Inhaltsverzeichnis
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1. Das Gedicht „Der Gesang der Geister über den Wassern“ 3
2. Einleitung 4
3. Johann Wolfgang von Goethe - eine biografische Notiz 4
4. Analyse des Gedichts
4.1. Die Epoche der Romantik 5
4.2. Einordnung des Gedichts in seinen Entstehungskontext 7
4.3. Formanalyse und Interpretation 8
4.3.1. Funktion und Bedeutung des Vergleichs
auch unter religiösem Aspekt 12
5. Resümee 16
6. Anhang: Goethes wichtigste Werke 17
7. Literaturverzeichnis 18
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1. Das Gedicht
Gesang der Geister über den Wassern 1
Johann Wolfgang von Goethe (1779)
Im flachen Bette 1 Des Menschen Seele Schleicht er das Wiesental hin, Gleicht dem Wasser: 25Und in dem glatten See Vom Himmel kommt es, Weiden ihr Antlitz Zum Himmel steigt es, Alle Gestirne. 5 Und wieder nieder Zur Erde muß es, Wind ist der Welle Ewig wechselnd. Lieblicher Buhler; 30Wind mischt vom Grund aus Strömt von der hohen, schäumende Wogen. Steilen Felswand 10Der reine Strahl, Seele des Menschen, Dann stäubt er lieblich Wie gleichst du dem Wasser! In Wolkenwellen Schicksal des Menschen, Zum glatten Fels, 35Wie gleichst du dem Wind! Und leicht empfangen 15Wallt er verschleiernd, Leisrauschend Zur Tiefe nieder.
Ragen Klippen
Dem Sturz entgegen, Schäumt er 20unmutig Stufenweise Zum Abgrund
1 entnommen aus: Eggerer, Wilhelm und Rötzer, Hans Gerd: Gesang der Geister über den Wassern; in: Manz großer Analysenband (s. LV Nr.2)
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2. Einleitung
Das Gedicht Goethes „Der Gesang der Geister über den Wassern“ war für den Gegenstand meiner Hausarbeit insofern attraktiv, als dass es vielerlei Betrachtungsweisen unter der Berücksichtigung unterschiedlichster Aspekte zulässt:
• Schreibt Goethe hier eine „religiöse Abhandlung“ seiner Ansichten?
• Inwiefern sind in diesem Gedicht romantische Züge zu finden, in einem Gedicht des
„Begründers“ der Klassik?
• Wie ist dieses Gedicht entstanden? Welche Einflüsse haben darauf gewirkt?
Zumindest diese drei Fragen werde ich behandeln und auch in meiner Interpretation berücksichtigen. Aufgrund nur „spärlich gesäter“ Sekundärliteratur werde ich nur wenige andere Autorenmeinungen berücksichtigen und mit ihnen in Diskurs gehen können. In meiner Interpretation werde ich erst einen allgemeinen Ansatz formulieren um mich anschließend auf einzelne Aspekte wie Seele, Wasser, Beziehung zu Frau von Stein, Schicksal zu konzentrieren. Rückgriffe, Überschneidungen und Begründungen mit der Formanalyse sind unverzichtbar, notwendig und meiner Ansicht nach durchaus sinnvoll. Im anschließenden Resümee werde ich meinen Gesamteindruck formulieren und für mich ein Fazit aus dieser Arbeit ziehen.
3. Johann Wolfgang von Goethe - eine biografische Notiz 2
28.August 1749 Goethe wird in Frankfurt am Main als erstes von 6 Kindern des kaiserlichen Rates Johann Caspar Goethe und Catharina Elisabeth Textor geboren. 1765 Er beginnt das Studium der Rechte in Leipzig, wendet sich aber davon ab und bevorzugt die Literaturgeschichte. 1768-1770 Krankheit 1770 Goethe setzt sein Jurastudium in Straßburg fort und promoviert
2 Schwarz, Jürgen: Goethe kennen lernen (s. LV Nr.9)
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1771-1775 Anwaltstätigkeit in Frankfurt ab 1775 Herzog Carl August von Weimar bestellt Goethe für Amtsgeschäfte nach
1775-1780 Reisen in die Schweiz, darunter auch eine Reise zum Staubbach in Lauterbrunnen, währenddessen das Gedicht entstand. 1786-1790 Reisen nach Italien 1791-1817 Theaterleitung in Weimar 1806-1823 In dieser Zeit unternimmt er viele Badereisen der Gesundheit wegen. 1832 Goethe stirbt in Weimar, nachdem er sich gerade in seinen späteren Jahren
4. Analyse des Gedichts
4.1. Die Epoche der Romantik
Selbstverständlich gehörte Goethe durchaus der deutschen Klassik an, dieser Epoche, die sich bewusst wieder nach der klassischen griechisch-römischen Kultur richtete und in der Dichtung die Natur- und Gefühlsschwärmerei des Sturm und Drang überwunden hatte. Der Mensch als in sich ruhend, gut und schön bildete das Ideal der Klassik. Das Zentrum dieser Epoche bildete Weimar, wo Goethe nahezu 50 Jahre seines Lebens verbrachte. Viele sehen in ihm sogar den Begründer dieser Epoche, deren Daten sich an seiner Italienreise (Antritt 1786) und an seinem Tod im Jahr 1832 festmachen lassen.
Warum erwähne ich nun aber die Romantik? Zu ihr hatte Goethe eine differenzierte Meinung. Zum Einen gehörte er durchaus zu denen, die über eine klassische, also objektive und gegenständliche Anschauung der Welt verfügten. Diese Ansicht gegen die Romantik gipfelte in Goethes Ausspruch „Klassisch ist das Gesunde, romantisch das Kranke.“ 3 Zum Anderen
lässt sich aber gerade in seinen Frühwerken wie „Die Leiden des jungen Werthers“ erkennen, dass ihm die weltanschaulichen und kunstphilosophischen Quellen der Romantik um 1800 durchaus wichtig waren. Jörg Knobloch zitiert hierzu folgenden Ausspruch Goethes: „Was ich nicht lebte und was mir nicht auf den Nägeln brannte und zu schaffen machte, habe ich auch
3 Wilpert, Gero von: Goethe-Lexikon S.905 Stichwort „Romantik“ (s. LV Nr.9)
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Arbeit zitieren:
Verena Decker, 2003, Goethe - Analyse seines Gedichts "Gesang der Geister über den Wassern", München, GRIN Verlag GmbH
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Hallo,
als Autorin dieser Arbeit kann ich gerne weitere Fragen zu diesem Thema beantworten. Schreiben Sie einfach eine Mail an vdecker@gmx.de
Viele Grüße
Verena Decker
am Monday, October 17, 2005-