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Angst in der Schule: Bullying
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung S 2-3
2. Bullying S 4-5
2.1 Was ist Bullying Eine Definition S 4
2.2 Die Subgruppen von Bullying S 4 5
2.3 Prävalenzrate S 5
3. Wie entsteht Bullying S 6-8
3.1 Lerntheorie S 6-7
3.1.1 Operantes Konditionieren S 6
3.1.2 Beobachtungslernen nach Bandura S 6 7
3.2 Psychoanalyse S 7
3.3 Instinkttheorie S 8 Instinkttheorie.................................................................................................................S.8
3.4 Frustrations-Aggressions-Theorie S 8
3.5 Neuerer Forschungsstand S 8
4. Schüler als Opfer S 9-11
4.1 Charakteristik der Opfer S 9 10
4.2 Folgen für die Opfer S 10 11
5. Schüler als Täter S 12-13
5.1 Charakteristik der Täter S 12
5.2 Folgen für die Täter S 12 13
6. Intervention und Prävention in verschiedenen Ländern S 14-15
6.1 Interventionsprogramm nach Dan Olweus S 14 15
6.2 ChildLine und Kidscape Hilfe in Großbritannien S 15
7. Fazit S 16
8. Literaturverzeichnis S 17
9. Internetquellen S 18 Internetquellen...................................................................................................................S.18
10. Anhang S 19-20
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1. Einleitung
„Emma verlebte eine normale, glückliche Kindheit, bis sie [...] zu einer weiterführenden Schule wechselte. [...] Zunächst wurde sie von anderen Mädchen mit Schimpfwörtern bombardiert – Schlampe, blöde Kuh, Miststück und dergleichen. Doch schon bald wurden die anderen Kinder handgreiflich – ein Stoß, ein Tritt, ein Schubsen auf der Treppe, das zu einem Sturz führte. [...] Diese Situation setzte sich etwa zwei Jahre lang fort. [...] Emmas physische als auch ihre psychische Gesundheit litten beträchtlich. [...] Emma litt unter Ängsten und Schuldgefühlen, und die ganze Familie fühlte sich dadurch bedrückt und belastet. [...] Sie wurde so depressiv, dass ihre Eltern sich entschlossen, sie im Alter von vierzehn Jahren endgültig von der Schule zu nehmen. Jetzt, ein Jahr später, ist Emmas Selbstwertgefühl noch immer tief verletzt.[...]“ 1
Emmas Geschichte ist leider kein Einzelfall. In den letzten Jahren ist eine Form der Gewalt in der Schule in den Mittelpunkt des wissenschaftlichen Interesses gerückt. Diese Gewalt nennt man Bullying.
Die Erforschung dieses Phänomens setzte Ende der siebziger Jahre ein, nachdem Dan Olweus seine Ergebnisse zu diesem Thema veröffentlichte. In der deutschen Forschung f ehlte lange Zeit eine Auseinandersetzung mit dem Thema Bullying. Daher kommt die Vielzahl der Literatur aus Skandinavien und Großbritannien sowie aus den USA. Sowohl Regierungen als auch Vereine stellen Hilfsprogramme, Informationsmaterial sowie Kindernotrufnummern bereit, um für Hilfe zu sorgen. Fast jede Schule, die mit diesem Problem konfrontiert wurde, hat, vor allem in Großbritannien, eine eigene Anti-Bullying-Campaign.
Im Gegensatz dazu, sind Kinder, die in Deutschland mit Bullying konfrontiert werden, auf sich allein gestellt.
Diese Hausarbeit beschäftigt sich zunächst mit der Definition von Bullying. Anschließend wird auf die verschiedenen Entstehungstheorien verwiesen. Zu betonen ist hierbei, dass nur 1 Lawson, Sarah; Treibjagd auf dem Schulhof, Oesch Verlag, Zürich, 1996, S. 9-15
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wenig Literatur zur Verfügung stand, die sich mit der Entstehung von Bullying auf psychologischer Ebene befasste. Deshalb habe ich auf Theorien zur Aggressionsentstehung zurückgegriffen, die in jedem Fall auch mit dem Auftreten von Bullying verbunden sind. Weiterhin wird dann auf Schüler als Opfer bzw. als Täter eingegangen. Der nächste Teil der Hausarbeit befasst sich mit der Intervention und Prävention von Bullying. Den Schlussteil bildet ein Fazit.
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2. Bullying
2.1 Was ist Bullying? – Eine Definition
Das Wort „Bullying“ ist abgeleitet von dem englischen Begriff „Bully“, was übersetzt soviel bedeutet wie „brutaler Mensch“ oder „Tyrann“.
Der Begriff Bullying wurde seit Beginn der spezifischen Bullying-Forschung Ende der 70er/Anfang der 80er Jahre von zahlreichen Forschern definiert. Dabei hat sich jedoch weitgehend die ursprüngliche Definition von Dan Olweus durchgesetzt, auf die sich auch der Großteil aller Studien zum Thema bezieht.
Olweus definiert Bullying wie folgt: „Ein Schüler oder eine Schülerin ist Gewalt ausgesetzt oder wird gemobbt 2 , wenn er oder sie wiederholt und über einen längeren Zeitraum den negativen Handlungen eines oder mehrere anderer Schüler oder Schülerinnen ausgesetzt ist." 3 Zu betonen ist bei dieser Definition die Forderung nach einem wiederholten A uftreten von Bullying über einen längeren Zeitraum an ein und derselben Person. Dadurch werden einmalige Attacken oder Attacken an variierenden Opfern nicht als Bullying definiert. Durch diese Langfristigkeit des Bullying werden stabile Täter-Opfer-Beziehungen hergestellt. Zusätzlich besteht in Olweus Definition der Anspruch, dass ein Ungleichgewicht zwischen Täter und Opfer vorherrschen muss. Dieses kann entweder physisch oder aber psychologisch manifest sein.
Erwähnenswert ist auch noch, dass die Opfer d ie Attacken in keinster Weise provozieren, sondern meist nur zur falschen Zeit am falschen Ort sind.
2 Anmerkung: Die Autoren dieses Buches haben sich entschieden den, im Englischen verwendeten Begriff Bullying durch einen im Deutschen leichter verständlichen Begriff, nämlich Mobben, zu ersetzen. Nachzulesen in: Olweus, Dan; Gewalt in der Schule: Was Lehrer und Eltern wissen sollten - und tun können, Verlag Hans Huber, Bern, 1996, S.11 3 Olweus, Dan; Gewalt in der Schule: Was Lehrer und Eltern wissen sollten - und tun können, Verlag Hans Huber, Bern, 1996, S.22
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2.2 Die Subgruppen von Bullying
Die verschiedenen Ausprägungen von Bullying werden in folgende Subgruppen unterteilt:
1. Verbale Attacken: Darunter versteht man Verhaltensweisen wie drohen, verspotten,
hänseln und/oder beschimpfen.
2. Non-verbale Angriffe: Darunter fallen unter anderem der Ausschluss aus einer
Gruppe, soziale Isolierung und/oder Entfremdung von Freunden sowie Verhaltensweisen wie Rufschädigung, Grimassen schneiden oder gemeine Zettel schreiben.
3. Physische Angriffe: Dazu zählt man Verhaltensweisen wie schlagen, treten, kneifen
oder stoßen. 4
Eine weitere Unterscheidung wird zwischen direktem und indirektem Bullying getroffen. Direktes Bullying meint relativ offene und dadurch auch leichter zu erkennende Angriffe, die häufig physischer oder verbaler Art sind.
Indirektes Bullying besteht vorwiegend aus non-verbalen Angriffen, die nicht leicht zu erkennen sind, da es sich hierbei um subtile Mechanismen handelt, wie z.B. soziale Isolation. Beobachtungen und Studien haben ergeben, dass Jungen beim Bullying ihrer Mitschüler eher zu direkten Attacken neigen, während Mädchen indirektes Bullying bevorzugen. 5
2.3 Prävalenzrate
Auffällig ist beim Phänomen Bullying die sehr hohe Varianz des angegebenen Vorkommens von Bullying in der Literatur und auch im Internet. Diese reicht in etwa von 3% bis 89%. 6
Sie entsteht vermutlich durch Faktoren wie z.B. unterschiedliche Methoden (Selbstreport, Fremdreport, Fragebögen), verschiedene Beobachtungszeitspannen und vor allem unterschiedliche zugrunde gelegte Definitionen von Bullying. Ebenso könnten nationale Unterschiede durch die Bekanntheit des Konzeptes in der jeweiligen Kultur und durch Unterschiede im öffentlichen Bewusstsein begründet werden.
4 Holtappels, Heinz-Günther; Heitmeyer, Wilhelm; Melzer, Wolfgang; Tillmann, Klaus-Jürgen (Hrsg.); Forschung über Gewalt an Schulen; Juventa Verlag, München, 1999, S.300 5 Lawson, Sarah; Treibjagd auf dem Schulhof; Oesch Verlag; Zürich, 1996; S.32-33 6 http://www.student-online.net/Publikationen/126/, 28.8.2003, 9:14
Arbeit zitieren:
Kristina Niemann, 2003, Angst in der Schule: Bullying, München, GRIN Verlag GmbH
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