Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 3
2. Darstellung von verschiedenen Methoden der Berechnung von Ehescheidungsziffern 3
3. Vor und Nachteile von verschiedenen Methoden der Berechnung von
Ehescheidungsziffern 5
3.1 Die allgemeine Ehescheidungsziffer 5
3.2 Die spezifische Ehescheidungsziffer 7
3.3 Die ehedauerspezifische Ehescheidungsziffer 7
3.4 Die zusammengefaßte Ehescheidungsziffer 10
4. Internationaler Vergleich der allgemeinen Ehescheidungsziffer 12
5. Abschließende Bemerkungen 15
6. Literaturverzeichnis 16
2
1. Einleitung
In der öffentlichen Diskussion scheint es zwar zum Standardwissen zu gehören, daß jede dritte Ehe geschieden wird; es wird jedoch meistens nicht erwähnt, wie man zu diesem Ergebnis gekommen ist.
Welche Methoden zur Berechnung dieser Ehescheidungsziffern zu Grunde gelegt werden und welche Aussagekraft sie haben, soll in dieser Arbeit erläutert werden. Außerdem sollen die Vor- und Nachteile dieser Ehescheidungsziffern anhand von verschiedenen Artikeln gezeigt und diskutiert werden.
Die hier vorgestellten Ehescheidungsziffern und ihre Entwicklungen innerhalb der Bundesrepublik Deutschland sollen des weiteren mit denen anderer Länder verglichen werden, um Einflußfaktoren auf das Scheidungsverhalten zu verdeutlichen.
2. Darstellung von verschiedenen Methoden der Berechnung von
Ehescheidungsziffern
In der Fachliteratur und in Untersuchungen werden in Bezug auf Ehescheidungen häufig vier Berechnungsmethoden angewendet: die allgemeine, die spezifische, die ehedauerspezifische und die zusammengefaßte Ehescheidungsziffer. Diese sollen im Folgenden vorgestellt werden.
Die allgemeine Ehescheidungsziffer
FEICHTINGER (1973: 88) definiert die allgemeine Ehescheidungsziffer folgendermaßen:
ngen Ehescheidu der Zahl
allgemeine
In Studien wird diese Ehescheidungsziffer als Anzahl der Ehescheidungen auf 10 000 Einwohner wiedergegeben.
3
Die spezifische Ehescheidungsziffer
Die spezifische Ehescheidungsziffer erhält man, „wenn man die Zahl der Ehescheidungen in einem Kalenderjahr auf die bestehenden Ehen bezieht (mal 10 000)“ (FEICHTINGER 1973: 88).
Es wird bei dieser Methode allerdings nicht nach Eheschließungsjahrgang und Ehedauer unterschieden, sondern es gehen Anzahl an Scheidungen und an bestehenden Ehen davon unabhängig in die Berechnung mit ein.
Die ehedauerspezifische Ehescheidungsziffer
Die ehedauerspezifische Ehescheidungsziffer berechnet sich aus Anzahl der im Berichtsjahr geschiedenen Ehen eines bestimmten Eheschließungsjahrgangs auf 10 000 geschlossene Ehen des gleichen Jahrgangs (HAMMES 1995: 888). Es ist aber auch möglich, sich auf 1000 Ehen des entsprechenden Jahrgangs zu beziehen (MUELLER 1993: 146):
D
+
+ =
n x x,
1000 * h
2
Hierbei steht D für die Zahl der Scheidungen, R für alle existierenden Ehen und x für die Ehedauer in Jahren.
Diese Ehescheidungsziffer gibt Aufschluß darüber, nach welcher Ehedauer wieviele Ehen eines Eheschließungsjahrganges geschieden wurden.
Die zusammengefaßte Ehescheidungsziffer
„Zusammengefaßte Ehescheidungsziffern ergeben sich aus der Summe der ehedauerspezifischen Scheidungsziffern [...] . Ursprünglich sind die zusammengefaßten Ehescheidungsziffern bis zu einer Ehedauer von 25 Jahren berechnet worden. Mittlerweile erlaubt es die Datenlage, diese Kennziffer bis zu einer 44jährigen Ehedauer zu ermitteln“ (DORBRITZ / GÄRTNER 1995: 355).
D
+ n x x,
1000 *
2
4
3. Vor- und Nachteile von verschiedenen Methoden der Berechnung von
Ehescheidungsziffern
Im Folgenden sollen Vor- und Nachteile der weiter oben genannten Ehescheidungsziffern durch deren Anwendung in verschiedenen Untersuchungen verdeutlicht werden.
3.1 Die allgemeine Ehescheidungsziffer
Ein Vorteil dieser Ehescheidungsziffer liegt in der leichten Ermittelbarkeit (FEICHTINGER 1973: 88).
„Mit der jeweils auf 10 000 Einwohner bezogenen Scheidungsziffer können die langfristige Entwicklung der Scheidungshäufigkeit und insbesondere die zwischen West und Ost bestehenden Unterschiede verdeutlicht werden“ (HAMMES 1995: 887-888). Nachteile ergeben sich in der Aussagekraft allerdings dadurch, daß diese Ziffer entscheidend von der Familienstandstruktur abhängig ist, weil die Anzahl der Scheidungen auf 10 000 Personen unabhängig von deren Familienstand bezogen wird. Nach FEICHTINGER (1973: 88) liefert diese Art von Ehescheidungsziffer deshalb verzerrte Werte für das eigentlich zu messende Phänomen.
Tabelle 1: Ehescheidungen in Deutschland je 10 000 Einwohner
Quelle: HAMMES 1995, 887
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Quote paper:
Dr. Monique Zimmermann-Stenzel, 1999, Ehescheidungen: eine kritische Darstellung der Berechnungsmethoden von Ehescheidungsziffern, Munich, GRIN Publishing GmbH
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