1. Einleitung
2. Denken im Sinne der formalen Logik
2.1. Induktive Logik
3. Denken im Sinne der Assoziationstheorie
3.1. Bildung von Assoziationen nach Aristoteles
3.2. Assoziationsdenken nach John Locke
3.3. Kritische Betrachtung der Assoziationstheorie
4. Denken im Sinne des „Produktiven Denkens“
4.1. Das Parallelogramm-Problem
4.2. Die Umstrukturierung
4.3. Die Übertragung
4.4. Heuristische Methoden
5. Schluss
Literaturverzeichnis
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1. Einleitung
In der Schule, in der Lehre, im Studium werden zwei geistige Leistungen von uns erwartet: das Verstehen und das Behalten. Weit mehr geachtet als Gedächtnis und Erinnerungsvermögen ist in unserem Kulturkreis jedoch die Fähigkeit zu denken (vgl. Guss, 1997, 64). Das folgende Referat beschäftigt sich mit verschiedenen Ansätzen, die sich alle um eine Beschreibung und Erklärung des Phänomens „Denken“ bemühen. Was mit „Denken“ gemeint ist, das weiß im Prinzip jeder hier im Raum. Was aber spielt sich dabei genau in unseren Köpfen ab? Die Denk- und Problemlösepsychologie hat es sich zur Aufgabe gemacht, diesbezügliches Wissen zu präzisieren, zu erweitern, zu differenzieren und zu systematisieren (vgl. Hussy, 1993, S.9). Legen wir zunächst den Gegenstandsbereich fest, der uns in den nächsten 45 Minuten beschäftigen wird. Unter „Denken“ versteht Hussy (vgl. 1993, S. 16) nicht beobachtbare, kognitive Prozesse, ...
o ...die zielgerichtet, d.h. auf eine Lösung ausgerichtet sind; o ...bei denen Informationen neu verknüpft bzw. geordnet werden 1 ; o ...die über das alleinige Wahrnehmen, Abspeichern und Erinnern von Informationen hinausgehen, auch wenn diese Prozesse für das Denken notwendig sind.
Was wir durch Denken erschaffen, ist mehr als das Wahrgenommene oder bereits Bekannte. Ich möchte nun drei denkpsychologische Modelle genauer unter die Lupe zu nehmen: Das logische Denken, das Assoziationsdenken und das produktive Denken. Beginnen wir mit dem Denken im Sinne der formalen Logik, der wohl ältesten Modellierung dessen, was man als „Denken“ bezeichnet.
2. Denken im Sinne der formalen Logik
Es ist eine alte Frage, welche Rolle die formale Logik im Denkprozess spielt. Immer wieder wird die formale Logik als Garant für „richtiges“ Denken angesehen (vgl. Asanger & Wenninger, 1999, S. 100). Was aber 1 Die Neuverknüpfung ist mit der Lösung gleichzusetzen und kann Schritt für Schritt erarbeitet werden oder durch ein Aha-Erlebnis gefunden werden.
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„macht“ die Logik? Die aristotelische (traditionelle) Logik unterscheidet nur zwischen „wahr“ und „falsch“. Nichts kann danach zugleich wahr und falsch sein. Geprüft werden die formalen Bedingungen, unter denen Folgerungen wahr oder falsch sind. Dazu sucht die traditionelle Logik nach Kennzeichen, welche die Genauigkeit, Gültigkeit und Widerspruchsfreiheit von allgemeinen Begriffen, Urteilen und Schlussfolgerungen garantieren (s. Wertheimer, 1943, S. 7). Wertheimer (vgl. 1943, S. 7) zählt folgende Operationen auf, die für die traditionelle Logik charakteristisch sind: o Definition o Vergleich und Unterscheidung o Analyse, Abstraktion und Verallgemeinerung o Bildung von Syllogismen 2 usw.
Bestimmte Kombinationen von Behauptungen ermöglichen wieder neue, richtige Behauptungen. Das Kernstück bilden die sog. Syllogismen. Die traditionelle Logik stellt verschiedene syllogistische Formen auf. Werden diese berücksichtigt, so wird die Richtigkeit einer Schlussfolgerung garantiert (vgl. Wertheimer, 1943, S. 6). Oft wird die Syllogistik auch als „deduktive Logik“ bezeichnet. Es geht hier nur um das explizite Schlussfolgern. Was aber hat das mit dem, was wir als „Denken“ bezeichnen, zu tun? Max Wertheimer fühlt sich durch die Regeln der traditionellen Logik „an ein Polizeihandbuch zur Verkehrsregelung erinnert“ (1943, S. 7). Er durchleuchtet die traditionelle Logik kritisch (vgl. 1943, S. 12). Er erkennt an, dass sie die Kritikfähigkeit fördert, da sie bei jedem Schritt Schärfe und Strenge fordert. Dennoch kann sie kein produktives Denken hervorbringen. Der Denkende denkt zwar exakt, läuft jedoch Gefahr, leer und sinnlos zu denken. J. St. Mill behauptet, dass die deduktive Logik zwar zum Aufbau einer Wissenschaft nützlich sei, jedoch kaum etwas zur Gewinnung neuen Wissens beitragen könne (vgl. Asanger & Wenninger, 1999, S. 100).
Buch und Zeit Verlag, 2000); z.B. Hans ist ein Mensch; Alle Menschen sind sterblich Hans ist sterblich
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Arbeit zitieren:
Christoph Obermeier, 2001, Produktives Denken, München, GRIN Verlag GmbH
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