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1.1 Einleitung
Das Leben ist schön (1998) von Roberto Benigni ist, neben Steven Spielbergs Schindlers Liste, wohl der erfolgreichste, den Holocaust thematisierende Film der letzten Jahre. Er wurde mit einem Oscar für den besten Auslandsfilm ausgezeichnet, Roberto Benigni bekam den Oscar für den besten Hauptdarsteller und Nicola Piovani für die beste Filmmusik. Für den Oscar nominiert war Das Leben ist schön außerdem in den Kategorien Bester Film, Beste Regie, Bestes Drehbuch und Bester Schnitt. Des weiteren wurde der Film 1998 in Cannes mit dem Großen Preis der Jury unter dem Vorsitz von Martin Scorsese ausgezeichnet.
Von der Kritik wurde Das Leben ist schön begeistert aufgenommen. Doch neben Prädikaten wie „ein Meisterwerk“ 1 , mit denen der Film bedacht wurde, kam auch die Frage auf, inwieweit Das Leben ist schön angemessen mit dem Thema Holocaust umgeht. Dass dieser Film in Israel höchstes Lob erntete und einen Preis des Jerusalem-Film-Festivals bekam, beantwortet diese Fragestellung zum Teil, jedoch sicherlich nicht umfassend genug. Eine andere Frage ist, ob der Film ein reines Märchen ohne realistischen Bezug ist, oder ob er Elemente enthält, die bereits aus anderen Versuchen, den Holocaust filmisch zu bewältigen, bekannt sind. Ahmt Das Leben ist schön die vergangene Realität nach, wird versucht, ein Gefühl der Authentizität zu erzeugen, oder erschafft der Film seine eigene, künstliche Realität? Diese Frage werde ich im Folgenden zu beantworten versuchen, wobei ich mich hauptsächlich auf den zweiten Teil des Films, der im Konzentrationslager spielt, beschränken werde.
1.2 Kurze Inhaltsangabe
Ende der dreißiger Jahre kommt Guido Orefice (Roberto Benigni) zusammen mit seinem Freund Ferruccio (Sergio Bustric) in eine toskanische Kleinstadt. Er plant, dort eine Buchhandlung zu eröffnen und kann zunächst bei seinem Onkel (Giustino Durano)
1 Jörg Schröder / www.online.prevezanos.com
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unterkommen. Guido verliebt sich in die Lehrerin Dora (Nicoletta Braschi), die ihm auf märchenhafte Weise immer wieder über den Weg läuft. Guido versucht, seine Angebetete auf phantasievolle Weise zu erobern. Die aus der besseren Gesellschaft stammende Dora soll jedoch mit einem von den Faschisten protegierten Aufsteiger verlobt werden und die Verlobungsfeier findet ausgerechnet in dem Hotel statt, in dem Guido als Kellner arbeitet. Während der Feierlichkeiten entführt Guido Dora auf einem grün gestrichenen Pferd.
Bis zu diesem Zeitpunkt kann man den Film noch für eine verspielte Romanze mit Slapstick-Einlagen halten, auch wenn es bereits zahlreiche Hinweise auf die Judenverfolgung gab, welche Guido jedoch nie ernst nahm.
Der erste Teil des Films endet, als Guido mit Dora das nunmehr gemeinsame Heim betritt.
Der zweite Teil von Das Leben ist schön setzt etwa vier Jahre später an. Guido und Dora sind inzwischen verheiratet und haben einen kleinen Sohn, Giosue´ (Giorgio Cantarini). Während Dora immer noch als Lehrerin arbeitet, kann Guido mittlerweile einen kleinen Buchladen sein eigen nennen. Doch das Glück der kleinen Familie währt nicht lange: an Giosue´s Geburtstag verlässt Dora das Haus, um ihre Mutter (Marisa Paredes) abzuholen. Bei ihrer Rückkehr findet sie das Haus verwüstet und leer vor. Guido, sein Onkel und Giosue´ sind während ihrer Abwesenheit abgeholt worden und befinden sich auf dem Weg zur Deportation. Kurz entschlossen macht sich Dora, die keine Jüdin ist, auf den Weg zum Bahnhof und verlangt, ebenfalls in den Deportationszug steigen zu dürfen. Inzwischen bemüht sich Guido, seinem kleinen Sohn vorzugaukeln, es handele sich bei dieser Reise um eine Überraschung zu seinem Geburtstag. Im Konzentrationslager angekommen, erfährt Giosue´, dass es sich um ein Spiel handelt, bei dem man möglichst viele Punkte sammeln muss und an dessen Ende als Hauptgewinn ein Panzer winkt.
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Während der gesamten Haft im Konzentrationslager gelingt es Guido, diese Illusion aufrecht zu erhalten.
Für kurze Zeit hegt Guido die Hoffnung, mit Hilfe des Lagerarztes Dr. Lessing (Horst Buchholz), einem früheren Gast des Hotels, in welchem Guido arbeitete, dem KZ entkommen zu können. Doch es stellt sich heraus, dass Dr. Lessing jeglichen Bezug zur Realität verloren hat und den Ernst der Lage nicht erkennt. Guido, dem die Situation in ihrem ganzen schrecklichen Ausmaß bisher noch nicht völlig bewusst war, erkennt das KZ nun als das, was es wirklich ist: ein Ort der Massenmorde. Kurz vor der Befreiung des Konzentrationslagers versteckt Guido seinen Sohn in einem Schränkchen und macht sich auf die Suche nach Dora, um sie vor den letzten Todestransporten zu retten. Doch trotz Verkleidung wird er entdeckt und zu seiner Erschießung geführt. Giosue´ verlässt sein Versteck erst, als nichts mehr zu hören ist. Ein amerikanischer Panzerfahrer nimmt ihn mit und der Film endet mit dem Wiedersehen von Dora und Giosue´.
Arbeit zitieren:
Katrin Vollmann, 2002, Die Darstellung des Konzentrationslagers in Roberto Benignis "Das Leben ist schön", München, GRIN Verlag GmbH
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