Gliederung
1. Einleitung 03
2. Der Begriff Wahrnehmung 03
2.1. Leistungen der einzelnen Analysatoren/ Rezeptoren 04
2.1.1. Der visuelle Analysator/ Rezeptor 04
2.1.2. Der auditive Analysator/ Rezeptor 04
2.1.3. Der taktil-kinästhetische oder haptische Analysator/ Rezeptor 04
2.2. Geheimnisse der Wahrnehmung - Stand der Forschung 05
3. Visuelle Wahrnehmung 06
3.1. Die Entwicklung der visuellen Wahrnehmung 06
3.2. Figur-Grund-Wahrnehmung 07
3.3. Wahrnehmungskonstanz 07
3.4. Wahrnehmung der Raumlage 08
3.4.1. Entwicklung 08
3.4.2. Körperbewusstsein 08
3.5. Die Wahrnehmung räumlicher Beziehungen 09
3.6. Visuomotorische Koordination 10
4. Visuelle Wahrnehmungsstörungen 10
4.1. sensorische Beeinträchtigung und Störung der visuellen Wahrnehmung 11
4.2. Zentrale Wahrnehmungsstörungen 11
4.3. Sozial- bzw. erfahrungsbedingte Wahrnehmungseinschränkung 13
5. Mögliche Ursachen für visuelle Wahrnehmungsstörungen 13
6. Mögliche Folgen von Störungen der visuellen Wahrnehmung 13
6.1. Folgen im Bereich der Figur-Grund-Wahrnehmung 13
6.2. Folgen im Bereich der Wahrnehmungskonstanz 14
6.3. Folgen im Bereich der Wahrnehmung der Raumlage 14
6.4. Folgen im Bereich der Wahrnehmung räumlicher Beziehungen 15
6.5. Folgen im Bereich der Visuomotorische Koordination 15
6.6. Folgen der Entwicklungsverzögerung 15
6.7. Folgen im Bereich der Sprachentwicklung 16
6.8. Folgen im Bereich des mathematisch- logischen Denkens 16
6.9. Probleme bei der Wahrnehmung von Bildern 16
7. Grenzen der Förderung 17
8. Zusammenfassung 17
9. Literatur 18
2
1. Einleitung
Oftmals fällt es recht schwer visuelle Wahrnehmungsstörungen in das Feld der visue llen Defizite einzuordnen. In dieser Arbeit möchte ich ausgehend von einer kurzen allgemeinen Definition der Wahrnehmung auf d ie verschiedenen Bereiche der visuellen Wahrnehmung eingehen. Darauf aufbauend möchte ich verschiedene Möglichkeiten der visuellen Wahrnehmungsstörung aufzeigen, deren Ursachen nur kurz nennen und deren Folgen in den unterschiedlichsten Bereichen versuchen herzuleiten und zu erlä utern.
2. Der Begriff Wahrnehmung
„Erwachsene leben in vielen Welten - der Welt der Wahrnehmung, der Vergangenheit und Zukunft, der Welt der Medien, ... “ Im Laufe der Menschheitsgeschichte haben so manche Wissenschaftler, die den v erschiedensten Forschungsgebieten entstammen, versucht, den Wahrnehmungsbegriff zu erörtern, so dass die Fülle der Literatur über die Wahrnehmung mittlerweile unüberscha ubar geworden ist. Die Entwicklung führt dazu, dass der Begriff der Wahrne hmung heutzutage immer öfter als ein Modewort gebraucht wird und daher nicht hundertprozentig bestimmbar ist. Im allgemeinen Sprachgebrauch versteht man unter „Wahrnehmung ein ganzheitliches, unmittelbar sinnliches Abbild eines G egenstandes der objektiven Realität bzw. die Aufnahme und Verarbeitung von Sinneseindrücken aus Umwelt- und Körperreizen unter dem Einfluss von G edächtnisinhalten, Stimmungen, Gefühlen, Erwartungen und Denkprozessen.“ 1
Zusammenfassend lässt sich also sagen, dass die Wahrnehmung - vom Althochdeutschen wara neman abgeleitet, was bedeutet, einer Sache Aufmerksamkeit schenken - ein komplexer, multisensorischer Prozess ist, in dem Sinnesempfindungen, Gedächtnisinhalte, Interessen und Gefühle sowie Erwartungen zu entscheidungs- und handlungsverwertbaren Informationen organisiert werden, und der als Zusammenspiel von physikalischen Reizen, psychologischen und physiologischen Bedingungen verstanden werden muss. Sie ermöglicht die wirkungsvolle Auseinandersetzung des Menschen mit seiner Umwelt, erfolgt stets über Eigenaktivität und ist eingebettet in die Gesamtheit des Menschen: Kognition, Emotion und Sprache. Die Wahrnehmungspsychologie untersucht insbesondere die Zusammenhänge zwischen den physikalischen Eigenschaften eines Objekts, das wahrzune hmen ist, den physiologischen Bedingungen des Wahrnehmens und den Sinneserlebnissen, die beim Wahrnehmen auftreten. Die Wahrnehmungsförderung ist Aufgabe jeder Erziehung. 2
Als die Brücken zwischen dem Menschen und seiner Umwelt ist die Wahrne hmung also eine der wichtigsten psychischen Funktionen. Ohne die Wahrne hmung wären alle Funktionen und somit das Überleben unmöglich. Das Sehen und Hören sind für fast alle Lebewesen die wichtigste Formen der Wahrne hmung für die Kommunikation
1 Aus /23./ (Seite 5/ 6)
2 Aus /23./ (Seite 8)
3
2.1. Leistungen der einzelnen Analysatoren/ Rezeptoren
2.1.1. Der visuelle Analysator/ Rezeptor
Mit Hilfe des Sehens können wir:
- Licht und seine Intensität,
- Farbe und Farbintensität, - Größe und Größenverhältnisse, - Raum und räumliche Beziehungen, - Entfernung,
- Zweidimensionale und dreidimensionale Formen und Perspektivität, - Bewegungen und Bewegungsrichtungen, - Geschwindigkeit usw. wahrnehmen, - Informationen über andere Menschen wie z.B.
- Besser Kommunizieren und interagieren
2.1.2. Der auditive Analysator/ Rezeptor
Das Hören vermittelt Informationen über
- Klang, seine Intensität, seine Frequenz, seine Tonlage und seinen emotionalen Gehalt - Entfernung
- Richtung - Bewegung und Geschwindigkeit
„Auditive Wahrnehmung ist im weiteren Sinne als die Fähigkeit, Hörphänomene aller Art zu verstehen.
- differenziert wahrzunehmen,
- sich vorzustellen, - erlebnismäßig-emotional zu erfassen,: - zu verbalisieren und - selbst zu produzieren
2.1.3. Der taktil-kinästhetische oder haptische Analysator/ Rezeptor
Die taktile Wahrnehmungen erfolgen über die Hautsinne, d.h. den
- Drucksinn,
- Berührungssinn, - Temperatursinn und - Schmerzsinn
Die kinästhetischen Wahrnehmungen erfolgen:
- unter Mitwirkung des statischen Sinnes, also des Gleichgewichtssinnes, - durch das Bewegen von Körperteilen oder - durch das Erfahren der Beziehungen zwischen den Körperteilen
Die Haptik ist das Zusammenwirken taktiler und kinästhetischer Wahrne hmung.
4
2.2. Geheimnisse der Wahrnehmung - Stand der Forschung
Es gibt verschiedene Möglichkeiten und Beispiele, um zu zeigen, dass wir weder im Zusammenhang mit Blindheit oder Sehbehinderung noch im Zusammenhang mit unseren auf das Sehen bezogenen Wahrnehmungsweisen noch im Zusammenhang mit dem Phänomen Synästhesie von einer für alle gleichen, einheitlichen Wahrnehmung ausgehen können. Die Qualität der Wahrnehmung ist nicht intersubjektiv feststellbar, sie bleibt das spezielle Geheimnis eines jedes Subjekts. Man kann nicht herausfinden, wie andere Menschen wahrnehmen. Man kann noch nicht einmal nachvollziehen, wie man selbst wahrnimmt. Um dies tun zu können müsste in unserem Gehirnen ein Beobachter eingesetzt werden, der uns beim Wahrnehmen beobachtet und so fort.
Ich möchte an dieser Stelle nur ganz kurz die neuesten Erkenntnisse der und Neurologie nennen, denn in den letzten 15 bis 20 Jahren wurden die neurobiologischen und neurol ogischen Prozesse des Gehirns sehr intensiv untersucht und die bisherigen allgemeinen Vorstellungen von Wahrnehmung verändert: 3
• Das Gehirn hat in seiner Art zu funktionieren keinen direkten Kontakt zur Umwelt. Es funktioniert mit Hilfe seiner eigenen Bausteine, den Nerve nzellen und Operationen, d.h. mit Hilfe elektrischer und biochemischer Prozesse.
•
Sehr unterschiedliche Umweltereignisse können zur Reizung von Sinnesrezeptoren führen, doch die Sinnesrezeptoren sind nicht empfänglich
Sinnesrezeptoren Wasserströmungen oder Ultraschallwellen empfänglich. • Das Prinzip der Reizumwandlung
ist stets dasselbe, wie verschieden die Sinnesorgane auch sein mögen. Bei der Umwandlung verlieren die Sinnesreize ihre Spezifität. d.h. aufgrund der Art der Übersetzung Umweltereignisses in elektrische Aktivität weiß das Gehirn nicht, ob es sich um etwas Gesehenes, Gehörtes, Gefühltes etc. handelt, d.h. es gibt keine eindeutige Korrelation zwischen Umwelt, Ereignis und gehirninternen Prozessen. Den selbstorganisierenden Prozessen im Gehirn kommt eine w esentlich größere Bedeutung zu als den aufne hmenden.
•
Wahrnehmung wird daher nicht mehr als Abbild der Wirklichkeit verstanden, sondern als Konstruktion. Die Wahrnehmungswelt ist deshalb eine konstruierte, weil hirnphysiologisch die Geschehnisse der Umwelt transformiert, zerlegt, neu verknüpft und neu konstruiert werden. Diese
3 Aus /18./
5
Konstruktion basiert teils auf evolutionär erworbenen Regeln, die in der Gehirnstruktur vorgegeben sind, teils auf erfahrungsbedingten Regeln. Aus einer solchen wahrnehmungstheoretischen Perspektive ergeben sich nachhaltige Konsequenzen für die Betrachtung von Sicht, von Blindheit oder von Synästhesie
3. Visuelle Wahrnehmung
Der Begriff visuelle Wahrnehmung fasst die notwendigen Fähigkeiten, "die bei der Aufnahme, der Verarbeitung und der Speicherung visuell dargebotener Informationen erforderlich sind" zusammen. (RADATZ/ RICKMEYER) Für den Erfolg in den unterschiedlichsten Unterrichtsfächern (Lesen, Schreiben, Rechnen etc.) sind diese Fähigkeiten von entscheidender Bedeutung und bilden dahingehend auch entscheidende Voraussetzungen. FROSTIG (1981) bezeichnet die Wahrnehmung als "eine der grundlegendsten Funktionen des Organismus - wenn nicht tatsächlich als die zentralste Funktion überhaupt." 4 Durch Erfahrungen im Bereich der visuellen Wahrnehmung lernt ein heranwachsendes Kind z.B., dass Gegenständlichkeiten mit bestimmten Formen Tische, Stühle oder Schränke genannt werden, dass ein Ball rund und eine Tischplatte rechteckig ist. Weiterhin ist es durch die visuelle Wahrnehmung erst möglich, die vorsprachliche Entwicklung optimal zu vollziehen, da das Kind die Sprechbewegungen des Kommunikationspartners sehen und mit Hilfe kinästhetischer Rückkopplung nachahmen kann. Das Ablesen vom Mund und das E rkennen feindifferenzierter Muskelbewegungen sind nämlich für die physiologische Entwicklung des Sprechens und der Sprache unheimlich wichtig. Normalerweise ist fällt der Zeitabschnitt mit den wichtigsten
Entwicklungsfortschritten der visuellen Wahrnehmung in das Alter von dreieinhalb bis siebeneinhalb Jahren. J edoch ist bei vielen Kindern eine Verzögerung der Entwicklung im Bereich der visuellen Wahrnehmung festzustellen
Visuelle Wahrnehmung ist die Fähigkeit, optische Sinneseindrücke zu erkennen, aufzunehmen und zu verarbeiten. Dies wird aber nur durch die Verknüpfung der visuellen Reize mit vestibulären und somato-sensorischen Reizen ermöglicht.
Außer dem Training des optischen Wahrnehmungsumfangs, der Schnelligkeit der Wahrnehmung und der Wahrnehmungsgenauigkeit für den Schreib- und Lesevorgang sind folgende Teilleistungen von Bedeutung: 5
• Die Figur-Grund-Wahrnehmung
• Die Form-Konstanz-Wahrnehmung • Die Raum-Lage-Wahrnehmung • Die Wahrnehmung räumlicher Beziehungen • Die visuomotorische Koordination
3.1. Die Entwicklung der visuellen Wahrnehmung
Bereits kurz nach der Geburt kann man die Wahrnehmung visueller Stimuli nachweisen. Die stärkste Entwicklung erfolgt dann im Alter zwischen dem vierten
4 Aus /17./
5 Aus /11./
6
Arbeit zitieren:
Thomas Schrowe, 2001, Störungen im Bereich der visuellen Wahrnehmung, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Wie lässt sich Handeln begründen? Überlegungen zu ethischen Forderunge...
Theologie - Biblische Theologie
Hausarbeit (Hauptseminar), 29 Seiten
Rehabilitation und Prävention für ältere Menschen im Sozialrecht (Semi...
Seminararbeit, 59 Seiten
Bildungscontrolling - Steuerung von Bildungsprozessen
Pädagogik - Berufserziehung, Berufsbildung, Weiterbildung
Hausarbeit, 16 Seiten
Das visuelle System
Sport - Sportmedizin, Therapie, Prävention, Ernährung
Hausarbeit (Hauptseminar), 18 Seiten
Schizophrenie ein soziologisches Konstrukt? Kritische Anmerkungen zu T...
Soziologie - Medizin und Gesundheit
Seminararbeit, 25 Seiten
Motorische Fähigkeiten und Defizite bei Grundschulkindern im Sportunte...
Sport - Bewegungs- und Trainingslehre
Diplomarbeit, 67 Seiten
Fitnesstrainer B-Lizenz: Muskelaufbautraining mit Fortgeschrittenen
Sport - Bewegungs- und Trainingslehre
Hausarbeit, 39 Seiten
Die Bedeutung des Themas 'Zeit' im Grundschulunterricht
Seminararbeit, 14 Seiten
Die Erzählstruktur von El Invierno In Lisboa (dt. Der Winter in Lissab...
Romanistik - Spanische Sprache, Literatur, Landeskunde
Seminararbeit, 15 Seiten
Förderung des selbstbestimmten Lernprozesses unter Anwendung visueller...
Hausarbeit (Hauptseminar), 19 Seiten
Beobachtungsmethoden in der qualitativen Forschung
Sozialpädagogik / Sozialarbeit
Hausarbeit, 22 Seiten
Thomas Schrowe hat den Text Störungen im Bereich der visuellen Wahrnehmung veröffentlicht
Thomas Schrowe hat einen neuen Text hochgeladen
Störungen im Kindes- und Jugendalter - Grundlagen und Störungen im Ent...
Enzyklopädie der Psychologie /...
Peter F. Schlottke, Rainer K. Silbereisen, Gerhard W. Lauth
Visuelle Wahrnehmung im zweidimensionalen Bereich
Elementare Phänomene der zweid...
Moritz Zwimpfer, Schule für Gestaltung Basel
0 Kommentare