Christoph Obermeier (2001)
Prozessorganisation
INHALTSVERZEICHNIS :
1 EINFÜHRUNG. 3
2 ZUM HIERARCHIEBEGRIFF. 4
2.1 Vor- und Nachteile flacher bzw. steiler Hierarchien. 4
3 ANFORDERUNGEN AN KOMMUNIKATIONS- UND
INFORMATIONSSYSTEME 5
3.1 Anforderungen an Kommunikationssysteme bei flacher Hierarchie 6
3.2 Anforderungen an Kommunikationssysteme bei steiler Hierarchie. 7
4 SCHLUSS 8
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1 EINFÜHRUNG
Zu Beginn eines Referates ist es in der Regel sinnvoll, einen groben Überblick über das zu erörternde Thema zu geben. Gerade bei einem so langen und vielleicht verwirrenden Titel wie „Vor- und Nachteile flacher bzw. steiler Hierarchien und unterschiedliche Anforderungen an Informations- und Kommunikationssysteme“ ist es meiner Meinung nach sinnvoll Anfangs zu klären, in welchen Kategorien wir uns bewegen. Zunächst ist es nötig festzulegen, in welchem sozialen Gebilde wir Hierarchien untersuchen. Menschenansammlungen lassen sich ja beliebig unterteilen, etwa in Familie, Verband, Menge oder Masse (...). Wir werden uns im folgenden mit Gruppen im betrieblichen Kontext beschäftigen. Diese Feststellung halte ich für wichtig, denn diese Gruppe unterscheidet sich in vielerlei Hinsicht von den anderen Gruppen, etwa durch ihre Organisation, ihre Kommunikation, die Abhängigkeiten in der Gruppe u.v.m. Des weiteren halte ich es für wichtig zu klären, welches Menschenbild diesem Referat zu Grunde liegt. Seit jeher versucht der Wissenschaft die verwirrende Vielfalt individueller Erscheinungen zu ordnen und schafft Typen oder Klassen, welche die menschlichen Verhaltensweisen überschaubar und vorhersagbar machen sollen. In den letzten 100 Jahren hat sich das Bild vom „Menschen in einer Gruppe“ stark geändert. Dazu gibt es mittlerweile Kubikmeterweise Literatur, etwa über Über- bzw. Unterordnungsverhältnisse in Gruppen. Es lohnt sich, einmal einen Blick in die älteren Schriften zu werfen und das ihnen zu Grunde liegende Menschenbild zu reflektieren. In seinem Buch „Psychologie der Massen“ (vgl. Psychologie des foules, 1911) schreibt Le Bon: „Sobald eine gewisse Anzahl lebender Wesen vereinigt ist, einerlei, ob eine Herde Tiere oder eine Menschenmenge, unterstellen sie sich unwillkürlich einem Oberhaupt, d.h. einem Führer“ (vgl. S. 83). Diese Vorstellung vom in der Masse aufgehenden, kritiklosen und zu primitiven Reaktionen neigenden Individuum ist heute nicht mehr zeitgemäß. Die Individuen in den von uns untersuchten Gruppen werden als Menschen gesehen, die „nach Selbstverwirklichung, Autonomie und Selbstkontrolle streben“ (vgl. Hacker 2001, S. 53). Das Menschenbild des „selfactualizing man“ postuliert einen aktiven Menschen, der „Subjekt seiner Handlungen ist und deren Ergebnisse auch selbst überprüft“. Im Folgenden werden wir erörtern, wie sich verschiedene Arten von Hierarchien auswirken,
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welche Vor- und Nachteile mit ihnen verbunden sind und wie sie die innerbetriebliche Kommunikation zwischen den „selfactualizing men“ beeinflussen.
2 ZUM HIERARCHIEBEGRIFF
Dazu ist es zunächst nötig zu klären, was wir unter einer „Hierarchie“ verstehen. Unter einer Hierarchie verstehe ich die „Über- und Unterordnungsverhältnisse in Gruppen“. Dabei sind „flache“ und „steile“ Hierarchien zu unterscheiden. Eine flache Hierarchie liegt dann vor, wenn Individuen innerhalb der Teams eigenverantwortlich arbeiten können und die Kommunikationswege im Unternehmen direkt sind. Etwas vereinfacht dargestellt hieße das:
Anders sähe dies in einem Unternehmen aus, dessen Aufbauorganisation durch steile Hierarchien geprägt ist:
Das Verfahren bei der steilen Hierarchie erinnert wohl den einen oder anderen an „Flüsterpost“. Nicht zu unrecht. Dennoch haben beide Organisationsformen Vor-und Nachteile.
2.1 Vor- und Nachteile flacher bzw. steiler Hierarchien
Die Vor- und Nachteile hierarchischer Organisation zu erörtern ist äußerst kompliziert. Es liegt auf der Hand, dass das Bedürfnis nach und die Effektivität der Führung selbst von den Merkmalen der Gruppe und der Situation abhängt. Dennoch postulieren Wilke und Knippenberg (vgl. Stroebe 1996, S. 494 ff.), dass flache Hierarchien dann unangebracht sind, wenn der Erfolg der Gruppe gefährdet ist oder wenn die Ergebnisse der Gruppe inequitabel verteilt sind. Eine weitere, wichtige Erkenntnis ist, dass das Bedürfnis nach Führung und Hierarchie mit der Gruppengröße steigt. In großen Gruppen werden Koordination und Motivation der
1 Es handelt sich hier nur um ein Beispiel. Das hierarchische System bei der BMW AG ist mir (noch) nicht bekannt!
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Arbeit zitieren:
Christoph Obermeier, 2001, Vor- und Nachteile steiler bzw. flacher Hierarchien und unterschiedliche Anforderungen an Kommunikationssysteme, München, GRIN Verlag GmbH
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