Inhaltsverzeichnis
1. Erziehungsmittel und Erziehungsziele in der „Schwarzen Pädagogik“
2. Einleitung
3. Erziehungsmittel in der „Schwarzen Pädagogik“
3.1 Lob als Erziehungsmittel in der „Schwarzen Pädagogik“
3.2 Den kindlichen Willen brechen mit der Prügelstrafe
3.3 Die Stigmatisierung von Kindern
3.4 Überwachung und Entblößung des Kindes
4. Erziehungsziele in der „Schwarzen Pädagogik“
4.1 Verinnerlichung ewiger Schuld
4.2 Der Mensch als vernunftgeleitetes Wesen
4.3 Abhärtung fürs Leben
5. „Schwarze Pädagogik“ stellt die Erziehung im ganzen in Frage.
Kann die Antipädagogik eine logische Alternative sein?
6. Schlußwort
7. Literaturangabe
II
1. Erziehungsmittel und Erziehungsziele in der „ Schwarzen Pädagogik“
Erziehungsmittel:
- Entblößung und Überwachung
- absolute Kontrolle
- Einreden von Schuld
- Stigmatisierung
- Demütigung
- Prügelstrafe
Erziehungsziele:
- absoluter Gehorsam
- Autoritäten anerkennen
- Dienen
- Fleiß
- Ordnungssinn
- Pünktlichkeit
- sich „Anpassen“ können Folgen:
- Selbstzweifel
- geringes Selbstwertgefühl
- Minderwertigkeitsgefühl
- Kränkung der Lebensfreude
- natürliche Neugier des Kindes wird gebrochen
- ständige Angst vor Strafe und Entdeckung
III
2. Einleitung
Gerade weil wir davon ausgehen, daß es nur schwer möglich ist unabhängig von seiner eigenen Kindheit selber Kinder aufzuziehen, interessiert uns die Frage inwiefern unsere Generation von schwarzen Erziehungstraditionen geprägt ist. Methoden der Schwarzen Pädagogik mögen sich zwar in allen Gesellschaften zu allen Zeiten finden lassen, dennoch sollte vorweg gesagt werden, daß sie zu keiner Zeit eine etablierte populäre Erziehungsform einer bestimmten Gesellschaft war. Sie ist in erster Linie eine Theorie über die seit den Anfängen der Pädagogik viel diskutiert wurde und die auch immer wieder aufgegriffen wird. Trotzdem darf sie nicht verharmlost werden, da sie verheerende Auswirkungen auf die Persönlichkeit eines Kindes haben kann. Jeder wird sich wohl schon Gedanken über Erziehung, aufgrund seiner eigenen Erfahrungen, gemacht haben. Fast jeder wurde bestimmt auch schon mit Praktiken und Theorien konfrontiert, die in der Schwarzen Pädagogik anzusiedeln sind, wie z.B.: Gehorsam, Abhärtung, Fleiß und unterdrückte Sexualität. Welche Konsequenzen der Einzelne daraus zieht und wie weit er sich von seinen inneren Zwängen tatsächlich befreien kann, hängt von den Erfahrungen seiner Kindheit ab.
Wenn man aus unserer heutigen Sichtweise die Erziehungsmittel der Schwarzen Pädagogik betrachtet, stellt man fest, daß es sich hierbei keineswegs um Erziehung in unserem heutigen Verständnis handelt.
Katharina Rutschky, Verfasserin des Buches „Schwarze Pädagogik“, stellte eine Vielzahl ärgerlicher pädagogischer Texte aus dem 18. Und 19. Jahrhundert zusammen, die nach unseren heutigen Erkenntnissen in der Erziehungswissenschaft „Dem humanen Sinn der Erziehung - nämlich der Führung des Kindes zur Mündigkeit - widerstreitet; was zwar den Namen der Erziehung beansprucht, aber genauer gesehen nicht für Leben und Freiheit der Kinder, sondern vielmehr für die Bändigung und Kränkung ihrer Lebensfreude sorgt.“ 1 Dazu sollte noch angefügt werden, daß die Sammlung und Bearbeitung tendenziös und Flittners Angaben zufolge teilweise sogar stark in ihrer ursprünglichen Absicht verändert wurden. Primäres Erziehungsziel war damals und auch noch vor nicht allzu langer Zeit, absoluter Gehorsam. Auch Martin Luther hatte eine bestimmte Vorstellung von „Erziehung“. Das zu erziehende Kind sollte sich ohne kritisches Hinterfragen in die Ordnung der kirchlichen, politischen und moralischen Wertvorstellung einfügen. In Martin Luthers „Deutschem Katechismus“ unterstreicht er sein Verständnis v on Erziehung mit den Worten „Willst du nicht Vater und Mutter gehorchen und dich lassen ziehen, so gehorche dem Henker... gehorche dem Streckbein, das ist der Tod“ 2
Alle Ratschläge der schwarzen Pädagogik zusammennehmend stellt Rutschky fest, daß es sich um eine „Anleitung zur systematischen Drangsalierung der Kinder unter dem Namen der Erziehung handelt“. Der Wille des Kindes soll gebrochen, die
1 Flittner, (1982) „Konrad sprach die Frau Mama...“ Über Erziehung und Nicht-Erziehung Berlin: Severin und Siedler (Seite 15)
2 Flittner, (1982) „Konrad sprach die Frau Mama...“ Über Erziehung und Nicht-Erziehung Berlin: Severin und Siedler (Seite 15)
IV
Arbeit zitieren:
Adam Orschulik, 1999, Erziehungsmittel und Erziehungsziele in der schwarzen Pädagogik, München, GRIN Verlag GmbH
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