-3-
Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis
Abkürzungsverzeichnis
1. Einleitung
2. Veränderung des Körperschaftsteuersystems durch das StSenkG
2.1. Das alte Körperschaftsteuersystem
2.2. Das neue Körperschaftsteuersystem
2.2.1. Die Ebene der Gesellschaft
2.2.2. Die Ebene der Gesellschafter
3. Der Übergang vom alten zum neuen System
4. Schwachstellen und Zweifelsfragen des StSenkG sowie Reaktionen
des Gesetzgebers
5. Anrechnungsverfahren vs. Halbeinkünfte bzw. Freistellungsverfahren
6. Folgen der Einführung des StSenkG
6.1. Auswirkung des StSenkG auf die Gewinnverwendung von
Kapitalgesellschaften
6.2. Auswirkung des StSenkG auf die Finanzierung, den Kauf und die
Umwandlung von Unternehmen
7. Thesenförmige Zusammenfassung
Literaturverzeichnis
Rechtsprechungsverzeichnis
Gesetzesverzeichnis
Anhang
-4-
Abkürzungsverzeichnis
Abs. Absatz BMF Bundesministerium der Finanzen bzw. beziehungsweise DBA Doppelbesteuerungsabkommen ESt Einkommensteuer EStG Einkommensteuergesetz i.S.d. im Sinne des i.V.m. in Verbindung mit KapErtrSt Kapitalertragsteuer KSt Körperschaftsteuer KStG Körperschaftsteuergesetz sog. so genannten StVergAbG Steuervergünstigungsabbaugesetz u.a. unter anderem UntStFG Unternehmenssteuerfortentwicklungsgesetz VZ Veranlagungszeitraum z.B. zum Beispiel
-5-
1. Einleitung
Durch das StSenkG wurde mit Wirkung zum 1.1.2002 eine grundlegende Reform der Unternehmensbesteuerung eingeleitet. Dieses Gesetz enthält neben einer Reform der Tarife auch eine Strukturreform bzgl. der Besteuerung von
Kapitalgesellschaften. So wurde das seit 1977 herrschende Anrechnungsverfahren abgeschafft und das sog. Halbeinkünfte- und Freistellungsverfahren eingeführt. Der Gesetzgeber wollte ein Steuersystem einführen, welches zugleich europatauglich, gerecht, einfach sowie transparent, rechtsformneutral und planungssicher ist. Jedoch führten komplizierte Übergangsregelungen, ungenaue
Gesetzesformulierungen sowie zahlreiche Gesetzeslücken zu starken Zweifeln und lauter Kritik an diesem System.
Diese Arbeit beruht auf einigen vereinfachten Annahmen. So werden sowohl Kirchensteuern der Anteilseigner als auch der Solidaritätszuschlag vernachlässigt. Des weiteren wird davon ausgegangen, dass die betrachteten Steuerpflichtigen neben den Dividendenerträgen und Veräußerungsgewinnen keine a nderen Einkünfte mehr haben. Gewinne der Kapitalgesellschaften verstehen sich als Gewinne nach GewSt. (Homburg/Theisen, S. 1930)
-6-
2. Veränderung des Körperschaftsteuersystems durch das StSenkG
2.1. Das alte Körperschaftsteuersystem
Kapitalgesellschaften unterliegen mit Ihren Gewinnen gem. § 1 Abs. 1 KStG der Körperschaftsteuer. Im alten System existierte ein KSt-Satz, der im Gegensatz zum ESt-Satz zwar konstant, aber gespalten war 1 . Dieser betrug für thesaurierte Gewinne 40% und für ausgeschüttete Gewinne 30% 2 . Um eine Doppelbesteuerung ausgeschütteter Gewinne mit KSt bei der Gesellschaft und ESt bzw. KSt bei dem Gesellschafter zu vermeiden, galt bis zum StSenkG das sog. Anrechnungsverfahren 3 .
Die steuerliche Entlastung ausgeschütteter Gewinne mit KSt erfolgte in zwei Schritten 4 . In einem ersten Schritt fand eine KSt-Minderung in Höhe von 10% auf der Ebene der Kapitalgesellschaft statt, indem die KSt-Tarifbelastung von 40% für thesaurierte Gewinne in die KSt-Ausschüttungsbelastung von 30% für ausgeschüttete Gewinne umgewandelt wurde. In einem zweiten Schritt wurde die auf Gesellschaftsebene bereits erhobene KSt in voller Höhe auf Steuerschuld des Gesellschafters angerechnet, so dass ausgeschüttete Gewinne den persönlichen Verhältnissen des Anteilseigners entsprechend besteuert wurden 5 .
Ausgeschüttete Gewinne unterliegen gem. § 43 Abs. 1 EStG der sog. KapErtrSt. Diese betrug 25% und wurde auf den zur Ausschüttung verwendeten Gewinn nach Abzug der KSt erhoben 6 , und zwar in der Form, dass bei Auszahlung der Dividende die KapErtrSt einbehalten und abgeführt wurde 7 . Ebenso wie die KSt wurde die vorausgezahlte KapErtrSt auf die zu zahlende Steuerschuld des Anteilseigners angerechnet 8 . Ein Beispiel zur Berechnung der Netto-Dividende nach dem
Anrechnungsverfahren siehe Anhang A.
1 Vgl. Schneeloch (2002a), S.113.
2 Vgl. Kußmaul (2003), S.361.
3 Vgl. Crezelius (2001), S.221.
4 Vgl. Schneeloch (2002a), S.115.
5 Vgl. Scheffler (2002), S.162f.
6 Vgl. Biergens (1992), S.1633.
7 Vgl. Rose (2001), S.133.
8 Vgl. Wöhe/Bieg (1995), S.27.
-7-
2.2. Das neue Körperschaftsteuersystem
2.2.1. Die Ebene der Gesellschaft
Bis zur Einführung des StSenkG verfügte Deutschland im internationalen Vergleich mit einem gespaltenen KSt-Satz über eine Sonderrolle 9 . Man wollte Deutschland im internationalen Vergleich wettbewerbsfähiger und von einem Hochsteuerland zu einem Staat mit günstigen Unternehmenssteuern machen 10 . Daher ist im neuen Recht die Differenzierung zwischen Tarif- und Ausschüttungsbelastung in der Form abgeschafft worden, dass Gewinne von Kapitalgesellschaften unabhängig davon, ob thesauriert oder ausgeschüttet wird, grundsätzlich nur noch mit einem einheitlichen KSt-Satz von 25% besteuert werden 11 .
Eine Ausnahme besteht gem. § 8 KStG, wonach bei der Besteuerung von Dividendenbezügen einer Kapitalgesellschaft diese von einer erneuten Besteuerung befreit sind 12 .
2.2.2. Die Ebene der Gesellschafter
Handelt es sich bei dem Gesellschafter um eine natürliche Person, so wird die Besteuerung des Anteilseigners zur Vermeidung der Doppelbesteuerung durch das neu eingeführte Halbeinkünfteverfahren geregelt, wonach gem. § 3 Nr. 40 EStG nur die Hälfte der Erträge der Besteuerung unterliegen. Demgegenüber dürfen Werbungskosten, wie z.B. Finanzierungs- oder Verwaltungskosten und Verluste aus Anteilsveräußerungen, die in direktem Zusammenhang mit der Ausschüttung stehen, gem. § 3c Abs. 2 EStG auch nur hälftig abgezogen werden 13 . Dies gilt unabhängig davon, ob es sich um Dividendenbezüge oder Veräußerungsgewinne aus in- oder ausländischen Beteiligungen handelt und ob sich diese Beteiligungen im Betriebs- oder Privatvermögen befinden 14 . Ein Beispiel zur Berechnung der Netto-Dividende nach dem
Halbeinkünfteverfahren siehe Anhang C.
9 Vgl. Herzig (2001), S.254.
10 Vgl. Dötsch/Pung (2000b), S.4.
11 Vgl. Dötsch/Pung (2000a), S.5.
12 Vgl. Kußmaul (2003), S.361.
13 Vgl. Haas (2001), S.58.
14 Vgl. Kußmaul (2003), S.362.
Arbeit zitieren:
Jennifer Schwalm, 2003, Umstellung vom Anrechnungsverfahren zum Halbeinkünfteverfahren, sowie diesbezüglicher Schwachstellen und Zweifelsfragen des StSenG, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Formatvorlage (Microsoft Word) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Ha...
Für MS Word 2003 - Update 2010
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Formatvorlage (OpenOffice) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Hausar...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 35 Seiten
Formatvorlage / Vorlage zur Erstellung einer Diplomarbeit, Bachelorarb...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 15 Seiten
Formatvorlage / Vorlage für eine Diplomarbeit / Hausarbeit
Für MS Word 2007 - dotx
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Anleitung zum Erstellen schriftlicher Arbeiten: Der Aufbau einer wisse...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 20 Seiten
Erstellen einer schriftlichen Hausarbeit
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Hausarbeit, 14 Seiten
Grundtechniken wissenschaftlichen Arbeitens
Bibliografieren - Reden - Schr...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Skript, 46 Seiten
Ratgeber zur Erstellung wissenschaftlicher Arbeiten. Diplomarbeiten - ...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 39 Seiten
Jennifer Schwalm hat den Text Umstellung vom Anrechnungsverfahren zum Halbeinkünfteverfahren, sowie diesbezüglicher Schwachstellen und Zweifelsfragen des StSenG veröffentlicht
Jennifer Schwalm hat einen neuen Text hochgeladen
Betriebsausgabenabzugsbeschränkung und Halbeinkünfteverfahren
Zugleich ein Beitrag zur Beste...
Urs Wäckerlin
Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz. Private Krankenversicherung und G...
Beiträge zur 17. Wissenschafts...
Christoph Brömmelmeyer, Helmut Heiss, Ulrich Meyer, Dieter Rückle, Hans-Peter Schwintowski, Astrid Wallrabenstein
Buffer Overflows und Format-String-Schwachstellen
Funktionsweisen, Exploits und ...
Tobias Klein
Fallstudie zur Umstellung auf die IFRS-Rechnungslegung
Harald Kessler, Markus Leinen, Michael Strickmann
0 Kommentare