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1 Einleitung 4
2 Ausgangstextanalyse nach Christiane Nord 5
2.1 Analyse der textexternen Faktoren 5
2.1.1 Textproduzent und Sender 5
2.1.2 Senderintention 5
2.1.3 Empfänger 6
2.1.4 Trägermedium 7
2.1.5 Ortspragmatik 7
2.1.6 Zeitpragmatik 8
2.1.7 Kommunikationsanlaß 8
2.1.8 Textsorte und Textfunktion 8
2.2 Analyse der textinternen Faktoren 11
2.2.1 Thematik 11
2.2.2 Textinhalt 11
2.2.3 Präsupposit ionen 12
2.2.4 Aufbau und Gliederung des Textes 12
2.2.5 Nonverbale Elemente 13
2.2.6 Lexik 13
2.2.7 Syntax 14
3 Kommentierte Übersetzung 15
3.1 Ausgangstext 15
3.2 Übersetzung 16
3.3 Kommentar 18
4 Schluß 24
5 Literaturverzeichnis 25
6 Anhang 26
1 Einleitung
Ich habe mich für den am 6.7.2001 im Corriere della Sera erschienenen Text Istruzioni per una vacanza di lavoro von Enrico Bertolino entschieden, da mir der Text in vielerlei Hinsicht gefällt. Das Thema ist aktuell und interessant, nicht nur in Italien, sondern auch in Deutschland. Ich finde das Thema zudem auch wichtig, denn durch den Artikel wird der Leser nicht nur zum Schmunzeln und Lachen gebracht, sondern auch zum Nachdenken angeregt. In irgendeiner Weise kann sich vielleicht fast jeder, auch wenn er kein Manager ist, in dem Artikel wiederfinden. Vielleicht gelangt man so zur Selbsterkenntnis, und der eine oder andere überdenkt sein - teilweise absurdes, und auch trauriges - Verhalten und fragt sich, warum er/ sie nicht anders kann, als die Arbeit mit in den Urlaub zu nehmen, nicht abschalten zu können, das Familienleben, besonders im Urlaub, nur schwer ertragen zu können. Durch den witzig- ironischen Stil des Autors ist der Text zudem auch gut für eine kommentierte Übersetzung geeignet. Die Ironie und der Witz werden häufig durch Wortspiele, kulturspezifische Elemente usw. hervorgerufen. Ich werde den Text zunächst analysieren (Kap. 2). Dabei stütze ich mich zum einen auf die Ausgangstextanalyse von Christiane Nord 1 , zum anderen auch auf die übersetzungsrelevante Texttypologie von Katharina Reiß 2 und auch auf Werner Koller 3 . Kap. 3 umfaßt den Ausgangstext (AT), meine Übersetzung des Textes (Zie ltext ZT) und den Kommentar zur Übersetzung. Ich werde darin auf die Schwierigkeiten während des Übersetzungsvorgangs eingehen und meine Übersetzungsstrategie begründen. Im Anhang befindet sich eine Kopie des Originaltextes. Sie dient hauptsächlich zur Veranschaulichung, wenn es um die Textsorte geht.
1 Chris tiane Nord: Textanalyse und Übersetzen. 3. Aufl., Heidelberg: Julius Groos Verlag, 1995
2 Katharina Reiß: Möglichkeiten und Grenzen der Übersetzungskritik . Würzburg: Max Hueber Verlag, 1971
3 Werner Koller: Einführung in die Übersetzungswissenschaft, 4., völlig neu bearbeitete Aufl.,
Heidelberg/Wiesbaden: Quelle und Meyer, 1992
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2 Ausgangstextanalyse nach Christiane Nord
2.1 Analyse der textexternen Faktoren
2.1.1 Textproduzent und Sender
Textproduzent dieses Textes ist der italienische Kabarettist, Schauspieler, Moderator und Autor Enrico Bertolino (geb. 1960 in Mailand). Enrico Bertolino schreibt für verschiedene italienische Zeitungen und Zeitschriften 4 . Der Text erschien in der Kolumne I nuovi lavor...attori in der Beilage Corriere Lavoro zum Corriere della Sera. Bertolino ist nicht nur Textproduzent, sondern auch Sender. Denn als „Sender eines Textes bezeichnen wir im allgemeinen die Person (oder Institution etc.), die den Text zu einer Mitteilung an jemand anderen verwendet bzw. mit ihm etwas erreichen will“ 5 . Und aufgrund der Textsorte (s. 2.1.8) ist hier eindeutig, daß der Autor seine Meinung äußert und zum Nachdenken anregen will, also demnach auch Sender ist.
2.1.2 Senderintention
Um die Intention zu ermitteln, muß man sich fragen: „Was will der Sender mit dem Text (beim Empfänger) bewirken“ 6 ? C. Nord unterscheidet hier zwischen vier verschiedenen Arten der Intention: Wenn der Sender den Empfänger nur über einen Sachverhalt informieren will, spricht sie von Darstellungsintention. Will der Autor dagegen etwas über sich selbst und seine Einstellung zu den Dingen mitteilen, so handelt es sich um Ausdrucksintention. Will der Autor den Empfänger zu einer bestimmten Einstellung oder Handlung bewegen, so bezeichnet sie das als Appellintention. Wenn lediglich der Kontakt zum Empfänger hergestellt oder aufrechterhalten werden soll, spricht sie von der phatischen Intention 7 . Aufgrund der Textsorte Kolumne (s. 2.1.8) handelt es sich bei dem vorliegenden Text um eine Appellintention. Die Intention des Autors ist es nämlich, den Leser zum Lachen zu bringen, also zu unterhalten, aber auch gleichzeitig zum Nachdenken anzuregen.
4 Vgl.: http://www.enricobertolino.it
5 Nord: S. 49
6 Nord: S. 54
7 Nord: S. 55 f.
5
An dieser Stelle möchte ich mich auch kurz auf Katharina Reiß beziehen. Sie unterteilt Texte in die Grundtypen inhaltsbetonte Texte, formbetonte Texte und appellbetonte Texte: „Dabei sind unter inhaltsbetonten Texten jene zu verstehen, die das Hauptgewicht auf die Vermittlung von Inhalten, von Informationen legen. Formbetonte Texte dagegen vermitteln zwar auch Inhalt, aber die sprachliche Form, in der dies geschieht, ist die dominierende Komponente des Textes“ 8 . Der appellbetonte Text vermittelt Inhalt - wie jeder Text -, und dies in einer bestimmten sprachlichen Form; jedoch ordnet sich seine Gestaltung einer besonderen Absicht, einem mehr oder weniger deutlich erkennbaren Ziel unter; relevant ist bei solchen Texten vor allem die Erzielung eines außersprachlichen Effektes, bewahrt werden muß bei der Übersetzung der deutliche Appell an den Hörer oder Leser des Textes 9 . Um nun die unmittelbare Wirkung des Appells zu gewährleisten, muß beim appellbetonten Texttyp nach K. Reiß oder einem Text mit Appellfunktion nach C. Nord, die Zielsprache im Vordergrund stehen. Es stellt sich nun die Frage, mit welchen Mitteln man eine Wirkungsäquivalenz erreichen kann, und inwieweit dies überhaupt gelingt.
Um den textimmanenten Appell zu erhalten, wird ein „assimilierendes Übersetzen“ geradezu unabdingbar notwendig. Hierbei spielen die sogenannten „dynamischen Äquivalenzen“ eine wichtige Rolle 10 .
2.1.3 Empfänger
Die Informationen zum Empfänger (auch Adressat oder Rezipient genannt), der oft als wichtigster pragmatischer Faktor berücksichtigt werden muß, ergeben sich in diesem Fall aus dem Medium. AT-Empfänger sind Leser und Leserinnen der überregionalen, italienischen Tageszeitung Corriere della Sera. Der Artikel ist in der Beilage Corriere Lavoro erschienen, die dem Corriere della Sera (fast) jeden Freitag beiliegt. Auch wenn sich die Beilage eher an den arbeitenden oder arbeitssuchenden Teil der Bevölkerung richtet, ist der Artikel an alle Leser und Leserinnen gerichtet bzw. vom gesamten Leserkreis der Zeitung zu verstehen. Hierzu zählen vor allem Personen der schulisch gebildeten Mittelschicht. Da die Zeitung in ganz Italien erscheint, richtet sich der Text an alle Italiener und Italienerinnen. Die AT-Rezipienten werden vom Autor direkt angesprochen (direkte Anrede).
8 Reiß: S. 32
9 Vgl.: Reiß: S. 33 f.
10 Vgl.: Reiß: S. 47 f.
6
Der deutsche ZT-Empfänger wäre ein ähnlicher Lesertyp, da man sich vorstellen könnte, daß der Text auch in einer deutschen Tageszeitung, regional oder überregional, oder einer Zeitschrift, wie z. B. in einem Nachrichtenmagazin, erscheinen könnte. Das Thema des Textes ist auch in Deutschland aktuell. Um beim ZT-Rezipienten dieselbe Wirkung hervorzurufen, müssen jedoch einige vorhandene kulturspezifische Elemente, die also in der Ausgangssprache verstanden werden, in der Zielsprache jedoch nicht, verändert werden. Der Text muß also so auf den ZT-Empfänger zugeschnitten werden, daß eine Wirkungsäquivalenz erreicht wird.
2.1.4 Trägermedium
Unter Medium versteht C. Nord, „das Transportmittel oder -vehikel, mit dessen Hilfe der Text an den Empfänger gelangt ...“ 11 . Da es sich hier um schriftliche Kommunikation handelt, ist das Medium ein Trägermedium, das heißt, nach C. Nord die Publikationsform in Zeitung, Zeitschrift, Buch etc., in die sie auch Subklassifikationen wie z. B. „Feuilleton“ mit einbezieht 12 . Das Trägermedium ist die überregionale, italienische Tageszeitung Corriere della Sera. Der Artikel erschien in der (fast) jeden Freitag erscheinenden Beilage Corriere Lavoro. Als Medium für den ZT käme ebenfalls eine Zeitung, z. B. eine überregionale oder regionale Tageszeitung, oder auch eine Zeitschrift, wie z. B. „Stern“, „Focus“ oder „Wirtschaftswoche“ in Frage.
2.1.5 Ortspragmatik
Die Ortspragmatik bezieht sich vor allem auf den Ort der Textproduktion, also die Umgebung von Sender und Textproduzent 13 . Da bei Zeitungsartikeln der Erscheinungsort der Zeitung als Ort der Textproduktion 14 angenommen wird, ist der Ort der Textproduktion in diesem Fall Italien, genauer gesagt Mailand, da sich dort der Sitz der Verlagsgruppe RCS Editori (Rizzoli-Corriere della Sera) befindet.
In abgeänderter Form könnte der Artikel auch in Deutschland erscheinen, da es sich bei dem Thema auch um ein deutsches, wahrscheinlich sogar um ein westeuropäisches Phänomen handelt. Der Text ist also nicht an den Ort gebunden.
11 Nord: S. 64
12 Vgl.: Nord: S. 65
13 Vg l.: Nord: S. 69
14 Vgl.: Nord: S. 71
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2.1.6 Zeitpragmatik
Neben dem Faktor Sender, spielt auch der Faktor Zeit eine große Rolle. Es ist nämlich darauf zu achten, ob es einen besonderen Aktualitätsbezug gibt. Der Zeitfaktor ist sogar oftmals entscheidend dafür, ob eine Translation überhaupt motivierbar ist 15 . Der Artikel erschien am Freitag, den 6.7.2001. Er hat einen gewissen Aktualitätsbezug, da es einen besonderen zeitgebundenen Anlaß ( s. 2.1.7) gab, den Artikel zu schreiben und zu veröffentlichen. Eine Publikation des Textes in Form einer Kolumne in einer deutschen Zeitung oder Zeitschrift wäre ebenfalls nur vor Beginn der Urlaubszeit, im Juni oder Juli (also zu Beginn der Sommerferien, je nach Bundesland bei regionalen Zeitungen) möglich. Zu einer anderen Jahreszeit könnte man sich die im Text enthaltenen Informationen nur in einer anderen Textsorte vorstellen.
2.1.7 Kommunikationsanlaß
C. Nord unterscheidet hierbei „zwischen dem Anlaß, aus dem ein Text produziert, und dem Anlaß, für den ein Text produziert wird“ 16 . In diesem Fall handelt es sich um den ersten Fall. Der Artikel wurde aus Anlaß der bevorstehenden Ferienzeit produziert und veröffentlicht. Der Anlaß wird auch im ersten Satz - Anche quest’anno sta arrivando il periodo tanto desiderato, quanto temuto, dai lavoratori: le ferie. explizit genannt. Der Anlaß ist mehr als nur ein Auslöser, er wird praktisch im Text thematisiert.
2.1.8 Textsorte und Textfunktion
Zunächst möchte ich auf die Textsorte eingehen. Bei der Betrachtung der Textsorte ist zu klären, ob es für diese gewisse Textkonventionen gibt. Es ist also zu untersuchen, ob Elemente des Textes an die eventuell vorhandenen Konventionen gebunden sind, oder vom Autor so beabsichtigt sind.
15 Vgl.: Nord: S. 73
16 Nord: S. 77.
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Arbeit zitieren:
Diplom-Übersetzerin Karoline Ebel, 2001, Kommentierte Übersetzung ins Deutsche - Der Artikel "Istruzioni per una vacanza di lavoro" von Enrico Bertolino, München, GRIN Verlag GmbH
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