Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 1
2. Definitionen 2
2.1 Anglizismus 2
2.2 Fremdwort 2
2.3 Lehnwort 3
2.4 Ursprung der Anglizismen 3
3. Der Einfluss des Englischen auf die Sprache 3
3.1 Vor dem 19. Jahrhundert 3
3.2 Im 19. Jahrhundert 4
3.3 Im 20. Jahrhundert 4
4. Der Einfluss des Englischen auf und durch die Medien 6
4.1 Sprache und Bilder 6
4.2 Werbung 7
4.3 Massenmedien 7
5. Die Integration von Anglizismen in der Kommunikation 9
5.1 Internationalisierung der Wirtschaft 9
5.2 Wissenschaft 9
5.3 Öffentliches Leben 10
6. Aufgaben moderner Sprachentwicklung 11
7. Fazit 12
Anlagen
Literaturverzeichnis
- 1 - 1. Einleitung
Die grundlegenden Leistungen von Sprache machen sie zu einem für den Menschen unschätzbaren Instrument. Neben der sozialen Interaktion und dem emotiven Ausdruckswert dient sie vor allem als Werkzeug des Denkens. Wäre es nicht möglich komplexe Gedankengänge in Worte zu fassen, würde sich die Ausgestaltung solcher Sachverhalte als äußerst schwierig gestalten. Das, was man sprichwörtlich in Worte fassen kann, macht das Gesagte für andere nachvollziehbar. Somit dient Sprache auch der Überprüfung der eigenen aktuellen Realität. Da unsere Realität ständig Veränderungen unterworfen ist, verändert sich auch das Vokabular der Sprache. Neue Dinge bedürfen teilweise neuer Wortschöpfungen. Zum einen tritt hierbei die Eigenleistung des jeweiligen Sprachsystems in Kraft, zum anderen werden bereits existierende Wörter aus fremden Sprachen übernommen. Dabei nutzen nicht alle Gesellschaften und Kulturen die Sprache in demselben Umfang wie wir. Die Sprache dient unserer Gesellschaft zur Erschließung neuer Dinge. Durch das Zusammenwachsen der Welt wird der Sprache eine neue, wichtige Rolle zugewiesen. Sprachen sind offene Systeme, die durch interkulturelle Integrationsprozesse ihre Identität bekommen. Die deutsche Sprache ist eine sehr weltoffene Sprache. Die Entwicklung des Deutschen geschah „unabhängig von politischen Verhältnissen, die mit den sprachgeographischen stets inkongruent waren“ 1 . Das bedeutet, dass die einheitliche deutsche Sprache nicht durch politisch motivierten Machtwillen, sondern vielmehr durch Professoren, Gelehrte und Geistliche, wie beispielsweise Martin Luther und die Buchdrucker, entstand.
Die Standardisierung zu einer stark normierten deutschen Sprache war nicht nur
vom Bedürfnis nach besserer überregionaler Verständlichkeit her motiviert, bis
ins 18. Jh. auch nicht vom Ziel einer staatlichen Einigung. Im Vordergrund stand
vielmehr das Ziel einer kunstmäßigen Sprachkultivierung im gesellschaftsge-schichtlichem Sinne einer bildungsbürgerlichen Förderung eines neuen mittel-schichtlichen Standesprestiges gegen das lateinisch-geistliche und französisch-
spätfeudale Kulturmonopol [...]. 2
1 Peter von Polenz: Deutsche Sprachgeschichte vom Spätmittelalter bis zur Gegenwart. Bd. 1.
Berlin 2000, S. 88.
2 Ebd. S. 18.
- 2 -Trotzdem - oder vielleicht gerade deshalb - bedienten sich die Sprachschöpfer anderer Sprachen, zum größten Teil dem Lateinischen, aber auch dem Französi-schen, Arabischen und vor allem auch dem Englischen 3 . Gerade der englische Einfluss war in den vergangenen zwei Jahrhunderten prägend. In meiner Hausarbeit möchte ich mich mit der Integration des Englischen in die deutsche Sprache im 19. und 20 Jahrhundert befassen. Es soll der Einfluss auf die drei Bereiche Entwicklung der Sprache im geschichtlichen Kontext, Kommunika-tion und Medien dargestellt werden. Unter Einbezug von Milieus, Medien, politi-scher und gesellschaftlicher Entwicklung will ich versuchen, den Integrationspro-zess und dessen eventuelle Veränderungen und neue Aufgaben aufzuzeigen.
2. Definitionen
2.1 Anglizismus
Unter Anglizismus versteht man ein englisches Wort, eine englische Redewendung, eine englische Abkürzung oder ein Produkt, das aufgrund von englischsprachigem Einfluss verändert wurde. Diese Veränderungen können in morphologischer, semantischer, syntaktischer, orthographischer, lautlicher und frequenzmäßiger Hinsicht auftreten. 4 Dazu gehören auch Entlehnungen, die ursprünglich aus anderen Sprachen kommen und erst über die englische Sprache ins Deutsche importiert wurden.
2.2 Fremdwort
Mit dem Terminus Fremdwort wird die direkte Übernahme eines mono- oder polymorphematischen Wortes als Simplex oder als Kompositum aus einer anderen Sprache bezeichnet. Dabei behält das übernommene Wort in Schreibung und Lautung seine ursprüngliche Form, und auch in morphologischer Hinsicht weist es keine Anpassung an die aufnehmende Sprache. Das heißt, dass Betonung,
3 Carstensen, Broder: Wieder: Die Engländerei in der deutschen Sprache. Göttingen 1984, S. 46.
4 Fischer, Urs: Der Einfluß des Englischen auf den deutschen Wortschatz im Bereich von Essen
und Trinken, dargestellt anhand schweizerischer Quellen. Bern 1980, S. 19f.
- 3 -Schreibweise und Flexion von deutschen Wörtern abweichen. Einzige Ausnahme ist die Großschreibung bei Substantiven. 5
2.3 Lehnwort
Der Ursprung von Lehnwörtern liegt in fremden Sprachen. Ein solches Wort, erfährt nach seiner Übernahme in den aufnehmenden Sprachschatz gewisse Veränderungen hinsichtlich Schreibung, Lautung und Flexion. Dabei wird das Fremd-wort soweit an das „einheimische Wortgut angeglichen, dass es [...] nicht mehr als Wort fremder Herkunft erkannt wird“ 6 . Allerdings gehen gerade in Bezug auf die genaue Differenzierung von Fremd- und Lehnwörtern die Meinungen auseinander.
2.4 Ursprung der Anglizismen
Grundlagen für Anglizismen sind britisches, amerikanisches, kanadisches, südafrikanisches und australisch-neuseeländisches Englisch. Für die deutsche Sprache war bis zum Ersten Weltkrieg vor allem britisches Englisch von Bedeutung 7 . Nach 1917 und besonders nach dem Zweiten Weltkrieg erhält das amerikanische Englisch starke Dominanz. Trotz allem ist eine exakte Unterscheidung der Herkunft sehr schwierig, so dass ich im Folgenden keine Differenzierung vornehmen, sondern lediglich vom Englischen sprechen werde.
3. Der Einfluss des Englischen auf die deutsche Sprache
3.1 Vor dem 19. Jahrhundert
Wie bereits einleitend erwähnt, war das Deutsche immer schon für interlingualen Integrationen fremder Sprachbegriffe offen. In der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts beträgt der Anteil der Entlehnungen aus dem Lateinischen zwischen 42 bis 54%. Somit machen lateinisch Lehnwörter rund die Hälfte des deutschen Sprach-
5 UrsFischer: a.a.O., S. 34.
6 Broder Carstensen: Englische Einflüsse auf die deutsche Sprache nach 1945. Heidelberg 1965, S.
88.
7 Stiven, Agnes Bain: Englands Einfluß auf den Deutschen Wortschatz, Zeulenroda 1936, S. 40ff.
- 4 -schatzes aus. Dieser Einfluss lässt allerdings soweit nach, dass mit Ende des 18. Jahrhunderts der lateinische Anteil nur noch 28% beträgt. Vor allem vor dem 19. Jahrhundert kommt die Verwendung französischer Worte sehr in Mode. Besonders höhere Schichten sprechen zu dieser Zeit in den Kaffee-häusern und bei gesellschaftlichen Anlässen französisch. Dementsprechend groß ist zu dieser Zeit auch der Einfluss, den die französische Sprache auf das Deutsche ausübt. Um 1860 liegt der Anteil französischer Entlehnungen bei rund 60%. Wortübernahmen aus dem Englischen sind vor dem 19. Jahrhundert mit weniger als 8% noch sehr gering. 8
3.2 Im 19. Jahrhundert
Mit dem 19. Jahrhundert beginnt auch die Integration des Englischen in die deutsche Sprache. Es findet förmlich eine Umkehrung zwischen dem Einfluss des Französischen mit dem Englischen statt. Zurückzuführen ist dies auf die Stellung Englands als politische Großmacht und dessen Einfluss in den Bereichen Wirtschaft, Handel, Politik, Industrie, Wissenschaft und Seefahrt. Beginnend in den Handelsstädten Norddeutschlands und an den Küsten werden englische Worte vor allem durch den florierenden Handel mit Großbritannien aufgenommen. Aus den weniger als 10% Lehnwörtern in den vorangegangenen Jahrhunderten werden fast 36% bis Ende des 19. Jahrhunderts. Über die Wasserwege, wie beispielsweise dem Rhein, verbreiten sich Anglizismen so auch nach Süddeutschland. Frankreichs Einflussnahme schwindet zum Jahrhundertwechsel immer mehr. Die oben genannten fast 60% verringern sich um ein Viertel auf 45%. 9
Es wird also deutlich, dass die Integration des Englischen im 19. Jahrhundert untrennbar von der politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Entwicklung Deutschlands und deren Annäherung an England verbunden ist.
3.3 Im 20. Jahrhundert
Mit Beginn des 20. Jahrhunderts verstärkt sich die Einflussnahme des Englischen deutlich. Zwar hat der britisch-englische Einfluss nach dem Ersten Weltkrieg
8 Peter von Polenz: Deutsche Sprachgeschichte. Bd. 2. Berlin 1994, S. 77-81.
9 Peter von Polenz: Deutsche Sprachgeschichte. Bd. 3. Berlin 1999, S. 392-394.
Arbeit zitieren:
M.A. Florian Schneider, 2003, Die Integration der Englischen in die deutsche Sprache im 19. und 20. Jahrhundert, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Zur Verwendung von Varietäten des Deutschen in der Werbung
Magisterarbeit, 86 Seiten
Anglizismen in der Werbung - Eine empirische Studie
BWL - Marketing, Unternehmenskommunikation, CRM, Marktforschung
Studienarbeit, 101 Seiten
Jugendsprache in der Werbung - eine geschlechtsspezifische Analyse
Hausarbeit (Hauptseminar), 29 Seiten
Morphologische Integration der Anglizismen im heutigen Deutsch
Deutsch - Grammatik, Stil, Arbeitstechnik
Ausarbeitung, 32 Seiten
Anglizismen und Amerikanismen: Anreicherung oder Bereicherung der ...
Hausarbeit, 18 Seiten
Anglizismen - Einfluss des Englischen auf die deutsche Muttersprache
Medien / Kommunikation - Interkulturelle Kommunikation
Hausarbeit, 13 Seiten
Differenzierte Integration in der Europäischen Union - Von Maastricht ...
Politik - Internationale Politik - Thema: Europäische Union
Hausarbeit (Hauptseminar), 20 Seiten
Eine Untersuchung der Gesellschaft in Thomas Manns "Zauberberg&qu...
Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
Hausarbeit (Hauptseminar), 31 Seiten
Anglizismen in der deutschen Pressesprache am Beispiel des 'Spiege...
Hausarbeit, 15 Seiten
Die kritische Darstellung des Bürgertums und des Adels in Lessings ...
Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
Hausarbeit (Hauptseminar), 18 Seiten
Schiller, Friedrich - Kabale und Liebe / Lessing, G.E. - Emilia Galott...
Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
Seminararbeit, 21 Seiten
Die Notwendigkeit der Fehleranalyse beim Orthographieerwerb
Deutsch - Pädagogik, Didaktik, Sprachwissenschaft
Hausarbeit, 20 Seiten
Der Literaturexkurs im Tristan
Warum tritt Gottfried nicht zu...
Germanistik - Ältere Deutsche Literatur, Mediävistik
Hausarbeit, 9 Seiten
Florian Schneider's Text Die Integration der Englischen in die deutsche Sprache im 19. und 20. Jahrhundert ist nun auf dem Buchmarkt erhältlich
Florian Schneider hat den Text Die Integration der Englischen in die deutsche Sprache im 19. und 20. Jahrhundert veröffentlicht
Florian Schneider hat einen neuen Text hochgeladen
Die Rückkehr der deutschen Geschichtswissenschaft in die "Ökumene der ...
Ein wissenschaftsgeschichtlich...
Ulrich Pfeil
»Imperialismus« in der japanischen Sprache am Übergang vom 19. zum 20....
Begriffsgeschichte im außereur...
Anneli Wallentowitz
Gesamtausgabe Abt. 4 Hinweise und Aufzeichnungen Bd. 85. Vom Wesen der...
Die Metaphysik der Sprache und...
Martin Heidegger, Ingrid Schüßler
0 Kommentare