Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 1
2. Zusammenfassung der beiden Texte 1
2.1. Erwin Stengel - Prüfungsangst und Prüfungsneurose 1-6
2.2. M. L. Moeller - Psychoanalyse der Prüfungsangst 6-10
3. Vergleich der beiden Texte 10-18
4. Bezug zu meiner späteren Tätigkeit als Lehrerin und
Stellungnahme 18-20
5. Bibliographie
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1. Einleitung
Zunächst werde ich in dieser Zwischenprüfung den Text „Prüfungsangst und Prüfungsneurose“ von Erwin Stengel zusammenfassen, danach den Text „Zur Psychoanalyse der Prüfungsangst“ von Michael Lukas Moeller. Im zweiten Teil meiner Hausarbeit werde ich dann die beiden Texte ausführlich miteinander vergleichen. Schließlich werde ich meine eigene Meinung zu den jeweiligen Texten darstellen und erklären, wie gewisse Punkte sich meiner Ansicht nach auf meine spätere Zukunft als Lehrerin auswirken und warum sie wichtig sind.
Abschließend möchte ich noch hinzufügen, dass ich aus Platzgründen darauf verzichten werde die männliche und weibliche Form auszuschreiben, sondern jeweils nur die männliche Form verwende, wodurch ich als Frau jedoch keinesfalls die Frauen ausschließen möchte, sondern diese einfach mit in den männlichen Begriff einschließe.
2. Zusammenfassung der beiden Texte
2.1. Erwin Stengel - Prüfungsangst und Prüfungsneurose
Nach Stengel gehört zur [Prüfung der Prüfling, der Prüfer, die Prüfungshandlung, der Prüfungsgegenstand, ein Prüfungszweck, (...) eine Prämie im Falle des Erfolges, eine Strafe im Falle des Misserfolges.] (Stengel, S. 286). Jeder Vorgang, in dem diese Merkmale auftreten, ist eine Prüfung. Dass der Prüfling jünger ist als der Prüfer muss nicht zwangläufig der Fall sein, denn der Unterschied zwischen Prüfer und Prüfling liegt nur in der Beziehung zum Prüfungsgegenstand. Prüfungen sind notwendig, damit wir wissen, ob der Prüfling das, was er im Laufe seiner Ausbildung lernen sollte auch wirklich verinnerlicht hat. Viele Faktoren lassen eine Prüfung jedoch unnötig erscheinen. So gibt es Prüfungen, bei denen die Fragen der Prüfung selber nichts mit der späteren Tätigkeit zu tun haben. Prüfer antworten hierauf, dass es nur wichtig sei, dass der Prüfling eine Leistung erbringt, wie diese aussehe, sei jedoch unwichtig. Dadurch werden viele wichtige Bereiche jedoch nicht geprüft. Ein weiteres Problem ist die Häufigkeit der Prüfungen im Laufe eines menschlichen Lebens. So wird vor Beginn der Ausübung einer Tätigkeit noch häufig geprüft, während die Tätigkeit jedoch ausgeübt wird, finden keine Prüfungen mehr statt. So weiß niemand, ob die betreffende Person sich fortgebildet hat und sich mit neuem Wissen in bestimmten Bereichen auskennt. Diese Beispiele zeigen deutlich, dass bei der Entscheidung, wann und ob Prüfungen notwendig sind, der Verstand keine allzu große Rolle spielt.
Da Freud feststellte, dass wir Erklärungen für unsere neurotischen Verhaltensweisen, bei den Wilden finden, sollten wir uns deren Prüfungsvorgänge anschauen. Auch bei ihnen gibt es Vorgänge, die denen einer Prüfung sehr ähnlich kommen. Die Pubertätsriten, welche junge
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Männer am Ende der Pubertät durchstehen müssen, bevor sie zu den erwachsenen Männern aufgenommen werden, was ihre Prüfungsprämie darstellt. Die Prüfer sind in diesem Fall die Vätergeneration eines Stammes, wobei eine Gruppe der Väter die Prüflinge schlägt, eine andere Gruppe von Vätern dient dazu sie vor diesen Schlägen zu beschützen. Stirbt der Prüfling, so gilt er als durchgefallen. Der Prüfungsgegenstand ist der Mut und die Fähigkeit die Schmerzen zu ertragen. Eine Gemeinsamkeit, die zwischen den Prüfungen der Wilden und den Prüfungen der Zivilisierten besteht, ist die Tatsache, dass Prüfungen nur in der Jugend stattfinden. Die Prüfungsangst entsteht im Menschen jedoch meistens schon während der Kindheit. Prüfungen, die nach dem Pubertätsalter stattfinden, scheinen nicht als ernst empfunden zu werden. Bei einer richtigen Prüfung müsse der Prüfling der Jugendgeneration angehören, der Prüfer hingegen der Vätergeneration, was eine weitere Gemeinsamkeit der Prüfungen bei den Wilden und bei den Zivilisierten ist, und auch die Magie spielt bei beiden eine Rolle. Ein Beispiel für Magie in unseren Prüfungen wäre es, wenn ein Prüfling unbedingt wieder die gleiche Kette, wie bei seiner ersten Prüfung trage n möchte, da er diese bestanden hat. Auch gibt es bei den Zivilisierten Prüfer, die grausam und andere, die freundschaftlicher und schützender sind. In beiden Kulturen wird das Bestehen auf eine bestimmte Art und Weise gefeiert und den jungen Menschen Rechte verliehen, die sie zuvor noch nicht besessen haben.
Bei den Wilden gibt es einen Kampf zwischen den Jungen und den Alten. Es ist ein Zusammenspiel zwischen Hass und Freundschaft. Der Hass entsteht bei den Vätern aus der Angst, dass ihr Sohn sie verdrängt und ihren Platz einnimmt. Die Freundschaft entsteht, da die Väter froh sind, dass sie einen Nachfolger haben, in dem sie sich noch dazu wiederfinden. Bei den Zivilisierten wird sich dieser Kampf zeigen, wenn Prüfer und Prüfling neurotisch sind, da sie dann den Kampfcharakter der Primitiven annehmen. Gibt es Änderungen in den Gesellschaftsstrukturen, die dazu führen, dass die jüngere Generation regiert, so werden Prüfungen gemildert, jedoch nur solange, bis die Vätergeneration wieder regiert und die Prüfungen verschärft werden. Treten Krisen auf, so kommt es ebenfalls zu einer Verschärfung der Prüfungen, da die Väter Angst davor haben, dass ihre Söhne ihnen die Nahrung entreißen könnten. Sobald die Kraft der Söhne allerdings genutzt werden soll, werden Prüfungen gemildert. Natürlich gibt es neben diesen auch noch andere Bedingungen, die zu Erschwerung oder Erleichterung von Prüfungen führen, da sie aber für die Art der Prüfungen, über die ich hier schreibe, nicht so wichtig sind, sehe ich davon ab hierauf näher einzugehen.
Zwischen Prüfungsangst und Neurose gibt es einen Unterschied. Nach Freud ist Angst, das Signal, dass eine Gefahr droht, was ein sehr wichtiges und unentbehrliches Signal ist, sie
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muss also nicht krankhaft sein. Von einer Prüfungsneurose spricht man, wenn Triebe störend auf die Prüfung einwirken. Eigentlich ist es nur das Ich, das geprüft wird, schalten sich jedoch das Es oder das Über-Ich ein, so stören diese das Ich bei der Prüfung und man spricht von einem neurotischen Verhalten in der Prüfung. Die Prüfungsneurose ist keine Krankheit, da jeder Mensch, der in der Prüfung neurotisch ist, auch sonst neurotisch ist. Wichtig ist zu wissen, dass es nicht nur neurotisches Verhalten des Prüflings, sondern auch des Prüfers gibt. Uns interessie rt also sowohl das neurotische Verhalten des Prüflings, das des Prüfers und die Auswirkungen der beiden neurotischen Verhaltensweisen aufeinander. Die neurotischen Verhaltensweisen des Prüflings treten vor allem dann auf, wenn unerledigte Komplexe durch die Prüfung wieder hervorgerufen werden. Es treten Triebe auf, die sich im Unbewussten befinden, die Angst erzeugen und das Ich bei der Bewältigung der Prüfung stören oder sogar verhindern, dass die Prüfung überhaupt stattfindet. Die Triebe die auftreten haben oftmals etwas mit der Stellung zum Vater zu tun, denn oftmals spiegelt der Prüfer den Vater wieder. Ein weiterer Störfaktor, der zum Scheitern bei der Prüfung führen kann, ist Hass gegen die Eltern, denen es besonders wichtig ist, dass ihr Kind die Prüfung besteht. In diesem Fall will sich das Kind indem es durchfällt an den Eltern rächen. Es gibt auch unbewusste Triebe, die mit der Stellung zu den Eltern gar nichts zu tun haben. So gibt es Menschen, die unbewusst verhindern, dass ihnen etwas gelingt. Dieser Selbstbestrafungstrieb entstand in der Kindheit, aus einem Schuldgefühl, dass das Kind damals hatte. Dieses hat dazu geführt, dass sich diese Menschen unbewusst selbst bestrafen, sobald das Ich in der Lage wäre ein Erfolgserlebnis zu haben. Diese Neurose bezeichnet man als Schicksalsneurose.
Es gibt Menschen, die gerne Schmerz und Erniedrigung fühlen, was in der Prüfung gegen den Willen des Ichs zum Scheitern führt. Die Prüfung stellt eine Wiederholung der Kind-Vater-Situation dar und ist deswegen für dieses Schmerz- und Erniedrigungsverhalten sehr praktisch. Ein weiterer Störfaktor kann die Öffentlichkeit sein, da es bei bestimmten Menschen einen Trieb auslöst, dass sie im öffentlichen Interesse stehen, der dann störend die Prüfung beeinflusst. Es ist die Angst, dass Triebregungen hervorkommen könnten, die als nicht normal gelten. Dieses Phänomen ist gerade bei Frauen häufig zu beobachten. Zur Prüfungsneurose der Frau sagt Stengel, dass Prüfungen im Leben einer Frau nicht besonders bedeutend wären, da diese vor allem für das Kinderkriegen und die Erziehung da seien. Erst wenn die Frau sich den Männern gleichstelle, müsse sie ebenfalls Prüfungen über sich ergehen lassen. Bei den Frauen gibt es nicht so viele Prüfungsneurosen wie bei den Männern. Triebe, die das Ich bei Männern in der Prüfung stören, sind bei der Prüfung der Frau oft sogar nützlich, was mit der Beziehung zwischen Vater und Tochter zusammenhängt.
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Diese neurotischen Störungen treten bei der Frau umso stärker auf, desto eher sie sich mit einem Mann identifiziert. Der Trieb nach Schmerz und Erniedrigung kann bei einer Frau genauso auftreten, wie bei einem Mann. Haben beide Geschlechter eine krankhafte Eigenliebe, so kann die Angst, dass diese erschüttert wird, störend auf die Prüfung einwirken. Prüfungsangst ist selten in der Prüfung selbst zu bemerken, sondern meistens vor der Prüfung, was die Prüfungsvorbereitung erheblich stören kann. Der Trieb nach Schmerz wird schon in der Vorbereitung befriedigt. Manchmal ist es auch so, dass die Angst das Ich besonders stark zu machen scheint, wodurch es besondere Leistungen erbringen kann. Diese Menschen sind oft sehr nervös wegen der nicht vorhandenen Angst.
Wenn Menschen Prüfungen ablegen, so ist dieses eine sehr wichtige Leistung für sie. Versagen sie hierbei, werden sie auch in anderen Lebensbereichen versagen und andersherum. Daher gibt es viele Impotente, die in Prüfungen versagen. Die Angst bei sexuellen Leistungen zu versagen, ist die gleiche, wie die in Prüfungen. Sexuelle Leistung wird öfter als Prüfung erlebt als andersherum, was der Fall sein müsste, wenn nicht Verdrängung eine große Rolle spielen würde. Wie wichtig die Prüfungssituation tatsächlich ist, lässt sich an der Häufigkeit, in der Prüfungsträume auftreten erkennen, in denen bei der Prüfung versagt wird. An diesen Träumen sieht man den Trieb zur Selbstbestrafung. Oft haben die Menschen solche Träume, die die Prüfung problemlos schaffen. Dieser Traum tritt vor allem dann auf, wenn jene Leistungen auf jemanden zukommen, in denen er sich blamieren könnte. Durch diese Träume soll wahrscheinlich die reale Angst vor dem Durchfallen genommen werden, vor allem bei den Menschen, die bisher in Prüfungen immer erfolgreich waren.
Ein neurotischer Prüfer ist nicht nur schlecht für den Prüfling, sondern auch für die Aufgabe, die er durchzuführen hat. Sowohl große Feindschaft, als auch große Freundschaft dem Prüfling gegenüber sind störend für den Prüfungsvorgang. Es gibt Prüfer, die ihre Prüflinge verachten, was meistens mit einer unbewussten neurotischen Vatereinstellung zusammenhängt. Dieses sind die Prüfer, bei denen man zweifelsohne besteht, da die Prüfer denken, dass die Prüflinge sowieso nichts verstanden hätten und keine Lust haben sich auf sie einzulassen, sie deswegen also kaum prüfen. Der sich krankhaft selbstliebende Prüfer möchte, dass der Prüfling genauso wird, wie er selbst, weswegen er dem Prüfling genau die Fragen stellt, mit denen er sich selber gern oder nur sehr ungern befasst hat. Diese Prüfer sind sehr gefährlich, da sie schuld daran sein können, wenn die Studenten später im Berufsleben wichtige Bereiche nicht kennen.
Besteht beim Prüfer eine unbewusste Hemmung, aufgrund derer er nicht in die Vaterrolle in der Prüfung treten kann, so ist er selber unbewusst der Prüfling. Diese Prüfer haben Angst vor dem Studenten, da sie denken, dass dieser der Prüfer ist. Sie reden selber die ganze Zeit, weil
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Arbeit zitieren:
Julia Zacharias, 2002, Prüfungsangst und Prüfungsneurose, München, GRIN Verlag GmbH
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