Inhaltsverzeichnis
Seite
1. Einleitung 1
2. Die Studienreform mit Bachelor und Master 2
2.1 Der Bologna- Prozess 2
2.2 Bachelor- und Masterabschlüsse in Deutschland 3
2.3 Modularisierung und Kreditpunktsysteme 5
2.4 Akkreditierung neuer Studiengänge 6
3. Erhoffte Vorteile der Studienreform 6
3.1 Kürzere Studiendauer 6
3.2 Geringere Studienabbrecherquoten 7
3.3 Kompatibilität und Internationalität 7
4. Entwicklungen auf dem Arbeitsmarkt 8
4.1 Akzeptanz der neuen Studiengänge 8
4.2 Beschäftigungsmöglichkeiten im Vergleich zu Diplom und Magister 9
5. Umsetzung der Reform am Beispiel der Universität Göttingen 9
5.1 Bachelor in Economics (Internationale Wirtschaft) 10
5.2 Master in Economics (Internationale Wirtschaft) 10
6. Fazit und Ausblick 12
7. Anhang 13
8. Literaturverzeichnis 14
1. Einleitung
In den letzten Jahren sieht sich das deutsche Hochschulwesen einer zunehmenden Kritik ausgesetzt. Beschwerden über zu alte, wenig mobile Studenten, sowie Studiengänge mit mangelnder Internationalität sind vor allem aus der Wirtschaft wahrzunehmen.
Dieser negativen Beurteilung soll mit einer groß angelegten europäischen Studi-enreform entgegengewirkt werden, deren Hauptaugenmerk auf der Einführung gestufter, international vergleichbarer Studiengänge liegt. Seit der Änderung des Hochschulrahmengesetzes im Jahr 1998 ist die Einführung gestufter Studiengänge an deutschen Hochschulen gesetzlich beschlossen. Nach erfolgreicher Erprobungsphase in den ersten Jahren wurde schließlich im Februar 2002 in §19 Absatz 1 ergänzt: „Die Dynamik der Entwicklung im Hochschulbereich ist so beachtlich, dass es - [...] - nicht mehr angemessen ist, die Vergabe von Bachelor- und Mastergraden lediglich zur Erprobung zuzulassen. Sie bilden deshalb künftig eine reguläre Alternative zu den Hochschulgraden nach § 18 (Diplom und Magister, Anm. d. Verfassers).“ 1
Die Beliebtheit der neuen Studiengänge ist in den Jahren seit der Einführung stark angestiegen. So werden im Sommersemester 2004 an deutschen Hochschulen 951 Bachelor- und 1173 Master-Studiengänge angeboten. Dies entsprich etwa 19 % der insgesamt angebotenen Studiengänge. 2
Die folgende Arbeit beschäftigt sich mit der deutschen Studienreform mit dem Schwerpunkt auf der Einführung der neuen Studiengänge. Zunächst wird dazu ein Überblick über die gestuften Studiengänge und die notwenigen Änderungen von Studienstrukturen gegeben. Auch die Besonderheit der Akkreditierungspflicht wird beachtet.
Anschließend werden kurz die erhofften Vorteile der Reform betrachtet sowie die Chancen und Probleme von Bachelor und Master auf dem nationalen und internationalen Arbeitsmarkt.
Abschließend wird am Beispiel der Universität Göttingen die praktische Umsetzung des gestuften Studiensystems im Fach Volkswirtschaftslehre gezeigt. Ziel dieser Arbeit ist es einen Überblick über die Auswirkungen der Studienre-form, sowie über Chancen und mögliche Probleme zu verschaffen.
1 Gensch, Sigrif K./ Schindler, Götz (2003), S.1.
2 Vgl. HRK (2004a).
1
2. Die Studienreform mit Bachelor und Master
Seit der Novelle des Hochschulrahmengesetzes (HRG) im Jahr 1998 wird grundsätzlich zwischen den neuen Bachelor- und Masterstudiengängen einerseits und den bisherigen Diplom- und Magisterstudiengängen unterschieden. 3 Universitäten und Fachhochschulen wird hierbei gleichermaßen die Möglichkeit eröffnet, die neuen Studiengänge einzuführen. 4 Zeitgleich mit der Einführung in Deutschland setzte sich auch ein europaweiter Prozess in Gang, zur Internationalisierung von Studienbedingungen.
2.1 Der Bologna- Prozess
Im Mai 1998 unterzeichneten die Bildungsminister von Frankreich, Italien, Großbritannien und Deutschland in Paris die sogenannte Sorbonne-Erklärung zur Schaffung gemeinsamer Rahmenbedingungen für die Zukunft der Europäischen Bildungssysteme, der sich auch andere europäische Länder anschlossen. 5 Die Eckpunkte der Erklärung enthielten eine zunehmende Annäherung der allgemeinen Rahmenbedingungen für Studiengänge und -abschlüsse innerhalb eines offenen europäischen Hochschulraumes und die damit verbundene Schaffung eines gemeinsamen Systems für Studienabschlüsse, sowie eine Steigerung und Erleichterung der Mobilität von Studierenden und Lehrenden. 6 Im Juni 1999 fand ein Treffen der Bildungsminister von 29 europäischen Staaten zur Unterzeichnung der Bologna-Erklärung statt. Aufbauend auf der Sorbonne-Erklärung beschloss man gemeinsame Maßnahmen zur Schaffung eines europäischen Hochschulraumes bis spätestens 2010 und zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit Europas als Bildungsstandort weltweit. Zu den wichtigsten Punkten der Erklärung gehörten: die Schaffung eines leicht verständlichen und vergleichbaren zweistufigen Systems von Studienabschlüssen
die Einführung eines Leistungspunktesystems (nach dem ECTS-Modell) die Förderung der Mobilität durch Beseitigung von Mobilitätshemmnissen 7
3 Vgl. List, Juliane (2000), S.5.
4 Vgl. HRK (2004b).
5 Vgl. o.V. (2003).
6 Vgl. ebenda.
7 Vgl. o.V. (1999a).
2
In Deutschland wurden die erforderlichen gesetzlichen Rahmenbedingungen zur Erfüllung der Erklärungen sehr zügig umgesetzt. Bereits mit der Novelle des HRG im Jahr 1998, also noch vor der Bologna-Erklärung, wurde in §19 (HRG) die Einführung gestufter Studiengänge zu Testzwecken an deutschen Hochschulen ermöglicht. 8
2.2 Bachelor- und Masterabschlüsse in Deutschland
Grundsätzlich zu unterscheiden ist bei den neu eingeführten gestuften Studienabschlüssen zwischen den grundständigen, den postgradualen, sowie den konsekutiven Studiengängen. 9
Als erster berufsqualifizierender Abschluss soll der Bachelor als Regelabschluss eines grundständigen Hochschulstudiums dienen und somit für eine große Zahl Studierender direkt in den Berufseinstieg führen. 10 Bachelorstudiengänge müssen aus diesem Grund die „für die Berufsqualifizierung notwenigen wissenschaftlichen Grundlagen, Methodenkompetenz und berufsfeldbezogenen Qualifikationen vermitteln.“ 11 Den Hochschulen wird die Möglichkeit eingeräumt, diesen Studiengang einzuführen, auch wenn kein entsprechender Masterstudiengang angeboten wird. Die Regelstudienzeit ist in Paragraph 19 des Hochschulrahmengesetzes vorgegeben und beträgt mindestens drei, jedoch höchstens vier Jahre. 12 Als postgraduale Studiengänge werden nach dem neuen Graduierungssystem Masterabschlüsse eingeführt, die nur aufgrund eines weiteren Hochschulabschlusses verliehen werden können. Das Vorhandensein eines Bachelorabschluss (oder mindestens gleichwertigen Abschlüssen, wie z.B. Diplom, Magister, etc.) ist daher für einen Abschluss als Master zwingend erforderlich. Grundständige Studiengänge die nach vier oder fünf Jahren direkt zu einem Masterabschluss führen sind somit ausgeschlossen. Die Zielsetzung des Masterstudiums sollte es sein, anknüpfend an einen berufsqualifizierenden Abschluss, weitere inhaltliche und fachliche Vertiefungen sowie Spezialisierungen in der gleichen Studienrichtung, oder aber Erweiterungen der bereits vorhandenen Qualifikationen durch die Wahl einer anderen Studienrichtung zu ermöglichen. 13 Die Regelstudienzeit für den
8 Vgl. List, Juliane (2000), S.5.
9 Vgl. Jahn, Heidrun (2001), S.132f.
10 Vgl. Kultusministerkonferenz (2003), S.1f.
11 ebenda, S.2.
12 Vgl. HRK (2004b).
13 Vgl. Wissenschaftsrat (2000), S.26.
3
Masterstudiengang beträgt laut HRG mindestens ein Jahr, jedoch höchstens zwei Jahre. 14
Werden grundständiges und postgraduales Studium an einer Hochschule für einen Studiengang als Gesamtkonzept entwickelt und angeboten, spricht man von einem konsekutiven Studiengang. 15 Bei der Einrichtung eines Masterstudiengangs zu einem bereits bestehenden Bachelorstudiengang entscheidet die jeweilige Genehmigungsbehörde aufgrund der Struktur, ob es sich um einen konsekutiven oder postgradualen Studiengang handelt. 16
Die Regelstudienzeit für konsekutive Studiengänge ist auf höchstens fünf Jahre festgelegt. Die Inhalte der beiden Studienteile müssen aufeinander aufbauen und innerhalb der Regelstudienzeit zum Master führen. Der Masterstudiengang kann dabei den Bachelorstudiengang fachlich fortführen und vertiefen, aber auch fächerübergreifend erweitern. 17
Da Bachelor und Master als eigenständige Studiengänge eingeführt werden, führen sie auch zu eigenständigen Studienabschlüssen. Für die Akzeptanz auf dem Arbeitsmarkt sowie für die internationale Vergleichbarkeit ist Transparenz und Übersichtlichkeit bei den Abschlussbezeichnungen erforderlich. Zur Unterscheidung der „stärker anwendungsorientierten“ von „stärker forschungsorientierten“ Studiengängen werden daher verschiedene Gradbezeichnungen eingeführt. Im eher anwendungsorientierten Studium wird der Zusatz „of Arts“ (B.A. bzw. M.A.) verwendet, im forschungsorientierten Bereich der Zusatz „Of Science“ (B.Sc. bzw. M.Sc.). Weitere Studiengangspezifische Zusätze sind möglich. 18 Eine Differenzierung des Abschlussgrades aufgrund der Dauer der Regelstudienzeit ist jedoch ausgeschlossen. 19 Auch eine Unterscheidung zwischen Abschlüssen an Universitäten bzw. an Fachhochschulen ist nicht vorgesehen. Vertreter von Universitäten sehen diese Regelung jedoch mit Skepsis, da sie einen deutlichen Prestigeverlust ihrer Einrichtungen gegenüber den Fachhochschulen befürchten. Diese Befürchtungen wurden jedoch von den Kultusministern mit dem Hinweis versehen, dass die unterschiedlichen Bildungsziele der verschiedenen Hochschultypen bei den neuen Studiengängen erhalten bleiben sollen. 20
14 Vgl. HRK (2004b).
15 Vgl. Jahn, Heidrun (2001), S.132.
16 Vgl. HRK (2004b).
17 Vgl. ebenda.
18 Übersicht über verschiedene Studienabschlüsse im Anhang auf S.13.
19 Vgl. HRK (2004b).
20 Vgl. Jahn, Heidrun (2001), S.131.
4
Arbeit zitieren:
Tobias Wolf, 2004, Die Studienreform mit Bachelor und Master - Umsetzung und Entwicklungen, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Formen artifizieller Elternschaft: Die Adoption
Soziologie - Familie, Frauen, Männer, Sexualität, Geschlechter
Hauptseminararbeit, 25 Seiten
Die Novellierung des Produktio...
Studienarbeit, 55 Seiten
Behavioristische Lerntheorien am Beispiel von I. Pawlow und B. Skinner...
Referat (Ausarbeitung), 19 Seiten
"To become the most compe...
Soziologie - Arbeit, Beruf, Ausbildung, Organisation
Hausarbeit, 16 Seiten
Das Internet zwischen interpersonaler und Massenkommunikation: Interne...
Medien / Kommunikation - Multimedia, Internet, neue Technologien
Hauptseminararbeit, 26 Seiten
Reiz-Reaktions-Lernen - Die Klassische Konditionierung
Pädagogik - Pädagogische Psychologie
Referat (Ausarbeitung), 12 Seiten
Geschäftsmodelle virtueller Communities
BWL - Marketing, Unternehmenskommunikation, CRM, Marktforschung
Hauptseminararbeit, 26 Seiten
Entwicklung, Formen und Potenz...
Diplomarbeit, 81 Seiten
PRSP - Das neue Konzept zur Armutsreduzierung?
Politik - Internationale Politik - Thema: Int. Organisationen u. Verbände
Seminararbeit, 10 Seiten
Über Richard Sennetts "Der flexible Mensch" - Die Kultur des...
Politik - Politische Theorie und Ideengeschichte
Hauptseminararbeit, 26 Seiten
Kinderalltag - Medienalltag. Medienbesitz und Nutzungsverhalten
Diplomarbeit, 132 Seiten
Erosion des klassischen Normalarbeitsverhältnisses
Zukünftige Alternativen vor de...
Soziologie - Arbeit, Beruf, Ausbildung, Organisation
Hauptseminararbeit, 26 Seiten
Anspruch und Realität von Poverty Reduction Strategy Papers (PRSP) am ...
Politik - Internationale Politik - Region: Afrika
Seminararbeit, 19 Seiten
Volkswirtschaftslehre: neuer Titel erschienen: Die Studienreform mit Bachelor und Master - Umsetzung und Entwicklungen
Tobias Wolf hat den Text Die Studienreform mit Bachelor und Master - Umsetzung und Entwicklungen veröffentlicht
Tobias Wolf hat einen neuen Text hochgeladen
Bachelor / Master: Bildungsmarketing
Wolfgang Böttcher, Nina Hogrebe, Julia M. Neuhaus, Sabine Andresen, Klaus Hurrelmann, Christian Palentien, Wolfgang Schröer
Wissenschaftliche Abschlussarbeiten für Bachelor, Master oder Diplom a...
Die Technik des wissenschaftli...
Martin H. Möllers
Sabine Andresen, Klaus Hurrelmann, Wolfgang Schröer, Christian Palentien
Bachelor / Master: Migrationspädagogik
Paul Mecheril, Annita Kalpaka, Maria do Mar Castro Varela, Inci Dirim, Claus Melter, Klaus Hurrelmann, Sabine Andresen, Wolfgang Schröer, Christian Palentien
Bachelor und Master in der beruflichen Bildung
Möglichkeiten und Grenzen der ...
Volker Epping, Sebastian Lenz
0 Kommentare