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INHALTSVERZEICHNIS
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INHALTSVERZEICHNIS. 1
1. Einleitung. 2
2. Papiergeldsystem im 18.Jahrhundert. 3
2.1 Aufbau eines Bankwesen. 3
2.2 Gründe für Papiergeld. 4
2.3. Situation in Frankreich 5
3. Papiergeld in Frankreich. 6
3.1.Verknüpfung Papiergeld mit Aktien 6
3.2.Verknüpfung Papiergeld mit Handelsgesellschaft. 8
3.3.Entwicklung der Aktienblase 11
3.4 Aus wirkungen der Wirtschaftspolitik. 13
4. Gründe des Scheiterns 14
4.1. Ökonomische Gründe 14
4.2. Sonstige Gründe 15
5. Resümee 16
LITERATURVERZEICHNIS 17
Am 1.9.1715 starb der Sonnenkönig Ludwig XIV. Seine kostenintensive kriegerische Außenpolitik und die Misswirtschaft seiner Finanzminister führten dazu, dass Frankreich am Rande des Ruins stand. Die Regentschaft übernahm sein Neffe Philipp von Orleans. Er sah sich mit einer Schuldenlast von mehr als 2 Milliarden Livre konfrontiert sowie einer jährlichen Zinsbelastung von 90 Millionen Livre. Die Nettosteuereinnahmen betrugen 69 Millionen Livre, denen Ausgaben von 146 Mio. Livre gegenüberstanden 1 . Frankreich war chronisch pleite. Der Fiskus konnte seine Schulden nicht mehr bezahlen und dessen Gläubiger hatten kein Geld, um ihre Lieferanten zu befriedigen.
In dieser Situation fand John Law mit seinen Ideen Gehör beim Regenten und dur fte die erste Bank in Frankreich gründen.
John Law kam 1671 in Schottland zur Welt. Seine brillanten mathematischen Fähigkeiten nutzte er in seiner Jugend in Spielsalons aus und kam so zu Reichtum. 1694 entkam er durch eine Flucht aus dem Gefängnis nur knapp dem Tod, zu welchem er nach einem Duell verurteilt wurde. Sein finanzwirtschaftliches Geschick hatte er sich bei seinen Aufenthalten in den europäischen Finanzmetropolen angeeignet. Von 1716 - 1720 prägte er massiv das französische Finanzwesen. Er war kurzfristig der reichste Mann der Welt. Er löste den ersten Aktienboom aber auch den ersten Börsencrash der Geschichte aus.
John Law war fasziniert von der Idee einer Bodenkreditbank, die Grundbesitz erwerben und Papiergeld als Kredit ausgeben sollte. Die Sicherung des Kredites sollte durch Grund und Boden erfolgen, da Land einen weniger unsicheren Vermögenswert darstellt als Münzgeld 2 . Er plante die Noten jedem Grundeigentümer aus zuhändigen, der dafür eine Hypothek auf seinen Grundbesitz errichten l ieß oder der bereit war, diesen Grundbesitz an eine zu diesem Zweck geschaffene öffentliche Anstalt abzutreten.
1 Vgl. Murphy, S.169.
2 Vgl. Galbraith, S.27.
Zunächst werde ich auf die theoretischen Grundlagen des Papiergeldes näher eingehen und seine Vorzüge gegenüber dem Münzgeld darstellen sowie die Situation in Frankreich beleuchten, bevor John Law in d ie französischen Finanzmärkte eintritt. Im nächsten Kapitel zeige ich die Entwicklung des Papiergeldes in Frankreich auf und wie John Law seinen auf Boden gestützten Papiergeldplan immer mehr aus den Augen verliert was schließlich zum Platzen der Aktienblase führt. Darüber hinaus möchte ich die Konsequenzen seiner Finanzpolitik für die französische Wirtschaft darstellen. Es stellt sich die Frage, wie John Law es geschafft hat, Vertrauen für eine neue Währung zu gewinnen und warum sein Finanzprojekt letztendlich gescheitert ist.
In einem Münzgeldsystem ohne Banken stellt die Münze ein Nettovermögen dar, dem keine Verbindlichkeit gegenübersteht 3 . Als Besitzer der Münze hat man die Möglichkeit zwischen zwei Alternativen zu wählen. Entweder gibt man die Münze aus, oder behält sie, um die Ausgabe zu verschieben. Wenn man sich dazu entscheidet die Münzen zu horten, fließt kein Geld in den Wirtschaftskreislauf, was sich letztendlich für die Produktion nachteilig auswirkt.
In einem Papiergeldsystem mit Banken unterscheidet man zwischen einem Edelmetallgestützten System und einem Kreditgestützten System. Beim Edelmetallgestützten System steht der Banknote eine Deckung in Gold und Silber gegenüber, während beim Kreditgestützten System der Banknote eine Deckung in privaten und öffentlichen Darlehen gegenüber steht.
Bei einem Kreditgestützten Bankwesen, in dem man über ein Konto verfügt, kommt neben den Möglichkeiten Geld auszugeben oder Geld zu beha lten eine dritte Dimension hinzu: Die Einlage eines Kontos. Diese entspricht einem Darlehen, das ein Kreditnehmer für Konsum - oder Investitionszwecke nutzt. Es fließt mehr Geld in
3 Vgl. Murphy, S.144.
den Wirtschaftskreislauf was zur Folge hat, dass die Umlaufgeschwindigkeit des Geldes im Vergleich zum Münzgeldsystem steigt.
John Law favorisierte in seinen Theorien das Kreditgestützte System, um das Bankwesen vor unstete n Gold- und Silberströme zu schützen.
2.2. Gründe für Papiergeld
Die Ausweitung des Handels und des Geld verkehrs brachte die Notwendigkeit mit sich, das Münzgeld durch eine bequemere Zahlungsart zu ersetzen.
Der Handel im Inneren eines Landes hängt vom Geld ab. Mehr Geld gibt einer größeren Anzahl von Menschen eine Beschäftigung als weniger Geld. Eine Vermehrung des Geldes wirkt sich seiner Meinung nach positiv auf die Produktion aus und führt somit zu einer Verringerung der Arbeitslosigkeit.
Geld ist für John Law ein Tauschmittel, das ein Recht zum Erwerb einer Warenmenge gibt. Für diese Funktion ist ein k ostspieliges Metall überflüssig. Deshalb sah er das Papiergeld im Vorteil gegenüber dem Münzgeld. Papiergeld lasse sich mit geringeren Kosten herstellen und transportieren und könne nicht ins Ausland abfließen. Es zirkuliert schneller als Münzgeld und belebt den Handel. Es ist in seinen Augen wertbeständiger als Metallgeld, da es vom Metallwert unabhängig sei und seine Menge dem Geldbedarf beliebig angepasst werden könne. Silber hingegen fehlt es an Wertbeständigkeit, da das Angebot an Silber in den letzten 200 Jahren im Verhältnis zu seinen Bedarf überdehnt wurde, worunter sein Marktwert stark gelitten hat 4 .
John Law wollte mit dem Papiergeldsystem die Zahlungsmittel vermehren, die Kaufkraft steigern und die Unternehmenstätigkeit fördern 5 .
4 Vgl. Murphy, S.114.
5 Vgl. Wirtschaftsgeschichte der Neuzeit, S.94.
Damit die Bevölkerung Vertrauen in die neue Währung gewinnt, war es notwe ndig, dass das ausgegebene Papiergeld durch einen entsprechenden Gegenwert gedeckt war.
2.3. Situation in Frankreich
Am meisten profitierten vom französischen Finanzwesen bis 1715 der Adel und die Finanziers. Die Finanziers waren Personen, die ihr Geld damit verdienten, dass sie Steuern eintrieben und den Fiskus verwalteten 6 . Sie waren Mittelsmänner des Adels. Der Adel stellte das Geld der Krone bereit, um im Gegenzug Steuerpachten oder Sonderrechte zu fordern. Der Inhaber einer Steuerpacht musste die Summe der Steuern, die er erheben würde im Voraus abschätzen und sie dem Staat vorstrecken. Wenn die Einnahmen unter dieser Summe blieben, musste er selbst für die Differenz aufkommen, wenn sie höhe r ausfielen, durfte er den Überschuss für sich behalten. Es herrschte eine ausgeprägte Korruption und Ineffizienz unter den Steuerpächtern.
Ende 1715 wurde der heimische Livre abgewertet. Abwertungen hatten zur Folge, dass zusätzliche Steuereinnahmen geschaffen wurden und sich die öffentlichen Schulden verminderten 7 . Jedoch wurde dadurch das Geld noch knapper und es kam zu deflationären Tendenzen.
Der faktische Staatsbankrott des französischen Finanzsystems 1715 zwang zur Suche nach finanziellen Erneuerungen, um ein Wirtschaftswachstum herbeizuführen.
John Law war der Meinung , dass Frankreich in einer Währungs- und Finanzkrise steckt. Die Wirtschaft schwächelte und das Geld war knapp. Daneben waren aufgrund der hohen Staatsverschuldung die Zinsen sehr hoch. Sein Ziel war es, die Staatschuld abzubauen und den Wohlstand des Landes zu fördern 8 . Er schlug ein Kreditinstitut vor, das die Papiergeldmenge erhöhen sollte. Damit würde das Geld billiger und somit der Kreditzins sinken. Somit sah er im Papiergeld eine Quelle, die dem Staat große Einnahmen verschaffen konnte. Durch die Erfordernis von
6 Vgl. Murphy, S.169.
7 Vgl. Murphy, S.196.
8 Vgl. Kiehling, S.25.
Arbeit zitieren:
Christoph Haffa, 2003, Die Finanzprojekte des John Law im absolutistischen Frankreich, München, GRIN Verlag GmbH
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