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Soziales Sicherungssystem als Regierungspraktik

Title: Soziales Sicherungssystem als Regierungspraktik

Term Paper (Advanced seminar) , 2004 , 47 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: M. A. Samuel Falk (Author)

Sociology - General and Theoretical Directions
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Soziales Sicherungssystem als Regierungspraktik oder welche Folgen ein Wegbrechen des sozialen Sicherungssystems für den Staat und in Bezug das Möglichkeitsfeld der Akteure hat?
- Eine sozialwissenschaftliche Machtanalyse nach Foucault –

Eine sozialwissenschaftliche Machtanalyse nach Foucault. Soziologische, bzw. praxeologische Perspektive auf das soziale Sicherungssystem. Zentrale Leitfrage ist hierbei, ob sich unser soziale Sicherungssystem als Regierung wie sie Foucault in seiner Konzeption von Macht beschreibt, bzw. als Regierungskunst wie sie von den Studien der Gouvernementalität aufgegriffen wurden oder gar als Regierungspraktik im Sinne Reckwitz begreifen läßt.
Ausgehend von dieser Verortung der sozialen Sicherungssysteme wird die ebenso aktuelle, wie provokante Frage gestellt, welche Folgen ein Wegbrechen unseres sozialen Sicherungssystems für den Staat und seine Machtfülle hat. Außerdem werden mögliche Auswirkungen auf das Möglichkeitsfeld der Akteure diskutiert.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

1.1. Einführung in die das Praxisparadigma nach Andreas Reckwitz als Untersuchungsmethodik auf das Soziale

2. Macht – Definition Entwicklung und Analyse

2.1. Machtverständnis bei Max Weber und Norbert Elias

2.2. Machtkonzeption bei Michael Foucault

2.3. Zusammenfassung, Einordnung und Schwerpunktlegung der Machtkonzeption Foucaults auf sein Konzept der Gouvernementalität

2.4. Der Staat und die Kunst zu regieren – Eine kurze Entwicklungsgeschichte von Praktiken der Disziplinierung hin zu Praktiken des sozialen Sicherungssystems

3. Das soziale Sicherungssystem in der Krise – Eine Analyse von Machtpraktiken des Regierens

3.1. Regierungskrise oder von Finanzierungsproblemen einer Regierungspraktik (demographische Daten, Haushalt)

3.2. Retro- oder Neo-, der Staat auf der Suche nach neuen (alten) Machtpraktiken

3.3. Depression oder Aufbruch, der Akteur zwischen Chance und Risiko

4. Zusammenfassung, Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das deutsche soziale Sicherungssystem aus einer soziologisch-praxeologischen Perspektive. Zentrales Ziel ist es zu analysieren, ob sich das Sicherungssystem als "Regierungskunst" im Sinne Foucaults begreifen lässt und welche Auswirkungen ein potenzielles Wegbrechen dieser Strukturen auf den Staat sowie das Möglichkeitsfeld der Akteure hätte.

  • Soziologische Machtanalyse nach Michel Foucault
  • Praxisparadigma nach Andreas Reckwitz als Untersuchungsmethodik
  • Wechselwirkung zwischen staatlichen Herrschaftstechniken und Selbsttechniken der Akteure
  • Historische Entwicklung von Regierungspraktiken (Disziplinierung, Pastoralmacht, Sozialstaat)
  • Analyse der aktuellen Krise des sozialen Sicherungssystems und zukünftige Szenarien

Auszug aus dem Buch

3. Szenario: Privatisierung unter individueller Beteiligung der Akteure

Dieses Szenario halte ich persönlich für die wahrscheinlichste Variante, da es hierfür auch schon erste Tendenzen zu beobachten gibt. Hierbei wird die staatliche Reduktion des sozialen Sicherungssystems an eine neue Form von Selbsttechniken gekoppelt. Auf der einen Seite baut der Staat Sozialleistungen ab und macht das soziale Sicherungssystem wieder finanzierbar und auf der anderen Seite setzt er neue Praktiken ein, die an sich verändernde Selbsttechniken der Akteure anknüpfen.

Diese Selbsttechniken bilden sich seit einigen Jahren durch veränderte Kontexte, durch Machtpraktiken der Globalisierung, der Öffnung der Märkte, einem verstärkten Konkurrenzkampf, etc. aus und erfordern und verlangen einen Akteur, der egoistisch, auf sich und sein eigenes Glück bezogen agiert, sich flexibel und schnell neuen Gegebenheiten anpasst und vor allen Dingen selbst weiß, was er will und welches seine Ziele sind. Gerade im Bereich der Wirtschaft ist eine Veränderung in Bezug auf Freiheit, Flexibilität und Selbstbestimmung sowohl als Anforderung an den Arbeitnehmer als auch vom Arbeitnehmer selbst zu beobachtet, so setzten z.B. auch viele modernen Lohn- und Arbeitszeitmodelle auf das neue Selbstbewusstsein der Arbeitnehmer, indem diese selbst entscheiden dürfen/müssen welchen Schwerpunkt sie bei Lohn und Arbeitszeit setzen wollen.

Selbst weniger Arbeit ist durch diese Modelle (natürlich bei weniger Bezahlung) kein Tabuthema mehr. Der Akteur setzt seine Ziele selbstbewusst um und macht sich seine äußeren Lebensumstände zu nutzen. In gewisser Weise lassen sich diese veränderten Selbsttechniken als eine erneute neue Form von Individualisierung der Akteure ansehen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in das methodische Vorgehen mittels des Praxisparadigmas und Darlegung der Leitfrage bezüglich der Gouvernementalität.

2. Macht – Definition Entwicklung und Analyse: Theoretische Auseinandersetzung mit Machtverständnissen von Weber, Elias und Foucault, um die Grundlage für die Machtanalyse zu schaffen.

3. Das soziale Sicherungssystem in der Krise – Eine Analyse von Machtpraktiken des Regierens: Analyse der aktuellen Finanzierungsproblematik des Sozialstaats sowie Entwicklung möglicher Zukunftsszenarien.

4. Zusammenfassung, Fazit: Rückblick auf die zentralen Thesen und Zusammenführung der Ergebnisse zur Analyse des sozialen Sicherungssystems als Regierungspraktik.

Schlüsselwörter

Soziales Sicherungssystem, Regierungskunst, Gouvernementalität, Machtanalyse, Michel Foucault, Praxisparadigma, Andreas Reckwitz, Herrschaftstechniken, Selbsttechniken, Neo-Soziales Sicherungssystem, Individualisierung, implizites Wissen, Finanzierungskrise.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das soziale Sicherungssystem Deutschlands aus einer praxeologischen Perspektive und analysiert es als eine Form der "Regierungspraktik" nach Foucault.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind Macht, Herrschaftstechniken, das Konzept der Gouvernementalität sowie die Wechselwirkung zwischen staatlichem Handeln und dem Verhalten der Bürger.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es, den Perspektivenwechsel auf das soziale Sicherungssystem zu vollziehen, um dieses als Instrument zur Lenkung von Akteuren begreifen zu können.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Verwendet wird das Praxisparadigma nach Andreas Reckwitz, welches auf implizitem Wissen und routinisierten Praktiken basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die historische Entwicklung staatlicher Regierungspraktiken, die aktuelle Finanzierungskrise des Sozialstaates und entwirft drei Zukunftsszenarien.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den Kernbegriffen zählen Gouvernementalität, Machtpraktiken, Selbsttechniken, soziale Sicherung und individuelle Beteiligung.

Warum ist die Unterscheidung zwischen Disziplinierung und Pastoralmacht wichtig?

Diese Unterscheidung hilft zu verstehen, wie sich staatliche Kontrolle historisch gewandelt hat – von direkter physischer Disziplinierung hin zu subtileren Formen der "Seelsorge" und Daseinsvorsorge.

Was zeichnet das "Neo-Soziale Sicherungssystem" als Zukunftsszenario aus?

Es zeichnet sich durch eine Privatisierung von Sozialleistungen bei gleichzeitiger individueller Wahlfreiheit aus, wobei der Staat versucht, die Akteure über deren Selbsttechniken weiterhin zu steuern.

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Details

Title
Soziales Sicherungssystem als Regierungspraktik
College
RWTH Aachen University  (Institut für Soziologie)
Course
Hauptseminar Theorie der Praxis
Grade
1,7
Author
M. A. Samuel Falk (Author)
Publication Year
2004
Pages
47
Catalog Number
V23197
ISBN (eBook)
9783638263658
ISBN (Book)
9783638719490
Language
German
Tags
Soziales Sicherungssystem Regierungspraktik Hauptseminar Theorie Praxis
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
M. A. Samuel Falk (Author), 2004, Soziales Sicherungssystem als Regierungspraktik, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/23197
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