Gliederung
1. Einleitung 3
2. TQM 4
2.1 Historische Entwicklung des TQM 4
2.2 Definition nach DIN EN ISO 8402 5
2.3 Die Bedeutung des TQM 5
2.4 Die Aspekte des TQM 6
2.5 Merkmale des TQM nach der EFQM 8
2.5.1 Die Güte aller Management-, Betriebs- und Verwaltungsprozesse 9
2.5.2 Kundenorientierung 10
2.5.3 Mitarbeiterorientierung 11
2.5.4 Ständige Verbesserung 12
3. Die Implementierung des Total Quality Managements 12
3.1 Gründe für die Einführung von TQM 12
3.2 Phasen der Implementierung 13
3.2.1 Die Sensibilisierungsphase 14
3.2.1.1 Förderung der Veränderungsbereitschaft und Information aller
Arbeitskr äfte 15
3.2.1.2 Ermittlung von Stärken und Schwächen durch Self-Assessment 15
3.2.1.3 Die Erarbeitung vom Leitbild und Leitlinien 16
3.2.1.4 Durch Pilotprojekte erste Erfahrungen sammeln 16
3.2.2 Die Realisierungsphase 17
3.2.2.1 Von der zentralen zur dezentralen Lenkungsstruktur 17
3.2.2.2 Der Abbau von Hierarchien 18
3.2.3 Die Stabilisierungsphase 18
3.2.3.1 Die Vernetzung fachbereichsspezifischer Einzelmaßnahmen
organisationsweit 19
3.2.3.2 Förderung der Flexibilität, Kreativität und Innovationsbereitschaft
aller Mitarbeiter 19
1
3.2.4 Phase der Exellence 20
3.2.4.1 Maßnahmen in der Phase der Exellence 21
4. Chancen und Grenzen der Implementierung des TQM 22
4.1 Chancen für das Unternehmen 22
4.2 Grenzen und Probleme des TQ-MAnsatzes 24
5. Resümee 26
6. Literaturverzeichnis 27
6.1 Internetquellen 28
2
1. Einleitung
Bereits in den 50er Jahren wurde häufig mit Slogans geworben, die vor allem die Güte der Produkte in den Vordergrund stellten. Die Marketingexperten erkannten, dass die Fokussierung auf das Merkmal „Qualität“ ein guter Weg ist, um sich von seinen Wettbewerbern zu distanzieren. Jedoch bezogen sich die Qualitätsansprüche fast ausschließlich auf die Produkte mit ihren spezifischen Leistungsmerkmalen, bzw. ihrer mechanischen Beschaffenheit. Die Qualität der Prozesse und Abläufe wurden weitgehend vernachlässigt.
Zu dieser Zeit dominierte das tayloristische System der Massenfertigung, in welchem die Qualität der Produkte durch unabhängige Kontrollabteilungen geprüft und die Qualitätsverantwortung an spezialisierte Arbeitskräfte delegiert wurde. So konnte von erzeugter Qualität kaum mehr die Rede sein. Die Güte wurde erprüft. Durch die starke Arbeitsteiligkeit, die zentrale Arbeitsorganisation und die Produktion großer Lose, waren die Prozessstrukturen sehr komplex. Somit konnte kaum auf Veränderungen der Marktbedingungen und spezifische Kundenwünsche eingegangen werden. Das System war daher unflexibel und durch den verstärkten Einsatz von Spezialkräften sowie den Gebrauch hochtechnisierter Produktionsanlagen relativ kostenintensiv. Erst im Zuge der Globalisierung, der zunehmenden Marktsättigung und dem somit stetig wachsenden Wettbewerbsdruck mussten die Unternehmen im Laufe der Jahre umdenken und sich neu orientieren. Das Total Quality Management ist ein integrativer Managementansatz, welcher zur Überwindung der Schwächen des Taylorismus beitragen kann.
Das umfassende Qualitätsmanagementsystem wurde in den 50er bzw. 60er Jahren in Japan von den Amerikanern W. E. Deming und J. M. Juran entwickelt und steht für höchste Qualität der Produkte, Dienstleistungen und Prozesse im Unternehmen sowie für Innovation, Flexibilität und die uneingeschränkte Erfüllung der Kundenwünsche.
Um die neuartige Philosophie des Total Quality Managements eindringlich zu verdeutlichen, werden im Folgenden die Bedeutung, die Aspekte sowie die Merkmale von diesem Ansatz näher betrachtet. Des Weiteren wird besonders auf den Implementierungsprozess eingegangen und die sich daraus ergebenden Chancen und Grenzen, da sich die Umstrukturierung im Sinne des Total Quality Managements sehr umfassend gestaltet und eine größere Zeitspanne in Anspruch nimmt.
3
2. Total Quality Management
2.1 Historische Entwicklung des TQM
Die Idee des Total Quality Manage ment wurde in den 50er und 60er Jahren in japanischen Unternehmen entwickelt. Die wesentlichen Grundlagen wurden allerdings von zwei Amerikanern, W. E. Deming und J. M. Juran, geschaffen. Diese legten unabhängig voneinander den Grundstein für die herausragende japanische Qualitätsentwicklung. Beide fanden mit ihrem Gedankengut des Qualitätsmanagements in der damals völlig auf Kostenmanagement ausgerichteten amerikanischen Industrie keinen Anklang. Erst nachträglich in den 80er Jahren wurden ihre Ideen in den USA angenommen. „W. E. Deming wendete sich mit seinen 14 Grundregeln gegen zahlreiche Ansichten traditionellen Managements.“ 1 Mit dem von ihm entwickelten Deming-Kreis , der aus den vier aufeinander folgenden Schritten Plan, Do, Check und Act besteht, hat er weltweit große Anerkennung gefunden (Abb. 1). „W. E. Deming ordnete die vier Schritte nicht in eine Kette, sondern in einen sich schließenden Kreis, womit er die Notwendigkeit von nie endenden Verbesserungen herausstellen möchte.“ 2
1 vgl. Seghezzi, H., D., 1996, 7
2 vgl. Seghezzi, H., D., 1996, 7
3 nach Schidknecht 1992
4
J. M. Juran wirkte ebenfalls vielfältig. Er definierte als erster den Qualitätsbegriff als „fitness for use“. Des Weiteren hat er für Qualitätsverbesserungsprojekte und deren anschließende Stabilisierung ein systematisches, weltweit verbreitetes Vorgehen entwickelt. Ebenfalls lassen sich weitere Vertreter nennen, wie A. V. Feigenbaum, P. Crosby und K. Ishikawa, welche mit ihrem Gedankengut zur Entwicklung des Total Quality Managements beigetragen haben.
2.2 Definition nach DIN EN ISO 8402
Total Quality Management (Abkürzung TQM) bedeutet übersetzt „umfassendes Qualitätsmanagement“. „Nach der DIN EN ISO 8402 ist das TQM eine auf die Mitwirkung aller ihrer Mitglieder gestützte Managementmethode, die Qualität in den Mittelpunkt stellt und durch das Zufriedenstellen der Kunden, auf langfristigen Geschäftserfolg sowie auf den Nutzen für die Mitglieder der Organisation und für die Gesellschaft abzielt.“ 4 Hierzu wird ergänzend angemerkt, dass unter Mitgliedern das gesamte Personal zu verstehen ist. Die Überzeugung der Unternehmensführung sowie die Schulung der Mitarbeiter des Unternehmens werden als entscheidende Kriterien für den Erfolg dieser Methode genannt. 2.3 Die Be deutung des TQM
Der Ansatz des TQM stellt eine inhaltliche Fortführung des in den vergangenen Jahren bzw. Jahrzehnten entwickelten Qualitätsbegriffs und dessen beigemessener Bedeutung dar. Es integriert die Ansätze von Deming, Juran, Crosby, Feigenbaum und Ishikawa, welche man als „Väter“ des TQM ansehen kann. „Qualität wird zu einer zentralen, zielorientierten Führungsaufgabe, die eine Ausrichtung der übergeordneten Unternehmensphilosophie auf die Qualitätsziele notwendig macht.“ 5 Daher wird hier die Qua lität in ihrer Bedeutung zum visionären Leitbild für das gesamte Unternehmen.
4 vgl. Online-Verwaltungslexikon-Managementbegriffe T: Definitionen, http://www.olev.de/t.htm
5 vgl. Reinhart, G.; König, M., 1996, 31
5
Das „umfassende Qualitätsmanagement“ bildet den philosophischen Hintergrund für das herkömmliche Qualitätsmanagement mit seinen eher technischen und administrativen Aufgabenstellungen. Beide Ansätze stellen somit eine notwendige Ergänzung und keinen Gegensatz dar. Um das oberste Ziel des TQM, die Kundenwünsche uneingeschränkt zu erfüllen und somit wettbewerbsfähig zu sein, erreichen zu können, muss ein funktionierendes Qualitätsmanagement vorhanden sein, welches diese Ansätze operationalisiert. Nur so kann das Unternehmen den wachsenden Anforderungen des Marktes, nach höchster Qualität bei angemessenen Preisen, langfristig standhalten.
2.4 Die Aspekte des TQM
Nach der Klärung der Bedeutung der TQM-Philosophie stellt sich die Frage nach der Umsetzung dieses Ansatzes. Da das Qualitätsmanagement auf der Normenreihe der DIN EN ISO 9000ff. basiert und mit einer Zertifizierung des gesamten Unternehmens nach dieser Norm einher geht, liegt der Gedanke nahe, dass die Einführung des TQM-Ansatzes ebenfalls durch genormte Bausteine realisiert werden kann. Dem ist jedoch nicht so. Zur erfolgreichen Implementierung ist eine unternehmensspezifische Umstrukturierung des Unternehmensklimas bzw. der Unternehmenskultur erforderlich, um ein völlig neues Qualitätsverständnis zu schaffen.
Total Quality Management kann durch definierte Bausteine nicht realisiert werden. Es lassen sich jedoch Aspekte nennen, die in einem Unternehmen in diesem Sinne vorhanden sein müssen, damit das „umfassende Qualitätsmanagement“ etabliert werden kann. Folgende Aspekte können anschaulich anhand der drei Buchstaben T, Q sowie M verdeutlicht werden.
6
„T (total bzw. umfassend) steht für die Einbeziehung aller Mitglieder des Unternehmens sowie der Kunden und Lieferanten.“ 6 Hierbei liegt der Schwerpunkt auf dem partnerschaftlichen Handeln aller Beteiligten untereinander. Das klassische Bereichs- bzw. Abteilungsdenken muss durch eine übergreifende Denkweise ersetzt werden, um somit die Schnittstellen innerhalb des Unternehmens zu minimieren und einen reibungslosen Informationsfluss zu garantieren. Des Weiteren steht die Steigerung des Nutzens für alle Interessenten im Vordergrund, was durch die Systematisierung der Kunden-Lieferanten-Beziehungen intern und extern realisiert wird.
„Q (Qualität) nach der DIN EN 8402 ist Qualität die Gesamtheit von Merkmalen einer Einheit bezüglich ihrer Eignung, festgelegte und vorausgesetzte Erfordernisse zu erfüllen.“ 7 Bei dieser Definition wird vorwiegend die Produktqualität betrachtet. Jedoch steht bei der TQM-Philosophie die gesamtheitliche Betrachtung der Qualität im Vordergrund, welche weit über die Produktqualität hinausgeht. Erst durch die Verbesserung der Unternehmensqualität kann die Produktqualität langfristig und Erfolg versprechend gesteigert werden.
6 vgl. Reinhart, G.; König, M., 1996, 32
7 vgl. Kaminske, G., F., 1996, 3
7
Arbeit zitieren:
Anna Hajrabedjan, 2004, Total Quality Management, Chancen und Grenzen der Implementierung, München, GRIN Verlag GmbH
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