Ich widme diese Arbeit allen, die Theologie mit Psychotherapie verbinden können und wollen! Ich habe größten Respekt vor dieser Kombination.
Abstract
Diese Arbeit macht sich zum Ziel die zwei Bücher „Religionsgewinn durch religiöse Erziehung“ und „Religionsverlust durch religiöse Erziehung“ gegenüberzustellen und mithilfe von Kommentaren die wichtigsten Aspekte beider Bücher kritisch zu hinterleuchten. Ich möchte somit den Versuch wagen, eine Anleitung zu geben, wie man diese beiden Bücher kritisch lesen und somit der Wahrheit etwas näher kommen kann. Diese Arbeit beinhaltet teilweise persönliche Meinungen des Autors und es wird gebeten diese Meinungen ebenfalls nicht unreflektiert zu lassen. Die Arbeit erhebt auch nicht den Anspruch die Wahrheit schlechthin zu beinhalten, sondern möchte einerseits Brückenbauer andererseits Kompass für den Leser der beiden Bücher sein.
2 © 2003 Leonhard Stampler
Tiefenpsychologie und religiöse Erziehung Leonhard Stampler
Seminararbeit aus Entwicklungspsychologie 0012683
Inhalt
1 EINLEITUNG 4
2 ZUSAMMENFASSUNG DER NICHT FOKUSSIERTEN ASPEKTE UND
HINF ÜHRUNG ZU DIESEN 5
2.1 Krise und Krankheit der Kirche 5
2.1.1 Ringel und Kirchmayr 5
2.1.2 Virt und Biesinger 6
2.1.3 Kommentar 6
3 ENTFALTUNG DES MENSCHEN 7
3.1 Einleitung 7
3.2 Startbedingungen des Daseins 7
3.3 Elterliche Erziehungsaufgabe 8
3.4 Das Selbstwertgefühl pflegen 9
3.5 Selbsterkenntnis - Gemeinschaftsfähigkeit 10
3.6 Erziehung zur Solidarität 11
3.7 Dialektisch denken 12
3.8 Kreativ leiden lernen 12
3.9 Zusammenfassung 13
4 TIEFENPSYCHOLOGISCHE ERWÄGUNGEN ZUM RELIGIONSUNTERRICHT
14
4.1 Zur Lage des Religionsunterricht 14
4.2 Religionsunterricht als Beitrag zur ganzheitlichen Bildung 14
4.3 Tiefenpsychologie als Hilfe für Religionslehrer 15
4.4 Förderung einer konkreten und aufgeschlossenen Religiosität 15
5 ABSCHLIEßENDER KOMMENTAR 15
6 REFLEXION 16
7 LITERATUR 17
3 2003 Leonhard Stampler
1 Einleitung
Einleitend ist zu sagen, dass der Titel „Religionsverlust durch religiöse Erziehung“ sicher sehr vielen Theologen und Religionspädagogen als eine Provokation höchsten Grades erschienen sein muss. Diese Provokation ist - so denke ich - die Absicht der Autoren, denn gerade vor den 90ern haben sich wohl nicht viele mit solch kritischen Stimmen auseinandergesetzt. Ich sehe das Buch daher als eine zu beherzigende Kritik, ohne natürlich diverse Verkürzungen und Begriffsungenauigkeiten übersehen zu wollen. Weiters glaube ich, dass Erwin Ringel und Alfred Kirchmayr durch langjährige Psychotherapie - Erfahrung einige Fälle, die diese Symptome aufwiesen, zu behandeln hatten und daher durchaus auf empirische Ergebnisse zurückgreifen können, auf die sie ihre Thesen gründen. Andererseits ist wohl zu sagen, dass das Buch ein sehr negatives Bild zum Thema religiöse Erziehung vermittelt.
Das Buch „Religionsgewinn durch religiöse Erziehung“ halte ich als eine sehr gute Antwort von religionspädagogischer und moraltheologischer Seite, eine Möglichkeit Begriffsverkürzungen auf den Grund zu gehen und ein positiveres Bild zu malen.
In dieser Arbeit werde ich versuchen die Thesen beider Bücher sehr kurz gegenüberzustellen und verbindende Kommentare abzugeben, die auf meiner eigenen Meinung beruhen.
Der Fokus meiner Arbeit wird vor allem im Bereich „Christentum und menschliche Entfaltung: Wie können wir Christen zu einer guten menschlichen Entfaltung unserer Nachwuchsgenerationen beitragen?“ liegen, weil ich denke, dass dieser Bereich, der für die Entwicklungspsychologie interessanteste ist. Am Ende der Arbeit werde ich auch noch den Bereich „Tiefenpsychologie und Religionsunterricht: Wie können tiefenpsychologische Erkenntnisse ReligionslehrerInnen helfen den Unterricht zu gestalten“ in aspekthafter kurzer Weise behandeln, um die Auswirkungen der tiefenpsychologischen Erkenntnisse auf den Religionsunterricht kurz zu skizzieren.
Die anderen von Ringel und Kirchmayr bzw. Virt und Biesinger behandelten Aspekte werden im nächsten Kapitel kurz zusammengefasst, da sie teilweise Voraussetzungen zum Verständnis des Fokus beinhalten.
4 © 2003 Leonhard Stampler
2 Zusammenfassung der nicht fokussierten Aspekte und Hinführung zu diesen
2.1 Krise und Krankheit der Kirche
2.1.1 Ringel und Kirchmayr
In ihren ersten Kapiteln stellen Ringel und Kirchmayr die Krise der katholischen Kirche dar. Diese kann ihrer Meinung nach ihre Möglichkeiten, zum Heil der Menschen zu wirken, immer weniger nützen. Die Menschen wenden sich von ihr ab. Menschen treten en masse aus der Kirche aus und Jugendliche sind kaum mehr dazu zu bewegen, sich für Glaube und Religion zu interessieren. In einem zweiten Schritt muss man dann die Schuldfrage stellen und dabei wird es immer schwieriger die Schuld nur den Amtsinhabern der Kirche zuzuschieben. Die Verantwortung liegt der Meinung der Autoren nach bei allen Mitgliedern der Gemeinschaft (vgl. Ringel, Kirchmayr S. 8).
Im weiteren Verlauf ihrer Ausführungen beschreiten die beiden Psychotherapeuten den Weg einer psychotherapeutischen Wahrheitsfindung und stellen zuerst eine Diagnose. Diese lautet, dass die Kirche krank sei, weil sie verkürzt dargestellt aus neurotischen Mitgliedern besteht. Um das darzulegen wird ausgeholt und das Wesen einer Neurose an sich erklärt. Eine Neurose, in einer sehr kurzen aber hoffentlich treffenden Definition, ist ein Konflikt zwischen bewussten und unbewussten Tendenzen, was bedeutet, dass der Mensch von unbewussten, meist verdrängten ganz besonders schwierigen Sachverhalten und Erlebnissen beeinflusst wird. Diese krankmachenden Tendenzen finden meist in den ersten sechs Lebensjahren statt. Diese Schwierigkeiten lösen Aggressionen aus und durch fehlende Liebe werden diese verstärkt. Wenn man nun Aggressionen verdrängt kann es zu Angst, Minderwertigkeitsgefühlen, Schuldgefühlen, Selbstbestrafungstendenzen, etc. kommen.
Nachdem nun den Mitgliedern der Kirche teilweise Neurosen diagnostiziert werden, versuchen Ringel und Kirchmayr als weiteren Schritt zu beschreiben, wie es zu dieser Neurotisierung durch die Kirche kommt, und kommen kurz zusammengefasst zu folgendem Ergebnis: Beginnend bei der Konstantinischen Wende (das Christentum wurde Staatsreligion) entfernte sich die Kirche Schritt für Schritt von Jesus Christus. Das resultierte in Machtmissbrauch, Reichtum (kein Engagement für Unterprivilegierte mehr), Verfolgung anders Denkender, Richtsprüchen über Sünder, Hochmut, Gewalt, Leib- und Lustfeindlichkeit, rationalistischer Theologie anstatt emotionalem Glauben, etc. Und diese problematischen Auswirkungen waren noch nicht genug sondern man fing an all das zu
5 © 2003 Leonhard Stampler
Arbeit zitieren:
Leonhard Stampler, 2003, Tiefenpsychologie und religiöse Erziehung?, München, GRIN Verlag GmbH
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Einbetten
DOI
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