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INHALTSVERZEICHNIS
I. EINLEITUNG
- Schwerpunkt der Arbeit
II. HAUPTTEIL
1. Charismatismus
1.1. Unterschiede charismatischer Strukturen zu patriarchalen bzw. „Alltagsgebilden“
1.2. Charakteristika charismatischer Herrschaft
2. Umbildung des Charisma
2.1. Veralltäglichung des Charismas
Das Charisma der Vernunft
3. Veränderungen durch den Rationalisierungsprozess
4. Beispiele
4.1. Russland
4.2. Italien
III. SCHLUSS
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I. EINLEITUNG
Im folgenden Text habe ich mich mit Max Webers Charismatismus bzw. seiner Definition der charismatischen Herrschaft beschäftigt. Im Mittelpunkt meiner Arbeit steht das Problem der Dauerhaftigkeit dieses Herrschaftstypes und den damit bestehenden Zusammenhang zur rationalen Herrschaft. Aufgrund fehlender Strukturen im Charismatismus, welche durch die Prozesse der Veralltäglichung des Charismas bzw. der Umbildung des Charismas notwendig werden um dessen Dauerhaftigkeit zu sichern, kommt es zu einen Rationalisierungsschub. Ich möchte den Weg der Rationalisierung des Charismas bzw. die für diesen Prozess grundlegende Veralltäglichung bzw. Umbildung des Charismas, näher erläutern.
Im ersten Abschnitt des Hauptteiles stelle ich zunächst kurz die von Max Weber aufgestellte Definition des Charismatismus dar.
II. HAUPTTEIL
1. Charismatismus
Das Gebilde der charismatischen Herrschaft ist bestimmt durch das Fehlen einer „ Stetigkeit“. Das heißt, der Charismatismus ist außeralltäglich. Bürokratische und patriarchale Strukturen gelten in diesen Sinne dagegen als „ Alltagsgebilde “ (Dauergebilde). Der Patriarch ist der „natürliche Leiter “ des Alltags. Die patriarchale Struktur wurzelt in der Deckung des stets wiederkehrenden, normalen Alltagsbedarfs und hat daher ihre urwüchsige Stätte in der Wirtschaft, und zwar in denjenigen ihrer Zweige, welche mit normalen, alltäglichen Mitteln zu decken sind. Die bürokratische Struktur ist darin nur ihr ins Rationale transponiertes Gegenbild, welches mit ihren System rationaler Regeln, auf Befriedigung berechenbarer Dauerbedürfnisse mit normalen Mitteln zugeschnitten ist. Die Deckung allen über die Anforderungen des ökonomischen Alltags hinausgehenden Bedarfs dagegen ist je mehr wir historisch zurücksehen, desto mehr, prinzipiell gänzlich heterogen und zwar: charismatisch, fundamentiert gewesen. Das bedeutet: die „natürlichen“ Leiter in psychischer, physischer, ökonomischer, ethischer, religiöser, politischer Not, waren weder Amtsleute, Fachleute, sondern Träger spezifischer, als übernatürlich (im Sinne von: nicht jedermann zugänglich) gedachter Gaben
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des Körper und Geistes. Kraft dieser Gabe („Charisma“) und - wenn die Gottesidee schon deutlich konzipiert war - kraft der darin liegenden göttlichen Sendung übten sie ihre Kunst und Herrschaft. Die charismatische Struktur kennt weder Form oder ein geordnetes Verfahren der Anstellung oder Absetzung noch der „Karriere“ oder des „Avancements“, noch einen „Gehalt“, noch eine geregelte Fachbildung des Charismaträgers oder seiner Gehilfen, weder eine Kontroll- oder Berufsinstanz, noch endlich bestehen von den Personen und den Bestandes ihres rein persönlichen Charismas unabhängige ständige Institutionen nach Art bürokratischer „Behörden“. Das Charisma kennt nur innere Bestimmtheiten und Grenzen seiner selbst. Der Charismaträger findet Gehorsam und Gefolgschaft kraft seiner erfolgreichen Sendung. Wird die Sendung des Charismaträgers nicht anerkannt von seiner Gefolgschaft, so bricht sein Anspruch zusammen. Bei Anerkennung ist er solange ihr Herr, wie er sich durch „Bewährung“ die Anerkenntnis zu erhalten weiß. Der Herr leitet dabei nicht etwa aus dem Willen der Gefolgschaft, nach Art einer Wahl, sein „Recht“ auf Anerkennung ab, - sondern umgekehrt: die Anerkennung des charismatisch Qualifizierten ist die Pflicht derer, an welche sich seine Sendung wendet. 1 1.1. Unterschiede charismatischer Strukturen zu patriarchalen Strukturen bzw. „Alltagsgebilden“:
Das Charisma lehnt immer den planvollen rationalen Geldgewinn, überhaupt alles rationale Wirtschaften, als würdelos ab. à Darin liegt sein schroffer Gegensatz auch gegen alle „patriarchale Struktur“, welche auf der geordneten Basis des „Haushalts“ beruht.
• In seiner „reinen“ Form ist das Charisma für seine Träger nie private Erwerbsquelle im Sinn ökonomischer Ausnutzung nach Art eines Tausches von Leistung und Gegenleistung, aber auch nicht in der anderen einer Besoldung, und ebenso kennt es keine Steuerordnung für den sachlichen Bedarf seiner Mission. Sondern es wird, wenn seine Mission eine solche des Friedens ist, ökonomisch mit den erforderlichen Mitteln entweder durch individuelle Mäzenate oder durch Ehrengeschenke, Beiträge und andere freiwillige Leistungen derjenigen, an welche es sich wendet ausgestattet, oder - wie bei den charismatischen Kriegshelden - gibt die Beute zugleich einen der Zwecke und die materiellen Mittel der Mission ab.
Arbeit zitieren:
Marko Rossmann, 1999, Max Webers Charismatismus - Veralltäglichung bzw. Umbildung des Charismas und der Prozess der Rationalisierung als Folge., München, GRIN Verlag GmbH
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