Inhaltsangabe Seite
I. Sachanalyse
1. Weltbevölkerung im Überblick 3
Bevölkerungszahlen und Bevölkerungsverteilung
Zuwachsraten
2. Bevölkerungsentwicklung in Deutschland 5
der demographische Übergang
die heutige Bevölkerungsstruktur und gesellschaftl soz. Probleme
3. Bevölkerungswachstum weltweit
1. China 8
2. Indien 9
4. Zukunftsperspektive: Überleben in der Einen Welt 10
Entwicklungshilfe
Weltbevölkerungskonferenzen
Agenda 21
II. Unterrichtsvorbereitung 14
1. Sachanalyse 14
2. Unterrichtssequenz und Einordnung 15
3. Lernziele 16
4. Didaktische Analyse 17
5. Methodische Analyse 18
6. Unterrichtsverlaufsskizze 20
7. Folien 22
III. Anhang
1 . weitere Abbildungen 23
2. Abbildungsverzeichnis 24
3. Literaturverzeichnis 25
2
I.1. Weltbevölkerung im Überblick
Im Laufe des 20. Jahrhunderts hat sich die Weltbevölkerungszahl nahezu vervierfachtim Sommer 2002 zeigte die Weltbevölkerungsuhr über 6,2 Milliarden Menschen 1 . Jede Minute steigt die Weltbevölkerung um mehr als 150 Weltbewohner und die Probleme wachsen im Gleichschritt mit: Immer mehr Menschen müssen mit immer weniger Land und sauberem Wasser auskommen.
Das A usmaß und die Geschwindigkeit, mit denen sich die Menschheit scheinbar unaufhaltsam vermehrt, sind mehr als Besorgnis erregend. In immer kürzeren Zeitspannen gibt es immer größere Zuwächse. Im Jahr 1800 beherbergte unser Planet noch eine Milliarde Menschen. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts lebten bereits ca. 1,6 Milliarden Menschen auf der Erde, bis zum Jahre 1925 waren es zwei Milliarden, 35 Jahre später schon drei Milliarden. 1974 wurden vier und schon 1987 fünf Milliarden Menschen gezählt, der bisher letzte Milliarden-Sprung wurde am 12. Oktober 1999 aus der bosnischen Hauptstadt Sarajevo vermeldet.
Und unser Verbreitungsdrang scheint keine Grenzen zu kennen: Momentan wächst die Weltbevölkerung etwa um 1,2 Prozent oder 77 Millionen Menschen jährlich, laut UN-Prognose werden im Jahr 2050 rund 9,3 Milliarden die Welt bevölkern.
Das rasante Wachstum der Erdbevölkerung steht in einem unmittelbaren Zusammenhang mit dem Beginn der industriellen Revolution Ende des
3
18. Jahrhunderts. Im Zeitalter der Entdeckungen und Erfindungen nahm die Kindersterblichkeit ab, die Lebenserwartung nahm zu. Ertragssteigerungen der Landwirtschaft, Fortschritte in der Medizin und allgemeinen Hygiene werden zumeist als Ursachen hierfür genannt. Zunächst ereignete sich die "Bevölkerungsexplosion" in den Industriestaaten, erst seit dem 20. Jahrhundert in den so genannten Entwicklungsländern, die heute bereits einen Anteil vo n 80 Prozent der Weltbevölkerung aufweisen. Nach UN-Berechnungen werden im Jahr 2050 in den Entwicklungsländern etwa 8,2 Milliarden Menschen leben, d.h. 90 Prozent der Weltbevölkerung. Der Anteil der afrikanischen Bevölkerung wird auf 21 Prozent ansteigen. Jeder Sechste wird in Indien leben 2 .
Thomas Robert Malthus (1766-1834) hat in seinem „Essay on the principle of population” die geometrische Progression des Bevölkerungswachstums völlig richtig erkannt 3 und die ersten Tragfähigkeitsprognosen vorgenommen, zu denen mittlerweile von verschiedenen anderen Theoretikern differente Position bezogen worden ist. Ihre
1 http://ilsebill.biologie.uni-freiburg.de/cgi-bin/worldpop
2 United Nations, Concise report on world population monitoring: population, environment and development, New York 2001
3 Sander, S. 50 f.
4
Einschätzungen reichen dabei vom überzeugten Pessimisten bis zum Wachstumsenthusiasten 4 .
I.2. Bevölkerungsentwicklung in Deutschland
Da in Deutschland seit Jahren weniger Kinder geboren werden, ist die langfristige Erhaltung der Bevölkerungszahl nicht mehr gegeben. Zwar wurden die 1978 gestellten Prognosen eines Bevölkerungsrückganges um knapp 10 Mio. Menschen nicht erfüllt 5 , doch zeigt die Alterspyramide Deutschlands ein erschreckendes Bild. Bereits jetzt leben mehr 35jährige in Deutschland (etwa 1.600.000), als Neugeborene dazukommen (etwa 800.000). Sollte die Entwicklung gleichbleiben, so prognostiziert das statistische Bundesamt für das Jahr 2050 eine Geburtenrate von etwa 500.000 Kindern, denen die erschreckend große Zahl von über einer Million 65jährigen gegenübersteht (vgl. Abb.3). Da die Lebenserwartung wie bereits in den letzten Jahrzehnten (über 30 Jahre seit 1900) aufgrund der politisch stabilen Situation und des medizinischen Fortschritts gestiegen ist 6 und noch weiter steigt, wird es so zu einer Überalterung der Gesellschaft kommen, die zu vielfältigen Problemen führen wird, von denen nur das naheliegendste die Finanzierung der Renten ist. Während 1950 noch zwei Neugeborene für einen Rentner aufkommen mußte, so betrug dies 1999 nur noch ein Kind pro Rentner. Der Ausblick auf 2050 dreht die Situation bereits um und zeigt, dass ein Neugeborenes für zwei Rentner aufkommen muss 7 .
Auf diese Probleme haben bisher nicht nur diverse Versicherungsanbieter reagiert, sondern in verstärktem Maße auch die „Spürnase“ der Nation, die Werbung. Sie hat die Überalterung der Gesellschaft erkannt und setzt auf die aktive Rentnergeneration als Zielpublikum (z.B. „Iglo - so ißt man heute“). Es liegt auf der Hand, welche gesellschaftlichen Entwicklungen sich aus dieser ersten Änderung des Zielpublikums ergeben. Die Masse regiert, und wenn diese „Masse“ die Älteren sind, wird auf die „jüngeren“ wenig Rücksicht genommen. Das bedeutet zwangsläufig, dass die Jugend verstärkt selbst die Initiative für ihre Belange ergreifen und folgerichtig an der Demokratie mitwirken muß.
4 ebd.
5 Sander, S.8
6 vgl. Abb. III.1.1
7 vgl. Abb.III.1.3
5
Abb 3
6
Anhand der Bevölkerungsentwicklung in Deutschland kann auch das Modell des demographischen Übergangs deutlich gemacht werden.
Der demographische Übergang gliedert sich in vier Phasen 8 :
In der Phase 1 (in der derzeit nur noch ein geringer Teil der Entwicklungsländer angesiedelt werden muss) halten sich Geburten- und Sterberate auf einem sehr hohen Stand nahezu die Waage. Die Bevölkerung wächst sehr langsam und zeichnet sich aus durch eine hohe Sterberate an Kriegen, Seuchen und Hungersnöte. In der Phase 2, der frühindustriellen Bevölkerung setzen die "Segnungen" der Zivilisation, bzw. der besseren medizinischen Versorgung ein. Die Kindersterblichkeit geht zurück, die Menschen werden älter. Die Sterberate sinkt, aber die Geburtenrate bleibt hoch, da sich das Fruchtbarkeitsverhalten der Menschen nur sehr langsam ändert. Das bedeutet einen steigenden Geburtenüberschuss und damit ein zunehmendes Bevölkerungswachstum.
In der Phase 3 sinkt die Sterberate weiter langsam ab. Allmählich sinkt jedoch auch als Folge eines höheren Lebensstandards die Geburtenrate, die Altersvorsorge wird nicht mehr allein durch Kinder bestimmt. Das Konsumverhalten ändert sich, Empfängnisverhütung wird praktiziert. Das Wachstum ist zwar noch hoch, zeigt jedoch schon sinkende Tendenz.
In der Phase 4 oder Spättransformationsphase, nähern sich Geburten- und Sterberate so weit, dass die Bevölkerungszahl konstant bleibt oder gar abnimmt. Ein hoher
8 Kuls, 144 ff.
7
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Alexandra Meier, 2003, Bevölkerungsentwicklung - UV, Munich, GRIN Publishing GmbH
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