IK Länderstrategien im internationalen Standortwettbewerb
2. Direktinvestitionen
Schweden ist einer der größten Empfänger von ausländischen Direktinvestitionen. Zwischen 1997 und 2001 war Schweden weltweit der elftgrößte Empfänger von Direktinvestitionen mit einem Umfang von 130 Milliarden Euro. Die größten Investitionen kommen aus den USA, Finnland, Großbritannien, Ho lland und Deutschland. Die Gründe für die hohe Anzahl von ausländischen Direktinvestoren sind die hoch entwickelten Technologien und Produkte Schwedens, das
wettbewerbsstarke Geschäftsumfeld und die geringen administrativen
Einstiegsbarrieren für Unternehmensniederlassungen.
Direktinvestitionen gibt es in den verschiedensten Formen: Strategische Allianzen, Mergers and Aquistitions, Joint Ventures etc. Von 1998 bis heute erwarben ausländische Investoren jährlich einen Durchschnitt von 150 schwedischen Firmen, welche in der Regel mit ihren Investitionen erfolgreich waren. Eine Studie der „Invest in Sweden Agency“ (ISA) bestätigte, dass 70 % der ausländischen Investoren mit ihren Anlagen in Schweden gleich viel oder mehr Profit erzielen, als mit Investitionen in anderen Ländern.
Im Jahre 2002 waren cirka 22 Prozent aller Beschäftigten im privaten Sektor in Unternehmen beschäftigt, die ausländischen Investoren gehören. In Zahlen gesprochen heißt dass 8500 U nternehmen im Fremdbesitz 530 000 Schweden beschäftigten. Verglichen mit anderen OECD Ländern hat Schweden den fünftgrößten Anteil an Beschäftigten in Unternehmen die Auslä ndern gehören. Experten sprechen davon, dass Schweden betreffend der Attraktivität von Investitionen in das Land hinter den USA an zweiter Stelle steht. Auch für zukünftige Entwicklungen wird Schweden vorausgesagt, dass es auch noch 2007 zu den zehn besten Wirtschaftsnationen gehören wird.
Zu den größten in Schweden ansässigen Unternehmen im Fremdbesitz gehören:
• Ford mit seinen 20 670 Beschäftigten ist zum größten teil in amerikanischen Besitz
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• Tetra Pak Nordic Holding mit rund 3 800 Angestellten ist ein holländischer Konzern mit Sitz in Schweden
• Schenker International mit 5 290 Beschäftigten mit deutschen Inhabern
• Saab Automobile mit amerikanischen Inhabern.
Die Bereiche der schwedischen Wirtschaft, denen das größte Potenzial für Direktinvestitionen zugesprochen wird sind:
• Informations- und Kommunikationstechnologien (ICT)
• Automobilindustrie
• Lebensmittel- und Lebensmitteltechnologien
• Business Services
• Immobiliensektor
• Holzverarbeitungssektor
• Biotechnologien
3. Performance
Schweden gehört zu den erfolgreichsten Volkswirtschaften in Europa. Die Gründe dafür sind:
• Eine starke Wirtschaft mit einem stabilen Umfeld und einer starken Bindung zu makroökonomischen Arbeiten
• Eine moderne und verlässliche Infrastruktur und einem effizienten öffentlichen Sektor
• Ein dynamischer und gut differenzierter Wirtschaftssektor.
Die Wirtschaft des Landes ist sehr stark exportorientiert. In 2002 betrugen die Exporte des Landes rund 800 Milliarden Euro, was ein Drittel des Bruttoinlandsproduktes von Schweden ausmacht. Im Industriesektor machen die Exporte ungefähr die Hälfte der gesamten Produktion aus. Von den Exporten gehen etwa 50 % in die EU, der Rest in Drittländer. Von den Exporten in Drittländer gehen cirka 10 % in die USA und 10 % in Entwicklungsländern und nur 3 % in
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kommunistische Länder. Die Exportgewinne bezahlen zu einem großen Teil den Import nach Schweden, der eine ungefähr gleichartige Aufteilung nach Ländern aufweist. Etwa ein Drittel der Beschäftigten im privaten Sektor profitieren von der Exportwirtschaft.
Die große Anzahl an exportorientierten Unternehmen war gezwungen, die Produktion und den Vertrieb den internationalen Anforderungen anzupassen. Um international wettbewerbsfähig zu bleiben, wurde seit j eher sehr viel in Forschung, Entwicklung
und Innovation investiert. Schweden ist eines der Länder mit der meisten Forschungs- und Entwicklungstätigkeit im OECD Gebiet. Im Jahr 2001 hatte Schweden EU-weit die höchsten Forschungs- und Entwicklungsausgaben, nämlich 3,6 % des Bruttoinlandsproduktes. Im Vergleich dazu investierte die USA nur 2,8 % des Bruttoinlandsproduktes in Forschung und Entwicklung und die EU 1,9 %.
Die Produktivität im Industriesektor steigt laut einer Studie der OECD jährlich um durchschnittlich 2,6 %. In der Europäischen Union hingegen nur um 1,4 %.
Die weltweit schwache wirtschaftliche Lage nach der Katastrophe vom 11. September 2001 hatte auch Auswirkungen auf Schweden. Das Bruttoinlandsprodukt stieg nicht wie erwartet um 1,7 %, sondern lediglich um 1,2 %. Trotz der weltweiten Rezession 2001 ist es Schweden gelungen, eine Wachstumsrate von 1,9 % zu erreichen. Die restlichen Mitgliedsstaaten der Europäischen Union konnten im Durch
schnitt nur eine halb so hohe Wachstumsrate verzeichnen. Im Jahr 2003 wird vom „National Institute of Economic Research“ eine Wachstumsrate von 1,3 % prognostiziert, was eine leichte Senkung verglichen zum Vorjahr bedeutet. Allerdings erwartet das Institut für 2004 bereits wieder eine Wachstumsrate Schwedens von 2,4 %.
Schlechtere Wirtschaftsaktivität und expansive Fiskalpolitik führten dazu, dass der Budgetüberschuss (government financial surplus) des Landes von 4,8 % des Bruttoinlandsproduktes in 2001 auf 1,8 % des Bruttoinlandsproduktes in 2002 sank. Für 2004 wird ein Budgetüberschuss von 2 % des BIP erwartet.
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Arbeit zitieren:
Elisabeth Schauer, 2003, Schweden - Großunternehmerland, München, GRIN Verlag GmbH
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