12. Weniger Zeit wird während der Stunde für stilles Lesen und schriftliche Aufgaben verwendet. 13. Sie benutzen weniger häufig als die Schüler die Tafel. 14. Sie sprechen öfters vor und nach der Stunde mit den Schülern. 15. Es geht ihnen in erster Linie um die Ausbildung der Sprechfertigkeit. 16. Sie sind einfallsreicher und vielfältiger in der Wahl ihrer unterrichtsmethodischen Techniken und Verfahren. 17. Der Stundenablauf im allgemeinen und die Durchführung von Übungen schreiten zügig voran. 18. Bei der Korrektur von Schülerfehlern sind sie geduldig und nachsichtig. 19. Die Schüler werden häufiger zur Bedienung von Medien herangezogen. --------------------Kommunikativer Unterricht bedeutet, Sprachbestände und sprachliche Inhalte des Unterrichts so zu gestalten, daß der Lerner befähigt wird, seine Sprechabsichten in der Fremdsprache zu verwirklichen.
ü Hat Mehrzahl der Schüler eine Klasse keine Lust, in der Fremdsprache zu sprechen (un-tereinander, mit dem Lehrer), muß herkömmlicher Unterricht gehalten werden. Je besser die soziale Interaktion in der Gruppe ist, um so eher werden die Schüler in der fremden Sprache zu sprechen bereit sein. Der Lehrer muß also vorrangig um lernförderliche, soziale Interaktion als Voraussetzung für einen kommunikativen Fremdsprachenunterricht bemüht sein.
ü Erfolg im Fremdsprachenunterricht beruht auf Begabungs-Intelligenz-Dimension eines Schülers und Einstellungs-Motivations-Dimension.
Der Wunsch, sich mit Personen einer Sprachgemeinschaft zu identifizieren oder sich in eine solche Sprachgemeinschaft zu integrieren, kann für das Erlernen einer Fremdsprache von entscheidender Bedeutung sein (siehe Aussiedler, Ausländer, Au-Pairs etc.). Entscheidende Aufgabe des Lehrers ist also Beeinflussung der zweiten Dimension. ü Vorschläge für den Anfangsunterricht:
Medien, die ein attraktives Bild der anderen Sprachgemeinschaft vermitteln - personale Mittler, z. B. native speaker (wenig von Kassette) - systematisch eingeplanter Briefkon-
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takt zur Vorbereitung eines Schüleraustauschs (kann allerdings nicht vor dem 2. Lernjahr realisiert werden und bringt enorme zusätzliche Belastung für den Lehrer) ü Fremdsprachenlehrer selbst ist einflußreichster Repräsentant der Zielsprache - je mehr Lerner die Fähigkeit besitzen, sich in die Gefühlslage eines anderen Menschen zu versetzen, desto besser können sie auch das Lautsystem der Fremdsprache imitieren - Lerner sind beim Gebrauch der Fremdsprache gehemmt, weil sie befürchten, Fehler zu machen oder lächerlich zu wirken - Beziehung zum Lehrer bestimmt Erfolg / Mißerfolg des Schülers: (Umfrage bei ehemaligen Schülern: Antipathie / vorrangig an Gramma-tik/Orthographie orientierter Unterricht) Wäre das Verhalten zum Fremdsprachenlehrer besser gewesen und hätte dieser ihnen durch einen motivierenden Unterricht mehr Lernerfolgserlebnisse vermittelt, dann wären möglicherweise nach der Schulzeit die Fremdsprachenkenntnisse ebensowenig aktiv verfügbar wie in Klassen mit hohem Leistungsniveau, geblieben wäre aber sicherlich der Wunsch, über diese Kenntnisse wieder aktiv zu verfügen und die Möglichkeit zur Verwirklichung dieses Wunsches ohne psychische Hemmungen - von Zensurendruck geprägter Unterricht - Lehrer autoritär und unpersönlich statt demokratisch-partnerschaftlich ⇒ Lehrer-Schüler-Interaktion, die ermutigend, anerkennend, identifikationsförderlich ist ü Verbesserung der sozialen Interaktion:
a) angstfreie Atmosphäre schaffen - verständnisvolle Korrektur, evtl. zu späterem Zeitpunkt - positive emotionale Zuwendung des Lehrers
b) Lehrer soll Probleme des Schülers mit dessen Augen sehen und ihm mit Worten, Gesten, Handlungen das Gefühl vermitteln, verstanden zu werden
c) dem Schüler zu verstehen geben, daß man ihn achtet und schätzt - Ermutigungen in jeder Form, nach Möglichkeit differenziert - Anregungen zu selbständigen Arbeit für den Schüler - versäumt der Lehrer, hierzu die nötigen und geeigneten Hilfen zu geben, kann Anregung zur Selbständigkeit zu Mißerfolg und Entmutigung führen
d) Lehrer äußert seine Gefühle angemessen, spielt keine „Rolle“, vermittelt dem Schüler dadurch seine Aufrichtigkeit - kann auch „negative Gefühle“ pädagogisch vermitteln ü Föderung der sozialen Interaktion der Schüler untereinander: Gespräche mit den Schülern - methodische Gestaltung des Fremdsprachenunterrichts -Bildung von „verantwortlichen Partnerschaften“ über einen längeren Zeitraum hinweg -
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Integration von Außenseitern, z. B. durch Gruppenarbeit mit einer über geraume Zeit stabilen Gruppenzusammensetzung
ü inhaltliche und methodische Organisation des Unterrichts: Schüler kommunizieren selbständig in der Fremdsprache (wenn nötig in der Muttersprache) miteinander - Lehrer hat nur Helferfunktion - Projektarbeit, Rollenspiel, Kommunikationsspiele, Simulation, Debatte und Diskussion, Klassengespräche, kooperative Textarbeit
ü Berücksichtigung der Schulrealität
Klassenstärke - welches Verhalten sind die Schüler von früheren Lehrern gewohnt ü Mißverstehen des nichtautokratischen Lehrerstils führt zum Scheitern: vernünftiger Mittelweg zwischen größtmöglicher Kontrolle und Führung und dem Verzicht hierauf - Schüler, die an überwiegend autokratisches Verhalten gewöhnt sind, legen nicht-autokratisches Verhalten als Unfähigkeit und Schwäche aus, reagieren aggressiv -Lösung ist Gespräch mit den Schülern (Lehrer als Person), Herausfinden, wie frühere Lehrer sind / waren, Übergang zum neuen Verhalten erfolgt schrittweise - im kommunikativen Unterricht kommen Disziplinprobleme nur noch am Rande vor --------------------Pädagogische Implikationen der Einsprachigkeit im Fremdsprachenunterricht
Unterrichtsprinzip konsequent durchgehaltener Einsprachigkeit ist zwar evtl. dem Endziel fremdsprachlicher Kommunikation optimal dienlich, aber die aktuelle Unterrichtssituation, in der sich der Schüler während des Lernprozesses befindet, wird a -kommunikativ und „verzerrt“ - affektive Seite von Lernvorgängen und Lehrstrategien im Bereich des Fremdsprachenunterrichts wird meist bei der Diskussion über linguistische oder methodische Aspekte vernachlässigt
Sechs negative Implikationen der Einsprachigkeit:
1. Einschränkung der Kommunikation
Kode des Schülers ist auf die jeweils vorhandenen fremdsprachlichen Strukturen b e-
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Arbeit zitieren:
Claudia Knoblich, 2001, Der Fremdsprachenlehrer - Überlegungen zu seiner Bedeutung für den Sprachlernprozeß und zu seinen Fähigkeiten, München, GRIN Verlag GmbH
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