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Der Aufstand der Römer und die Rede Ottos III. an die Römer gelten als ein bedeutsames Zeugnis für die 5HQRYDWLR,PSHULL5RPDQRUXP. In diesen Ereignissen und vor allem an der Rede Ottos III. sieht man oft einen Beweis für den übersteigerten Romgedanken des jungen Kaisers und seine persönliche enge Beziehung zu Rom in seiner Vorstellungswelt. Geht man davon aus, daß Rom für Otto III. nicht nur von politischem, sondern vor allem von persönlichem Interesse war, so kann der Aufstand tatsächlich ein „Stoß ins Herz³ 1 gewesen sein. Diese gilt es nun zu überprüfen: War Rom für den Kaiser tatsächlich von persönlichem Interesse, war nicht nur politisches Interesse Triebfeder seiner Rompolitik? Um diese Frage zu beantworten, schließen sich weitere Fragestellungen im Rahmen dieser Hausarbeit an: Was waren die Gründe für den Aufstand, wer initiierte ihn und warum? Warum brach der Aufstand scheinbar plötzlich los? Und aufgrund der uneinheitlichen Quellenlage stellt sich zu diesem Thema besonders die Frage, wie lief der Aufstand überhaupt ab, wann wurde er beendet und warum? Zur Beantwortung dieser Fragen möchte ich erst die Gründe und Auslöser des Aufstands ansprechen, dann den Aufstand und sein Ende selbst und am Ende durchleuchte ich die Rede Ottos III. an die Römer im Hinblick auf ihre Authentizität, ihre Rhetorik und mögliche Interpretationen. Auf die Quellenlage möchte ich vorneweg nicht eingehen, ich halte es für sinnvoller, die Aussagen der Quellen während der Behandlung der einzelnen Kapitel zu betrachten und evtl. gegenüberzustellen, um sich nicht während des Betrachtens einzelner Kapitel jedesmal die Quellenlage ins Gedächtnis rufen zu müssen. Auf die Frage des Wahrheitsgehalts besonders der 9LWD%HUQ ZDUGLwird im Rahmen dieser Hausarbeit zu Genüge eingegangen, ich denke eine fortwährende Betrachtung dieser Frage ist sinnvoller als eine einmalige und vorangestellte Betrachtung. Ich gehe dabei allerdings explizit nicht auf die Frage ein, ob Thangmar überhaupt der Autor der 9LWD%HUQZDUGList oder ob er nur einer von mehreren an der Vita beteiligten Autoren war. In dieser Arbeit ist als Verfasser der 9LWD%HUQZDUGLin der Regel von Thangmar die Rede, wohlwissend, daß die gängige Forschungsmeinung
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von mehreren an der Vita beteiligten Verfassern ausgeht.
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Die Hintergründe und Gründe des Aufstands sollen im folgenden kurz genannt werden. Eine ausführliche Beleuchtung der Hintergründe des Auf-stands würde den Rahmen dieser Hausarbeit sprengen, wichtige Faktoren sind dabei z.B. der Gedanke der Römischen Erneuerung (5HQRYDWLR,PSHULL 5RPDQRUXP) oder auch die Niederschlagung der Crescentischen Partei im Jahre 998.
„Die so selten geeinte Stadt fand sich im Widerstand gegen den Kaiser zusammen.“ 1 . Zwischen Otto III. und den Römern kam es nur soweit zu einem Konsens, wie sich der Römische Erneuerungsgedanke des Kaisers mit dem Streben Roms nach Macht und Wohlstand deckte, die verschiedenen Absichten und Ziele jedoch überwogen schließlich und waren Grund für den Aufstand. Die Römer hatten selbstverständlich nur die Interessen Roms im Blick und akzeptierten den Kaiser und seine Politik nur soweit, wie sie den eigenen Zielen und der Stärkung Roms dienten. Die Geschicke Roms wollten die Römer selbst steuern, wie sie es auch gewohnt waren, da „die zeitlichen Abstände zwischen dem Erscheinen von Kaisern oft so groß waren, daß diese ihnen eher als ferne Gestalten vorkommen mussten, die man vom Hörensagen kannte, die aber nicht in ihr Leben eingriffen.“ 2 Es lagen oft viele Jahre oder oft auch Jahrzehnte zwischen dem Erscheinen von Kaisern in Rom, Otto III. verbrachte in den sieben Jahren seiner Herrschaft 15-16 Monate in Rom und damit (im Verhältnis zu seiner gesamten Herrschaftszeit) mehr als jeder andere Herrscher des Mittelalters. „Es scheint, daß Otto III. Rom wirklich zum Zentrum des Reichs hat machen wollen“ 3 , daher wollte er natürlich gerade in Rom Einfluß und Macht haben wie in den anderen Teilen seines Reiches auch. Während die Römer nur die eigenen Interessen im Auge hatten, war für Otto III. Rom Dreh- und Angelpunkt seiner Pläne, Rom war für Otto III. scheinbar Mittelpunkt seiner politischen
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und religiösen Weltanschauung und Zielsetzung.
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Als unmittelbarer Auslöser des Aufstands der Römer gilt der Aufstand Tivolis, einer Nachbarstadt Roms, und dessen friedliches Ende.
Die Bewohner Tivolis lehnten sich gegen die kaiserliche Herrschaft auf und erschlugen Mazelinus, den Befehlsheber der Stadt. Daraufhin zog Otto III. mit einem von ihm befehligten Heer vor die Stadt und belagerte sie. Eine Überlieferung dieser Geschehnisse findet sich u.a. bei Thangmars 9LWD %HUQZDUGL. Dessen Überlieferung zufolge unterwarfen sich die Einwohner Tivolis nach der Vermittlung Bernwards und des Papstes. Bernwards Verdienste werden von keiner anderen Quelle bestätigt, im Gegenteil berichtet eine andere hagiographische Quelle, Petrus Damianis 9LWD5RPXDOGL, daß Romuald den Frieden vermittelte, und zwar allein. 1 „Es ist ... nicht unwahrscheinlich, daß Romuald an der Friedensvermittlung beteiligt war, zumal sich seine Einsiedelei in der Nähe Roms, vielleicht gerade ... bei Tivoli be-fand. Demgegenüber ist es vergleichsweise unwahrscheinlich, daß der mit den lokalen Verhältnissen überhaupt nicht vertraute Bernward“ 2 einen so überragenden Anteil an der friedlichen Unterwerfung trug. „Die Vita Bernwardi macht hier ihren Helden zur Antriebskraft eines Geschehens, das er zwar durchaus miterlebt haben kann, dessen Ausgang aber keinesfalls so eindeutig seiner Intervention zu verdanken sein muß, wie die Vita behauptet.“ 3 Nach der Interpretation Schramms musste sich Tivoli infolge der Belagerung ergeben, auf „Fürsprache Silvesters, Bernwards und wohl auch Romualds hin“ 4 ließ der Kaiser gegenüber Tivoli Milde walten. Althoff dagegen hält sich an Thangmars Überlieferung und bescheinigt der Belagerung keinen Erfolg, ehe Bernward und der Papst die Bewohner Tivolis zur friedlichen Unterwerfung bewegten. 5 Thangmar spricht zwar von
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Thomas Diehl, 2002, Der Aufstand der Römer und die Rede Ottos III. an die Römer, München, GRIN Verlag GmbH
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