Inhaltsverzeichnis:
1. Vorwort
2. Einleitung
3. Was versteht man unter BDSM?
4. Gewalt versus Gewalt - Klärung des Gewaltbegriffs in Bezug auf BDSM
4.1 Gefahr der Destruktivität sadomasochistischer Beziehungen
5. Kommunikation im BDSM
6. Medizinische und psychologische Ansichten zu BDSM
6.1. Ätiologie des BDSM
6.2. Klassifizierung des Sadomasochismus
6.3. Warum ist Schmerz nicht unbedingt Schmerz?
7. Sadomasochismus - legal oder illegal
8. Persönliche Gedanken und Stellungnahme zum Thema
9. Literatur- und Quellennachweisnachweis
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1. Vorwort
Zu Beginn meiner Studienarbeit möchte ich dem Leser noch einige Hintergründe zu meiner Themenwahl und Arbeit darlegen:
Gewalt ist ein permanenter Bestandteil unserer Gesellschaft, wenn nicht sogar allen Lebens. Bei der Wahl meines Themas für die Studienarbeit viel es mir dementsprechend schwer eine Entscheidung für ein, mich persönlich anregendes Gebiet aus der unendlichen Bandbreite und den verschiedenen Fazetten der Gewalt zu finden. Durch Gespräche mit Freunden und Bekannten, Berichten in den Medien, sowie meinen eigenen Erfahrungen fiel meine Wahl auf die Subkultur der SadomasochistInnen. Ziel dieser Arbeit ist es neben der thematischen Erarbeitung auch, Verständnis, Toleranz oder sogar Interesse an dieser immer noch tabuisierten Subkultur zu wecken.
Die von mir verwendeten Informationen erhielt ich fast ausschließlich durch das Medium Internet (bekannte Seiten der BDSM-Kultur, Online-Gespräche mit Angehörigen dieser Subkultur), sowie einge Gespräche mit aktiven BDSMlern aus meinem eigenen Umfeld. Grund dafür ist zum einen die Authentizietät, dass heißt, ich hatte dadurch die Möglichkeit die direkten Ansichten der „Betroffenen“ zu erfahren und zum anderen, dass die Auswahl an fachlich guter deutschsprachiger Literatur zu diesem Thema äußerst spärlich ist. Das einzige, von den meisten empfohlene, Buch „Sadomasochismus - Szenen und Rituale“ von Wetzstein war über den gesamten Zeitraum meiner Recherche für die Studienarbeit in den Münchner Bibliotheken ausgeliehen und im Fachhandel leider vergriffen und wird derzeit auch nicht neu aufgelegt.
2. Einleitung
Züchtigung, Erziehung, Spass an der Quälerei, Genuss am Schmerz, ... der Herr und sein Sklave, Prostitution als Domina, ... Was steckt dahinter? Was ist wahr?
Die Welt der SadomasochistInnen liegt immer noch im Dunkeln und es ist für Außenstehende meist schwer nachzuvollziehen, was es mit dem Thema Sadomasochismus wirklich auf sich hat. Worin liegt der Reiz sich freiwillig Schmerzen, sowie physischer und psychischer Gewalt auszusetzen. Wird es überhaupt als Gewalt und Schmerz empfunden, oder wo liegt der Unterschied zum allgemeinen Gewaltverständnis?
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Im Verlauf der Arbeit möchte ich zuerst darlegen, was allgemein unter BDSM zu verstehen ist. Weiter soll erarbeitet werden, wo die Gewalthandlungen von positiven Empfindungen zu negativen Gewalterfahrungen wechseln und sich im BDSM potentielle Gefahrenquellen ergeben. Dementsprechend werde ich auf etablierte Schutzmaßnahmen der Subkultur eingehen. Im zweiten Teil der Arbeit möchte ich durch medizinischen, psychologischen und auch rechtlichen Ansichten das Thema BDSM von verschiedenen Blickwinkeln aus beleuchten. Abschließend möchte ich noch kurz persönlich zum Thema Stellung nehmen. Das Interview führte ich mit einem Paar aus Chemnitz, welches ich in meiner Online Recherche kennengelernt hatte und läßt sich in Ausschnitten in der Arbeit finden.
3. Was versteht man unter BDSM und Sadomasochismus? Die Abkürzung BDSM, die ich im folgenden verwenden werde, steht für die englischen Bezeichnungen: B&D - bondage (Fesselung) & discipline (Disziplin) D&S - domination (Dominanz) & submission (Unterwerfung) S&M - sadism (Sadismus) & masochism (Masochismus)
In allgemeinen Sprachgebrauch werden diese Begriffe, die ein ziemliches Spektrum an sexuellen Praktiken abdecken, oft auf Sadomasochismus oder „Sadomaso“ verkürzt. Leider gibt es keine sinnvolle Bezeichnung, die wirklich, individuell zutreffend, die jeweilige sexuelle Neigung der einzelnen Menschen beschreiben würde, welche sich weitläufig unter diesen Begriffen angesprochen fühlen.
Grundsätzlich gilt zunächst einmal festzuhalten, dass die Anhänger dieser Richtung keine Irren oder sonstige Spinner, schon gar nicht Perversen sind. Es fordert viel innere Stärke und Persönlichkeit, sich zu einer sexuellen Spielart zu bekennen, die außerhalb dessen liegt, was wir im Allgemeinen als Norm bezeichnen. BDSM umfasst viele Aspekte: Macht- und Rollenspiele, Liebe, Sexualität, Neugier,
die Suche nach den eigenen Grenzen - hinter dem Begriff verstecken sich viele Aspekte menschlicher Triebbefriedigung.
Es bleibt aber unbedingt festzuhalten, dass es sich hierbei um eine sexuelle Spielart handelt, bei der beide Partner alles, was sie tun - oder über sich ergehen lassen, natürlich freiwillig und in Absprache miteinander tun. In dem Moment, wo jemand etwas gezwungener Maßen tut, wird es zur, auch so empfundenen, Gewalt und somit natürlich auch illegal und selbstverständlich auch unmenschlich. Hiervon distanzieren sich die BDSMler genauso wie der Rest der vernünftig denkenden Gesellschaft.
Um sich vor den „Realsadisten und -masochisten“, wie die BDSM-Subkultur die krankhaften Sadisten und Masochisten nennt, zu schützen und sich selbst davon
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Arbeit zitieren:
Dipl.Soz.Päd. (FH) Friedel Buergel-Goodwin, 2002, BDSM - Sadomasochismus - Ein krankhaftes „Spiel“ mit der Gewalt?, München, GRIN Verlag GmbH
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