jeweils um Code switching oder borrowing handelt, lässt sich am Grad der phonologischen und morphosyntaktischen Integration der Elemente aus der embedded language in die Matrix language 1 feststellen.
Damit Code switching funktionieren kann, sollten alle Teilnehmer der Konversation in ausreichendem Maße über Kenntnisse beider Sprachen verfügen und zwar sowohl hinsichtlich der Grammatik als auch des Vokabulars. Deshalb findet Code Switching hauptsächlich bei der Konversation bi- oder multilingualer Individuen statt, wie zum Beispiel im E lsass und in Lothringen. Durch die Grenznähe und aufgrund der Geschichte ist es dort zu einem engen Sprachkontakt zwischen dem Französischen und dem Deutschen gekommen.
2. Forschungsmethoden zum Thema Code Switching
Es gibt verschiedene Methoden, den Forschungsgegenstand Code Switching oder das Sprachverhalten bi- beziehungsweise multilingualer Individuen und Gruppen zu untersuchen. Hierzu können entweder Befragungen mittels Fragebögen durchgeführt werden oder aufgezeichnete, gesprochene Texte untersucht werden.
An gesprochenen Texten ist das freie Gespräch „in natürlicher Umgebung und ohne verzerrende Einflussfaktoren“ (Maurer 2002: 71) natürlich der Idealfall. Aus wissenschaftlichem Blickwinkel bietet sich hier die verdeckte Sprachaufnahme an. Verdeckte Sprachaufnahme heißt bei Maurer, dass Gespräche mitgeschnitten werden, ohne dass die Gesprächsteilnehmer sich dessen bewusst sind, dass sie aufgenommen werden. Vom ethischen Standpunkt her ist dies jedoch diskutabel. Deshalb wird das Aufnahmegerät häufig zum verzerrenden Faktor. Wenn bekannt ist, dass Gespräche aufgenommen werden, beeinflusst dies häufig die Spontaneität. Allerdings gerät das Aufnahmegerät immer mehr in Vergessenheit, je länger die Versuchspersonen diskutieren, ohne ständig auf die Präsenz des Gerätes aufmerksam gemacht zu werden. (vgl. Maurer 2002: 71ff). Bei gelenkten Gesprächen
1 Nach Myers-Scottons „Matrix Language Frame Model“ wird Code switching nicht in symmetrischer Weise benutzt. Es gibt Unterschiede in Frequenz und Ausdehnung der benutzten Sprachen. Die Sprecher switchen unterschiedlich oft. Es gibt also in bilingualer Konversation eine dominante Sprache (= „Matrix „ oder „Base language“) und eine weniger dominante Sprache (= „embedded language“) (vgl. Goebl e.a. 1996: 600ff)
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werden die Diskussionsthemen oder Gegenstände der jeweiligen Unterhaltung festgelegt (vgl. Maurer 2002: 67). Dadurch lässt sich gut untersuchen, inwieweit unterschiedliche Sprecher aus ein- und derselben Sprachgruppe unterschiedlich switchen, wenn es um die gleichen Themen geht. Durch gelenkte Gespräche kann man beispielsweise nachweisen, ob der Gebrauch einer bestimmten Sprache mit der Domäne, dem Grad der Institutionalisierung einer Situation oder aber mit den Vorlieben und Kompetenzen der Gesprächsteilnehmer zusammenhängt. Allerdings kann dies wiederum auf Kosten der Spontaneität gehen.
Ähnlich verhält es sich beim offenen Leitfadeninterview, wobei hier meist nur Einzelpersonen und keine Gruppen befragt werden. Der Interviewer orientiert sich an einer bestimmten Vorgabe, um vergleichbare Daten zu sammeln. Er sollte geschlossene Fragen vermeiden. Um trotz des vorgegebenen Leitfadens die Gesprächssituation aufrecht zu erhalten und eine Vertrauensbasis zu schaffen, „ist es notwendig, auch Gegenfragen des Interviewten an die Person des Befragers zuzulassen“ (Stroh 1993: 24).
Auch Fragebögen können Auskunft über das Sprachverhalten bi- oder multilingualer Sprechergruppen geben. Mit Hilfe der Fragebögen können die Sprecher zwar ihre Präferenzen, was den Gebrauch beider Sprachen angeht, zum Ausdruck bringen, allerdings ist Beantwortung der Bögen durch die Probanden immer subjektiv. Situationen, in welchen die Versuchspersonen instinktiv, ohne es zu merken, switchen, werden hierbei außen vor gelassen. Fragebögen werden häufig zur Unterstützung von Datenaufzeichnungen verwendet, beispielsweise um Alter, Geschlecht, soziale Hintergründe, Bildungsniveau etc. zu erfassen (vgl. Maurer 2002: 78ff). Bei zweisprachig angebotenen Fragebögen kann auch die jeweils vom Informanten gewählte Fassung (‚Fragebogen’ oder ‚Questionnaire’) aufschlussreich sein (vgl. Hoffmeister 1977: 9).
3. Bilingualismus im Elsass und in Lothringen
Im Elsass wird bekanntlich deutsch und französisch gesprochen. De facto liegt in dieser Region jedoch so etwas wie eine Dreisprachigkeit vor. Schriftsprachen im
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Elsass sind Hochdeutsch und Hochfranzösisch. Gesprochen werden jedoch Französisch und Elsässisch, eine Varietät des Deutschen. So gibt es theoretisch drei mögliche Kombinationen von Code Switching, nämlich einmal zwischen französisch und hochdeutsch, zwischen französisch und elsässisch sowie zwischen elsässisch und hochdeutsch.
Im Allgemeinen wird von einer Zweisprachigkeit ausgegangen, die Hochdeutsch und Französisch beinhaltet. Diese Art der Zweisprachigkeit beschränkt sich jedoch nicht auf das Elsass. Sie existiert in dieser Art ebenso in Belgien, Luxemburg, der Schweiz oder Österreich. Sie kommt aber auch in kosmopolitischen Städten wie Berlin oder Paris vor. Würde man sich beim Beschreiben der bilingualen Situation im Elsass auf diese eine Möglichkeit der Zweisprachigkeit beschränken, könnte man sich zwangsläufig nur auf eine kleine intellektuele oder „bourgeoise“ (Philipps …..: 185) Elite beziehen. Eine nicht zu unterschätzende Anzahl der elsässischen Bevölkerung drückt sich nämlich im Französischen eher zögernd bisweilen sogar inkorrekt und im Hochdeutschen mehr schlecht als recht aus. Viele fühlen sich am wohlsten, wenn sie den elsässischen Dialekt benutzen (vgl: Cercle René Schickele 1969: 67).
In der gesprochenen Sprache wird hauptsächlich der elsässische Dialekt benutzt. Für den Schriftverkehr wird eher das Französische gebraucht. Fachleute nennen dies auch Diglossie, da das Französische eine Sprache im eigentlichen Sinne, das Elsässische jedoch eine gesprochene Varietät des Deutschen, also keine eigene Sprache ist. Philipps spricht gar von einer „forme bâtarde du bilinguisme“ (Philipps ….: 187). Allerdings könne sich, so Philipps weiter, der Dialekt nicht ohne den Kontakt mit der deutschen Sprache halten. Er würde nach und nach vom Französischen verdrängt werden, da er ohne gewisse, neu hinzu kommende Elemente aus dem Hochdeutschen einfach in manchen Situationen nicht mehr zeitgemäß wäre, in welchen modernes Fachvokabular oder ähnliches unabdingbar ist. Ein Elsässer beherrscht also normalerweise beide Varianten des Deutschen: die Hochsprache sowie den Dialekt. Dies ist jedoch keine Zweisprachigkeit (vgl. Philipps……: 186ff).
Typisch für das Elsässische ist ein relativ konkretes Vokabular, zum Beispiel ein reichhaltiger Wortschatz was die Landwirtschaft betrifft. Abstrakte Begriffe sind in
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Arbeit zitieren:
Horn Brigitte, 2003, Code-Switching und Sprachkontakt am Beispiel des Elsass und Lothringens, München, GRIN Verlag GmbH
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