Universität Hannover Abgabetermin: 28.02.2004 Seminar für deutsche Literatur und Sprache
Marijana Soldo
Tim Fischer
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Inhaltsverzeichnis
Einleitung 4
1. Theoretische Grundlagen der Textlinguistik und Stilistik 5
1.1 Textualitätskriterien 5
1.2 Stilauffassungen 6
2. Methodische Grundlagen der Text- und Stilanalyse 8
2.1 Textlinguistisch-stilistische Analysemöglichkeiten 8
2.2 Stilistische Gestaltungsmittel 9
3. Textlinguistisch-stilistische Analyse einer Spielfilmrezension 10
3.1 Einleitende Bemerkungen 10
3.2 Thema und kommunikationsrelevanter Kontext 10
3.3 Betrachtung der Textualitätskriterien und der Stilelemente 11
Schlussbemerkung 16
Anhang 17
Literaturverzeichnis 18
Filmverzeichnis 19
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Einleitung
Die vorliegende Hausarbeit soll einen einführenden Überblick über die beiden sprachwissenschaftlichen Teilgebiete Textlinguistik und Stilistik geben. Dazu werden in einem ersten Schritt die theoretischen Grundlagen erläutert, anschließend wird kurz auf die Methodik der Text- und Stilanalyse eingegangen, und schließlich wird anhand eines konkreten Textes eine exemplarische Analyse durchgeführt.
Die folgenden Begriffserläuterungen sollen zunächst verdeutlichen, auf welche Weise sich textlinguistisch-stilistische Analysen mit dem Untersuchungs-gegenstand ,Text’ auseinander setzen.
Wie bereits erwähnt, ist die Textlinguistik ein Teilgebiet der Sprachwissenschaft. Sie beschäftigt sich „mit dem Wesen, den Merkmalen und der Klassifikation von Texten sowie mit den Regularitäten der Textproduktion und -rezeption“ (FIX/POETHE/YOS 2003, S. 219). Die Textlinguistik untersucht Texte demnach als sprachlich-kommunikative Einheit und will erfassen, was das Gemeinsame an ihnen ist, „was also das Phänomen ,Text’ ausmacht“ (ebd., S. 27). Die Stilistik hingegen befasst sich „mit der konkreten sprachlichen Realisierung an der Textoberfläche, mit der individuellen Umsetzung von Textsortennormen, allg. mit der Herstellung von Stil“ (ebd., S. 217).
Die Definitionen deuten bereits an, dass beide Disziplinen einen umfangreichen Themenkomplex als Beschäftigungsfeld haben, so dass im Rahmen dieser Hausarbeit lediglich auf einzelne Aspekte eingegangen werden kann, die für eine Analyse, hier beispielhaft an einer Rezension durchgeführt, am interessantesten und ergiebigsten erscheinen. 1
1 Auf die Besonderheiten der hier durchgeführten Rezensionsanalyse, und speziell auf die Rahmenbedingungen der hier vorliegenden Spielfilmrezension, wird in den Kapiteln 3.1 und 3.2 noch näher eingegangen.
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1. Theoretische Grundlagen der Textlinguistik und Stilistik 2
1.1 Textualitätskriterien
Ein Text ist ein situativ und intentional geprägter Kommunikationsakt, der immer als Ganzes betrachtet werden muss. Er ist eine Folge von Sätzen, die wir „als zusammenhängende Einheit empfinden“ (LINKE/NUSSBAUMER/PORTMANN 2001, S. 212). In der Linguistik fallen unter die Bezeichnung ,Text’ aber nicht nur die schriftlichen Sprachdokumente, sondern auch alle verbal geäußerten Spracheinheiten.
An dieser Stelle sollen nun stichpunktartig acht Kriterien aufgeführt werden, „die einen Text zum Text machen, die also Bedingung für Textualität sind“ (FIX/POETHE/YOS 2003, S. 16): 3
1. Kohäsion: Die Komponenten eines Textes müssen durch grammatische Formen satzübergreifend miteinander verbunden sein, so dass Beziehungen zwischen den Oberflächenelementen entstehen.
2. Kohärenz: Der Text soll einen Sinnzusammenhang haben. Es muss also eine inhaltlich-semantische Strukturiertheit erkennbar sein, die auch das von den Partizipienten gespeicherte Weltwissen mit einbeziehen kann. 3. Intentionalität: Der Produzent sollte mit der Intention handeln, einen kohäsiven und kohärenten Text zu bilden, um damit ein bestimmtes Ziel zu erreichen.
4. Akzeptabilität: Der Rezipient sollte die Erwartung haben, einen kohäsiven und kohärenten Text vorgesetzt zu bekommen, der für ihn nützlich und relevant ist. 5. Informativität: Der durch den Text vermittelte Informationsgehalt muss in angemessener Relation zum beabsichtigten Kommunikationsziel stehen. 6. Situationalität: Jeder Text unterliegt bestimmten situational geprägten Faktoren, die die Bedeutung des Textes beeinflussen, und die ihm somit einen kommunikationsrelevanten Kontext geben.
2 Kapitel 1 ist erstellt worden in Anlehnung an:
FIX, ULLA / POETHE, HANNELORE / YOS, GABRIELE (2003): Textlinguistik und Stilistik für Einsteiger.
Ein Lehr- und Arbeitsbuch. S. 11-46 und S. 213-222.
Direkte Zitate sind im Text jedoch zusätzlich kenntlich gemacht.
3 die Ausführungen von FIX/POETHE/YOS beziehen sich dabei (mit Ausnahme von Punkt 8) auf: DE BEAUGRANDE, ROBERT -ALAIN / DRESSLER, WOLFGANG ULRICH (1981): Einführung in die
Textlinguistik.
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7. Intertextualität: Die Verwendung von Texten steht immer in einem größeren Zusammenhang. Die Produktion und Rezeption sind von der Kenntnis anderer, bereits vorhandener Texte abhängig.
8. Kulturalität: Texte sind Hervorbringungen eines bestimmten kulturell geprägten Sprachwissens, so dass sie folglich auch kulturspezifischen Charakteristika unterliegen.
Texte, die nach den hier angeführten Kriterien auch als solche bezeichnet werden können, lassen sich aufgrund ihrer prototypischen Merkmale einer bestimmten ,Textgruppe’ zuordnen. Die Texte einer solchen Textgruppe können darüber hinaus noch in verschiedene ,Textsorten’ (ist mit dem Begriff ,Genre’ vergleichbar) unterteilt werden (quantitativer Aspekt). Die unter eine bestimmte Textsorte fallenden Texte, folgen dann wiederum einem ,Textmuster’, welches die Anweisung für die inhaltlichen, funktionalen und formalen Gebrauchsbedingungen des Textes darstellt (qualitativer Aspekt).
1.2 Stilauffassungen
Die Produktion eines Textes hängt immer von individuellen Faktoren ab. „Niemand formuliert genauso wie der andere“ (FIX/POETHE/YOS 2003, S. 26). Unter ,Stil’ versteht man nun die Art und Weise, wie der Produzent das Mitzuteilende im Hinblick auf den Mitteilungszweck formuliert. Folglich entsteht er erst in der Gesamtheit des Textes.
Durch seinen Stil gibt der Produzent dem Rezipienten Informationen über die zugrunde liegende Situation, seine Beziehungsgestaltung zu ihm, sein Verhältnis zur Sprache und er entwickelt darüber hinaus eine gewisse Selbstdarstellung. Der individuelle Stil liefert also sekundäre Informationen, die über die Primärinformation des Textes hinausgehen.
Im Folgenden sollen zwei grundlegende stilistische Betrachtungsweisen, d ie Funktionalstilistik 4 und die pragmatische Stilistik 5 , kurz vorgestellt werden.
4 die Ausführungen von FIX/POETHE/YOS beziehen sich dabei auf: FLEISCHER, WOLFGANG / MICHEL, GEORG (1975): Stilistik der deutschen Gegenwartssprache.
5 die Ausführungen von FIX/POETHE/YOS beziehen sich dabei auf:
SANDIG, BARBARA (1978): Stilistik. Sprachpragmatische Grundlegung der Stilbeschreibung. / SANDIG, BARBARA (1986): Stilistik der deutschen Sprache.
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Arbeit zitieren:
Tim Fischer, 2004, Analyse einer Spielfilmrezension im Hinblick auf Textlinguistik und Stilistik, München, GRIN Verlag GmbH
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