Gliederung
1 Einleitung. 3
2 Lebensgang Pestalozzis 3
2.1 Kindheit und Jugend 3
2.2 Der Schüler und Student 4
2.3 Der Landwirt und Gründer der Armenanstalt „Neuhof“ 5
2.4 Der Schriftsteller 5
2.5 Vom Armenerzieher zum Schulmeister 6
3 Das Menschenbild in Pestalozzis Schriften. 7
3.1 Die Abendstunde eines Einsiedlers. 7
3.2 Lienhard und Gertrud 8
3.3 Meine Nachforschungen über den Gang der Natur in der
Entwicklung des Mensche ngeschlechts 9
3.3.1 Der Naturzustand 10
3.3.2 Der gesellschaftliche Zustand 11
3.3.3 Der sittliche Zustand 12
4 Pestalozzis Vorstellungen über Erziehung. 12
4.1 Erziehungsbedürftigkeit des Menschen 13
4.2 Die drei Lebenskreise 13
4.3 Die Elementarmethode 14
4.4 Die Erziehungsmethode 15
5 Schlussbetrachtung 16
Literaturverzeichnis. 18
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1 Einleitung
„Vorzeitig von der Schule abgegangen, als Landwirt kläglich gescheitert, das Vermögen seiner Frau aufgezehrt, in der Beziehung zu seinem epilepsiekranken Sohn (er hatte ihn nach Rousseau Jean-Jacques genannt ...) versagt, mit Mitarbeitern zerstritten, verarmt, in seinen Werken ein Utopist, verspottet als Träumer - das ist die eine Seite von Pestalozzis Leben“ (Gudjons 2001, S. 86). Auf der anderen Seite gibt es vielfältige Gründe für die Wertschätzung Pestalozzis. Sie liegen in seinen Lebensumständen, seiner praktischen Arbeit und seinem literarischen Werk. Wer sich intensiv mit Pestalozzi auseinandersetzt, erkennt, dass Leben und Werk Pestalozzis eng miteinander verknüpft sind. Sein Werk ist daher ohne Kenntnis seines Lebens, das wesentlich durch den Geist der Französischen Revolution und der Aufklärung geprägt wurde, nicht zu begreifen. Die vorliegende Arbeit beschreibt deshalb zunächst den Lebensgang mit den wichtigsten Stationen im Leben des Volkserziehers. Im Anschluss wird in Kapitel 3 das sich im Laufe seines Lebens wandelnde Menschenbild Pestalozzis anhand von drei wichtigen Werken erläutert. Betrachtet werden hierfür Die Abendstunde eines Einsiedlers, Lienhard und Gertrud sowie Meine Nachforschungen über den Gang der Natur in der Entwicklung des Menschengeschlechts. Das vierte Kapitel schildert, wie die Nachforschungen im Laufe seines Lebens ihn zu der Erkenntnis führten, dass der Mensch ein sehr widersprüchliches Wesen ist und nicht durch Revolutionen, sondern nur durch Erziehung Menschlichkeit bzw. eine gerechtere und humanere Gesellschaft erreichen kann. Die Schlussbetrachtung fasst die zentralen Punkte kurz zusammen und spannt den Bogen zu der neuzeitlichen Denkweise über Erziehung.
2 Lebensgang Pestalozzis
2.1 Kindheit und Jugend
Johann Heinrich Pestalozzi wird am 1 2. Januar 1746 in Zürich geboren. Er entstammt einer italienischen Kaufmannsfamilie, die seit Mitte des 16. Jahr-hunderts in der Stadt Zwinglis wohnte. Sein Vater, Johann Baptist (1718-1751), der
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über eine praktische Lehre und nicht über ein Studium ein „Chirurgus“ geworden war, verstirbt als Pestalozzi fünf Jahre alt ist (vgl. Liedke 1979, S. 171). Der frühe Tod des Vaters und der dadurch bedingte starke Einfluss weiblicher Erziehung durch Mutter (Susanne, geb. Hotz) und Magd des Hauses (Barbara Schmid) bleiben nicht ohne Wirkung auf die Entwicklung des Jungen (Knoop 1981, S. 72). Pestalozzi glaubte, „daß gerade sein Hang zu einer gewissen unkontrollierten Spontanität und Unbekümmertheit durch die fehlende strenge väterliche Reglementierung und Zurechtweisung so dominieren konnte“ (Liedke 1979, S.171).
Die zweite wichtige Erfahrung, die Pestalozzis späteres Verhalten stark beeinflusst, wird geprägt durch seinen Großvater, Andreas Pestalozzi (1692-1769), ein Dorfpfarrer in Höngg, ein Ort nahe Zürich. Die Aufenthalte im großväterlichen Pfarrhaus geben einen gewissen Ersatz für die fehlende väterliche Erziehung (vgl. Knoop 1981, S. 72). Zudem erfährt er in der Dorfpfarrei, wie insbesondere Bauern und Tagelöhner einerseits aufgrund wirtschaftlicher Restriktionen daran gehindert sind, ihre Situation nachhaltig zu verbessern und andererseits ein völlig unzureichendes Bildungssystem deren Unselbständigkeit und Abhängigkeit noch verstärkt (vgl. Liedke 1979, S. 172).
2.2 Der Schüler und Student
Der dritte Erfahrungsbereich, der Pestalozzis Lebensweg nachhaltig beeinflusst, ist die Schule und die in ihrem Umfeld angesiedelten außerschulischen Aktivitäten. Von 1751 bis 1765 besucht Pestalozzi die Elementarschule, die beiden Züricher Lateinschulen und das Collegium Carolinum in Zürich. Er beginnt u. a. Studien der Geschichte, der Alten Sprachen und der Philosophie mit der Absicht, eine theologische oder juristische Laufbahn einzuschlagen. Während dieser Zeit übt Johann Jakob Bodmer (1698-1783), Professor für Geschichte, den nachhaltigsten Einfluss auf die Schülerschaft aus. „In der Person Bodmers war die Aufklärung in Zürich wirksam geworden. Das Postulat der Eigenständigkeit des Denkens gegenüber jeder Form unreflektierter Tradition und gegenüber den Ansprüchen der Kirche und des Staates wurde von den Schülern ... übernommen und hinsichtlich seiner Konsequenzen für das Leben des Einzelnen und des Staates diskutiert. Bodmer war es auch, der trotz des Argwohns der
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Obrigkeit Rousseaus Werke in Zürich einzuführen half“ (Liedke 1979, S. 172f). Das rege geistige Leben in Zürich fand u. a. auch seinen Ausdruck in der Gründung der Helvetischen Gesellschaft mit dem Ziel des Strebens nach politischer Erneuerung. Durch Bodmer wird Pestalozzi 1764 in die Helvetische Gesellschaft zu Gerwe aufgenommen. Deren Mitglieder machten sich zur Aufgabe, die modernen sozialen und politischen Vorstellungen zu reflektieren und entsprechende Reformen vorzubereiten. Diese sollten einen Ausgleich zwischen der Übermacht und dem Reichtum weniger Züricher Großbürger und der verarmten und unterjochten Landbevölkerung ermöglichen (vgl. März 1988, S. 253).
2.3 Der Landwirt und Gründer der Armenanstalt Neuhof
Pestalozzi bricht 1765 sein Studium ab, da ihm ein geistlicher Beruf zur Verwirklichung seiner soziale n und politischen Reformvorstellungen nicht als sonderlich geeignet erscheint. Er entschließt sich daher den Beruf des Bauern zu erlernen und absolviert eine neunmonatige Lehrzeit auf dem Gut des Berner Patriziers und Musterlandwirts Tschiffeli in Kirchberg bei Burgdorf. Im Jahre 1769 wird er Landwirt in Mülligen und heiratet im Herbst des gleichen Jahres Anna Schultheß, eine Züricher Kaufmannstochter. 1770 wird Sohn Hans Jakob, genannt Jacqueli nach Jean-Jacques Rousseau, in dessen Geist er auch erzogen wird, geboren (vgl. März 1988, S. 253f).
Mit finanzieller Hilfe der Familie seiner Frau erwirbt er ein Stück wenig ergiebiges Land auf dem Birrfeld und gründet dort, nach dem Scheitern seiner landwirtschaftlichen Tätigkeit, die Armenanstalt Neuhof. Im Zei traum zwischen 1774 und 1780 beherbergt dort Pestalozzi rund 40 bedürftige Kinder. Durch die Verbindung von Unterricht und Arbeit im Haus bzw. auf dem Felde, versucht er neue Wege der Armenerziehung zu beschreiten. Er scheitert 1780 jedoch an der ökonomischen Realität, an Missernten und an der Interesselosigkeit der staatlichen Behörden, die ihm jegliche finanzielle Unterstützung verweigern (vgl. ebenda, S. 254).
2.4 Der Schriftsteller
Notgedrungen beginnt Pestalozzi sich und seiner Familie eine Existenzmöglichkeit als Schriftsteller aufzubauen. 1780 veröffentlicht er in den Ephemeriden des
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Arbeit zitieren:
Rüdiger Zang, 2004, Johann Heinrich Pestalozzi: Leben und Werk, München, GRIN Verlag GmbH
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Pestalozzis Erziehungsmethoden und ihre Bedeutung für die heutige Zeit
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