Gliederung der Hausarbeit
Inhalt: Seite:
1. Einleitung 1
2. Liberalisierung des Telekommunikationsmärkte 2
3. Marktformen 5
4. Regulierung der Telekommunikation in Österreich
4.1 Marktöffnung in Österreich 8
4.1.1 Das Fernmeldegesetz von 1993 (FG93) 11
4.1.2 Das Telekommunikationsgesetz von 1993 (TKG 97) 13
4.2 Entwicklung und Effekte der Telekomliberalisierung
4.2.1 Festnetzsektor 14
4.2.2 Mobilfunksektor 17
4.2.3 Internetsektor 21
5. Regulierung der Telekommunikation in Italien
5.1 Der Weg zur Regulierung des italienischen 24
Telekommunikationsmarktes
5.2 Aufgaben und Rolle der AGCOM 27
5.3 Wettbewerb in Italien nach der Regulierung
5.3.1 Entwicklung des Festnetzsektors 29
5.3.2 Entwicklung des Mobilfunksektors 32
5.3.3 Entwicklung des Internetsektors 36
6. Chancen und Zukunftsperspektiven 39
Quellenverzeichnis 40
Die nachfolgende Aufstellung gibt Auskunft über Unterteilung der einzelnen Abschnitte:
Land : Seiten:
Österreich: 2 - 4, 8 - 23, 39, 40-41
Italien 1, 5 - 7, 24 - 38, 39, 40-41
3
1. Einleitung
Die Hausarbeit behandelt das Thema der Telekommregulierung in Österreich und in Italien. Im Vorfeld wird diesbezüglich kurz auf die Marktformen eingegangen, die für den Telekommunikationssektor relevant sind. Im Anschluss wird der Begriff der Liberalisierung erläutert, da dieser einen zentralen Punkt für die Ausarbeitungen Hauptteil bildet. Der Hauptteil dieser Hausarbeit besteht aus zwei Teilen. Im ersten Teil wird die Regulierung des Telekommunikationsmarktes in Österreich beschrieben. Dabei werden unter anderem die Entwicklungen für die Bereiche Festnetz- Mobilfunk- und Internetsektor aufgezeigt. Im zweiten Teil wird Betrachtung auf das Nachbarland Italien gelenkt. Auch hier wird auf die Regulierung des Telekommunikationssektors eingegangen sowie auf die daraus resultierenden Entwicklungen der Bereiche Festnetz, Mobilfunk und Internet. Abschließend wird bezogen auf die Ausarbeitungen im Hauptteil Stellung genommen zu Chancen und Zukunftsperspektiven der beiden Länder im Telekommunikationssektor.
1
2. Liberalisierung des Telekommunikationsmärkte
Bis Mitte der 1980er Jahre war der europäische Telekommunikationsmarkt in einzelne, nationale Märkte aufgeteilt. Mit Ausnahme von Großbritannien, gab es in jedem europäischem Land einen Monopolisten, der die Wirtschaft und die Bevölkerung mit Telekommunikationsdienstleistungen versorgte. Erst nach der Deregulierung der USamerikanischen und japanischen Telekommunikationsmärkte, hat man in Europa angefangen zu denken denselben Schritt zu machen.
„Die Liberalisierung ist erzwungen worden durch die Globalisierung, die Intensivierung des Standortwettbewerbs und die hohen Defizite der öffentlichen Haushalte. Unterstützt durch techno logische Neuerungen werden heute Privatisierungs- und Deregulierungsmaßnahmen möglich, die noch vor kurzem undenkbar waren.
Liberalisierung hat drei Dimensionen: eine rechtlich-organisatorische, eine wirtschaftliche und eine finanzielle. Im Hinblick auf die Verbesserung der Standortattraktivität von Nationen und Regionen kommt heute der wirtschaftlichen Liberalisierung die größte Bedeutung zu: mehr Wettbewerb durch Marktöffnung, Netzzugang für Dritte, Wahlfreiheit der Kunden usw. Als Oberbegriff für „Deregulierung“ (in den USA) und „Privatisierung“ (in Europa) wird im Folgenden der Begriff „Liberalisierung“ verwendet. In allen Fällen geht es darum, in öffentlichen oder öffentlich kontrollierten Wirtschaftsbereichen zur Effizienzsteigerung und Innovationsförderung mehr privat - und marktwirtschaftlichen Eigentums -und Steuerungseleme nte einzuführen“ 1 .
Die geplante Telekom- Liberalisierung bringe mit sich viele Vorteile und Vergünstigungen für die Endabnehmer. Die Kosten für die abgeno mmenen Dienstleistungen werden gesenkt, das Angebotsspektrum wird erweitert und verbessert, die Tarifstrukturen werden vereinfacht, der Wettbewerb wird sich verbessern. Die Unternehmen können enorme Einsparungen bei den Kommunikationskosten verbuchen. Mit den Einsparungen können neue Arbeitsplätze geschaffen werden, neue Technologie entwickelt werden, und neue Produkte auf dem Markt gebracht werden. Heute sieht man in Österreich die Folgen der Telekomliberalisierung. „Die Mobilkommunikation und das Internet boomen in einem niemals erwarteten Ausmaß, neue Dienste wie WAP, Breitbandzugang zum Internet etc. sind in aller Munde. UMTS 2000/IMT, die neue Generation der Mobilkommunikation wirft seine Schatten voraus, neue
1 Liberalisierung und Privatisierung in den Infrastrukturbereichen Verkehr, Energie, Telekommunikation, Seite
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Zugangstechnologien im Festnetz wie Funkverteilsysteme (WLL), Powerline sowie die effizientere Nutzung der Teilnehmeranschlussleitung (TASL) werden in absehbarer Zeit dem Kunden die Auswahl ihres Telekomanbieters weiter erleichtern und so den Zugangsmarkt zu einem Wettbewerbsmarkt machen. Die Schritte der Liberalisierung sind im Einzelnen: Öffnung des Marktzutritts, Feststellung von marktbeherrschenden Unternehmen, Sicherstellung des offenen Netzzuganges und Verhinderung des Missbrauchs von Marktmacht. 2 “
„Mit dem Grünbuch von 1987 (KOM(87)290) nahm die EU ein sehr ehrgeiziges Programm in Angriff, das letztlich die vollständige Liberalisierung des Telekommunikationssektors aller Mitgliedstaaten und die Schaffung eines gemeinsamen europäischen
Telekommunikationsmarktes zu ihren ausdrücklichen Zielen erklärte. Darüber hinaus handelt es sich bei der Telekommunikation um eine so genannte Netzwerkindustrie. Dies bedeutet, dass alle Anbieter Teile oder das gesamte Netz anderer Konkurrenten benötigen, um ihren Telekommunikationsdienst erbringen zu können. Wenn ein Kunde des Netzes A mit einem Kunden eines anderen Netzes B telefonieren möchte, so sind beide Netze, aber möglicherweise auch noch andere Netze an der Erbringung dieser Leistung beteiligt. Besondere Bedeutung erlangt diese Tatsache, weil zumindest in der Festnetztelefonie der ehemalige Monopolist zum Zeitpunkt der Marktöffnung über den Zugang zu allen Kunden und damit über ungeheure Marktmacht ve rfügt. Den überwiegend staatlichen Monopolen auf den Telekommunikationsmärkten wurde mit dem 01.01.1998 ein Verfallsdatum gesetzt. Einzelne Bereiche wie der Endgerätemarkt (Ende der 80er Jahre) und der Markt für mobile Telekommunikation (Mitte der 80er-Jahre) wurden schon früher in Wettbewerbsmärkte umgewandelt.
Für viele EU-Mitgliedstaaten stellte die Gründung einer unabhängigen Regulierungsbehörde mit dem expliziten Auftrag, die Märkte zu öffnen und im Wege des verstärkten Wettbewerbes für eine verbesserte Leistungspalette, höhere Qualität und nicht zuletzt für signifikant niedrigere Preise zum Wohle der Bürger und der Wirtschaft zu sorgen, eine absolute Neuheit und eine große Herausforderung an die Gesetzgebung dar. Dieser neuen Qualität der neu zu gründenden Regulierungsbehörden entspricht auch das europäische Regelwerk, mit dessen Hilfe diese Regulierungsbehörden die Marktöffnung vorantreiben und fördern sollen.. Dieses Regelwerk wurde in einer Reihe von EU-Richtlinien, den sogenannten ONP -Richtlinien (Open Network Provision), der Zusammenschaltungsrichtlinie und der
2 Telekommunikationsbericht, Telekom Control, Seite 4
3
Sprachtelefonierichtlinie, sowie der Genehmigungsrichtlinie und der
Harmonisierungs richtlinie den Mitgliedstaaten zur Umsetzung in ihr innerstaatliches Recht aufgetragen 3 .
3 Telekommunikationsbericht 1998-1999, Telekom Control, Seite 6
4
3. Marktformen
Hinsichtlich der Veränderungen auf den Telekommunikationsmärkten in Italien und Österreich, die nachfolgenden Abschnitten dieser Hausarbeit genau unter Betracht gezogen werden, ist es von großer Bedeutung im Vorfeld kurz auf die bestehenden Marktformen in diesem Sektor einzugehen.
Bei einer allgemeinen Betrachtung von Marktformen in Bezug auf Anbieter und Nachfrager lässt sich folgende Abbildung zur Hilfe nehmen, um die verschiedenen Marktformen und -verhältnisse aufzuzeigen:
Zu den oben aufgeführten Marktformen lassen sich nachfolgende Bereiche aufführen, auf welche die entsprechenden Marktformen zutreffen 4 : Æ § Polypol Supermärkte Æ § Angebotsoligopol Kraftfahrzeughersteller Æ § Angebotsmonopol Post in Hinblick auf Briefversand Æ § Nachfrageoligopol Markt für Getreide Æ § Beidseitiges Oligopol Anlagen für Schiffsbau Æ § Beschränktes Angebotsmonopol Europäische Weltraumorganisation Æ § Nachfragemonopol Ausschreibungen des Bundes über Auftragsvergaben Æ § Beschränktes Nachfragemonopol Lokomotiven Æ § Beidseitiges Monopol Bau des „Eurofighters“
4 Vgl. Stichwort: Marktformen (http://www.unister.de/Unister/wissen/sf_lexikon)
5
Für den Telekommunikationsmarkt sind insbesondere die Marktformen des Angebotsmonopols, des Angebotsoligopols und des Polypols von Bedeutung.
Das Angebotsmonopol wird als eine Marktstruktur definiert, bei der es einen Anbieter gibt, der keine Konkurrenten hat, die das gleiche Gut auf den Markt bringen. Folgende Ursachen können der Grund sein, dass eine Monopolstellung auf dem Markt entstehen kann 5 :
§ Unternehmen können Exklusivwissen über wichtige eingesetzte Produktionsmittel haben. Dieses garantiert jedoch nicht eine dauerhafte Monopolstellung, da die Konkurrenz durch beispielsweise technischen Fortschritt das Exklusivwissen substituierbar machen kann.
§ Unternehmen haben ein Patent.
§ Durch staatliche Lizenzen und Konzessionen wird gewährleistet, dass es keine weiteren Anbieter gibt. Ein Marktzutritt eines Konkurrenten ist nur durch staatliche Genehmigung möglich.
Hinsichtlich des letzten Beispiels ist erwähnenswert, in einem staatlich geschützten Monopol so gut wie gar keine Wettbewerbshandlungen stattfinden, da für den Monopolisten keine Gefahr besteht, seine Marktposition zu verlieren. Eine solche Situation gab in allen Staaten der Europäischen Union im Bereich der Telekommunikation vor der Liberalisierung dieses Sektors.
Das Angebotsoligopol ist eine Marktform, bei der es nur wenige Marktteilnehmer auf der Anbieterseite und eine Vielzahl von Marktteilnehmern auf der Nachfrageseite gibt. Die Angebotsoligopolisten haben einen verhältnismäßig hohen Marktanteil. Der Markt, auf dem sie agieren, ist ein so genannter unvollkommener Markt. Das bedeutet, auf dem Markt bestehen Präferenzen sachlicher, örtlicher, zeitlicher und persönlicher Art. Ebenso herrscht hier keine Markttransparenz 6 . Die Preisfindung in dieser Marktform erweist sich als schwierig, da der Anbieter neben der Reaktion der Nachfrager ebenfalls die der Konkurrenten kennen muss. Denn jene versuchen auch, die Nachfrage auf sich zu lenken. In dieser Marktstruktur finden oft Preisabsprachen oder Kooperationen unter den Anbietern statt, wodurch die Preise für die Güter auf einem hohen Niveau bleiben 7 .
5 Vgl. Stichwort: Monopol (http://www.unister.de/Unister/wissen/sf_lexikon)
6 Vgl. Stichwort: Ein Anbieter im heterogenen Oligopol (http://www.unister.de/Unister/wissen/sf_lexikon)
7 Vgl. Stichwort: Oligopol - Preisfindung (http://www.unister.de/Unister/wissen/sf_lexikon)
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Die dritte für den Telekommunikationssektor relevante Markform ist der polypolistische Markt. Hier gibt es neben einer Vielzahl von Nachfragern ebenfalls eine Vielzahl von Anbietern. Mit Preiswettkämpfen versuchen die Anbieter die Nachfrage auf sich zu lenken. Dieses Verhalten der Anbieter ist im Bezug auf die darauf folgenden Preissenkungen für die Nachfrager vorteilhaft. Der Wettbewerb in dieser Marktstruktur ist nahezu unbeeinträchtigt 8 .
8 Vgl. Stichwort: Polypol (http://www.unister.de/Unister/wissen/sf_lexikon)
7
Arbeit zitieren:
Alexander Fischer, 2004, Telekomregulierung in der EU am Beispiel der Länder Österreich und Italien, München, GRIN Verlag GmbH
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