I
Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis I
1. Problemstellung, Ziele und Vorgehensweise 1
2. Begriffsgrundlagen 2
2.1. Die Unternehmensvision 2
2.2. Die Logistikvision 3
3. Die Visionsfunktionen im Überblick 4
3.1. Identitätsfunktion 5
3.2. Sinnvermittlungs- und Identifikationsfunktion 6
3.3. Motivationsfunktion 7
3.4. Orientierungs- und Richtungsfunktion 8
3.5. Fokussierungsfunktion- und Selektionsfunktion 8
3.6 Integrationsfunktion 10
3.7. Kreativitäts- und Innovationsfunktion 11
3.8. Legitimationsfunktion 12
4. Schlussbemerkung 13
Literaturverzeichnis II
1
1. Problemstellung, Ziele und Vorgehensweise
In Zeiten sich rasch wandelnder Markt- und Wettbewerbsbedingungen sehen sich die Unternehmen immer schwierigeren und komplexeren Anforderungen gegenübergestellt. Wettbewerbsvorteile auf den globalisierten Märkten zu erlangen, stellt zahlreiche Akteure vor schwerwiegende Probleme. Um nicht passiv auf die dynamischen Veränderungen reagieren zu müssen, sondern die Zukunft aktiv mitzugestalten, bedarf es einer klaren Vorstellung über die Entwicklung der Märkte und die Ziele und Konzepte des Unternehmens. Unternehmen, die diese Vorstellungen entwickelt haben, verfügen über einen „entscheidenden Zeitvorteil im weltweiten Wettbewerb“ 1 .
Visionen haben sich in diesem Zusammenhang zu einem zunehmend wichtiger werdenden kritischen Erfolgsfaktor entwickelt. Empirische Studien deuten an, dass ein Zusammenhang zwischen einer ausgereiften Vision und dem Erfolg eines Unternehmens besteht. 2 Dies wirft die übergeordneten Fragen auf, was der Grund für die Bedeutung der Vision für ein Unternehmen ist und welche Fortschritte sich durch diese ergeben. Der Schlüssel zur Beantwortung dieser Fragen liegt in der Diskussion darüber, welche Funktionen eine Vision erfüllt. Hierzu ist zunächst herauszuarbeiten, welche Funktionen eine Vision überhaupt hat. Darüber hinaus muss aufgezeigt werden, welche Potentiale und Effekte aus den ermittelten Visionsfunktionen resultieren.
Ziel der Arbeit ist es somit, die Visionsfunktionen, einschließlich ihrer unterschiedlichen Bezüge zueinander, sowie deren Wirkungen detailliert darzustellen und diese zu bewerten. Aus diesem Grund werden zunächst die notwendigen Grundbegriffe der unternehmerischen Vision und der Logistikvision definiert. Darauf folgend werden die verschiedenen Funktionen einer Vision dargestellt. Eine Schlussbemerkung rundet die Arbeit ab.
1 Göpfert (1999), S. 42.
2 Vgl. Göpfert/Jung/Deppe (2001) und Collins/Porras (1995).
2
2. Begriffsgrundlagen
2.1. Die Unternehmensvision
In der Literatur finden sich zum Thema Vision zahlreiche Beiträge. Dabei wird der Begriff der Vision in den einzelnen Beiträgen sehr unterschiedlich ausgelegt. Die Kriterien, nach denen eine Vision klassifiziert wird, unterscheiden sich deutlich. Zum einen werden technologische oder auf einzelne Produkte bezogene Ziele in Visionen ausgedrückt. Andere Autoren beziehen die Vision auf das Unternehmen als Ganzes. 3 In dieser Arbeit bezieht sich der Begriff auf eine unternehmensbezogene, ganzheitliche Vision. Um die Definition einer Vision sinnvoll vornehmen zu können, bedarf es zunächst der Identifikation grundlegender Visionseigenschaften.
Die Vision wird hier als zukunftsgerichtetes, vom Unternehmen angestrebtes Zukunftsbild verstanden. Durch ihre Zukunftsorientierung unterscheidet sich die Vision von häufig mit selbiger in Zusammenhang gesetzten Begriffen des Selbstverständnisses eines Unternehmens und der Unternehmenskultur. Letztere haben im Gegensatz zur Vision einen gegenwartsorientierten Zeitbezug. 4
Des weiteren muss das Ziel einer unternehmerischen Vision realisierbar sein. Nur eine in ihren Zielen realistische Vision vermag, Kräfte im Unternehmen zu bündeln und Erfolgspotentiale freizusetzen. Die Vision ist somit von traumhaften, unerfüllbaren Utopien und Wünschen abzugrenzen 5 .
Mit der Vision muss eine Veränderung der gegenwärtigen Situation angestrebt werden. 6 Ohne Veränderungscharakter wäre eine Vision letztlich nicht zukunftsgerichtet, sondern nur eine Beschreibung des Status Quo.
Als Grundlage für die weiteren Ausführungen dient die obige Elemente verbindende Definition einer Unternehmensvision von Göpfert :
3 Vgl. Collins/Porras (1995), S.22.
4 Vgl. Henzler (1999), S. 292.
5 Vgl. Göpfert (2000), S. 164.
6 Vgl. Wirtz (1996), S. 373.
3
„Die Unternehmensvision ist das wünschenswerte und realistische Zukunftsbild des Unternehmens einschließlich der Wege zu dessen Erreichung für die Sicherung einer dauerhaften und erfolgreichen Unternehmensentwicklung.“ 7
2.2. Die Logistikvision
Analog zur Unternehmensvision ergibt sich für die Logistikvision: „Die Logistikvision bildet das wünschenswerte und realistische Zukunftsbild über die logistischen Strukturen und Prozesse des unternehmensweiten und
unternehmensübergreifenden Wertschöpfungssystems einschließlich der Wege zu dessen Erreichung. Über die Umsetzung der Logistikvision wird die Entwicklungsfähigkeit des logistischen Systems und eine hohe Effektivität und Effizienz der Güter und Informationsflüsse gesichert.“ 8
Da die Unternehmensvision Veränderungen innerhalb der gesamten Innenwelt eines Unternehmens auslöst, ergibt sich auch eine unmittelbare Wirkung dieser auf die Logistikvision. Diese bildet neben anderen, wie z.B. der Personal- oder der Controllingvision eine Teilvision der umfassenden Unternehmensvision. 9
Grund für die explizite Berücksichtigung der Logistikvision ist - neben der Einordnung in die Themenstellung des Seminars - deren zunehmende Bedeutung für die dem Servicewettbewerb ausgesetzten Unternehmen. Diese Aussage kann in diesem Zusammenhang nur relativ getroffen werden, da die konkrete Situation eines Unternehmens für den Grad der Bedeutung der Logistikvision ausschlaggebend sein muss. Bei Unternehmen, in denen die Logistik aufgrund der Struktur des Wertschöpfungssystems des Unternehmens eine herausgehobene Stellung einnimmt, kann eine Logistikvision die gesamte Unternehmensvision beeinflussen und prägen. In einer solchen Situation fällt die Logistikvision mit der Unternehmensvision zusammen. Die Beziehung zwischen Unternehmensvision und Logistikvision ist demzufolge wechselseitiger Natur. 10
7 Göpfert (2001), S. 85.
8 Göpfert (2001), S. 85.
9 Vgl. Göpfert (2000), S. 176.
10 Vgl. Göpfert (2000), S. 176f.
Arbeit zitieren:
Thomas Kaiser, 2003, Funktionen von Visionen, München, GRIN Verlag GmbH
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