II
Inhaltsverzeichnis:
Tabellen und Abbildungsverzeichnis. III
Abk ürzungsverzeichnis IV
1. Einleitung und Gang der Untersuchung 1
2. Grundlagen des Benchmarking. 2
2.1. Entstehung und Verbreitung des Benchmarking-Konzeptes. 2
2.2. Benchmarking-Definitionen und Einordnung des Konzeptes 4
2.3. Ziele und Voraussetzungen 6
3. Basiselemente des Benchmarking 7
3.1. Benchmarkingobjekte. 7
3.2. Bewertungs- und Vergleichskriterien. 9
3.3. Typen des Benchmarking 10
3.3.1. Internes Benchmarking. 10
3.3.2. Externes Benchmarking. 11
3.3.2.1. Wettbewerbsorientiertes Benchmarking. 11
3.3.2.2. Funktionales Benchmarking 12
4. Der Benchmarking - Prozess nach Robert C. Camp 14
4.1. Die Planungsphase. 14
4.2. Die Analysephase 17
4.3. Die Integrationsphase 18
4.4. Die Aktionsphase. 19
4.5. Die Reifephase. 20
5. Kritische Würdigung. 21
5.1. Gründe für Benchmarking und Vorteile für Unternehmen 21
5.2. Widerstände und Probleme. 23
6. Schlussbetrachtung. 24
7. Anhang. 25
Literaturverzeichnis 35
III
Tabellen- und Abbildungsverzeichnis:
Tab. 4.1. Arten der Leistungslücken 17
Abb. 5.1. Gründe für Benchmarking 22
Abb. 7.1. Entwicklungsgenerationen des Benchmarking. 25
Abb. 7.2. Interpretation der Definition Benchmarking nach R. Camp. 26
Abb. 7.3. Arten von Benchmarking. 27
Abb. 7.4. Die Benchmarking-Prozessschritte in 5 Stufen nach Camp 28
Abb. 7.5. Analyse eines Arbeitsprozesses. 29
Abb 7 6 Kostenvergleiche und Ableitung eines Benchmarks 30
Abkürzungsverzeichnis:
Abb. Abbildung
asw Absatzwirtschaft (Jahr, Seite)
bspw. beispielsweise
bzw. beziehungsweise
Comp. Company
etc. et cetera
F&E Forschung und Entwicklung
Frachtk. Frachtkosten
i.S.d. im Sinne des
IZB Informationszentrum Benchmarking
Mrd. Milliarden
NV Nicht verfügbar
öffentl. öffentlich
S. Seite
Tab. Tabelle
usw. und so weiter
Vgl. Vergleiche
z. B. zum Beispiel
1. Einleitung und Gang der Untersuchung
„Nur ein Idiot glaubt, aus den Erfahrungen zu lernen. Ich ziehe es vor, aus den Erfahrungen anderer zu lernen, um von vornherein eigene Fehler zu vermeiden.“ Otto von Bismarck
In Zeiten eines immer härter werdenden Wettbewerbumfeldes ist dieses Zitat von Bismarck aktuell wie nie zuvor, denn muss man sich kontinuierlich mit den weltweit Besten, den „Besten der Besten“, vergleichen und von diesen lernen, um den langfristigen Erfolg und die Überlebensfähigkeit zu sichern. Unternehmen sehen sich einem immer größer werdenden Konkurrenzdruck ausgesetzt. Ausgelöst durch Globalisierung und Fusionen unterstützt von neuen Medien, wie dem Internet, müssen Unternehmen schneller und zielgerichteter Kundenwünsche am Markt befriedigen. Immer höhere Qualität zu gleich bleibenden Preisen wird verlangt. Länder wie Japan sind seit langen bekannt dafür, dass sie sich Produktinformationen von ihren Mitbewerbern beschaffen und benutzen, um die Schwächen ihrer Konkurrenten in Europa und Amerika herauszufinden und folglich Fehler bei eigenen Produkten zu vermeiden. Dies ist auch ein Grund, warum japanische Firmen so erfolgreich in der Automobilindustrie und in der Unterhaltungselektronik sind. Das Japanische Wort dantotsu bedeutet „Das Bemühen der Beste der Besten zu sein“ und beschreibt sehr gut den Prozess, mit dem in Japan Wettbewerbsvorteile erarbeitet werden. 1 Einen Wettbewerbsvorteil zu gewinnen und zu behalten ist der Schlüssel des Erfolges auf allen Wegen des Lebens sei es im Sport als auch im Geschäftsleben. Das Instrument Benchmarking soll die Unternehmen bei der Erfüllung dieser Anforderungen entscheidend unterstützen. Dabei ist es kein konkurrierendes Instrument, sondern vereint vorhandene Instrumente, und zeigt neue Sichtweisen auf.
In führenden Unternehmen erweist sich Benchmarking als Hilfsmittel zur Informationssammlung. Diese werden benötigt, um ständig besser zu werden und der Konkurrenz ein Schritt voraus zu sein. 2
In dieser Arbeit soll das Konzept des Benchmarking kritisch dargestellt werden. Dabei wird im ersten Teil auf die Grundlagen des Benchmarking näher eingegangen. Nachfolgend werden die Elemente des Benchmarking erläutert und anschließend wird der Benchmarking-Prozess nach Camp dargestellt und am praktischen Beispiel veranschaulicht. Abschließend werden Vor- und Nachteile des Benchmarking gegenübergestellt.
1 Vgl. Camp, R., Benchmarking, 1994, S. IX
2 Vgl. Leibfried, K., Benchmarking, 1993, S. 13
2. Grundlagen des Benchmarking
2.1. Entstehung und Verbreitung des Benchmarking-Konzeptes
Das Benchmarking Konzept ist dem Ursprung nach ein Management-Werkzeug der Industrie, mit dem Leistungsvergleiche zwischen Unternehmen zum Zwecke der Stärkung der Markt- und Wettbewerbsposition entwickelt worden sind. 3 Der Beginn des Benchmarking wird historisch 1979 verankert und zwar ausgehend von dem amerikanischen Unternehmen Xerox. In dieser Zeit befand sich das Unternehmen, bedingt durch Qualitäts- und Kostenprobleme, in einer schwierigen Wettbewerbsposition. Daraufhin wurde analysiert, warum der Konkurrent Canon aus Japan einen Kopierer anbieten konnte, welcher wesentlich unter den Herstellkosten für vergleichbare Geräte bei Xerox lag. Aus diesem Benchmarking-Prozess bei Xerox wurde deutlich, dass nicht nur die Untersuchung des Erzeugnisses ausreichte, sondern das die Gestaltung der einzelnen Arbeitsabläufe im Unternehmen Canon entscheidend sind, um einen Wettbewerbsvorteil zu erzielen. Seitdem stehen Methoden und Prozesse im Fokus des Benchmarking. Aufgrund der Umstellung der Fertigung und der Lagerhaltung und der enormen Anstrengung in Hinsicht der Kosten und Qualität konnte sich Xerox in der Folgezeit wieder erfolgreich am Markt etablieren. Neu und sensationell war vor allem das Benchmarking. 4 In diesem Zusammenhang ist der Name Robert C. Camp zu nennen, der in seinem Buch über die Erfahrungen der Xerox Company mit diesem Instrument berichtete, und somit als Mitbegründer des Benchmarking gilt. Zwei Jahre später führte Xerox ein branchenunabhängiges Benchmarking mit der Firma L.L. Bean in den Bereichen Logistik und Distribution durch, und zeigte somit, dass der Focus des Benchmarking nicht alleine auf dem Vergleich von Produktionsverfahren mit konkurrierenden Unternehmen liegen muss. 5
Erst einige Jahr später als Konzerne wie IBM, Boing, Ford oder Motorola die Idee übernahmen, erlangte das Konzept, welches die Computerindustrie zum Zweck des Rechner-und Programmvergleichs nutzte, den Durchbruch in der Öffentlichkeit. Gerade japanische Unternehmen sind bekannt dafür, dass sie die Stärken und Schwächen der Konkurrenten beobachten und analysieren, um sich daraus einen Vorteil für das eigene Unternehmen zu verschaffen und demzufolge Fehler zu vermeiden. Toyota hatte sich bspw. bei der Gestal-
3 Vgl.Camp, R., Benchmarking, 1994, S. 10
4 Vgl. Bötel, C., Bedarfsanalyse, Nutzenbewertung und Benchmarking, 2000, S. 118
5 Vgl. Camp, R., Benchmarking, 1994, S. 7 ff.
tung der Teilelieferung für die Fließbandproduktion von US-amerikanischen Supermarktketten inspirieren lassen, die in kürzester Zeit die Regale auffüllen. 6 Anfang der 90er Jahre wurde Benchmarking als Kriterium des Malcom Baldrige Award in den USA und in Europa durch den European Quality-Award verstärkt. Im Rahmen dieser Qualitätsauszeichnungen wird versucht, die Leistungen der untersuchten Unternehmen mittels Kennzahlen-Vergleiche gegenüber den härtesten Wettbewerbern zu bewerten. Benchmarking hat deshalb auch zu einer schnellen Ausbreitung in den USA beigetragen. In einigen amerikanischen Unternehmen führte das sogar dazu, dass Manager entlassen wurden, weil sie nicht Benchmarking eingesetzt haben, um die Kostenprobleme zu lösen. 7 In Deutschland fand das Benchmarking im Vergleich zu den USA lange Zeit kaum Einzug in die Unternehmenskultur. Denn bei zu vielen Unternehmen wurde meist nach hausinternen Zielen gestrebt, wie z.B. Budgeteinhaltung in allen Bereichen. Erst seit 1992/1993 wurde das Konzept zum „Erfolgsschlager“. Seit dieser Zeit gibt es eine explosionsartige Entwicklung in der Ausgestaltung und der versuchten Umsetzung des Konzeptes. Unternehmensberater wie z. B. Droege & Comp. bieten bspw. Unterstützung bei der Durchführung von Benchmarking an und versuchen Datenbanken aufzubauen, um Kontakte zwischen interessierten Firmen herzustellen. Eine Umfrage ergab, dass 100 % der Automobilhersteller Benchmarking-Erfahrungen haben, im Bereich Maschinen/Anlagenbau sind es 50 %. 1994 wurde das Informationszentrum Benchmarking (IZB) gegründet, welches für eine Verbreitung des Benchmarking und für die Auswahl von geeigneten Benchmarking-Partnern Hilfestellung leisten soll. Zu den Mitgliedern des IZB zählen Bosch, Bayer, Telekom, Siemens. 8
Im Anhang auf S. 25 ist ergänzend ein Überblick über die Entwicklungsgenerationen des Benchmarking dargestellt. Im folgenden Kapitel wird der Begriff des Benchmarking und dessen Einordnung im Management näher erläutert, da dies die Grundlage für die weitere Darstellung des Konzeptes ist.
6 Vgl. Macharzina, K., Unternehmensführung, 1999, S. 242-243
7 Vgl. Macharzina, K., Unternehmensführung, 1999, S. 242-243
8 Vgl. Hegele, C., Was kann der Apfel von der Birne lernen, 1999, S. 4
2.2. Benchmarking-Definitionen und Einordnung des Konzeptes
Im Zusammenhang mit seiner Anwendung im Unternehmen wird in der Literatur der Begriff Benchmarking auf viele unterschiedliche Arten interpretiert. Benchmarking bedeutet als Übersetzung aus dem Englischen >>Maßstäbe setzen<<. 9 Geht man nur von dem eigentlichen Begriff Benchmarking aus, so sind dort zwei Wörter miteinander verbunden -Benchmark und Marking. Zum einem bedeutet Benchmarking im wörtlichen Sinn eine Markierung, welche als Referenzpunkt verwendet werden kann. Benchmark wird demzufolge als etwas, das beobachtet und untersucht werden kann, definiert. Zum anderen ist in diesem Begriff auch eine Position enthalten, welche als Lage oder Platz verstanden wird, der beobachtet und untersucht werden kann. 10 Übertragen auf Produkt oder Prozesse im Unternehmen, bedeutet Benchmarking demnach, dass beste oder optimale Lösungen identifiziert und als Maßstäbe (Markierungspunkt) dem betrieblichen Handeln angelegt werden.
Eine formale Definition, welche auf alle Geschäftsbereiche anwendbar ist, wurde aus den Erfahrungen und den Erfolgen der Firma Xerox abgeleitet: „ Benchmarking ist der kontinuierliche Prozess, Produkte, Dienstleistungen und Praktika zu messen gegen den stärksten Mitbewerber oder die Firmen, die als Industrieführer angesehen werden.“ 11 Es gibt mehre Gesichtspunkte in dieser Definition, die eine weitere Interpretation erfordern. Sie sind im Anhang S. 26 als Übersicht dargestellt.
Kreutz und Herter definierten Benchmarking konkreter, als „eine objektive, vergleichende Bewertung von Strategien, Prozesse, Funktionen und Verhaltensweisen mit Hilfe von quantitativen Indikatoren und qualitativer Messgrößen, die sich aus der direkten Analyse von Daten und Informationen einer repräsentativen Gruppe von ähnlichen oder konkurrierenden Unternehmen ergeben, die als die Weltbeste gelten.“ 12 Ausgehend von einer Analyse der existierenden Aktivitäten und Praktiken im Unternehmen wollen diese verstanden werden, um dann einen externen Bezugspunkt zu setzen, anhand diesem die eigene Prozesse gemessen oder beurteilt werden können. Aus dem Vergleich des eigenen Unternehmens mit anderen Unternehmen lassen sich folglich Defizite erkennen und Wege zu ihrem Abbau identifizieren. Insbesondere der Vergleich mit artverwandten Branchen bzw. Funktionen ist es von Bedeutung, um den eigenen Wettbewerbsvorsprung konsequent auszubauen.
9 Vgl. Meyer, J., Benchmarking, 1996, S. 5
10 Vgl. Bichler, K., Logistik-Controlling mit Benchmarking, 1994, S. 32
11 Vgl. T. Kearns, Chief Executive Officer, Xerox Corporation
12 Vgl. Kreuz, W., Mit Benchmarking zur Weltspitze aufsteigen, 1995, S. 37
Arbeit zitieren:
Dipl. Betriebswirtin (FH) Melanie Ruehling, 2004, Das Konzept des Benchmarking. Darstellung und kritische Würdigung., München, GRIN Verlag GmbH
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