Diese Arbeit macht sich zum Ziel die zwei Bücher „Religionsgewinn durch religiöse Erziehung“ und „Religionsverlust durch religiöse Erziehung“ gegenüberzustellen und mithilfe von Kommentaren die wichtigsten Aspekte beider Bücher kritisch zu hinterleuchten und somit den Versuch einer Anleitung zu geben, wie man diese beiden Bücher kritisch lesen kann und somit der Wahrheit etwas näher kommen kann. Diese Arbeit beinhaltet teilweise persönliche Meinungen des Autors und es wir gebeten diese Meinungen ebenfalls nicht unreflektiert zu lassen. Die Arbeit erhebt auch nicht den Anspruch die Wahrheit schlechthin zu beinhalten, sondern möchte einerseits Brückenbauer andererseits Kompass für den Leser der beiden Bücher sein.
Inhaltsverzeichnis
1 EINLEITUNG
2 ZUSAMMENFASSUNG DER NICHT FOKUSSIERTEN ASPEKTE UND HINFÜHRUNG ZU DIESEN
2.1 Krise und Krankheit der Kirche
2.1.1 Ringel und Kirchmayr
2.1.2 Virt und Biesinger
2.1.3 Kommentar
3 ENTFALTUNG DES MENSCHEN
3.1 Einleitung
3.2 Startbedingungen des Daseins
3.3 Elterliche Erziehungsaufgabe
3.4 Das Selbstwertgefühl pflegen
3.5 Selbsterkenntnis – Gemeinschaftsfähigkeit
3.6 Erziehung zur Solidarität
3.7 Dialektisch denken
3.8 Kreativ leiden lernen
3.9 Zusammenfassung
4 TIEFENPSYCHOLOGISCHE ERWÄGUNGEN ZUM RELIGIONSUNTERRICHT
4.1 Zur Lage des Religionsunterricht
4.2 Religionsunterricht als Beitrag zur ganzheitlichen Bildung
4.3 Tiefenpsychologie als Hilfe für Religionslehrer
4.4 Förderung einer konkreten und aufgeschlossenen Religiosität
5 ABSCHLIEßENDER KOMMENTAR
6 REFLEXION
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit setzt sich zum Ziel, die gegensätzlichen Thesen der Bücher "Religionsgewinn durch religiöse Erziehung" und "Religionsverlust durch religiöse Erziehung" in eine kritische Gegenüberstellung zu bringen. Im Fokus steht dabei die tiefenpsychologische Untersuchung des Einflusses kirchlicher Erziehung auf die menschliche Entfaltung und die Ableitung von Handlungsempfehlungen für den Religionsunterricht.
- Kritische Analyse von Ursachen für Religionsverlust und -gewinn.
- Verbindung von Tiefenpsychologie und christlicher Erziehungspraxis.
- Untersuchung der Auswirkungen elterlichen Erziehungsverhaltens auf das Selbstwertgefühl.
- Evaluation der Rolle des Religionsunterrichts in der ganzheitlichen Bildung.
Auszug aus dem Buch
3.8 Kreativ leiden lernen
Da dem Menschen das Leiden nicht erspart bleibt, scheint es Ringel und Kirchmayr wichtig, dass wir Menschen lernen kreativ mit unserem Leiden umzugehen. Das Wort Krise hat in unserem Sprachgebrauch leider einen allein negativen Aspekt. Schaut man dieses Wort im chinesischen an besteht es aus zwei zusammengesetzten Wörtern von denen das erste Gefahr und das zweite Chance bedeutet. Das Durchmachen von Krisen und Leiden scheint sich uns manchmal als eine Chance für unsere Entwicklung herauszustellen. Damit scheint es, dass Leid sehr sinnvoll und sehr wichtig für unser Leben sein kann. Voraussetzung dafür ist, dass wir uns diesem Leid stellen. Weiters müssen wir unterstützt werden und dürfen in dem Leid nicht allein gelassen werden.
Nun darf man nach Ringel und Kirchmayr aber diesen Aufruf zum kreativen Leiden nicht als Leidensverherrlichung an sich sehen, und genau da sehen sie wieder eine Schwäche der christlichen Religion. Oft wurde der Satz „Im Kreuz ist Heil“ grundlegend missverstanden und verabsolutiert. Das hat bedeutet, dass wirklich Leidenskulte entstanden sind und sich Menschen gegenseitig oder selbst Leid zugefügt haben, um Christus gleich zu sein. Als erste Pflicht des Christen sehen Ringel und Kirchmayr das Leid wo es möglich ist zu vermeiden und da sehen sie eine Schwäche der Kirche in der Geschichte. Vermeidbares Elend wurde als unvermeidbar gesehen und die Leidenden auf das Jenseits vertröstet.
Zusammenfassung der Kapitel
1 EINLEITUNG: Darstellung der Intention, die beiden konträren Bücher kritisch zu hinterleuchten und als Kompass für den Leser zu dienen.
2 ZUSAMMENFASSUNG DER NICHT FOKUSSIERTEN ASPEKTE UND HINFÜHRUNG ZU DIESEN: Analyse der Diagnose einer "kranken Kirche" durch Ringel/Kirchmayr und die Erwiderung durch Virt/Biesinger.
3 ENTFALTUNG DES MENSCHEN: Detaillierte Gegenüberstellung der Positionen zu Erziehungsaspekten wie Selbstwertgefühl, Solidarität und dem Umgang mit Leid.
4 TIEFENPSYCHOLOGISCHE ERWÄGUNGEN ZUM RELIGIONSUNTERRICHT: Diskussion darüber, wie tiefenpsychologische Erkenntnisse den Religionsunterricht und die Lehrerrolle bereichern können.
5 ABSCHLIEßENDER KOMMENTAR: Persönliche Reflexion des Autors über die Stärken und Schwächen der analysierten Werke.
6 REFLEXION: Rückblick auf die Erfahrungen und das soziale Lernen im Rahmen des Seminars Entwicklungspsychologie.
Schlüsselwörter
Tiefenpsychologie, religiöse Erziehung, Religionsverlust, Religionsgewinn, Kirche, Neurose, Selbstwertgefühl, Solidarität, ganzheitliche Bildung, Religionsunterricht, Entwicklungspsychologie, christliche Soziallehre, Krisenbewältigung, Persönlichkeitsentfaltung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit vergleicht kritisch zwei konträre Fachbücher zum Thema religiöse Erziehung und untersucht diese aus einer tiefenpsychologischen Perspektive.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Im Zentrum stehen die Krise der Kirche, die menschliche Entfaltung durch Erziehung sowie die konkrete Anwendung tiefenpsychologischer Erkenntnisse im Religionsunterricht.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, eine Anleitung zum kritischen Lesen der beiden Werke zu geben und eine Brücke zwischen theologischen und tiefenpsychologischen Sichtweisen zu schlagen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Der Autor nutzt eine kommentierte Gegenüberstellung (Diskursanalyse) der Thesen aus den beiden Büchern sowie eine Reflexion basierend auf entwicklungspsychologischen Theorien.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil befasst sich mit der Entfaltung des Menschen, behandelt Aspekte wie elterliche Erziehung, das Selbstwertgefühl und den kreativen Umgang mit Leid sowie die praktische Anwendung im Unterricht.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Tiefenpsychologie, religiöse Erziehung, Kirche, Neurose und ganzheitliche Bildung.
Wie bewertet der Autor den Begriff "kranke Kirche"?
Der Autor erkennt das Bemühen von Ringel und Kirchmayr an, Missstände aufzuzeigen, kritisiert jedoch deren zuweilen absolutistischen und verallgemeinernden Schreibstil.
Welche Bedeutung hat das "kreative Leiden" in der Arbeit?
Es wird als Chance für die persönliche Entwicklung interpretiert, wobei der Autor vor einer Leidensverherrlichung warnt und den Fokus auf die Vermeidung vermeidbaren Elends legt.
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- Leonhard Stampler (Autor), 2003, Tiefenpsychologie und religiöse Erziehung?, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/22470