Gestaltung
Hochschule für Technik
Wirtschaft
Inhalt
Vorwort 4
1 Grundlagen der Ergonomiesoftware 5
1.1 Definition von Ergonomie 5
1.2 Gründe für den Einsatz von Ergonomietools 5
1.3 Gibt es Alternativen zur Ergonomie? 5
1.4 Hilfsmittel zur ergonomischen Entwicklung und Gestaltung von Produkten 6
1.4.1 2D-Körperumrissschablonen 7
1.4.2 Video-Somatografie 8
1.4.3 Rechnergestützte Verfahren (CAD-Menschmodellierung) 8
1.5 Die Meilensteine der Menschmodellentwicklung 9
1.6 Die fünf Generationen der Menschmodellierung 11
1.7 Wichtige Merkmale der Menschmodelle 11
1.8 Einsatzgebiete von Ergonomiesoftware 12
1.8.1 Einsatz von Ergonomiesoftware in den Unternehmensprozessen 12
1.8.2 Einsatzgebiete von Ergonomiesoftware nach Branchen 13
1.8.3 Einsatz der Ergonomiesoftware bei der Automobilentwicklung 14
1.8.4 VR-Lösungen in den Führungsebenen 14
1.8.5 Integration von Ergonomiesoftware in das CI-MKonzept 15
1.9 Nutzen von Ergonomiesoftware 16
1.10 Probleme der Ergonomiesoftware 17
1.11 Abgrenzung zu Arbeitsplatzgestaltung 17
2.0 Ergonomiesoftware 17
2.1 Ergonomiesoftware 18
2.1.1 Statistisch mathematische Methoden 18
2.1.2 Datenbanken 18
2.2 RAMSIS 19
2.3 ANTHROPOS 19
2.4 SAFEWORK 20
2.5 Vergleich der Ergonomiesoftware 21
2.6 IC:IDO VR Software Lösung 24
Produktion und Produktentwicklung 2/42
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3.0 Praxisbeispiele 25
3.1 Einsatz von VR bei der Entwicklung des VW Golf V 25
3.2 Use Case Fahrerarbeitsplätze von Abfallsammelfahrzeugen 26
3.2.1 Vergleich der Fahrzeugkonzepte 27
3.2.2 Methoden 27
3.2.3 Anthropometrische Analyse Ist-Zustand 29
3.2.4 Änderungskonzeption 31
3.2.5 Ergonomische Neukonzeption 32
4.0 Ausblick 33
5.0 Anhang 36
Produktion und Produktentwicklung 3/42
Vorwort
Einen besonderen Dank richten wir an Herrn László Ördögh von der IC:IDO GmbH. Weiterhin danken wir Herrn Olav Laufer und Frau Michelle Weyrauch von der Human Solutions GmbH sowie Frau Alexandra Polster, Grammer AG für die Hilfe bei der Ausarbeitung.
Das Thema dieser Studienarbeit lautet Produktergonomie. Diese Studienarbeit wurde im Rahmen der Veranstaltung Produktion 2 bei Herrn Prof. Dr. Wunderlich im Wintersemester 2003/2004 erstellt. Sie besteht aus dem Teil Produktgestaltung und dem hier vorliegenden zweiten Teil Ergonomiesoftware. Im zweiten Teil ist der Schwerpunkt auf die Anwendung von Ergonomiesoftware gelegt, im ersten Teil dagegen liegt er auf den allgemeinen Grundlagen der Produktgestaltung. Zur Verständlichkeit befindet sich im Anhang ein Glossar, das alle wichtigen Begriffe erläutert.
Produktion und Produktentwicklung 4/42
1 Grundlagen der Ergonomiesoftware
1.1 Definition von Ergonomie
Die in unserer Umwelt sowohl in der Arbeitsumgebung als auch in der privaten Umwelt verwendeten Geräte (z. B. Haushaltsgeräte, Möbel, Sportgeräte, etc.) und Maschinen (z. B. Fahrzeuge, Flugzeuge, Werkzeugmaschinen, etc.) werden praktisch durchweg für die Benutzung durch Menschen konzipiert und gefertigt. Menschen sind aber sehr unterschiedlich, so dass die Notwendigkeit besteht, die Geräte und Maschinen so zu konzipieren, dass unterschiedliche Menschen mit ihnen ohne unnötige Belastung umgehen können. 1 Es müssen also die Rahmenbedingungen an den Menschen angepasst werden, und nicht anders herum! Alle Geräte und Maschinen müssen funktionale, beanspruchungsbezogene sowie aus den Nebenbedingungen abgeleitete ergonomischen Anforderungen erfüllen.
1.2 Gründe für den Einsatz von Ergonomietools
Es gibt vielfältige schlagkräftige Gründe, weshalb Ergonomietools eingesetzt werden:
• Durchführung von Analysen verschiedenster Art, z. B. Sicht-, Gurt-, Komfort-, Sicherheitsanalysen. Durch sie wird der optimale Einsatz und die optimale Nutzung der entwickelten Produkte ermöglicht
• Ergonomie dient der Erhaltung der Gesundheit des Menschen, indem die extreme Beanspruchung von Gelenken und Körperteilen vermieden wird
• Zudem werden durch Sicherheitsanalysen Gefahrenpotenziale vermindert
• Erleichtert die Bedienung von Produkten, wie etwa das Auto mit ergonomisch gut angeordneten Fußpedalen
1.3 Gibt es Alternativen zur Ergonomie?
In der Tagespresse wird immer wieder über Probleme berichtet, die durch mangelhafte, wenn überhaupt eingesetzte, Ergonomie hervorgerufen werden. Dabei gibt es solche Probleme täglich tausendfach in industriellen Umgebungen. Aufsehen
1 Elsholz
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erregen allerdings meist die Problemfälle, die bei spektakulären Bereichen, wie etwa der Weltraumfahrt oder der Militärtechnik bekannt werden. 2 In dem unten abgebildeten Zeitungsartikel versucht das Militär durch die Suche nach einer bestimmten Personengruppe, in diesem Fall mit längeren Armen und kürzeren Beinen, Schwachstellen der Konstruktion auszugleichen. Diese Methode mag für das Militär Abhilfe schaffen, bei zivilen Themen ist diese Lösung aber indiskutabel. Ein Unternehmen wie etwa die Volkswagen AG kann unmöglich ein Fahrzeug bauen, welches z. B. nur Frauen über 1,60 m und Männer unter 1,70 m fahren können. Starke Absatzprobleme und Proteste wären ihnen sicher.
Bei diesem Thema spielt auch die Unterscheidung zwischen Mensch-Anpassung (s. Zeitungsartikel) und Maschinen-Anpassung (Anthropotechnik) eine entscheidende Rolle.
1.4 Hilfsmittel zur ergonomischen Entwicklung und Gestaltung von Produkten
Neben den Körpermesstabellen (DIN 33402, DIN EN 547, DIN EN ISO 11064) gibt es drei weitere Hilfsmittel:
2 www.diabolus.hu, Mappe 1, 1.1 Alternativen zur Ergonomie Produktion und Produktentwicklung 6/42
1.4.1 2D-Körperumrissschablonen
Seit einigen Jahrzehnten haben sich die zweidimensionalen Körperumrissschablonen (starr oder beweglich) als geeignete Konstruktionshilfen bewährt. Typische Vertreter sind beispielsweise die Bosch-Schablone, die SAE-Schablone oder die DIN-Schablone.
Die DIN 33408 legt die Darstellung der Projektionen eines unbekleideten Menschen (mit Schuhen) im Sitzen als zweidimensionale Körperumrissschablone fest. Grundlage für den Inhalt dieser Norm bildete dabei eine bereits vorhandene zweidimensionale Messpuppe, die sog. "Kieler Puppe" nach Prof. Jürgens. Die Schablonen sind in den Projektionsrichtungen Seitenansicht, Draufsicht und Vorderansicht erhältlich. Ein Nachteil dieser Schablone liegt allerdings darin, dass das Schablonenmodell eine Kunstperson generiert, die in der Realität nicht existiert. Denn im Gegensatz zum realen Menschen besitzt die P5-, die P50- und die P95- Schablone in jedem Körperteil das zugehörige 5., 50. bzw. 95. Perzentil-Maß. Unterschiedliche Körperproportionen oder Körperbautypen werden nicht berücksichtigt. 3 Dennoch sind Schablonen bis heute im Einsatz.
Im Zusammenhang mit den 2D- Körperumrissschablonen spricht man auch von der Schablonen-Somatografie. Als Somatografie bezeichnet man eine grafischkonstruktive Methode zur maßstabsgetreuen Darstellung schematischer Bilder der menschlichen Gestalt.
3 in Anlehnung an: Eisenhofer, S. 55 Produktion und Produktentwicklung 7/42
Anmerkung: Mannequins sind 3-dimensionale Menschmodelle, die bei rechnergestützten Verfahren, beispielsweise CATIA, RAMSIS oder Anthropos zum Einsatz kommen.
1.4.2 Video-Somatografie
Das zu untersuchende Produkt und eine Versuchsperson werden in Realtime mit Videokameras aufgenommen und direkt auf einen Monitor übertragen. Hierdurch wird virtuell die Gestaltung eines Produktes überprüft und optimiert.
1.4.3 Rechnergestützte Verfahren (CAD-Menschmodellierung)
Die rechnergestützten Verfahren gewinnen zunehmend an Bedeutung. Vor allem bei der Entwicklung komplexer Produkte (z. B. Flugzeuge) wird dieses Hilfsmittel seit Jahren eingesetzt und ist unentbehrlich. Aber erst der breite Einsatz von CAD-Systemen in der Produktentwicklung ermöglichte den Durchbruch von rechnergestützten Entwicklungsverfahren. Bei diesem Verfahren können 2- oder 3dimensionale Abbildungen des Menschen als geometrisches Modell (Draht-, Flächen-oder Volumenmodell) dargestellt werden.
effizienter simuliert werden. IC:IDO-Broschüre 2003
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Arbeit zitieren:
Marc Schühle, Natalie Koller, 2004, Ergonomiesoftware, München, GRIN Verlag GmbH
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