Gr ünde für die Entwicklung vom GATT zur WTO
I N H A L T S V E R Z E I C H N I S
Eine kurze Einführung in die Geschichte des Welthandels. 2
Das Theorem der komparativen Kosten von David Ricardo. 2
Kritische Betrachtung 4
Theorem der komparativen Kosten von Heckscher-Ohlin 4
Kritische Betrachtung 5
Die Schritte und deren Gründe auf dem Weg vom GATT zur WTO 6
Probleme im GATT ´47. 7
Agrar und Textil. 9
Globalisierung und ihre Folgen. 9
Entwicklungsl änder und Umweltpolitik 11
Gr ößere Rechtssicherheit durch die WTO 13
Entwicklung der WTO - Warum Seattle 15
Quellen 16
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Gründe für die Entwicklung vom GATT zur WTO
Eine kurze Einführung in die Geschichte des Welthandels
Im historischen Rückblick zeigt sich, dass der freie Handel zwischen den Völkern eine relativ junge Idee ist. Noch im Merkantilismus des 16. bis 18. Jahrhunderts herrschte die Idee des Protektionismus. Man nahm an, dass im zwischenstaatlichen Güteraustausch das eigene Land auf Kosten der Handelspartner gewinnen könne und verhängte so Einfuhrverbote und -zölle, versuchte aber die eigenen Exporte von gewerblichen Gütern durch Exportförderungsmaßnahmen zu unterstützen. Die heutigen Spuren dieser Politik sind Schutzzölle und systematische Unterbewertungen von Währungen.
Dem Merkantilismus folgte die Idee des Liberalismus und damit die Ideen des freien Handels. Als Begründer der Freihandelstheorie gilt Adam Smith (1723-1790). In seinem Werk "Ursachen des Nationalreichtums" trennt Smith erstmals in der Geschichte der Wirtschaftswissenschaft die politische Ökonomie von der Politikwissenschaft, Ethik und Rechtswissenschaft ab. Die Ursache des Nationalreichtums liegt für ihn in einer liberalen Wirtschaftslehre, die staatliche Nichteinmischung (Laisser-faire), freien Wettbewerb und Freihandel vorsieht. Seine Theorien wurden unter anderem von David Ricardo aufgegriffen und weiterentwickelt.
Das Theorem der komparativen Kosten von David Ricardo
David Ricardo (1772-1823), in früheren Jahren erfolgreich an der Börse tätig, war Autor des Buches "On the principles of political economy and taxation", das 1817 in Großbritannien erschien. Ein zentraler Punkt seiner Lehre war das von ihm entwickelte Theorem der komparativen Kosten, das er auf Produktivitätsunterschiede zurückführte. Die zentrale Aussage war, dass jedes Land im Welthandel das Gut produzieren solle, das es am relativ günstigsten herstellen kann, und dass sich so der gesamte Wohlstand der beteiligten Nationen erhöhen würde, auch wenn eine der Nationen alles billiger produzieren könne als die anderen. Ziel war eine internationale Arbeitsteilung. Er setzte in seiner Theorie voraus, dass es sich um zwei Länder handelt, die zwei Güter herstellen, es vollkommene Konkurrenz und Vollbeschäftigung gibt und die Preise für Produkte sich über die Arbeitsmengen bestimmen (Arbeitswertlehre). In einem Beispiel betrachtete er den Handel zwischen England und Portugal, als Waren wurden Textilien und Wein herangeführt. Seine Aussage war, dass selbst dann, wenn eines
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Gründe für die Entwicklung vom GATT zur WTO
der beiden Länder beide Waren billiger herstellen könne als das andere (in diesem Falle Portugal), sich beide Länder jeweils auf die eine für sie am billigsten herzustellende Ware konzentrieren sollten. Hierdurch müsse für das nun zu importierende Gut weniger Arbeit eingesetzt werden, als dies bei eigener Herstellung der Fall wäre, da diese Importware nun im Tausch gegen die im Importland mit größerer Produktivität hergestellten Ware erfolge. Als Zahlenbeispiel lässt sich folgendes heranführen: Handel zwischen den USA und Großbritannien, die Waren sind Weizen und Leinen. Pro Periode stehen je 100 Arbeitseinheiten (AE) zur Verfügung, mit denen alternativ die folgenden Gütereinheiten (GE) von den einzelnen Ländern erzeugt werden können:
USA kann mit den 100 AE entweder 24 GE Weizen oder 18 GE Leinen produzieren, UK 10 GE Weizen oder 16 GE Leinen, d.h. die USA haben einen absoluten Kostenvorteil bei beiden Gütern, und einen größeren, komparativen Vorteil in der Weizenproduktion.
Autarker Zustand: Bei der gegebenen Nachfragestruktur werden die verfügbaren Arbeitsmengen wie folgt verwendet:
Die USA haben 16 GE Weizen und 6 GE Leinen zur Verfügung. UK 5 GE Weizen und 8 GE Leinen.
Mit Außenhandel: Die beiden Länder treten in Austausch und spezialisieren sich. Die USA produziert nur noch Weizen, UK nur noch Leinen.
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Gründe für die Entwicklung vom GATT zur WTO
Die USA haben nun 18 GE Weizen und 7 GE Leinen zur Verfügung; UK 6 GE Weizen und 9 GE Leinen. Im Ergebnis haben also beide Länder nach Aufnahme des Außenhandels mehr Güter zum Verbrauch als vorher.
Kritische Betrachtung
Die Theorie von Ricardo muss trotz diesen Beispielen kritisch betrachtet werden. Denn schon die Annahmen zeigen, dass es sich hier nicht um eine reale Wirtschaft handelt.
Eine bekannte Widerlegung der Allgemeingültigkeit des Theorems von Ricardo ist das Graham Paradoxon. Es zeigt bei einer realistischeren Annahme ein dem Theorem der komparativen Kosten widersprechendes Phänomen. Ein Land gewinnt doppelt, während sein Handelspartner unter bestimmten Umständen doppelt verlieren kann. Graham tauschte das Industrieprodukt Tuch gegen Uhren und das landwirtschaftliche Produkt Wein gegen Weizen und veränderte die Annahme konstanter Skalenerträge um das Phänomen der Grenzkosten. Demnach sinken die
Produktionsstückkosten für Uhren bei steigender Menge, bei Intensivierung der Weizenproduktion verhalten sich die Kosten zur Menge jedoch direkt proportional. Dies führt zu ungleichen Verteilungen der Wohlstandsgewinne, das Land, welches das Industrieprodukt Uhr herstellt, gewinnt überproportional. Hierbei ist eine Problematik der Wohlstandsgewinne in der aktuellen weltwirtschaftlichen Lage zu sehen, da die Produktion der Entwicklungsländer auf Güter beschränkt ist, bei deren Herstellung die Produktivität nicht in diesem Maße zu erhöhen ist wie die bei der Herstellung der in den Industrienationen produzierten Güter.
Theorem der komparativen Kosten von Heckscher-Ohlin Eli Heckscher und Bertil Ohlin begründen die komparativen Kostenunterschiede durch die verschiedenen Ausstattungen mit
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Arbeit zitieren:
Christian Obitz, 2001, Gründe für die Entwicklung vom GATT zur WTO, München, GRIN Verlag GmbH
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