Der folgende Text ist die Ausarbeitung des Referats, das ich gemeinsam mit Hannah Wegner im Rahmen des Seminars “Spracherwerb: Phonologie” gehalten habe.
In dem Seminar ging es zunächst um die Sprachperzeption von Kleinkindern bevor dann zur frühen Sprachproduktion übergegangen wurde.
Nachdem zuvor die Perzeption und Diskrimination auf Phonem- und Wortebene besprochen worden war, stellte unser Referat den Abschluss des Themenblockes zur Sprachperzeption dar.
Ausgehend von dem Artikel von Kathy Hirsh-Pasek et al. haben wir die Ergebnisse von zwei Experimenten vorgestellt, die die Autoren zur Beantwortung der Frage, ob bereits Kleinkinder prosodische Markierungen syntaktischer Grenzen wahrnehmen können, durchgeführt haben.
Inhaltsverzeichnis
Vorbemerkung
Einleitung
Allgemeines über den Satz
Experiment 1
Experiment 2
Zusammenfassung
Allgemeine Diskussion
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht auf Basis der Studie von Hirsh-Pasek et al. (1987), ob Kleinkinder bereits in der Lage sind, prosodische Markierungen an syntaktischen Grenzen wahrzunehmen und zur Segmentierung des kontinuierlichen Sprachstroms zu nutzen.
- Sprachperzeption bei Kleinkindern
- Die Rolle der Prosodie bei der Satzsegmentierung
- Methodik der "headturn preference procedure"
- Einfluss von akustischen Markern auf die Aufmerksamkeit
- Unterscheidung zwischen natürlicher und unnatürlicher Satzstruktur
Auszug aus dem Buch
Experiment 1
Hirsh-Pasek et al. führten ihr Experiment mit zwanzig 7-10 Monate alten Kindern (durchschnittliches Alter: 8,0 Monate) durch, die aus Philadelphia/ Pennsylvania stammten und alle Englisch als Muttersprache hatten. Die Ergebnisse von sechzehn Kindern konnten ausgewertet werden, vier Kinder waren zu unruhig, um das Experiment zu Ende zu bringen.
Um sprachliche Stimuli zu gewinnen, nahmen die Autoren ein Gespräch zwischen einer Mutter und ihrer 19 Monate alten Tochter auf, das sowohl aus interaktiver Konversation als auch aus einseitigem Geschichtenerzählen der Mutter bestand. Die Mutter wusste dabei nicht, zu welchem Zweck die Aufnahmen verwendet werden sollten.
Aus den Aufnahmen erstellten die Autoren insgesamt 16 Auszüge, die jeweils fünf bis sieben Phrasen und immer mehr als einen Satz umfassten. Aus diesen Auszügen wurden im Folgenden je zur Hälfte natürliche und unnatürliche Versionen erstellt.
Die natürlichen Versionen begannen und endeten jeweils an einer Satzgrenze. An jeder Phrasengrenze innerhalb des Auszugs wurde eine Pause von 1 Sekunde Dauer eingesetzt. Im Gegensatz dazu begannen und endeten die unnatürlichen Versionen mitten im Satz. Hier wurden die Pausen von 1 Sekunde Dauer an willkürlichen Stellen mitten in einer Phrase eingefügt.
Zusammenfassung der Kapitel
Vorbemerkung: Einführung in den Kontext der Seminararbeit und die Zielsetzung der Analyse der Wahrnehmung syntaktischer Grenzen durch Kleinkinder.
Einleitung: Theoretische Herleitung der Bedeutung des Satzes als zentrale Einheit im Spracherwerbsprozess und Überblick über bekannte akustische Marker.
Experiment 1: Durchführung einer ersten Versuchsreihe mit Kleinkindern unter Verwendung der "headturn preference procedure" zur Untersuchung der bevorzugten Satzsegmentierung.
Experiment 2: Modifizierte Versuchsreihe zur präziseren Kontrolle der akustischen Stimuli und zur Validierung der Ergebnisse aus dem ersten Experiment.
Zusammenfassung: Konsolidierung der Ergebnisse beider Experimente hinsichtlich der Bedeutung des Ortes von Pausen für die kindliche Präferenz.
Allgemeine Diskussion: Interpretation der Ergebnisse im Hinblick auf die Sprachorganisation und die Relevanz der "motherese"-Sprache bei der frühen Sprachwahrnehmung.
Schlüsselwörter
Spracherwerb, Sprachperzeption, Satzgrenzen, Prosodie, Kleinkinder, akustische Marker, Satzsegmentierung, headturn preference procedure, Psycholinguistik, Mutter-Kind-Sprache, Intonation, Phrasenstruktur.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Untersuchung, ob Kleinkinder bereits in der Lage sind, den kontinuierlichen Sprachfluss anhand von prosodischen Markierungen in syntaktisch sinnvolle Einheiten zu unterteilen.
Welches ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, empirisch zu prüfen, ob Kinder eine natürliche Satzsegmentierung bevorzugen, was darauf hindeuten würde, dass sie syntaktische Grenzen akustisch erkennen können.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind Sprachperzeption im Kleinkindalter, die Rolle prosodischer Merkmale wie Pausen und Intonation sowie die psychologische Realität von syntaktischen Strukturen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Zur Anwendung kommt die "headturn preference procedure", bei der die Aufmerksamkeit des Kindes durch Blickdauer in Richtung eines akustischen Stimulus gemessen wird.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil beschreibt detailliert zwei durchgeführte Experimente, deren Versuchsaufbau, die Auswahl der sprachlichen Stimuli und die statistische Auswertung der Ergebnisse.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Wichtige Begriffe sind Spracherwerb, Satzsegmentierung, Prosodie, Kleinkindforschung und die Bedeutung akustischer Marker in der Kind-gerichteten Sprache.
Warum war ein zweites Experiment notwendig?
Das zweite Experiment diente dazu, den Einfluss der künstlichen Pausensetzung aus dem ersten Versuch zu isolieren und zu bestätigen, dass nicht nur die Pausenlänge, sondern die syntaktische Position ausschlaggebend ist.
Welches Hauptergebnis liefert die Arbeit?
Die Studien zeigen, dass Kinder bereits im Alter von 7-8 Monaten auf prosodische Markierungen reagieren und die natürliche Segmentierung des Sprachstroms bevorzugen.
- Quote paper
- Judith Heide (Author), 2001, Das Erkennnen prosodischer Merkmale syntaktischer Grenzen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/22854