Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 2
2. Zum Begriff Reichtum 2
2.1 Definition Armut. 3
2.2 Definition Reichtum. 3
2.2.1 Einkommensreichtum 4
2.2.2 Vermögensreichtum. 4
2.3 Funktion von Reichtum. 4
3. Nationale Vermögensverteilung und internationaler Trend. 5
3.1 Verteilung Einkommensreichtum. 5
3.2 Verteilung Bruttogeldvermögen. 6
3.3 Verteilung des Gesamtvermögens 7
3.4 Internationaler Trend. 9
4. Neuer Reichtum in den Industrieländern 10
4.1 Reich ohne Arbeit 10
4.2 Unternehmerreichtum. 11
4.2.1 Unternehmergewinne dank Steuerpolitik 14
4.2.2 Strategien der Kapitalgesellschaften. 17
4.3 Managergehälter 19
4.3.1 Leistungsbezogene Entlohnung 21
4.3.2 Talent and the Winner 21
5. Globalisierung und die Gewinner in der Dritten Welt 22
5.1 Tiger-Staaten 22
5.2 Jaguar-Staaten. 23
5.3 Strategien der Gewinner. 23
6. Schlussbetrachtung 25
7. Literaturverzeichnis 27
8. Abbildungsverzeichnis 30
9. Tabellenverzeichnis 30
1. Einleitung
Kaum ein Begriff wurde in den 90er Jahren weltweit so häufig gebraucht und so emotional interpretiert wie der Begriff „Globalisierung“. 1996 wurde er von der Gesellschaft für Deutsche Sprache in die „Top Ten der Worte des Jahres“ aufgenommen. 1 Aber was verbirgt sich hinter dem Wort „Globalisierung“?
Aus marktwirtschaftlicher Sicht zählt hierzu vor allem die Expansion des Welthandels mit Gütern und Dienstleistungen, die durch räumliche Vernetzung und zeitliche Verdichtung immer schneller voranschreitet.
Der Schwerpunkt dieser Arbeit wird vor allem die Gewinner der Globalisierung beleuchten. So geht es hier zum einen um neuen Reichtum auf dem globalen Markt, der durch Zusammenschlüsse von Unternehmen, Ausweitung des Dienstleistungsgewerbes aber auch durch neue Innovationen hervorgetreten ist.
Zum anderen wird deutlich werden, dass der Globalisierungsprozess eine Kehrseite hat. Denn wenn wir von der Polarisierung zwischen Armen und Reic hen sprechen, ist damit nicht nur die Kluft zwischen den reichen Industrieländern und den armen Entwicklungsländern gemeint, sondern auch die Polarisierung in der Gesellschaft der Industrieländer. So stehen auf der einen Seite die Top-Manager und die großen Kapitalgesellschaften, die ihre Gehälter und Gewinne immer weiter in die Höhe treiben, während auf der anderen Seite die abhängig Beschäftigten immer ärmer werden.
Abschließend diskutiere ich kurz den Globalisierungsprozess in den Entwicklungsländern. Hierbei soll vor allem verdeutlicht werden, dass die Globalisierung von vielen Entwicklungsländern genutzt wurde, um auf den globalen Zug aufzuspringen.
2. Zum Begriff Reichtum
Beschäftigt man sich mit dem Begriff „Reichtum“, so findet man in der Literatur nur wenig Ansätze, die einen eindeutigen Ansatz zeigen, Reichtum zu analysieren oder zu beschreiben. Um dem Begriff „Reichtum“ einen Rahmen zu geben und ihn besser einordnen zu können, wird zunächst der Begriff „Armut“ erklärt.
1 Vgl. Hopfenbeck, Waldemar, Allgemeine Betriebswirtschaftslehre und Managementlehre, 14. Aufl., München
2002, S. 79.
2.1 Definition Armut
Erscheint eine Notlage nicht mehr zeitlich begrenzt, sondern für die Lebenslage insgesamt bestimmend, wird die Lebenssituation als Armut bezeichnet, wobei herkömmlicherweise zwischen absoluter und relativer Armut unterschieden wird. Absolute Armut bezieht sich auf das Fehlen eines physischen Existenzminimums. Die Grenze absoluter Armut wird für die Entwicklungsländer anhand des Mangels lebensnotwendiger Mengen an Nährstoffen konkretisiert.
Relative Armut dagegen ist als Armut in Sozialstaaten zu verstehen. Armut im Sozialstaat wird bei der gegenwärtigen wissenschaftlichen Diskussion als Einkommensarmut erfasst. Bei der Einkommensarmut in deutschen und europäischen Armutsstudien unterscheidet man drei Kategorien der Armut:
Ø Einkommensarmut
Bei einem Einkommen in Höhe von 50 % des Durchschnittseinkommens Ø Starke Einkommensarmut
Bei einem Einkommen in Höhe von 40 % des Durchschnittseinkommens Ø Schwache Einkommensarmut
Bei einem Einkommen in Höhe von 60 % des Durchschnittseinkommens
2.2 Definition Reichtum
Um den Begriff „Reichtum“ zu erläutern wird dieser üblicherweise in folgende Arten unterschieden:
Ø Einkommensreichtum Ø Vermögensreichtum
Einschränkend muss allerdings beachtet werden, dass diese beiden Arten sich nur schwer voneinander trennen lassen, da es einen engen Zusammenhang zwischen Einkommens- und Vermögensreichtum gibt. Einerseits kann Einkommen zu Vermögen führen (z. B. durch Ansparen von Einkommensüberschüssen), andererseits kann auch Vermögen zu Einkommen führen (z. B. durch Zinseinnahmen aus Kapitalanlagen oder Renditen aus Aktien).
2.2.1 Einkommensreichtum
Geht man davon aus, dass Armut als die Hälfte des durchschnittlichen Einkommens zu verstehen ist, so stellt das Doppelte des durchschnittlichen Einkommens auch eine besondere Qualität dar. Man bezeichnet also diejenigen als Einkommensreich, die 200 % des Durchschnitteinkommens verdienen.
Lag 1995 das durchschnittlich verfügbare Bruttojahreseinkommen in Westdeutschland bei 66.823 DM, dann spricht man demzufolge von Einkommensreichtum, bei einem jährlichen Gehalt von 133.646 DM. Die Armutsgrenze lag somit für das Jahr 1995 bei ca. 33.412 DM Bruttoeinkommen. 2
2.2.2 Vermögensreichtum
Die Grenze bei der man von Vermögensreichtum spricht liegt bei 1 Million US Dollar ohne Immobilienbesitz, das entspricht nach aktuellem Stand 1,12 Millionen Euro. Superreich ist demnach, wer ohne Immobilienwerte die Grenze von 30 Millionen US Dollar (33,68 Millionen Euro) überschreitet. 3
2.3 Funktion von Reichtum
Reichtum ist aber nicht nur angenehm, sondern hat eine wichtige Funktion im ökonomischen, sozialen und kulturellen Bereich unserer Gesellschaft.
So wurde zu Beginn des letzten Jahrhunderts das Bild des „homo eoconomicus“ geschaffen. Unter dem Begriff „homo eoconomicus“ sind alle die Personen zusammengefasst, d ie ausschließlich wirtschaftlich denken und handeln. Damit ist das Hauptmerkmal verbunden, dass der „homo eoconomicus“ uneingeschränkt wirtschaftlich rational handelt und ein ausgeprägtes Streben nach Nutzenmaximierung besitzt. Eine weitere Charakteristik ist sein streben nach lückenloser Informationskenntnis und die konsequente Umsetzung seiner ökonomischen Entscheidungen. Den „homo oeconomicus“ verbindet man heute mit Namen wie Alfried Krupp, Werner von Siemens oder Henry Ford.
2 V gl. Bundesministerium für Arbeit und Sozialordnung, Lebenslang in Deutschland, Der erste Armuts- und
Reichtumsbericht der Bundesregierung, Berlin 2001, S. 36 - 39.
3 Vgl. Investmentbank Merrill Lynch und Unternehmensberatung Cap Gemini Ernst & Ylung, World Wealth
Report 2002.
Damals wie heute spielt Reichtum eine wichtige Rolle. Reichtum bzw. Gewinne von Firmen sind die Grundvoraussetzung für neue Innovationen und Investitionen und somit der Motor für eine starke und wachsende Wirtschaft.
Aber auch der Reichtum von privaten Personen trägt zu einem ve rbesserten und höheren Lebensstandard bei. So sind viele Produkte und Dienstleistungen bei der Markteinführung oft sehr teuer und somit ausschließlich einer bestimmten Personengruppe vorbehalten. Mit der Zeit aber werden die Fertigungsverfahren modernisiert und eine günstigere Herstellung ist möglich. Als Folge werden diese Produkte günstiger und somit für einen Großteil der Bevölkerung zugänglich.
Besonders Wissenschaft, Bildung, Kultur, Sport und Stiftungen sind oft vom Reichtum der finanzstarken Firmen und privater Investoren abhängig. So ist es oft das Geld dieser Reichen, die die Förderung von Wissenschaft und Bildung oder das Erhalten von Kunst und Kultur erst möglich machen.
3. Nationale Vermögensverteilung und internationaler Trend
3.1 Verteilung Einkommensreichtum
Betrachtet man zunächst die Situation beim Einkommensreichtum und nimmt das Jahr 1980 als Basisjahr, so ergeben sich für das Jahr 1992 zwei Indexwerte, die die Polarisierung zwischen Armen und Reichen in Deutschland sichtbar machen.
Der erste Indexwert ist 238. Dieser Index steht für die 2,4fache Steigerung der Anzahl der Menschen in Deutschland, die ohne Sozialhilfe nicht Leben könnten. Der zweite Indexwert beträgt 471 und steht für die fast 5fache Steigerung der Einkommensreichen im Zeitraum von 1980 bis 1992, also Personen die 10.000 DM oder mehr im Monat zur Verfügung hatten. Demzufolge ist der Anteil der reichen Haushalte an der Gesamtzahl der Haushalte in Deutschland von 1,5 Prozent auf 5 Prozent gestiegen. 4 In der bundesweiten Verteilung der Bruttohaushaltseinkommen ergibt sich damit folgendes Bild: Das obere Drittel der deutschen Haushalte kann über 58,2 Prozent der Haushalts-
4 Vgl.Huster, Ernst-Ulrich, „Wer von Armut spricht, darf von Reichtum nicht schweigen“ - soziale Polarisierung
in Europa, Eröffnungsreferat des zweiten Tages der Zweiten Österreichischen Armutskonferenz am 21. Januar
1997, S. 4 - 5.
einkommen verfügen, während sich das mittlere Drittel 26 Prozent und das untere Drittel 16 Prozent der gesamten Haushalteinkommen teilen. 4
Die nachfolgende Abbildung veranschaulicht die Verteilung der Haushaltseinkommen in Deutschland.
Abb. 1: Verteilung des verfügbaren Haushaltseinkommen in der Bundesrepublik Deutschland (Stand: 1992)
Quelle: Eigene Darstellung in Anlehnung an Huster, Ernst-Ulrich, „Wer von Armut spricht, darf von Reichtum nicht schweigen“ - soziale Polarisierung in Europa, Eröffnungsreferat der Zweiten Österreichischen Armutskonferenz am 21. Januar 1997, S. 4.
3.2 Verteilung Bruttogeldvermögen
Um einen weiteren Eindruck über die Verteilung von Vermögen zu bekommen, sollte ein Blick auf die Verteilung des Bruttogeldvermögen Aufschluss geben. Während sich im Jahr 1992 das gesamte Geldvermögen der deutschen Haushalte auf 3,26 Billionen DM summierte, 5 belief es sich für das Jahr 1999 schon auf 7,13 Billionen DM. 6 Dies entspricht einer Steigerung von knapp 100 % in 7 Jahren. Ergebnisse der Vermögenskonzentration und Verteilung für das Jahr 1993 wurden in einem Bericht der Einkommens- und Verbraucherstichprobe (EVS) zusammengefasst. Aus diesem geht hervor, dass Polarisierung von Armut und Reichtum in Deutschland kein Phänomen ist, sondern Realität.
5 Vgl. Huster, Ernst-Ulrich, „Wer von Armut spricht, darf von Reichtum nicht schweigen“ - soziale Polarisierung
in Europa, Eröffnungsreferat des zweiten Tages der Zweiten Österreichischen Armutskonferenz am 21. Januar
1997 in Salzburg, S. 4.
6 Vgl. Ein „P rogramm zur Bekämpfung des Reichtums“ Aktion Selbstbesteuerung e.V., 29.05.2003.
Man kann dem Bericht entnehmen, dass sich 26,3 Prozent des gesamten Geldvermögens auf die unteren 80 Prozent der Haushalt verteilen, während im Umkehrschluss die oberen 20 Prozent der Haushalte auf 73,7 Prozent des gesamten Geldvermögens kommen. Verdeutlicht man diese Statistik, so ergibt sich folgende Verteilung: Die 150.000 reichsten Haushalte in Deutschland, die ein Geldvermögen von mehr als 1 Million DM haben, teilen sich 15,5 Prozent des gesamten bundesdeutschen Bruttogeldvermögens, während sie selbst, nur 0,4 Prozent der Haushalte in der Bundesrepublik Deutschland ausmachen. 7
Hier soll ein Blick auf die Abbildung die Verteilung des Bruttogeldvermögen in deutschen Haushalten verdeutlichen.
Abb. 2: Anteil der reichsten Haushalte am gesamten deutschen Bruttogeldvermögen (Stand: 1993)
Quelle: Eigene Darstellung in Anlehnung an Huster, Ernst-Ulrich, „Wer von Armut spricht, darf von Reichtum nicht schweigen“ - soziale Polarisierung in Europa, Eröffnungsreferat der Zweiten Österreichischen Armutskonferenz am 21. Januar 1997, S. 4.
3.3 Verteilung des Gesamtvermögens
Weiteren Aufschluss über die nationale Streuung von Reichtum und Armut gibt ein Blick auf die Gesamtvermögensverteilung in der Bevölkerung. So wurde für das Jahr 1993 nach Schätzungen des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung das Gesamtvermögen der deutschen Haushalte auf 9,9 Billionen Mark Nettovermögen festgelegt.
7 Vgl. Huster, Ernst-Ulrich, „Wer von Armut spricht, darf von Reichtum nicht schweigen“ - soziale Polarisierung
in Europa, Eröffnungsreferat des zweiten Tages der Zweiten Österreichischen Armutskonferenz am 21. Januar
1997 in Salzburg, S. 5.
Arbeit zitieren:
Nils Oetjen, 2003, Globalisierung und die Polarisierung von Armut und Reichtum - "Globalisierung und neuer Reichtum", München, GRIN Verlag GmbH
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