Inhalt:
1. Einleitung
2. Begriffe und Definitionen
3. Beurteilungskriterien
3.1. Performanz
3.2. Lesbarkeit
3.3. Seitenlänge
3.4. Orientierung
3.5. Navigation
3.6. Konsistenz
4. Beurteilung
4.1. „Die Welt online“ - Die Welt
4.2. „FAZ.NET Aktuell“ - Frankfurter Allgemeine Zeitung
5. Vergleich und Fazit
Literatur
2
1. Einleitung
In den letzten Jahren ist das Internet endgültig zum Alltagsmedium geworden. Die weltweite Gemeinde der Internetnutzer umfasste im Jahr 2002 ca. 400 Millionen Nutzer. Bis 2005 soll
laut einer Studie von eTForecasts 1 sogar die magische Grenze von weltweit 1 Milliarde Internet-Nutzern fallen. Schon in wenigen Jahren wird das Internet also so selbstverständlich sein wie Elektrizität, das Telefon oder fließendes Wasser. Dennoch lassen sich heute noch erhebliche regionale Unterschiede bei Internetnutzung feststellen. Gerade in Europa wird dies deutlich. Von Albanien, wo auf ca. 1400 Einwohner ein Internet-Nutzer kommt, bis Schweden und Island, wo jeder zweite Einwohner das Internet nutzt, könnten die Unterschiede kaum größer sein. Und auch Deutschland kann mit Spitzenwerten aufwarten:
Dem Nielsen//NetRatings-Daten 2 vom Januar zufolge bleiben die Deutschen im europäischen Vergleich mit 8 Stunden und 16 Minuten pro Monat am längsten im Internet. Dies rührt auch daher, dass die Deutschen das Internet mit durchschnittlich 17 Internetsitzungen pro Monat am häufigsten nutzen. So gibt es mittlerweile in Deutschland 24,2 Millionen Internet-Nutzer. In absoluten Zahlen gemessen ist man damit in Europa die unangefochtene Nr. 1 und liegt deutlich vor Großbritannien (21,2 Millionen).
Diese Zahlen täuschen jedoch schnell darüber hinweg, dass Deutschland, was das prozentuale Wachstum seiner Internet-Nutzer betrifft, zwar eine hohe Dynamik an den Tag legt, jedoch nur 24,3 Prozent aller Haushalte über einen Internet-Anschluss verfügen. Mit diesem Wert ist man in Europa lediglich Mittelmaß. So nutzen prozentual gesehen doppelt so viele Haushalte in Schweden (47,4 Prozent) das Internet wie in Deutschland. Und nicht nur die skandinavischen Länder sind bei der Internetnutzung den Deutschen weit voraus. Auch in den Niederlanden (40,9 Prozent) ist man scheinbar von den Möglichkeiten des Internet stärker
überzeugt. Dennoch boomt das Internet auch in Deutschland. Laut GfK-Webgauge 3 war die Zahl der Nutzer im Frühjahr 2002 um 11% hoher als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Die Internet-Nutzung ist dabei sehr divers und stark typenabhängig. Die Gewohnheiten von Online-Nutzern lassen sich nicht über einen Kamm scheren. Zudem verändert sich durch das starke Wachstum auch das individuelle Nutzerverhalten ständig. Dennoch lassen sich
bestimmte Grundtendenzen festmachen. So gehört laut 7. GfK-Onlinemonitor 4 , neben dem
1 http://www.etforecasts.com
2 http://www.e-ratings.com/
3 http://www.gfk-webgauge.com/titlesite/index_keyresults.htm
4 http://www.gfk.de/produkte/eigene_pdf/online_monitor.pdf
3
Versenden von Emails, das Sammeln von Informationen aus den verschiedensten Bereichen
zu den Hauptaktivitäten der Internetuser 5 .
Mittlerweile hat das Internet einen festen Platz im Gefüge der Massenmedien eingenommen. Nicht nur die Zahl der Informationssuchenden Internetuser steigt stetig. Auch die Zahl der Informationsanbieter vergrößert sich rapide. Kaum ein Unternehmen kann es sich leisten seine Onlinepräsentation zu vernachlässigen. Gerade im immer wichtiger werdenden Marktsektor der Information bietet das Internet durch die Möglichkeit Neuigkeiten unmittelbar und zeitnah aber dennoch dauerhaft zu publizieren, gänzlich neue Möglichkeiten. Die Vorteile der klassischen Printmedien können dank der multimedialen Ausprägung des Internets mit den Vorzügen des Rundfunks verknüpft werden. So ist es wenig verwunderlich das mittlerweile so gut wie alle Anbieter klassischer Print- und Rundfunkmedien ihr Informationsangebot auch online zur Verfügung stellen.
Der Nutzer hat also die Qual der Wahl im reichhaltigen Onlineinformationsangebot. Die Internetseite mit den meisten Informationen muss jedoch nicht zwangsläufig die beliebteste beim Nutzer sein. Andererseits ist auch besonders auffälliges und innovatives Design kein Garant für Erfolg beim Nutzer. Spezifisch für das Verhalten von Internetusern ist das kurze Verweilen auf den einzelnen Seiten. Diese werden nicht richtig gelesen sondern lediglich nach der gesuchten Information „abgescannt“. Findet ein User die gewünschte Information nicht schnell genug klickt er weiter zur nächsten Seite. Der Erfolg einer Webseite beim Nutzer hängt also zu einem großen Teil von ihrer benutzerfreundlichen Gestaltung ab. Im Folgenden sollen ausgewählte Internetpräsenzen großer deutscher Tageszeitungen hinsichtlich dieser so genannten Usability beurteilt und verglichen werden.
2. Begriffe und Definitionen
Im Folgenden sollen grundlegende Begriffe die hinsichtlich einer Beurteilung der Benutzerfreundlichkeit von Webseiten von Bedeutung sind, erklärt und definiert werden. In der modernen Informatik haben sich die Teilgebiete Usability, Software-Ergonomie und Human-Computer Interaction (HCI) entwickelt. Diese beschäftigen sich intensiv mit der Benutzerfreundlichkeit von Softwaresystemen. Auch Webseiten gehören im weiteren Sinne zur Kategorie der Softwaresysteme. Schließlich ist eine Webseite nichts anderes als eine grafische Benutzerschnittstelle mit deren Hilfe ein Anwender bestimmte Aufgaben bewältigen
5 http://www.gfk.de/produkte/eigene_pdf/online_monitor.pdf
4
kann. (zum Beispiel das Finden von Informationen oder der käufliche Erwerb von Produkten. Deshalb ist es sinnvoll die gut definierten und abgegrenzten Kriterien, Regeln und Normen aus der Informatik für die Beurteilung von Webseiten heranzuziehen. Usability kommt aus dem englischen und bedeutet übersetzt soviel wie Benutzbarkeit. Unter diesem Begriff werden nach ISO 9241 / Teil 10 folgende Faktoren zusammengefasst:
-einfache Erlernbarkeit (intuitive Verständlichkeit) eines Systems
-Berücksichtigung von Vorwissen (Erwartungskonformität)
-Fehlerrobustheit (Fehlertoleranz)
Usability soll den Benutzern also erlauben, auf einer Webseite bestimmte Selbstgesetzte Ziele effektiv, effizient und zufrieden stellend zu erreichen.
Das Ziel Ergonomie ist in unserem Kontext, die Anpassung von Webseiten an den Menschen und nicht umgekehrt. Dabei sollte die benutzergerechte Gestaltung einer Webseite unter den folgenden Aspekten überprüft werden.
- menschengerechteGestaltung:
o Webseite soll die Benutzer mit ihren individuellen Stärken, Schwächen, Bedürfnissen und Unterschieden berücksichtigen.
o Zum Design werden daher Kenntnisse über menschliche Wahrnehmung,
- AufgabenangemesseneGestaltung:
o Die unterschiedlichen Einsatzgebiete einer Webseite sollen beachtet werden.
o Dies setzt Kenntnisse über das Verhalten der Benutzer bei der Arbeit mit einer Webseite und deren Ziele voraus.
- TechnikbewussteGestaltung:
o Neue Technologien werden zum Wohl der Benutzer eingesetzt, soweit
Um die Schwierigkeiten, die bei der Benutzung von Webseiten auftreten können noch einmal zu verdeutlichen, ist es sinnvoll, die Unterschiede zwischen menschlicher und maschineller Informationsverarbeitung gegenüberzustellen.
(Tabelle: Holzinger, S.45)
Anhand dieser Gegenüberstellung lässt sich erkennen, dass eine wesentliche Stärke von Menschen gegenüber Computern das Erkennen und Klassifizieren unscharfer (fehlende Eindeutigkeit) und komplexer Signale sowie die praktisch unbegrenzte Fähigkeit zur Vernetzung von Wissen (Lernfähigkeit) ist. Computer hingegen zeichnen sich durch eine hohe Performanz bei der Verarbeitung Unzusammenhängender Daten aus. Gleichzeitig sind sie, anders als der Mensch, kaum ablenkbar. Diese grundlegenden Unterschiede hinsichtlich der Informationsverarbeitung sind bei der Erstellung von Webseiten unbedingt zu berücksichtigen.
6
Arbeit zitieren:
Steve Skupch, 2003, Usability und Design auf Internetseiten: Bewertung und Vergleich der Onlineausgaben ausgewählter deutscher Tageszeitungen, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Usability und Usability-Tests von Websites
BWL - Marketing, Unternehmenskommunikation, CRM, Marktforschung
Seminararbeit, 18 Seiten
CMS für die Schule - Entwicklung einer Schulplattform mit TYPO3
Informationswissenschaften, Informationsmanagement
Masterarbeit, 125 Seiten
Steve Skupch hat den Text Usability und Design auf Internetseiten: Bewertung und Vergleich der Onlineausgaben ausgewählter deutscher Tageszeitungen veröffentlicht
Steve Skupch hat einen neuen Text hochgeladen
Usability Design for Location Based Mobile Services
in Wireless Metropolitan Netwo...
Etienne Samii
Security and Usability: Designing Secure Systems That People Can Use
Lorrie Faith Cranor, Simson Garfinkel
Vermittlung von Information im...
Andreas Laubinger, Brunhilde Gedderth, Claudia Dobrinski
Musik als Form geistigen Widerstandes 1. Texte, Bilder, Dokumente
Jüdische Musikerinnen und Musi...
Joachim Carlos Martini
Interdisziplinäre Beiträge zu ...
Ernst Rohmer, Werner Wilhelm Schnabel, Gunther Witting
0 Kommentare