Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 2
2. Beschreibung des Stresspräventionstrainings „Bleib locker“ 2
2.1 Zielsetzungen des Trainings 3
2.2 Bausteine des Stresspräventionstrainings 3
3. Evaluationsstudien zum Stresspräventionstraining „Bleib locker“ 4
3.1 Evaluationsstudie (Dirks/ Klein-Heßling/ Lohaus, 1994) 4
3.2 Evaluationsstudie (Klein-Heßling, 1997) 5
3.2.1 Evaluationsziele und -kriterien. 6
3.2.2 Evaluationsdesign 7
3.2.3 Erhebungsinstrumente. 10
3.2.3.1 Überblick über die verwendeten Erhebungsinstrumente. 10
3.2.3.2 Fragebogen zur Erhebung von Stresserl. und Stressbewältigung im Kindesalter (SSK) 11
3.2.4 Evaluationsergebnisse 15
3.2.4.2 Ergebnisse zu den Kriterien der präventiven Zielsetzung. 19
3.2.4.3 Zusammenfassende Betrachtung der Evaluationsergebnisse 20
3.2.5 Diskussion und Konsequenzen 22
3.2.5.1 Diskussion der Evaluationsergebnisse 22
3.2.5.2 Konsequenzen aus den Evaluationsergebnissen 23
4. Literaturverzeichnis: 25
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1. Einleitung
Das Stresspräventionstraining „Bleib locker“ in seiner heutigen Fassung (Lohaus/ Klein-Heßling (2002)) ist das Ergebnis gezielter Weiterentwicklungen, die durch Ergebnisse mehrerer Evaluationsstudien angeregt wurden (Dirks/ Klein-Heßling/ Lohaus (1994); Klein-Heßling (1997)).
Nach einem kurzen Überblick über Ziele und Grundkonzeption des Stresspräventionstrainings „Bleib locker“ werden im folgenden Studien vorgestellt, die sich mit der Evaluation dieses Trainings befassen. Hierbei wird zunächst ein kurzer Überblick über Untersuchungsdesign und zentrale Ergebnisse einer Studie von Dirks, Klein-Heßling und Lohaus gegeben sowie aufgezeigt welche Konsequenzen aus dieser ersten Studie für die Umgestaltung des Stresspräventionstrainings gezogen wurden.
Nachfolgend werden ausführlich Evaluationsmethode sowie ausgewählte Ergebnisse einer Evaluationsstudie von Johannes Klein-Heßling vorgestellt. Abschließend wird auf die Diskussion der zentralen Ergebnisse eingegangen sowie aufgezeigt welche Konsequenzen aus den Ergebnissen dieser zweiten Evaluationsstudie für die zukünftige Gestaltung des Stresspräventionstrainings „Bleib locker“ abgeleitet wurden.
2. Beschreibung des Stresspräventionstrainings „Bleib locker“
„Bleib locker“ ist ein Stresspräventionstraining für Kinder im Grundschulalter (Klein-Heßling / Lohaus (2002)). Das Stresspräventionstraining wird in Form von Gruppentrainings in Gruppen von 8 bis 12 Kindern durchgeführt. Es umfasst 8 Veranstaltungen à 90 Minuten, die in wöchentlichem Abstand stattfinden. Die Kurse werden von Diplom-Psychologen geleitet. Hinzu kommen trainingsbegleitende Elternveranstaltungen (Klein-Heßling /Lohaus (2002), S.12).
Bleib-locker-Kurse sind Teil des Kurangebots der Techniker Krankenkasse und wurden vor kurzem in das Bonusprogramm der TK aufgenommen (vgl. tk-online.de).
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2.1 Zielsetzungen des Trainings
Das Stresspräventionstraining „Bleib locker“ hat eine korrektive und eine präventive Zielsetzung (Klein-Heßling, S. 78f). So soll die Teilnahme den Kindern zum einen helfen akute Belastungssituationen adäquat bewältigen zu können. Gleichzeitig soll die Teilnahme die Kinder auch in ihrer Kompetenz fördern zukünftige Stresssituationen bewältigen zu können. Die Richtziele des Trainings sind somit (Klein-Heßling, S. 79): Die Kinder bewältigen akute Stresssituationen nach dem Programmeinsatz effektiver (korrektive Zielsetzung).
Die Kinder verfügen über Kenntnisse und Fähigkeiten, zukünftige Stresssituationen adäquater zu bewältigen (präventive Zielsetzung).
Von diesen übergeordneten Richtzielen des Trainings werden die folgenden Teilziele abgeleitet (Klein-Heßling, S. 80): Die Kinder kennen ein anschauliches Stressmodell. Die Kinder nehmen ihr eigenes Stressgeschehen differenzierter wahr. Die Kinder verfügen über ein breiteres Spektrum an Stressbewältigungsstrategien Die Teilnahme an einer Intervention ist mit Spaß verbunden.
2.2 Bausteine des Stresspräventionstrainings
Auf die oben genannten Teilziele beziehen sich die zentralen Bausteine des Trainings. Das Basiskonzept des Stresspräventionstrainings „Bleib locker“ besteht aus den Bausteinen (Klein-Heßling, S.83):
(1) Kennenlernen eines anschaulichen Stressmodells (2) Wahrnehmen potentieller Stressreaktionen (3) Erkennen von Stresssituationen (4) Einsatz von Bewältigungsstrategien
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Ein weiterer Bestandteil des Trainings sind Elternabende (Klein-Heßling, S. 106).
3. Evaluationsstudien zum Stresspräventionstraining „Bleib locker“
Das Stresspräventionstraining „Bleib locker“ wurde 1994 im Rahmen einer Diplomarbeit (Dirks, Klein-Heßling, Lohaus (1994)) sowie von 1995 bis 1997 im Auftrag der Techniker Krankenkasse im Rahmen eines Modellprojektes evaluiert (Klein-Heßling (1997)). Im folgenden wird zunächst ein kurzer Überblick über die Studie der Autoren Dirks, Klein-Heßling, Lohaus gegeben um anschließend ausführlicher auf die Evaluationsstudie, die von Johannes Klein-Heßling durchgeführt wurde einzugehen.
Hierbei wird insbesondere auf das Evaluationsdesign sowie das verwendete Evaluationsinstrumentarium eingegangen. Nachfolgend werden zentrale Evaluationsergebnisse dargestellt sowie Konsequenzen betrachtet, die aus den Ergebnissen dieser Studie für die Gestaltung eines effektiven Stressbewältigungstraining abgeleitet wurden.
3.1 Evaluationsstudie (Dirks/ Klein-Heßling/ Lohaus, 1994)
Das Stresspräventionstraining wurde bereits 1994 im Rahmen einer Diplomarbeit evaluiert (Dirks, S. 180ff). Diese Evaluationsstudie bezog sich auf eine zeitlich und inhaltlich weniger umfangreiche Vorgängerversion (Dirks, S. 183ff) des heutigen Stresspräventionsprogramms „Bleib locker“. Daher wird an dieser Stelle nicht detailliert auf diese Studie eingegangen, sondern nur ein kurzer Überblick über das Design der Studie, ihre zentralen Ergebnisse sowie die Konsequenzen gegeben, die aus den Evaluationsergebnisse gezogen wurden. Die Programmdurchführung erfolgte in zwei Grundschulklassen. Zwei weitere Klassen dienten als Kontrollgruppe. Zur Überprüfung der Programmwirkung wurden in den Trainings-
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und Kontrollklassen Prä- und Posttests (zwei Wochen nach Trainingsende) durchgeführt (Dirks, S. 183).
Die Studie kam zu den folgenden Ergebnissen. Die Evaluationsstudie konnte als deutliche Effekte eine Zunahme der Kenntnisse potentieller Stressmerkmale nachweisen (Dirks, S. 187f). Zudem konnten die teilnehmenden Kinder nach dem Training eine größere Anzahl an Bewältigungsstrategien benennen. Befindlichkeitsverbesserungen konnten nur für den Bereich Hausaufgaben jedoch nicht für die Bereiche Schule und Freizeit nachgewiesen werden. Zudem zeigten sich hinsichtlich der Verringerung von Angst und psychosomatischer Beschwerden keine Trainingseffekte (Dirks, S. 188).
Das Programm wurde von den teilnehmenden Schülern überwiegend positiv bewertet (Dirks, S. 189).
Mögliche Ursachen für die insbesondere im Bereich des Befindens nur geringen Effekte wurden im zu geringen zeitlichen Umfang des Trainings, der fehlenden Einbindung der Eltern sowie in der zu großen Teilnehmergruppe gesehen, die es u.a. nicht ermöglichte, dass alle Kinder aktiv an den Rollenspielübungen teilnehmen konnten (Dirks, S. 190f). Ausgehend von den Ergebnissen dieser ersten Evaluationsstudie wurde das Training modifiziert (Klein-Heßling/ Lohaus (2002), S. 53) Hierbei wurden die folgenden Punkte geändert. Das Programm wurde zeitlich erweitert. Die Gruppengröße wurde deutlich verkleinert. Zudem wurden die Eltern in Form von trainingsbegleitenden Elternveranstaltungen eingebunden (Klein-Heßling/ Lohaus (2002), S. 53).
Als weitere Konsequenz wurde die Durchführung einer weiteren Evaluationsstudie empfohlen, in der durch eine systematische Variation von Programmelementen Aussagen über die Wirkung einzelner Programmelemente ermöglicht und zudem durch eine zusätzliche Followup-Erhebung auch Aussagen über langfristige Trainingseffekte getroffen werden können (Klein-Heßling/ Lohaus (2002), S. 53).
3.2 Evaluationsstudie (Klein-Heßling, 1997)
Eine weitere Evaluationsstudie zum Stresspräventionstraining „Bleib locker“ wurde von 1995 bis 1997 im Auftrag der Techniker Krankenkasse im Rahmen eines Modellprojektes von Johannes Klein-Heßling durchgeführt.
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Die in dieser Studie evaluierten Stresspräventionskurse wurden als Nachmittagskurse im Rahmen eines Gesundheitsförderungsprogramms der Techniker Krankenkasse in verschiedenen nordrhein-westfälischen Städten angeboten (Klein-Heßling, S. 109). Die Kurse wurden in Gruppenräumen der Geschäftsstellen durchgeführt (Klein-Heßling/ Lohaus (2002), S. 53) und umfassten 8 Doppelstunden im wöchentlichen Abstand.
An der Studie nahmen insgesamt 170 Kinder (71 Mädchen, 99 Jungen) aus dem 3. und 4. Schuljahr teil. Die Rekrutierung erfolgte über Informationsschreiben der Techniker Krankenkasse an Versicherte mit Kindern im entsprechenden Alter sowie Bekanntmachungen zum Kursangebot in der Lokalpresse (Klein-Heßling, S. 109).
3.2.1 Evaluationsziele und -kriterien
Die Evaluationsstudie hat das Ziel die Effekte verschiedener Trainingsvarianten mit unterschiedlicher Schwerpunktsetzung komparativ zu evaluieren (Klein-Heßling, S. 72). Zudem sollen die Effekte der Einbindung der Eltern in das Stresspräventionstraining untersucht werden. Als weiteres Evaluationsziel „soll auch die Stabilität möglicher Effekte untersucht werden“ (Klein-Heßling, S. 72).
In dieser Studie werden explizit Kriterien der Zielerreichung formuliert, die Grundlage für die Beurteilung der Trainingseffekte sind. Diese Evaluationskriterien beziehen sich auf die korrektive und präventive Zielsetzung des Stresspräventionstrainings (Klein-Heßling, S. 111). Drei dieser Kriterien beziehen sich auf die korrektive Zielsetzung. Zur Beurteilung inwieweit die Trainingsteilnahme die Kinder befähigt akute Stresssituationen effektiver zu bewältigen, werden die folgenden Kriterien herangezogen (Klein-Heßling, S. 112):
a) Die Kinder schätzen potentielle Stressreaktionen nach der Intervention als weniger belastend ein als vorher.
b) Die Kinder sind nach einer Intervention in einer besseren psychischen und physischen Verfassung als vorher.
c) Die Kinder setzen nach einer Intervention günstigere Stressbewältigungsstrategien ein als vorher.
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Zudem werden Kriterien formuliert, die zur Beurteilung der Erreichung der präventiven Zielsetzung herangezogen werden. Hinsichtlich der Vorbereitung auf zukünftige Stresssituationen werden hier die folgenden Evaluationskriterien formuliert (Klein-Heßling, S. 112):
d) Die Kinder kennen nach einer Intervention mehr potentielle Stressreaktionen als vorher.
e) Die Kinder kennen nach einer Intervention mehr Stressbewältigungsstrategien als vorher.
Als ergänzendes Kriterium wird berücksichtigt, wie die teilnehmenden Kinder und ihre Eltern das Training bewerten (Akzeptanz des Trainings bei Eltern und Kindern). Hier werden als Teilkriterien formuliert (Klein-Heßling, S.113) Die Kinder haben Spaß an dem Programm. Die Eltern akzeptieren das Programm.
3.2.2 Evaluationsdesign
Die Trainingsvarianten wurden in dieser Studie mit einem quasiexperimentellen 1 Wartekontrollgruppendesign evaluiert (Klein-Heßling, S. 110). Dieses Untersuchungsdesign wurde gewählt, da aus organisatorischen Gründen eine Zuordnung der teilnehmenden Kinder auf die Untersuchungsbedingungen nicht randomisiert erfolgen konnte (Klein-Heßling, S. 110). Damit ist einschränkend anzumerken, dass nicht von äquivalenten Untersuchungsgruppen ausgegangen werden kann, wodurch Einschränkungen der internen Validität nicht ausgeschlossen werden können.
Die folgende Tabelle gibt einen Überblick über das Untersuchungsdesign mit den berücksichtigen Untersuchungsbedingungen und den jeweiligen Stichprobengrößen (Klein-Heßling, S. 111):
1 Im Unterschied zu experimentellen Versuchsplänen erfolgt bei quasiexperimentellen Plänen keine Anwendung
des Randomisierungsprinzips. Die Versuchspersonen werden also nicht nach Zufall den Untersuchungsbedin-
gungen zugeteilt. Es werden hier bereits vorgegebene Gruppen untersucht. Die Äquivalenz der Vergleichsgrup-
pen ist hier also nicht wir bei der Randomisierung durch eine systematische Herstellung garantiert
(http://www.phil.uni-sb.de/~jakobs/seminar/vpl/experiment/quasiex.htm).
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Tabelle 1: Das Untersuchungsdesign mit den realisierten Stichprobengrößen
Quelle: Klein-Heßling (1997), S. 111
Um die Wirkung einzelner Elemente des Stresspräventionstrainings evaluieren zu können, wurde das Stressbewältigungstraining in vier Trainingsvarianten umgesetzt (Klein-Heßling, S. 72). Diese vier Trainingsvarianten werden im folgenden als Wissenstraining, Problemlösetraining, Entspannungstraining und Kombinationstraining bezeichnet. Alle Trainingsvarianten haben eine gemeinsame Grundkonzeption (Klein-Heßling, S. 83), d.h. sie bestehen im Kern aus den oben genannten zentralen Bausteinen des Trainings (Klein-Heßling, S. 92). Die Trainingsvarianten unterschieden sich jedoch inhaltlich in ihrer Schwerpunktsetzung (z.B. Vermittlung überwiegend palliativer bzw. instrumenteller Bewältigungsstrategien). Auch bezüglich der Vermittlungsmethode gibt es in den einzelnen Trainingsvarianten verschiedene Schwerpunktsetzungen (kognitive vs. verhaltensorientierte Vermittlungsmethode) (Klein-Heßling, S. 78).
So besteht bei der Trainingsvariante Wissenstraining „die Veränderung der Kenntnisse über Stresssituationen, Stresssymptome und Stressbewältigungsstrategien im Mittelpunkt“ (Klein-Heßling, S. 94).
Bei der Variante Entspannungstraining liegt der Schwerpunkt hingegen auf der Erprobung und Bewertung einer Entspannungstechnik (Klein-Heßling, S. 95). Als Entspannungstechnik wird hier die Progressive Muskelrelaxation eingesetzt.
Im Problemlösetraining liegt der Schwerpunkt auf dem Erwerb von Problemlösefähigkeit (Klein-Heßling, S. 99). Die Kinder lernen in dieser Trainingsvariante einen Problemlöseansatz zur Stressbewältigung kennen. Praktisches Erproben und Bewerten von Stressbewältigungsstrategien in den Trainingssitzungen und im Alltag stehen bei dieser Variante im Zentrum. Dies erfolgt methodisch durch den Einsatz von Rollenspielen und verhaltensbezogenen Hausaufgaben (Klein-Heßling, S. 99).
Das Kombinationstraining setzt sich aus den Kernelementen der übrigen Trainingsvarianten zusammen. In diesem Training sollen die Kinder also Wissen zu Stress und Stressbewältigung erwerben, ein Problemlöseschema kennenlernen, ein breites Spektrum möglicher Bewältigungsstrategien erproben und bewerten sowie eine Entspannungstechnik erproben (Klein-Heßling, S. 105).
Zudem wurde eine Wartekontrollgruppe gebildet (Klein-Heßling, S. 109). Diese setzt sich aus 22 Kindern aus der Stadt Essen zusammen. Da in Essen deutlich mehr Anmeldungen vorlagen als Trainingsplätze zur Verfügung standen, konnte eine Gruppe gebildet werden, die in dieser Studie als Kontrollgruppe fungiert. Trainings- und Wartegruppe wurden hier nach Alter und Geschlecht parallelisiert (Klein-Heßling, S. 110).
Die Kinder, die der Wartekontrollgruppe zugeordnet wurden, erhielten zu einem späteren Zeitpunkt - nach erfolgten Posttest in den Trainingsgruppen - ebenfalls ein Training (Klein-Heßling, S.158).
Damit ermöglicht es das Design der Studie nicht Effekte der Trainingsvarianten zwischen Posttest und Follow-up-Erhebung mit den Werten einer Kontrollgruppe in Beziehung zu setzen. Bei den langfristigen Effekten können somit lediglich die Effekte der einzelnen Trainingsvarianten untereinander verglichen werden (Klein-Heßling, S. 158). Um den Effekt der Einbeziehung der Eltern evaluieren zu können, wurde bei den einzelnen Trainingsvarianten zudem die Elternbeteiligung variiert (Klein-Heßling, S. 110). Hierzu erfolgte je die Hälfte der Trainingsdurchführungen mit bzw. ohne Elternbeteiligung. Die Einbindung der Eltern erfolgte dabei in Form trainingsbegleitender Elternabende (Klein-Heßling, S. 106). Inhalte der Elternabende waren hierbei u.a. die Vermittlung einer vereinfachten Form des transaktionalen Stressmodells sowie Information und Diskussion zu verschiedenen Besonderheiten des Stresserlebens von Kindern (Klein-Heßling, S. 107f). Thematisiert wurden in diesem Zusammenhang u.a. potentiellen Stressreaktionen und -symptomen von Kindern. Ein weiterer Inhalt der Elternabende ist die „Vorstellung und Diskussion von Möglichkeiten,
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wie die Eltern ihre Kinder bei einer effektiven Stressbewältigung unterstützen und damit zu einer Verringerung des Stresserlebens der Kinder beitragen können“ (Klein-Heßling, S. 107). Um die Trainingseffekte erfassen zu können, wurden in allen Trainingsgruppen schriftliche Prä-, Posttests sowie eine Follow-up-Erhebung bei den teilnehmenden Kindern und jeweils einem Elternteil durchgeführt (Klein-Heßling, S. 111). Hierbei erfolgte die Vorbefragung unmittelbar vor Kursbeginn. Der Posttest erfolgte eine Woche nach Ende des Kurses. Zudem wurde 6 Monate nach Kursende eine Follow-up-Erhebung durchgeführt, um auch langfristige Trainingseffekte erfassen zu können (Klein-Heßling, S. 113).
3.2.3 Erhebungsinstrumente
3.2.3.1 Überblick über die verwendeten Erhebungsinstrumente
Zur Datenerhebung wurden in dieser Evaluationsstudie drei Erhebungsinstrumente eingesetzt. Verwendet wurden ein Fragebogen für die teilnehmenden Kinder (Klein-Heßling, S. 114ff), ein weiterer Fragebogen zur Befragung der Eltern der teilnehmenden Kinder (Klein-Heßling, S. 118ff) sowie strukturierte Protokollbögen für die Trainingsleiter (Klein-Heßling, 113ff). Das Erhebungsinstrument, das zur Befragung der Kinder herangezogen wurde, besteht aus den folgenden Elementen. Als Bestandteile des Erhebungsinstrumentes der Kinderbefragung wurde der SSK-Fragebogen für Kinder 2 (Lohaus et.al 1996) sowie der KINDL- Fragebogen 3 (Bullinger et.al. 1994) verwendet.
Zur Erhebung des Wissens der Kinder über Stresssymptome und Stressbewältigungsstrategien enthält der Fragebogen zudem zwei offene Fragen 4 , auf die die Kinder schriftlich antworten sollen (Free recalls) (Klein-Heßling, S. 114f).
Im Posttest sowie in der Follow-up-Erhebung enthält der Kinderfragebogen „Fragen zur Bewertung des Trainings“. Hier wird u.a. danach gefragt, wie viel Spaß den Kindern die Teilnahme am Training bzw. an einzelnen Trainingselementen gemacht hat (Klein-Heßling, S. 118).
2 Die Abkürzung „SSK“-Fragebogen steht für Fragebogen zur Erhebung von Stresserleben und Stressbewälti-
gung im Kindesalter.
3 KINDL; Fragebogen zur Erfassung der gesundheitsbezogenen Lebensqualität von Kindern
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Arbeit zitieren:
Anne Kienbaum, 2004, Evaluation des Stresspräventionstrainings "Bleib locker", München, GRIN Verlag GmbH
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