Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 3
2. Veränderte Lebens- und Bewegungsbedingungen von Kindern 4
3. Die Bedeutung von Bewegung für die kindliche Entwicklung 5
3.1 Voraussetzung gesunder körperlicher Entwicklung 5
3.2 Erfahrung der materialen Umwelt 5
3.3 Erfahrung der sozialen Umwelt 5
3.4 Erfahrung des Selbst und des eigenen Körpers 6
4. Konsequenzen für Ziele und Umsetzungsanforderungen der 7
Bewegungsförderung
5. Umsetzungsmöglichkeiten und Ansatzpunkte von Bewegungsförderung im 9
Kindergarten
5.1 Angeleitete Bewegungsangebote 9
5.2 Bewegungsförderliche Aktionen: Ausflüge, Bewegungsfest etc. 10
5.3 Nichtangeleitete Bewegungsangebote z B. „Bewegungsbaustelle“ 10
5.4 Ausstattung mit Materialien und Kleingeräten 11
5.5 Bewegungsfördernde Gestaltung der Kindergarteninnenräume 12
5.6 Bewegungsförderliche Gestaltung des Außengeländes 14
5.7 Aus- und Fortbildung der ErzieherInnen 15
5.8 Elternarbeit 16
5.9 Kooperation mit Sportvereinen 16
6. Schlussbetrachtung 17
Literaturverzeichnis 18
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1. Einleitung
Für eine Umsetzung von Bewegungsförderung bei Kindern im Vorschulalter bietet sich insbesondere die Institution Kindergarten an. Ein Großteil der Kinder zwischen drei und sechs Jahren besucht den Kindergarten und verbringt hier einen nennenswerten Teil des Tages. Damit „bildet der Kindergarten für einen hohen Anteil der 3-6jährigen einen wesentlichen Bestandteil ihrer Lebenswelt“ (Winkler S.13). Kinder können hier mit Bewegungsförderung in einem entscheidenden Alter erreicht werden, in dem „grundlegende Einstellungen zum eigenen Körper geprägt und das Bewegungsverhalten entscheidend beeinflusst wird“ (Winkler S.11).
Es stellt sich hier die Frage, welche Ansatzpunkte und Möglichkeiten für Kindergärten bestehen Bewegungsförderung so zu gestalten und umzusetzen, dass sie zu einer gesunden Gesamtentwicklung der Kinder beitragen kann. Dieser Frage soll an dieser Stelle nachgegangen werden.
Hierzu wird zunächst betrachtet, welche Auswirkungen die Veränderungen in der Lebenswelt von Kindern auf ihre Bewegungs- und Erfahrungsmöglichkeiten haben. Im Weiteren wird ausgeführt werden, welche Bedeutung der Bewegung für die Entwicklung von Kindern zukommt.
Vor diesem Hintergrund werden Konsequenzen für Ziele und Umsetzungsanforderungen einer Bewegungsförderung im Kindergarten entwickelt, um abschließend beispielhaft aufzuzeigen, welche Ansatzpunkte in Kindergärten bestehen, um Bewegungsförderung so umzusetzen, dass sie eine gesunde Entwicklung der Kinder fördern kann.
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2. Veränderte Lebens - und Bewegungsbedingungen von Kindern
In den letzten Jahrzehnten haben weitgreifende Veränderungen der Lebensbedingungen von Kindern stattgefunden (Breuer S.5). In der Diskussion um „Veränderte Kindheit“ wird auf vielfältige Veränderungen hingewiesen (Breuer S.7ff), die weit überwiegend die Möglichkeiten von Kindern begrenzen über aktive Bewegungserfahrungen und unmittelbar sinnliche Wahrnehmung ihre Umwelt zu erkunden und sie sich anzueignen.
So hat die Zunahme des Straßenverkehrs und die Verdichtung der Bebauung dazu geführt, dass es für Kinder kaum noch möglich ist auf der Straße oder auf Plätzen zu spielen, die nicht gesondert dafür vorgesehen sind (Walden/Schmitz S.127). Raumgreifende Bewegung ist Kindern daher meist nur auf speziell hierfür vorgesehenen Spielplätzen möglich. Sind diese im Wohnumfeld vorhanden, ist es jedoch für kleinere Kinder nicht möglich diese ohne Begleitung der Eltern zu nutzen. Der Aktionsspielraum der Kinder und ihre Möglichk eiten ihre Umwelt zu erkunden und sie sich aktiv zu „erobern“ sind hierdurch begrenzt.
Es hat eine „Verlagerung des Spielens von draußen nach drinnen“ (Walden/Schmitz S.128) stattgefunden (Verhäuslichung), die durch die Möglichkeiten des Medienkonsums ve rstärkt wird. Auch im Alltag von Vorschulkindern kommt Mediennutzung bereits ein großer Stellenwert zu (Walden/Schmitz 128). Medienkonsum bedeutet eine Begrenzung der körperlichen Aktivität (Breuer S.11) und führt dazu, dass Kinder zunehmend „Erfahrungen aus zweiter Hand“ machen (Mediatisierung der Erfahrungen, Walden/Schmitz S.129). Die unmittelbare und sinnliche Aneignung der Umwelt durch eigenständiges Handeln und Erfahren wird hierdurch zurückgedrängt (Breuer S.11).
Auch die „Verinselung“ (Walden/Schmitz S.126) des Lebensraumes macht es Kindern schwerer sich ihr Umfeld aktiv zu erschließen und beschränkt ihre Bewegungsmöglichkeiten. Der Lebensraum von Kindern besteht nicht mehr aus einem zusammenhängenden Ganzen, sondern setzt sich aus „Inseln“ zusammen, die verstreut in einem den Kindern unbekannten Gesamtraum liegen (Altenberger/Maurer S.54). Zwischen diesen Inseln werden Kinder meist mit dem Auto chauffiert. Breuer spricht von passiver Mobilität (S.9).
Bewegungsförderliche Spielkontakte finden zudem nur noch selten spontan und in „unorganisierten Spielkontakten“ (z.B. im Innenhof oder auf der Straße) statt (Breuer S.9). Da viele Kinder ohne Geschwisterkinder aufwachsen, finden Spielkontakte zu anderen Kindern häufig nur nach Verabredung und in geplanten Zeitabschnitten statt (Breuer S.9). Die Zeiten, in denen Kinder mit anderen Kindern spielen, sind damit reglementiert und begrenzt.
Der Einschränkung des Raumes für spontane unorganisierte Bewegungsmöglichkeiten steht ein Trend zur „Versportung“ der Kindheit entgegen (Rolff /Zimmermann S.113f). Viele Kinder nehmen Angebote von Sportvereinen und anderen Anbietern wahr, so dass Bewegung meist „angeleitet und kontrolliert“ (S. 113) stattfindet. Nach Rolff/ Zimmermann ist Sport „fester, manchmal sogar zentraler Bestandteil moderner Kindheit.“ (S. 114)
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3. Die Bedeutung von Bewegung für die kindliche Entwicklung
Bewegung und Bewegungserfahrungen sind für die Entwicklung von Kindern von grundlegender Bedeutung. Bewegung ist nicht nur Voraussetzung für eine gesunde körperliche und motorische Entwicklung von Kindern, sondern auch ein wichtiger Aspekt ihrer kognitiven, emotionalen und sozialen Entwicklung. Bewegung ist somit ein wesentlicher Bestandteil der gesamten Persönlichkeitsentwicklung des Kindes (Wink ler S.17).
3.1 Voraussetzung gesunder körperlicher Entwicklung
Bewegung ist Voraussetzung für die gesunde körperliche Entwicklung von Kindern und ihrer physischen Gesundheit (Walden/Schmitz S.40). Größing betont die Bedeutung, die der „vielseitigen, regelmäßigen und wohl dosierten Bewegungsbeanspruchung“ (S.149-152) in diesem Zusammenhang zukommt. Organsysteme brauchen den Bewegungsreiz, um sich altersgemäß zu entwickeln. Ihre Leistungsfähigkeit hängt maßgeblich von Art und Umfang ihrer Belastung ab. Be wegung begünstigt u.a. die Entwicklung eines leistungsfähigeren Herz-Kreislauf-Systems, einer kräftigeren Muskulatur und eines belastbareren passiven Bewegungsapparates (Knochen, Sehnen, Bänder). Durch Bewegung wird zudem Haltungsschäden vorgebeugt. Fehlende Bewegungsreize und -erfahrungen führen dagegen zu einer „allgemeinen Einschränkung des Leistungsvermögens der einzelnen Organsysteme´“ (Walden/Schmitz S.40) und einer verzögerten motorischen Entwicklung.
3.2 Erfahrung der materialen Umwelt
Das Kind nimmt über Bewegung mit seiner materialen Umwelt Kontakt auf und erschließt sie sich über Bewegungshandlungen (Pfeiffer S.83). Im Umgang mit den Gegenständen und durch sinnliches Wahrnehmen lernt das Kind ihre Eigenschaften und Beschaffenheit kennen, bildet Begriffe und erkennt Zusammenhänge. Das Kind „begreift“ im Umgang mit den Dingen, wie es mit seinen Bewegungshandlungen auf sie einwirken kann und erwirbt sich hierüber Handlungsfähigkeit.
Insbesondere in den ersten zwei Lebensjahren ist der handelnde, unmittelbar sinnliche Umgang mit der materialen Umwelt für die Herausbildung kognitiver Strukturen von Bedeutung (Pfeiffer S.83). Walden/ Schmitz (S.41) messen diesen Erfahrungsmöglichkeiten aber auch im Vorschulalter noch eine wesentliche Bedeutung als Ausgangspunkt für den Erwerb von Erkenntnissen und das Erkennen von Zusammenhängen bei. Sie betonen, dass auch im Vorschulalter durch das Ermöglichen vielfältiger Bewegungserfahrungen die kognitive Entwicklung der Kinder gefördert werden kann.
3.3 Erfahrung der sozialen Umwelt
Bewegungserfahrungen sind wichtiger Bestandteil der sozialen Entwicklung des Kindes (Zimmer 1991 S.19f). Bewegungsaktivitäten finden meist in einer Gruppe statt und erfordern
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Anne Kienbaum, 2003, Bewegungsförderung im Kindergarten, Munich, GRIN Publishing GmbH
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