Mit dieser vorliegenden Hausarbeit möchte ich gerne zwei Ziele verfolgen, die sich auch in zwei Teilen dieser Arbeit wieder finden.
Zu Beginn der Hausarbeit steht eine kurze Einführung über Moreno und seine Idee einer therapeutischen Philosophie und die damit verbundenen Überlegungen zum Psychodrama.
Hier finden sich nicht nur Morenos Überlegungen sondern auch Ideen und Ausarbeitungen anderer Autoren.
Im zweiten Teil habe ich versucht das Grundprinzip des Psychodramas zu übertragen auf einen Anwendungsbereich der sozialen Arbeit nämlich der Arbeit in einer Beratungsstelle für Kinder, Jugendliche und Eltern. Hier habe ich mich auf die klassischen Methoden des Psychodramas beschränkt.
Der Bezug zum Fach Ästhetischer Bildung liegt klar auf der Hand, da der Verlauf des Psychodramas und die Variationen dazu einen hohen Anteil von Methoden der Theaterarbeit und somit der ästhetischen Bildung ausmachen.
Inhaltsverzeichnis
1. Moreno und die Idee seiner therapeutischen Philosophie
1.1. Die Person Moreno
1.2. Die Idee einer therapeutischen Philosophie
2. Grundgerüst über Inhalt und Idee des Psychodrama
2.1. Allgemeines zum Psychodrama
2.2. Mittel
2.2.1. Bühne
2.2.2. Protagonist
2.2.3. Leiter
2.2.4. Hilfs-Ichs
2.2.5. Publikum / Gruppe
2.3. Ablauf
2.3.1. Die Vorbereitung
2.3.2. Die Darstellung
2.3.3. Die therapeutische Beteiligung der Gruppe
2.4. Die Methoden
2.4.1. Die Doppelgängermethode
2.4.2. Die Spiegelmethode
2.4.3. Die Rollenwechselmethode
2.5. Zusammenfassung
3. Psychodrama als Methode für die Einzelberatungsarbeit
3.1. Die drei klassischen Methoden im Kontext von Einzelberatung
3.1.1. Doppelgängermethode
3.1.2. Rollentauschmethode
3.1.3. Spiegelbildmethode
4. Fazit
5. Literaturverzeichnis
Zielsetzung und Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Anwendbarkeit der klassischen Psychodrama-Methoden im Kontext der professionellen Einzelberatung in der sozialen Arbeit, insbesondere in Beratungsstellen für Kinder, Jugendliche und Eltern. Das primäre Ziel ist es, den therapeutischen Nutzen ästhetischer und spielerischer Interventionen aufzuzeigen, um Beratungsprozesse zu intensivieren und festgefahrene Situationen aufzulösen.
- Grundlagen der therapeutischen Philosophie nach J.L. Moreno
- Struktur und methodisches Repertoire des klassischen Psychodramas
- Adaption psychodramatischer Methoden (Doppelgänger, Rollentausch, Spiegeln) auf das Einzelsetting
- Verbindung von ästhetischer Bildung und therapeutischer Praxis
- Praktische Fallbeispiele aus der Beratungsarbeit
Auszug aus dem Buch
3.1. Die drei klassischen Methoden im Kontext von Einzelberatung:
Soppa beschreibt ihn seinem Buch aus seiner Tätigkeit heraus die Anwendung dieser Methoden im Einzelsetting und ich möchte diese Überlegungen kurz wiedergeben und mit eigenen wenn auch veränderten Personenbezeichnungen erlebten Beratungssituationen in Verbindung bringen.
Im Vorfeld der Anwendung der Methoden im Psychodrama ist es natürlich zum einen erforderlich das zwischen dem Berater und dem Klienten bereits eine Basis der vertrauensvollen Zusammenarbeit gelegt worden ist.
Zum anderen ist eine weitere von Moreno entwickelte im ersten Teil dieser Arbeit angesprochene Methode oft sinnvoll vorzuschalten nämlich die Erstellung eines Soziogramms.
Ein Soziogramm bietet mit Hilfe einer grafischen Aufstellung (Kreise, Dreiecke, Beziehungslinien) die sozialen Strukturen des Klienten zu erfassen. Hier geht es vor allem darum die Personen um den Klienten und die Beziehung dieser zum Klienten und untereinander zu sammeln und thematisieren (vgl. Schlippe 11ff). Frauen werden mit Kreisen und Männer als Rechtecke dargestellt und durch Pfeile und unterschiedliche Linie (durchgezogen, unterbrochenen…) wird die Beziehung untereinander dargestellt.
Allgemein ist es im Einzelsetting so, dass der Therapeut alleine ist und im Verlauf der Sitzung auch die Hilfs-Ichs ersetzen muss. Er sollte von Anfang an bemüht sein die Rollen, auf der einen Seite Therapeut und auf der anderen Seite Schauspieler, klar zu trennen und dies sollte er nicht nur mit Worten sondern auch mit verschiedenen Positionen im Raum unterstreichen (vgl. Soppa 162f).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Moreno und die Idee seiner therapeutischen Philosophie: Einführung in die Biografie Jakob Levi Morenos und die philosophischen Grundannahmen seines Konzepts.
2. Grundgerüst über Inhalt und Idee des Psychodrama: Theoretische Darstellung der zentralen Mittel des Psychodramas, des Ablaufs in drei Phasen sowie der klassischen Methoden.
3. Psychodrama als Methode für die Einzelberatungsarbeit: Transfer der psychodramatischen Ansätze in den Kontext der Einzelberatung unter Berücksichtigung praktischer Erfahrungen in der Erziehungsberatung.
4. Fazit: Reflexion über die eigene Anwendung der Methoden und deren Legitimation als Instrument der ästhetischen Bildung für therapeutische Zwecke.
Schlüsselwörter
Psychodrama, Einzelberatung, Soziale Arbeit, Ästhetische Bildung, Jakob Levi Moreno, Doppelgängermethode, Rollentauschmethode, Spiegelmethode, Soziometrie, Gruppenpsychotherapie, Therapie, Beratung, Selbsterfahrung, Interaktion, Rollenspiel.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es grundsätzlich in dieser Arbeit?
Die Arbeit befasst sich mit der Anwendung des klassischen Psychodramas außerhalb des ursprünglichen Gruppenkontexts, speziell in der Einzelberatung innerhalb der sozialen Arbeit.
Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?
Zentral sind die theoretischen Grundlagen nach Moreno, die methodische Struktur des Psychodramas und deren Übertragung auf die Erziehungs- und Familienberatung.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie spielerische Methoden des Psychodramas helfen können, Beratungssituationen aufzulockern und Klienten bei der Problemlösung zu unterstützen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Literaturanalyse sowie der praktischen Reflexion eigener Erfahrungen aus einem Praktikum in einer Erziehungsberatungsstelle.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil erläutert zunächst Morenos therapeutische Philosophie und die klassischen Mittel des Psychodramas, um anschließend spezifische Techniken für die Einzelberatung zu adaptieren.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Psychodrama, Einzelberatung, Soziale Arbeit, Ästhetische Bildung, Rollentausch und Spiegelmethode.
Warum wird das Soziogramm als Vorbereitung erwähnt?
Ein Soziogramm hilft dabei, das soziale Umfeld und die Beziehungsstrukturen des Klienten grafisch zu erfassen, bevor die eigentliche psychodramatische Arbeit beginnt.
Wie unterscheidet sich die Einzelanwendung vom Gruppensetting?
Im Einzelsetting fungiert der Berater zusätzlich zu seiner Rolle als Therapeut auch als Ersatz für Hilfs-Ichs, was eine klare Trennung der Rollen im Raum erforderlich macht.
- Arbeit zitieren
- Dirk Riechert (Autor:in), 2004, Das Konzept des klassischen Psychodramas im Kontext von Einzelarbeit in der sozialen Arbeit, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/22775