Gliederung
1. Einleitung
1.1. Was ist Borderline?
1.2. Allgemeines
1.3. Historie
1.4. Epidemiologie
2. Diagnostik
2.1. Differenzialdiagnostik
3. Ätiologie
4. Therapie
4.1. Psychotherapeutische Grundprinzipien
4.2. Die Dialektisch-Behaviorale-Therapie (DBT) nach M. Linehan
4.3. Unterstützende Therapieformen
4.4. Pharmakotherapie
5. Schlusswort
6. Quellennachweis
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1. Einleitung
1.1. Was heißt Borderline? Borderline heißt zu deutsch einfach nur Grenzlinie.
Dieser Begriff entstand schon 1938, als Ärzte, Therapeuten und Wissenschaftler dieses Krankheitsbild weder der Gruppe der Neurosen noch der Psychosen so recht zuordnen konnten, so dass sie sich schließlich auf diesen Begriff geeinigt haben. In der modernen Literatur und Wissenschaft spricht man heute von einer emotional- instabilen Persönlichkeit, womit das Kernelement und der Ursprung dieser Erkrankung treffend beschrieben sind.
Auch wenn Menschen mit einer Borderlineerkrankung sich manchmal an der Grenze zwischen Leben und Tod bewegen, so liegt ihre Hauptschwierigkeit in einer emotionalen Regulationsstörung.
1.2. Allgemeines
Aufgrund unterschiedlicher wissenschaftlicher und therapeutischer Ausrichtungen gibt es mehrere Theorien über die Entwicklung der Borderlineerkrangung. Die wohl älteste und somit auch bekannteste ist die schon Anfang des Jahrhunderts beschriebene psychoanalytische Theorie von Sigmund Freud. Darauf aufbauend haben sich weitere psychoanalytische Erklärungsmodelle entwickelt, heute bekannt durch Rhode-Dachser und Kernberg.
In der R egel gehen die psychoanalytischen Theorien von einer spezifischen Entwicklungsstörung vor dem zweiten Lebensjahr aus, weshalb man in diesem Zusammenhang auch von einer "frühen Störung" spricht. In dieser sensiblen Entwicklungsphase haben sich unbewusst Konflikte mit den nahen Bezugspersonen manifestiert, die sich dann später im Erwachsenenleben als Symptome, z. B. als Selbstschädigung zeigen.
Die Behandlung konzentriert sich auf die Bearbeitung dieser spezifischen Konflikte, die es zu verstehen und zu dem Symptom in Beziehung zu setzen gilt. Der Hauptkonflikt liegt in einer mangelnden Selbst- und Objektrepräsentanz. Vereinfacht ausgedrückt bedeutet das, dass man auf der emotionalen Ebene Schwierigkeiten hat, sich selbst und die nahen Bezugspersonen als selbständige Individuen mit guten und schlechten Eigenschaften wahrzunehmen. Daraus resultiert der häufig zitierte Spaltungsmechanismus, die Einteilung in entweder gut oder böse. In der neueren Forschung setzt sich gleichermaßen der lerntheoretische Ansatz durch, der die gesamte Entwicklungsspanne unter biologischen und sozialen Aspekten betrachtet. Namhafte
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Vertreterin dieser Lerntheorie ist M. Linehan, die sich bezüglich der Ursachenforschung und Bewältigung der Borderlineerkrankung sehr an der Phänomenologie dieses Krankheitsbildes orientiert.
1.3 Historie
Das Störungsbild des Borderline-Syndroms ist keine erst in den letzten 20 Jahren entstandene Neuigkeit und der Begriff der „Borderline-Gesellschaft“ bedeutet nicht zwingend, dass diese Störung heutzutage ge häufter auftritt, sondern eher, dass sie besser erkannt wird. Erstmalig wurde der Begriff Borderline bereits 1884 von Hughes (damals „borderland“) erwähnt. „Es mangelte allerdings fast 100 Jahre bis zum Erscheinen von Kernbergs Arbeiten an der [...] dringe nd nötigen Aufmerksamkeit hinsichtlich dieses psychiatrisch-psychotherapeutischen Bereiches.“ („Borderline-Störungen“, S.4/5) Erst als Kernberg 1967 damit beginnt intensiv über die Borderline-Störung zu publizieren und 1975 das Standardwerk „Borderline-Störungen und pathologischer Narzissmus“ in den USA erscheint, tritt diese Krankheit greifbar ins Bewusstsein der Psychologie. 1978 bringen Gunderson und Kolb „das „Diagnostische Interview für das Borderlinesyndrom“ heraus. Dieses halbstrukturierte Interview wird zum Standartverfahren der Wissenschaft bei der Identifizierung von Borderline-Patienten.“ („Borderline-Störungen“, S.7)
1.4. Epidemiologie und Verlauf (vgl. „Borderline-Störungen“, S.7-9)
Egal ob in Praxen oder Kliniken ist festzustellen, dass der Anteil der Borderline-Patienten stetig zunimmt. Borderline-Störungen lassen sich in der Literatur kaum finden. Die relevanten und nur wenig verfügbaren Daten zeigen folgende Prävalenzen = statistische Größe, wie häufig Erkrankung innerhalb der Bevölkerung auftritt:
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Diese Prävalenzen sind leider immer noch so unterschiedlich (von 0,2 bis zu 15%), dass sie nicht besonders aussagekräftig sind. Auffallender für die Borderline-Störung sind dagegen die Lebensumstände der Patienten, welche sich von der Gesamtpopulation doch teilweise sehr unterscheiden.
„Erstaunlicherweise unterschied sich die Häufigkeit antisozialen Verhaltens in der Gruppe der „Borderliner“ mit 16,3% kaum von der in der Gesamtpopulation (18,1%). („Borderline-Störungen“, S.8) Überwiegend wird in der Fachliteratur angenommen, dass das Erkrankungsrisiko für Frauen größer ist. So wird die Borderline Persönlichkeitsstörung überwiegend bei Frauen diagnostiziert = ca. 75 %.
Der Verlauf der Borderline Persönlichkeitsstörung wird im DSM IV als sehr variabel beschrieben. Das häufigste Muster besteht aus:
- chronischer Instabilität im frühen Erwachsenenalter
- Episoden schwerer affektiver und impulsiver Unkontrolliertheit
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Arbeit zitieren:
Dipl.Soz.Päd. (FH) Friedel Buergel-Goodwin, 2002, Borderline Persönlichkeitsstörung - historischer Überblick, Diagnostik, Therapieformen, München, GRIN Verlag GmbH
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