Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung 2
2 Begriffsdefinitionen. 3
2.1. Das Klassenmodell. 3
2.2. Das Schichtenmodell 4
2.3. Entstrukturierung 5
2.4. Pluralisierung 5
2.5. Individualisierung 6
3 Gemeinsamkeiten des Klassen- und des Schichtenmodells 6
4 Die nachlassende Bedeutung von Klassen und Schichten. 7
5 Die heutige Gesellschaftsstruktur Deutschlands 9
6 Studien zum Verhältnis von Struktur und Lebensstilen. 10
6.1. Das Modell von Bourdieu 10
6.2. Die SINUS-Lebenswelt-Forschung 12
7 Schluss 12
8 Literatur 13
1 Einleitung
In der folgenden Arbeit werde ich mich mit der Frage beschäftigen, in wie
weit das alte Klassen- und Schichtenmodell in unserer heutigen
Gesellschaft noch als tauglich angesehen werden kann und ob es
wom öglich durch neuere Theorien abgelöst wurde.
Es gilt zu klären, ob die heutige Gesellschaft noch immer von Ungleichheit
gekennzeichnet ist und in welchen Formen Ungleichheit zum Ausdruck
kommt.
Des weiteren möchte ich mich der Frage widmen, wie stark unsere
Gesellschaft durch Struktur’ bestimmt ist und wie hoch das Ausmaß von
Entkopplung und Freiwilligkeit ist.
2
Hierzu werde ich mich zunächst mit den verschiedenen Definitionen der ‚herkömmlichen’ Modelle auseinandersetzen. Im Anschluss werfe ich den Blick auf die nachlassende Bedeutung von Klassen und Schichten und somit mögliche Ursachen und Voraussetzungen von Individualisierung und Pluralisierung. Außerdem werde ich verschiedene Tendenzen der gesellschaftlichen Entwicklung der letzten Jahrzehnte genauer beobachten und zwei bekannte Studien zur Lebensstilforschung vorstellen.
2 Begriffsdefinitionen
2.1. Das Klassenmodell
Bis in die achtziger Jahre hinein war das Klassenkonzept ein sehr dominanter Bestandteil der Sozialstrukturanalyse. In diesem Zusammenhang sind zwei Namen von besonderer Bedeutung: Max Weber und Karl Marx.
Generell wird davon ausgegangen, dass „bestimmte empirische Merkmale wie Einkommen, Bildung und berufliche Stellung zugleich verteilt sind, und dass es möglich ist, die Mitglieder einer Gesellschaft mit Hilfe dieser Merkmale zu klassifizieren.“ 1
In fortgeschrittenen Industriegesellschaften wird die Klassenposition hauptsächlich „durch die Stellung im bzw. zum Produktionsprozess“ 2 bestimmt, d.h. durch den Beruf und das daraus resultierende Einkommen.
Im „gemäßigten“ Klassenrealismus 3 Webers ist die soziale Zusammengehörigkeit der Mitglieder einer Klasse „an ihren Einstellungen und Handlungen ablesbar“ 4 , d.h. „an gemeinsamen Werthaltungen und geteilten Gewohnheiten.“ 5 Dazugehörige Termini wie zum Beispiel
1 Kreckel, Reinhard 1990: Klassenbegriff und Ungleichheitsforschung; Seite 53.
2 Kreckel; Seite 52.
3 Kreckel; Seite 53.
4 Kreckel; Seite 53.
5 Kreckel; Seite 53.
3
„Arbeitermilieu“ oder „bürgerliche Lebensweise“ stammen aus dieser Theorie Webers.
Der „radikale“ Klassenrealismus von Karl Marx „prognostiziert für eine in Klassen gespaltene Gesellschaft keine dauerhafte Überlebenschance“ 6 . Seines Erachtens nach sind Klassen in Kämpfe miteinander verwickelt, wobei sich „‚herrschende’ und ‚unterdrückte’ Klassen unversöhnlich gegenüber“ 7 stehen. Dieser Klassenkonflikt kann auch als „Motor“ des gesellschaftlichen Strukturwandels betrachtet werden. Für Marx sind Klassen aber nicht ausschließlich ‚soziale Kategorien’, sondern vielmehr Akteure im Kräftespiel der Gesellschaft.
2.2. Das Schichtenmodell
Das Schichtungsmodell ist ähnlich dem Klassenmodell ein Konzept der Sozialstrukturanalyse. Bei beiden Modellen gibt es viele Gemeinsamkeiten, jedoch auch einige gravierende Unterschiede. Hierzu komme ich zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal zurück.
Vor dem Hintergrund der funktionalistischen Gesellschaft interpretiert das Schichtungsmodell unsere Gesellschaft als ein „relativ stabiles Gefüge.“ 8 Laut dieser Theorie „gilt ein gewisses Maß an gesellschaftlicher Ungleichheit als unvermeidbar“ 9 , womöglich sogar als funktional.
Im Gegensatz zum Klassenmodell gilt das Interesse hier vorrangig dem beruflichen Status einer Person, d.h. Macht, Prestige und Ansehen.
6 Reichenwallner, Martina 2000: Lebensstile zwischen Struktur und Entkopplung. Beziehungen
zwischen Lebensweisen und sozialen Lagen; Seite 5.
7 Kreckel; Seite 55.
8 Reichenwallner; Seite 5.
9 Reichenwallner; Seite 5.
4
Arbeit zitieren:
Sybille Kolb, 2003, Lösen sich Klassen und Schichten auf? Entstrukturierung, Pluralisierung und Individualisierung., München, GRIN Verlag GmbH
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