2
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung 3
2 Geschlecht und Rolle 3
2.1 Geschlecht 3
2.2 geschlechtsspezifische Rollen 4
2.3 geschlechtsspezifische Rollenzuweisung und Folgen 5
3 Wandel der Geschlechterrollen 6
3.1 Probleme der Rollenerweiterung der Frau 7
3.2 Wenig oder kaum veränderte Faktoren 7
4 Heiratsannoncen 7
4.1 Zusammenfassung wichtiger Daten 8
4.2 Resümee der empirischen Analyse der Heiratsannoncen 10
4.3 Weitere Feststellungen 12
5 Fazit 12
6 Literatur 14
3
1 Einleitung
Im 21. Jahrhundert angekommen können wir nun rückblickend auf das 20. Jahrhundert schauen und Veränderungen samt ihrer Motoren analysieren. Wie hat es sich nun wirklich mit der Stellung der Geschlechter und ihrer Rollenzuweisung verhalten? Wie ist die Aussage Theodor Heuss’ zu verstehen im Kontrast zu dem sarkastischen Hintergrundbild? Welche Rollen sind der Frau und welche dem Mann in einer Partnerschaft bzw. Lebensgemeinschaft in Deutschland zugedacht? Welche Faktoren haben oder hätten einen Wandel der Geschlechterrollen zur Folge gehabt?
Im Vordergrund dieser Arbeit steht, welche Rollen Mann und Frau in einer Lebensgemeinschaft tragen. Weiterhin wird untersucht, ob und wie sich die Rollen der Geschlechter, in Deutschland, speziell in den letzten 50 Jahren, im Umbruch vom 20. zum 21. Jahrhundert, verändert haben. Zur Veranschaulichung wird eine empirische Analyse von Heiratsinseraten von Christiane Gern herangezogen.
Weitere Lebensformen, die eines allein erziehenden Mannes oder einer allein erziehenden Frau, sowie ein Single-Leben der unterschiedlichen Geschlechter werden in dieser Arbeit außen vor gelassen. Im Folgenden reduziere ich die Betrachtung ausschließlich auf die geschlechterspezifische Rollenzuweisung in einer traditionellen Familie.
2 Geschlecht und Rolle
2.1 Geschlecht
In Deutschland ist eine allgemeine Tendenz zum androgynen ( zweigeschlechtlichen ) Menschenbild vorherrschend. Ob ein Mensch das eine oder andere Geschlecht zugesprochen bekommt entscheidet laut Christa Spannbauer in unserer Kultur „…der erste Blick auf die äußeren Genitalien des Neugeborenen.“ 1 Des weiteren erweist sich, nach Christa Spannbauer,
„…das Geschlecht als ein unendlich formbares und veränderbares Produkt, das durch die herrschenden kulturellen, sozialen und politischen Diskurse seiner Zeit erst hervorgebracht wird.“ 2
1 Christa Spannbauer: Die Inszenierung der Geschlechter. In: Lebenswelten. Die Vielfalt der Geschlechter. Hg: Christa Schuhbauer. J.H. Röll GmbH, Dettelbach. 2000. S. 29.
2 Ebd. S. 30.
4
So sind das Verständnis und die unterschiedlichen Rollenzuweisungen der Geschlechter immer abhängig und eingebettet in Mikro- und Makroumstände der Menschen, wie Milieu, Gesellschaft, soziokulturelle und politische Zusammenhänge ebenso biologische Gegebenheiten.
Carl Welker bezieht zusätzlich noch das Verhältnis dieser Geschlechter in Betracht: „ Das Verhältnis beider Geschlechter berührt die tiefsten und wichtigsten Grundlagen der ganzen gesellschaftlichen Ordnung.“ 3
2.2 geschlechtsspezifische Rollen
Nach Eckert:
„Als Geschlechtsrolle verstehen wir diejenigen Verhaltensweisen, die wir von Männern und Frauen je anders erwarten.“ 4 Allgemein werden die Rollen der Geschlechter, von Mann und Frau, „…als Bündel von größtenteils normativen Erwartungen, die an die Rollenträger gestellt werden, definiert. 5
Helge Pross präzisiert die Art der Erwartungen an die geschlechterspezifischen Rollenzuweisungen in den drei folgenden Punkten:
1. Geschlechtsrollen beinhalten Erwartungen darüber, welche Rollen und Positionen Frauen und Männer im Produktionsprozess- sowie Reproduktionsprozess einnehmen. Sie enthalten Grundregeln der Arbeitsteilung, die in jeder Gesellschaft in unterschiedlicher Form vorhanden sind.
2. Es gibt Erwartungen, die nicht an eine spezielle Rolle geknüpft sind, sondern als allgemeine Natur der Menschen bezeichnet werden. Solche werden nach Holters an beide Geschlechter gestellt jedoch in unterschiedlicher Intensität. Zum Beispiel Einfühlungsvermögen. Viele dieser allgemeinen Erwartungen spiegeln sich in Geschlechtsstereotypen, wobei bestimmte Eigenschaftsbündel als spezifisch männlich, dem Mann, oder als spezifisch weiblich, der Frau, zugeschrieben werden.
3. Aus 1. und 2. resultiert, dass Geschlechtsrollen die Übernahme spezieller Rollen steuern und Erwartungen allgemeiner Art beinhalten. Geschlechtsrollen sind grundlegender als andere Rollen, da sie die Kodes weiterer Rollen beinhalten. 6
3 Ute Freivert: Mann und Weib, und Weib und Mann. Geschlechter-Differenz in der Moderne. Verlag C. H. Beck, München, 1995. S. 50.
4 Eckert 1997, 236. Zitiert nach Christiane Gern: Geschlechtsrollen. Stabilität oder Wandel. Westdeutscher Verlag, Opladen, 1992. S. 13.
5 Ebd.
6 Vgl.: Helge Pross 1984. zitiert nach Christiane Gern: Geschlechtsrollen. Stabilität oder Wandel. A.a. O. S. 14f.
5
2.3 geschlechtsspezifische Rollenzuweisung und Folgen
Nachdem erläutert wurde, dass Mann und Frau aufgrund ihres Geschlechts unterschiedliche Rollen zugewiesen bekommen, fahre ich fort, mit der speziellen, traditionellen geschlechtsspezifischen Zuweisung der Rollen. Zuerst werden die femininen, danach die maskulinen Rollen aufgezeigt.
Eine Frau übernimmt die Rollen, die den privaten, häuslichen Bereich der familiären Arbeitsteilung betreffen. Das ist die Rolle als immer gute, treue, fürsorgliche, verständnisvolle Ehefrau, Hausfrau, Mutter, Erzieherin, u.s.w.
Ihr Leben beinhaltet dadurch überwiegend die Pflege der Kinder und Versorgung des Ehemanns und Haushalt und alle sonstige häuslich bezogenen Aufgaben.
Jedoch ist ebenfalls festzuhalten, dass seit 1900 die Erwerbstätigkeit der Frau relativ konstant bei 30% lag. Doch entsprach dies nicht der Ideologie dieser Zeit und die Frau beging dadurch eine unentschuldbare Sünde. 7 Wobei die beruflichen Möglichkeiten sich inhaltlich lediglich auf die traditionellen Rollen, wie Haushaltshelferin, Pflegerin und später „Zuarbeiterin“ für männliche Berufe bezogen. 8
Dem Mann kommen im Wesentlichen die Rollen des Ernährers der Familie und die Rolle des Familienoberhaupts zu. Damit verbunden hat er die Rolle des Repräsentanten nach außen an die Öffentlichkeit.
Somit hat der Mann in der sozial-gesellschaftlichen Makrospäre, wie der Mikrospäre der Familie, eine eigene Position. Die Frau hat hingegen lediglich in der Mikrospäre eine eigene Position und wird in der Öffentlichkeit über ihren Ehemann definiert. Dadurch ergibt sich einen unterschiedlichen Zugang zu ökonomischen Machtquellen und Möglichkeiten. 9
Die Erwerbstätigkeit wird als Ressource des Mannes und nicht der Frau definiert, ähnlich wie das Bildungsniveau.
Frauen sind in dem Sinne strukturell benachteiligt, da ihre primäre Ressourcen durch den geringen Tauschwert Geld bei gleichzeitiger großer Abhängigkeit von der Familie, zu einem geringeren Status führen. 10
„Frauen und Männer w erden also tendenziell nach unterschiedlichen Kriterien beurteilt, die sich aus der gesell. Definition ihrer Rollen ergeben. Je höher ihre Rollenperformanz, desto höher der Status: Je erfolgreicher ein Mann in beruflicher
7 Vgl.: Zahlmann-Willenbacher 1979. zitiert nach Christiane Gern: Geschlechtsrollen. Stabilität oder Wandel. A.a.O. S. 16.
8 Vgl.: Der Begriff „Zuarbeiterin“ stammt aus dem Seminar.
9 Vgl.: Christiane Gern: Geschlechtsrollen. Stabilität oder Wandel. A.a. O. S. 19.
10 Vgl.: ebd. S. 18f
Quote paper:
Silke Reichert, 2004, Geschlechtsspezifische Rollenzuweisung und deren Folgen in Deutschland, Munich, GRIN Publishing GmbH
This text can be quoted and accessed from this url:
Embed
DOI
England in the 19th century (Victorian Age)
Presentation / Essay (Pre-University), 6 Pages
Grundlagen der mündlichen Kommunikation: Die Gesprächsanalyse
Scholary Paper (Seminar), 21 Pages
Die zunehmende soziale Segregation und Ausgrenzung von ethnischen Mind...
Soziale Integration oder Desin...
Sociology - Habitation, Urban Sociology
Essay, 9 Pages
Schulische Bildung und Erziehung körperbehinderter Kinder in Niedersac...
Termpaper, 10 Pages
Methodische Zugänge zum Philosophieren mit Kindern in der Grundschule
Scholary Paper (Seminar), 15 Pages
Erlebnispädagogik bei Kindern und Jugendlichen mit Körperbehinderungen
Herausforderungen, Möglichkeit...
Pedagogy - Orthopaedagogy and Special Education
Termpaper, 16 Pages
Gesprächsanalyse - Die Makrostruktur von Gesprächen
Scholary Paper (Seminar), 14 Pages
Spanisch heute - am Beispiel Argentinien
Romance Languages - Spanish Studies
Scholary Paper (Seminar), 19 Pages
Vergleich der Ansätze Piagets und Kohlbergs zur Moralentwicklung
Psychology - Developmental Psychology
Scholary Paper (Seminar), 22 Pages
Deutsche Erbschaft- und Schenkungsteuer im internationalen Vergleich
Business economics - Accounting and Taxes
Scholary Paper (Seminar), 23 Pages
Sprachpolitik im Baskenland (Spanien)
Romance Languages - Spanish Studies
Scholary Paper (Seminar), 27 Pages
Soziale Symbolik: Eine Gesprächsanalyse
Scholarly Research Paper, 17 Pages
Niebla - Eine Literarisierung der in "Del Sentimiento Tragico de ...
Romance Languages - Spanish Studies
Termpaper, 15 Pages
Medienentwicklung, Medienbegriff und Medienformen nach Marshall McLuha...
Eine Darstellung anhand des Bu...
Scholarly Paper (Advanced Seminar), 20 Pages
Lexikalische Merkmale des argentinischen Spanisch
Romance Languages - Spanish Studies
Scholarly Paper (Advanced Seminar), 29 Pages
Silke Reichert has published the text Geschlechtsspezifische Rollenzuweisung und deren Folgen in Deutschland
Silke Reichert has uploaded a new text
Die Rolle des Beitrags in der sozialen Sicherung
Colloquium der Projektgruppe f...
Hans F Zacher
Deutschlands entwicklungspolitische Prioritäten in der multilateralen ...
Fallbeispiel Inter-American De...
Alexandra Lisa Thimm
Individualarbeitnehmerschutz- & Sozialrecht Deutschland - USA in Zeite...
Eine kritische Analyse des deu...
Bernd Deffland
Fabrikbau und Moderne in Deutschland und den Niederlanden der 1920er u...
in Deutschland und den Niederl...
Ingrid Ostermann
Deutschland und Frankreich in der europäischen Union
Partner auf dem Prüfstand
Lothar Albertin
Quellen Zur Geschichte Der Rdtebewegung in Deutschland 1918/19. 1. Der...
E. Kolb, R. R]rup
0 comments