Inhaltsverzeichnis:
1. Lehr- und Lernvoraussetzungen 3
2. Sachanalyse 4
3. Unterrichtssequenz 7
4. Didaktische Analyse 7
5. Lernziele 9
6. Methodenanalyse 10
7. Unterrichtsverlaufsskizze 11
8. Reflexion 14
9. Anhang 17
a. Tafelbild 17
b. Folien 18
c. Arbeitsblätter 18
10. Literaturangaben 22
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1. Lehr- und Lernvoraussetzungen:
18 Schüler der 9. Klasse der Hauptschule in Betzenstein, davon 9 männlich, 9 weiblich Etwa die Hälfte der Schüler Innen sind bereits über 15 Jahre alt. Eine Schülerin ist von der Realschule auf die Hauptschule gewechselt. In der Klasse sind zwei Ausländer. Der eine, ein Mexikaner, kennt die Klasse gut und ist integriert. Allerdings ist er immer nur in der Sommersaison in der Klasse, da seine Eltern nur eine befristete Aufenthaltserlaubnis haben und im Winter mit ihrem Sohn zurück nach Mexiko gehen. Die andere ist eine Brasilianerin, die erst im Dezember nach Deutschland gekommen ist. Aufgrund ihres ungenügenden Sprachvermögens ist sie nicht in der Klasse integriert.
Fachliches Vorwissen als Orientierung auf einer Karte, die Arbeit mit Atlanten, das Lesen von Diagrammen und Grafiken besteht. Zudem sind die Schüler in den vorhergehenden Stunden bereits in die Problematik von Industrie- und Entwicklungsländern eingeführt worden.
Das Thema Tourismus geht sie aufgrund von Eigenerfahrung und persönlicher Betroffenheit an.
Da die Schüler auch bereits über den Islam gesprochen haben, kann unproblematisch auch darauf zurückgegriffen werden. Die Schüler scheinen motiviert, interessiert und offen.
Raum: Klassenzimmer, geräumig, Bänke mit je einem Schüler in vier Reihen hintereinander
Der Raum kann durch Jalousien verdunkelt werden
Technik: Tafel, Overheadprojektor
Bücher: Durchblick 9, Braunschweig 1999
Atlanten sind nicht einheitlich, weder im Verlag noch im Erscheinungsjahr
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2. Sachanalyse:
Der internationale Tourismus ist die am schnellsten expandierende Branche der Welt. Fast elf Prozent des globalen Bruttosozialprodukts, schätzt die WTO, würden im Reisegeschäft erwirtschaftet, das heute schon fast 200 Millionen Menschen beschäftigt und in den nächsten Jahren werden Millionen von Arbeitsstellen hinzukommen. Allerdings ist der Tourismus trotz aller Wachstumsprognosen nicht die Lösung für die armen Länder dieser Welt.
Iimmer mehr Entwicklungsländer sehen den Tourismus als den Motor der wirtschaftlichen Entwicklung an, der Auf- und Ausbau des Tourismus soll die angestrebte Entwicklung zu einer modernen Industriegesellschaft beschleunigen. Vor allem erhoffen sich die Entwicklungsländer Devisen aus dem Ausland, die sie brauchen um ihre ausländischen Kredite abzubezahlen. Mit ihren touristischen Angeboten besitzen sie auf dem Weltmarkt eine Konkurrenzfähigkeit, die sie mit anderen Gütern nicht erreichen können. Zusätzlich belebt das Tourismusgeschäft indirekt Wirtschaft, Industrie und Handel.
Es kann zu einem Geldtransfer von reicheren zu ärmeren Regionen kommen. Die Landwirtschaft kann gefördert werden und nicht zuletzt kann es zu einem Kulturaustausch kommen, zu vermehrter Toleranz und besseren Verständnis der Menschen weltweit.
Auch wenn es viele Vorbilder gibt, denen es gelungen ist, aus der Reiselust Kapit al zu schlagen, sind die Hoffnungen oft zu hoch und selten wird über Alternativen nachgedacht, die der Wirtschaft und den Menschen besser bekämen. Jahrzehntelange Bemühungen zur Entwicklung des Tourismus haben manchen Ferienzielen keinen wirtschaftlichen E rfolg gebracht. Der Tourismus als viel gelobter Devisenbringer ist fragwürdig, denn häufig bleibt das Geld nicht im Land. Der größte Teil der Tourismuseinnahmen fließt in die nördlichen Länder zurück. Hotels sind häufig in ausländischem Besitz und die hohe n Ansprüche der Gäste an Unterkünften und Verpflegung und Freizeitangeboten können häufig nur durch Importe befriedigt werden. Denn je weniger ein Land entwickelt ist und die Touristen nicht aus eigener Produktion versorgen kann, desto mehr Devisen fließen zwangsläufig ab. Oftmals kommt es durch die Touristen und ihr Verhalten zu einer Störung des Gleichgewichts im Alltag der einheimischen Bevölkerung. Meistens fehlt es den Reisenden an der Zeit oder auch an sprachlichen Fähigkeiten , manchmal auch einfach am Willen, sich mit der Kultur des Gastgeberlandes auseinander zu setzen. Die erhoffte
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Völkerverständigung bleibt aus und bereits vorhandene Vorurteile werden manchmal noch verstärkt. Traditionen und Normen werden nicht akzeptiert, oft lediglich vermarktet. Aus dem Besucher wird ein Eindringling, der vor den tatsächlichen Problemen wie z.B. Menschenrechtsverletzungen, Prostitution, Bettelei und Kriminalität wiederum die Augen verschließt. Auch werden durch Touristen in den armen Ländern Bedürfnisse geweckt, welche Einheimische mit legalen Mittel nicht befriedigen können.
Die konkurrierende Nutzung des Tourismus mit anderen Wirtschaftszweigen führt zu geringen Wasservorräten für die einheimische Bevölkerung und Landwirtschaft. Die ökologischen Folgewirkunge n sind von besonderer Brisanz, immer wieder zeigt sich wie touristische Erschließung, die keine Rücksicht auf natürliche Umweltbedingungen nimmt, diesem letztlich die Basis raubt. Gesunde Umwelt und schöne Landschaften sind die Grundlage für eine langfristige Entwicklung im Tourismusbereich. Das zeigt sich auch daran, dass der Tourismus sich zunehmend Gegenden zuwendet, in denen die Natur noch in einem relativ intakten Status ist.
Auch die Reisenden denken selten über die häufig negativen Auswirkungen ihrer touristischen Freiheit nach,denn das Freizeitverhalten in den Industriestaaten hat sich verändert. War früher Reisen noch ein Privileg der Reichen, um neue Welten zu entdecken, andere Kulturen zu er- fahren, ist es heute nur noch die Möglichkeit, an relativ exotischen Orten auszuspannen, ohne seine Lebensgewohnheiten anzupassen oder gar verändern zu müssen. Da man sein Reiseland und dessen Kultur bereits aus dem Fernsehen „kennt“, beschränkt sich das Er- Leben der anderen Kultur auf die Wahl eines möglichst fernen Urlaubslandes, was gleichzeitig auch eine gewisse „Abenteuerlust“ der Touristen befriedigt. Die fremde Lebenskultur wird durch einzelne Gerichte am Inclusive-Buffett bzw. auf sog. Folklore-Veranstaltungen, die selten die Traditionen des Urlaubslandes in ihrer Einzigartigkeit darstellen, sondern die Vorstellungen des Reisenden über die Tradition befriedigen, wahrgenommen. Die Kulturgüter des Reiselandes werden nicht mehr als Individuum erfahren und erlebt, sondern in der Horde besucht, um ein Mitreden zuhause zu ermöglichen („ich war schonmal da“). Dabei ist der Umgang mit den Einheimischen verpöhnt, wird sogar als Störung empfunden, und wird seitens der Reiseveranstalter („deutsche Reiseleiter“) und der Hotels nicht unterstützt (in Tunesien ist es den Bediensteten verboten, mit deutschen Urlaubern in ein tieferes Gespräch zu kommen).
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Dabei kann die Veränderung des eigenen Reiseverhaltens letztendlich doch dazu beitragen, daß sich das Gesicht des gesamten Tourismussektor wandelt.
(Literaturangaben im Anhang)
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Arbeit zitieren:
Alexandra Meier, 2003, Ferntourismus am Beispiel Tunesiens, München, GRIN Verlag GmbH
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