Element gestellt wird, das somit zum Kern einer Nominalgruppe erklärt wird. An das Lexem aus einer anderen Wortart treten die nominalen Flexive. Eisenberg definiert Substantivierungen als abgeleitete Substantive, „gleichgültig, mit welchen Mitteln die Ableitung erfolgt. Entsprechendes gilt f ür Adjektivisierungen und Verbalisierungen.“ 8
Auf die Produktivität (ein gradueller Begriff für die Wortbildung) der Konversionstypen wird in dieser Arbeit nicht eingegangen, da dies den Rahmen sprengen wurde.
Im Folgenden werden die allgemeinen Mechanismen der Konversionsbildung sowie Eisenbergs Konversionsreihenfolge nach syntaktischen und morphologischen Prinzipien dargestellt.
5 Metzler Lexikon Sprache, Stuttgart 2000, S.477.
6 Metzler, 2000, S.11. 7 ebd., 2000, S.773. 8 Eisenberg, 2000, S. 281.
Arbeit zitieren:
Antonina Kostretska, 2004, Die Konversion in der Linguistik, München, GRIN Verlag GmbH
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