Der Grund für die Wahl dieses Spiels liegt in der Tatsache begründet, dass „Takeshi“ ein Spiel ist, bei dem alle Schüler der Lerngruppe gleichzeitig mitspielen können. Wie beschrieben teilt sich die gesamte Klasse in eine Läufer- und eine Werfermannschaft. Alle Schüler, unabhängig von ihren individuellen Voraussetzungen, können „spieltragende Rollen“ übernehmen. In den Teams lernen die Schüler zu kooperieren, z.B. durch die taktische Absprachen unter den Werfern, bei denen geklärt wird, wann wer wirft. Weiterhin erfahren die Schüler im sozialen Miteinander ihr Spielen zunehmend selbständig und verantwortungsbewusst zu organisieren und zu regeln .
Die koordinativen Fähigkeiten werden beim Spiel „Takeshi“ in besonderem Maße angesprochen, zum einen bei der Bewältigung des Parcours durch den Läufer und zum anderen beim Ausweichen des Läufers vor den geworfenen Bällen des Werferteams. Das zielgenaue Werfen stellt ebenso eine hohe koordinative Anforderung dar. Die Bedeutung der Koordination im Sportunterricht stellt Roth heraus: „Die Koordinationsschulung ist als „Training der Trainierbarkeit“, der motorischen Intelligenz oder der sportbezogenen Lernfähigkeit ein wichtiger, entwicklungsgemäßer Inhalt des Sportunterrichts. Während des gesamten Schulalters ist genügend Raum für eine breite, übergreifende Grundausbildung zu schaffen“ .
Inhaltsverzeichnis
1. Allgemeine Angaben
2. Analyse des Bedingungsfeldes
2.1 Spezifische Bedingungen der Lernenden
2.2 Spezifische Bedingungen des Lehrenden
2.3 Organisatorische Bedingungen
2.4 Curriculare Vorgaben
3. Struktur der Unterrichtseinheit
4. Didaktische und methodische Entscheidungen zur Unterrichtsstunde
4.1 Analyse des Themas in Verbindung mit Auswahl- und Reduktionsentscheidungen
4.2 Zielentscheidungen
4.2.1 Groblernziel
4.2.2 Feinlernziele
4.3 Methoden- und Medienentscheidungen
5. Geplanter Unterrichtsverlauf
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, durch die Einführung des Spiels „Takeshi“ die koordinativen Fähigkeiten der Lernenden zu verbessern und die Kompetenz zur eigenständigen, regelgeleiteten Spielgestaltung zu fördern. Die zentrale Forschungsfrage untersucht dabei, wie durch gezielte Kooperation und taktische Variationen eine selbstverantwortliche Spielstruktur entwickelt werden kann.
- Vermittlung koordinativer Fertigkeiten im Lauf- und Wurfspiel
- Förderung der Selbstständigkeit bei der Parcoursgestaltung
- Entwicklung taktischer Vorgehensweisen innerhalb eines Teams
- Stärkung der Sozialkompetenz durch kooperatives Handeln im Wettkampf
Auszug aus dem Buch
Analyse des Themas in Verbindung mit Auswahl- und Reduktionsentscheidungen
Zunächst stellt sich die Frage, warum überhaupt „Kleine Spiele“ im Sportunterricht anzubieten sind. Die traditionellen Antworten auf diese Frage sind: zum Aufwärmen, zum Einstimmen, zur Befriedigung des ersten Bewegungsdrangs, zur Verbesserung der Ausdauer, Laufgewandtheit, Reaktionsfähigkeit oder zur Vorbereitung der Großen Spiele. Wer die „Kleinen Spiele“ nur als Instrumente zum Erreichen von Zwecken sieht, verfehlt ihren Sinn als zweckfreies Tun und damit die wichtigsten spielpädagogischen Aufgaben.
E. und H. Döbler haben folgende Definition der „Kleinen Spiele“ formuliert: „Als Kleines Spiel bezeichnen wir demnach eine von einem bestimmten Spielgedanken beziehungsweise einer Aufgabe ausgehende Folge von freudvollen Handlungen, die durch motorische Leistung und soziale Aktivität bestimmt werden. Kleine Spiele tragen meist Wettbewerbscharakter; sie werden andererseits aber auch nur aus Freude am Miteinander gespielt, ohne die Ermittlung von Siegern“.
In dieser Definition finden sich mehrere Merkmale der „Kleinen Spiele“ wieder. E. und H. Döbler sprechen von Spielgedanken. Natürlich kommen hier auch Regeln zum Einsatz, die je nach Situation von Seiten des Lehrenden oder der Lerngruppe variiert werden können. Durch diese Variationsmöglichkeiten grenzen sich die „Kleinen Spiele“ von den traditionellen Sportarten ab. Ein weiteres Merkmal der „Kleinen Spiele“ ist, dass sie keiner langen Anlaufzeit bedürfen und dass sie meistens schon nach wenigen Erläuterungen gespielt und beliebig oft wiederholt werden können.
Diese genannten Merkmale treffen auf das Spiel „Takeshi“ zu, dass ich in dieser Unterrichtsstunde mit der Klasse durchführen werde. Da das Spiel praktisch nach kurzer Erläuterung gespielt werden kann, werde ich es nach seinen Originalregeln ohne Reduktion durchführen lassen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Allgemeine Angaben: Dieses Kapitel liefert formale Informationen zum Referendar, zur Schule sowie zum zeitlichen Rahmen der Unterrichtsstunde.
2. Analyse des Bedingungsfeldes: Hier werden die Voraussetzungen der Lerngruppe, die spezifischen Bedingungen des Lehrenden sowie organisatorische und curriculare Rahmenbedingungen detailliert dargelegt.
3. Struktur der Unterrichtseinheit: Dieses Kapitel gibt einen tabellarischen Überblick über den zeitlichen Ablauf und die Lernziele der gesamten Unterrichtseinheit.
4. Didaktische und methodische Entscheidungen zur Unterrichtsstunde: Der Autor begründet die Wahl des Spiels „Takeshi“ sowie die methodischen Schwerpunkte und formuliert konkrete Lernziele.
5. Geplanter Unterrichtsverlauf: Dies ist eine chronologische tabellarische Darstellung der geplanten Unterrichtsphasen inklusive der verwendeten Medien und Sozialformen.
Schlüsselwörter
Kleine Spiele, Takeshi, Sportunterricht, Koordination, Parcours, Teamarbeit, Taktik, Sachkompetenz, Selbstkompetenz, Sozialkompetenz, Regelveränderung, Wettkampf, Bewegungsfähigkeit, Fairplay
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die Durchführung des Spiels „Takeshi“ im Sportunterricht einer 11. Klasse und analysiert dabei die Potenziale des Spiels für koordinative Fähigkeiten und kooperatives Handeln.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die „Kleinen Spiele“, die Gestaltung und Organisation von Parcours durch Schüler sowie die Vermittlung von Sach-, Sozial- und Selbstkompetenz.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Ziel ist es, den Schülern durch eigenständige Spielorganisation und Taktikentwicklung eine umfassende Handlungskompetenz zu vermitteln, wobei die Verbesserung der Koordinationsfähigkeit im Vordergrund steht.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Bedingungsanalyse und einer didaktisch-methodischen Reflexion, die durch sportpädagogische Literatur gestützt wird.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden das Bedingungsfeld analysiert, die Lernziele definiert, die methodischen Entscheidungen begründet und der konkrete Unterrichtsverlauf sowie die Reflexionsmöglichkeiten erläutert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Schlagworte sind Takeshi, Kleine Spiele, Koordination, Taktik, Eigenverantwortung und soziale Interaktion.
Warum spielt die Inklusion des Schülers S. eine Rolle für den Unterrichtsverlauf?
Aufgrund der Bluterkrankheit des Schülers S. müssen Verletzungsrisiken minimiert und bei Bedarf Ausgleichsaufgaben (wie Schiedsrichterrollen) implementiert werden, was die Planung des Parcours und die Wahl des Materials (Softbälle) beeinflusst.
Welche Rolle spielt die Einteilung nach Anfangsbuchstaben?
Diese Methode dient dazu, sportlich leistungshomogene und sozial neue Teams zu bilden, um den Klassenverband zu stärken und eine faire Ausgangslage für den Wettkampf zu gewährleisten.
- Quote paper
- Mirko Friedrich (Author), 2002, Das Spiel "Takeshi" im Sportunterricht einer Berufsschule, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/22677