Konfuzianische Dynamik und strukturelle Führung
Inhalt
1. Kultur und Struktur. 1
2. Die Kulturdimension „Konfuzianische Dynamik“ 2
2.1 Kulturdimensionen nach Hofstede 2
2.2 Die Entdeckung einer fünften Kulturdimension 3
2.3 Kulturdimension „Konfuzianische Dynamik“ 4
3. Strukturelle Führung. 7
3.1 Dimensionen der strukturellen Führung. 7
3.2 Strukturelle Führung in grenzüberschreitend operierenden Unternehmen. 9
4. Konfuzianische Dynamik und strukturelle Führung. 9
4.1 Beziehung zwischen Heimatland und Ausland 12
5. Abschließende Bewertung. 15
Literaturverzeichnis 16
Abbildungsverzeichnis
Abb. 1: Kulturelle Einflüsse und Systemebenen der Situation (Quelle: SIEDENBIEDEL
2000 )
Tabelle 1: Punktwerte des Index der Langfristigen Orientierung (Quelle: HOFSTEDE 1993,
S. 191)
Tabelle 2: Hauptunterschiede zwischen Gesellschaften mit Kurzfristiger bzw.
Langfristiger Orientierung (Quelle: HOFSTEDE 1993, S. 197)
Tabelle 3: Effekte und Anforderungen an die unternehmerische Realität
Tabelle 4: Exemplarische Unterschiede zwischen den betrachteten Unternehmen
Abk ürzungsverzeichnis
CVS Chinese Value Survey (Chinesische Wertestudie)
ILO Index der Langfristigen Orientierung
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1. Kultur und Struktur
Die abstrakten Begriffe Kultur und Struktur scheinen zunächst in keinem direkten Beziehungs verhältnis zueinander zu stehen. Bei der näheren Betrachtung von grenzüberschreitend operie renden Unternehmen lässt sich allerdings eine Verbindung zwischen diesen Begriffen herstellen. Diese Arbeit versucht, diesen Zusammenhang von Kultur und Struktur näher zu beleuchten. Der Aspekt der Kultur wird dabei durch die Kulturdimension „Konfuzianische Dynamik“ vertreten; „strukturelle Führung“ als Dimension betrieblicher Führung repräsentiert den Aspekt der Struktur.
Wie Abb. 1 zeigt, umgibt die Kultur eines Landes das Unternehmen und ist somit ein wichtiges Element der Situation des Unternehmens, das nicht beeinflusst werden kann. Das Individuum im Unternehmen wird somit sowohl durch die Umwelt, als auch durch die Unternehmenskultur beeinflusst.
Abb. 1: Kulturelle Einflüsse und Systemebenen der Situation (Quelle: SIEDENBIEDEL 2000)
Die Unternehmensführung muss somit auch stets die das Unternehmen umgebende Kultur berücksichtigen. Im Zuge der Internationalisierung muss allerdings neben der Kultur des Heimatlandes auch die Kultur des Gastlandes in die Planung miteinbezogen werden; es muss ein ,fit‘ zwischen unternehmensinternen Variablen und der Landeskultur angestrebt werden (vgl. SIEDENBIEDEL 2000, S. 265). Daher ist es im Bereich des internationalen Managements von essentieller Bedeutung, die verschiedenen Kulturen und deren Auswirkungen auf ein grenzüberschreitend operierenden Unternehmens zu kennen. Hofstede und Bond fassen dies treffend zusammen: „Whether they like it or not, the headquarters of multinationals are in the business of multicultural management.” (vgl. HOFSTEDE/BOND 1988, S. 20).
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2. Die Kulturdimension „Konfuzianische Dynamik“
Um die Kulturdimension „Konfuzianische Dynamik“ darstellen und analysieren zu können, ist es zunächst erforderlich, die von Geert Hofstede entwickelten Kulturdimensionen kurz zu betrachten, da die „Entdeckung“ der Kulturdimension „Konfuzianische Dynamik“ erst auf Basis der Untersuchungen Hofstedes möglich war.
2.1 Kulturdimensionen nach Hofstede
Geert Hofstede wertete in den 1970er Jahren die Daten einer sehr umfassenden Mitarbeiter-Befragung des IBM-Konzerns aus. Die IBM-Mitarbeiter waren 1968 und 1972 mit Hilfe eines Fragebogens zu ihren persönlichen Werten befragt worden. Die insgesamt 116.000 Fragebögen wurden statistisch ausgewertet, so dass nach der zweiten Befragungswelle Ergebnisse für 50 Länder und 3 Länderregionen vorlagen. Diese Datenbasis war für Hofstedes länder- und kulturvergleichende Studien sehr gut geeignet, da sich die Stichprobenelemente nahezu nur in ihrer jeweiligen Nationalität unterschieden (vgl. HOFSTEDE 1993, S. 295 f.).
Die Analyse führte zu vier Kulturdimensionen mit denen nationale Kulturen charakterisiert werden können. Diese Kulturdimensionen sind
• Machtdistanz/Machtgefälle,
• Individualität versus Kollektivismus,
• Maskulinität versus Femininität und
• Unsicherheitsvermeidung.
Für jede dieser Kulturdimensionen wurde ein Indexwert ermittelt. Dieser Index gibt die relative Position der Länder zueinander an (vgl. HOFSTEDE 1993, S. 29). Durch diese Formalisierung der Werteanalyse wird es möglich, die untersuchten Länder hinsichtlich der vier Kultur dimensionen zu charakterisieren. Um eine nationale Kultur zu beschreiben, ist es allerdings erforderlich, alle vier Dimensionen mit einzubeziehen, da nur so ein umfassendes Bild der Kultur des betrachteten La ndes entsteht.
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2.2 Die Entdeckung einer fünften Kulturdimension
Die Arbeiten von Hofstede sind sicherlich bahnbrechend. Allerdings lassen sich Hofstedes Forschungsergebnisse in einem Punkt kritisieren: die in der IBM-Studie verwendeten Fragebögen wurden von westlichen Wissenschaftlern entwickelt, dann weltweit eingesetzt und anschließend auch von westlichen Wissenschaftlern ausgewertet. Es ist somit zu fragen, ob eine ähnlich durchgeführte Analyse, die aber vor einem anderen kulturellen Hintergrund entwickelt wurde, zu den gleichen oder zu anderen Ergebnissen kommt. Die Chinese Culture Connection, eine Gruppe von 24 Sozialwissenschaftlern unter Leitung von Michael Bond, präzisierte diese Überlegungen in zwei Fragen: „Are his [Hofstedes, Anm. des Verf.] dimensions sufficiently robust or culture-free that they can be detected from another culture’s vantage point? Do results from this other cultural tradition suggest new dimensions of cultural variation invisible to the Western conceptual retina?“ (THE CHINESE CULTURE CONNECTION 1987, S. 144).
Ausgehend von diesen Überlegungen entwickelte das Forscherteam eine Befragung zu chinesischen Werten, die Chinese Value Survey (CVS). Chinesische Sozialwissenschaftler wurden gebeten, Werte, die für Chinesen von fundamentaler Bedeutung sind, zusammenzustellen. So ergab sich ein Katalog aus 40 Grundwerten in chinesischer Sprache. Dieser Fragebogen wurde dann in einem mehrstufigen Abstimmungsprozess ins Englische übersetzt; sofern weitere Übersetzungen erforderlich waren, wurde besonderen Wert auf eine möglichst große Übereinstimmung mit dem chinesischen Original -Fragebogen gelegt. Befragt wurden schließlich Studierende an Hochschulen in 23 Ländern. Aufgabe der Probanden war es, auf einer Skala von eins bis neun (1 = äußerst wichtig, 9 = überhaupt nicht wichtig) anzugeben, welche Bedeutung die 40 Wertevorstellungen für sie persönlich haben (vgl. THE CHINESE CULTURE CONNECTION 1987, S. 148).
Die Auswertung der Befragung folgte in weiten Teilen dem Vorgehen Hofstedes. Die Faktoranalyse ergab vier Faktoren, die sich jeweils aus einer Anzahl von Werten zusammensetzten. Diese vier Faktoren wurden bezeichnet mit
• Integration (CSV I),
• Konfuzianische Dynamik (CVS II),
• Menschlichkeit (CVS III) und
• Moralische Disziplin (CVS IV).
Arbeit zitieren:
Stefan Kluss, 2003, Kulturdimension "Konfuzianische Dynamik" und strukturelle Führung in grenzüberschreitend operierenden Unternehmen, München, GRIN Verlag GmbH
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