II
Inhaltsverzeichnis:
Abbildungsverzeichnis III
Tabellenverzeichnis. III
1 Einleitung. 1
2 Entwicklung der Bevölkerung 2
2.1 Das Konzept der demografischen Transition 3
2.2 Bevölkerungsentwicklung nach dem II. Weltkrieg 4
3 Gründe für die Bevölkerungsentwicklung 5
3.1 Demografische Faktoren 5
3.1.1 Fertilität 5
3.1.2 Sterblichkeit. 6
3.1.3 Alterung und Lebenserwartung 7
3.1.4 Migration. 8
3.1.5 Bevölkerungspolitik und Familienplanung 10
4 Perspektiven für das 21. Jahrhundert 12
4.1 Prognose der Bevölkerungsentwicklung. 12
4.2 Welchen Herausforderungen steht die deutsche Politik gegenüber? 13
5 Schlussbetrachtung 15
Anhang V
Quellenverzeichnis XVII
III
Abbildungsverzeichnis
Abbildung 1: Entwicklung der Sterberate in Deutschland V
Abbildung 2: Stand des demografischen Übergangs in verschiedenen
Weltregionen 2001. VI
Abbildung 3: Das Bevölkerungswachstum in Industrie und Entwicklungsländern
von 1750 bis 2000. VI
Abbildung 4: Todesursachen nach Weltregionen im Jahre 1990 im Vergleich VII
Abbildung 5: Bevölkerungspyramiden Deutschlands von 1910-2050. VIII
Abbildung 6: Entwicklung der Bevölkerungszahl in Deutschland bis zum Jahre 2050 IX
Abbildung 7: Bevölkerungsveränderung weltweit von 1950-250 IX
Abbildung 8: Modell einer klassischen demografischen Transition nach
der DEMOLA-Bevölkerungsprojektion. X
Tabellenverzeichnis
Tabelle 1: Das Bevölkerungswachstum in Industrie und Entwicklungsländern
von 1750 bis 2000 XI
Tabelle 2: Bilanz der Bevölkerungsentwicklung in Deutschland von 1950 bis 1986 XII
Tabelle 3: Lebenserwartung (in Jahren) in ausgewählten Ländern im Vergleich XIII
Tabelle 4: Der alternde Kontinent. Bevölkerungsentwicklung zweier Altersstufen
(in der Gesamtbevölkerung, für 2000 und 2050 geschätzt) XIV
Tabelle 5: Die Europäische Gemeinschaft in der Welt XV
Tabelle 6: Die bevölkerungsreichsten Länder der Welt XVI
1
1 Einleitung
In seinem „Essay on the Principle of Population“ aus dem Jahr 1798 hat Thomas Robert Malthus die Behauptung aufgestellt, dass die Vermehrungskraft der Bevölkerung unbegrenzt größer sei, als die Kraft der Erde, Unterhaltsmittel für die Menschen hervorzubringen. Nach seinen Annahmen wächst die Bevölkerung wenn keine Hindernisse auftreten in geometrischer Reihe, wobei die Unterhaltsmittel nur in arithmetischer Reihe zunehmen. Malthus war sich damals sicher, dass dieses Problem zu einer relativen Überbevölkerung führen würde und befürchtete, dass das rapide Wachstum der unteren Bevölkerungsschichten zu Massenarmut und einer Absenkung des allgemeinen Lebensstandards führen würde. 1 Malthus behauptete, dass ein ständig gleich bleibender Geschlechtstrieb in Richtung einer Bevölkerungsvermehrung wirke und wenn sich dieser frei auswirken könnte, die Welt bald überfüllt sei. 2 In der vorliegenden Seminararbeit wird die demografische Entwicklung der Bevölkerung in Industrieländern nach dem zweiten Weltkrieg dargestellt und es herausgearbeitet, dass dem Bevölkerungswachstum noch weitere Faktoren zugrunde liegen, als nur der Geschlechtstrieb und die zur Verfügung stehenden Nahrungsmittel, wie Malthus es in seinen ersten wissenschaftlichen Schriften angenommen hat. Zur Beantwortung dieser Frage wird vor allen Dingen Deutschland als Industrieland herangezogen und daneben die Entwicklung in Europa, den USA und auszugsweise in weiteren Ländern, wie beispielsweise Kanada dargestellt. Der Untersuchungszeitraum ist hierbei nicht auf die ersten Nachkriegsjahre begrenzt, sondern unter „nach dem zweiten Weltkrieg“ wird auch die heutige Bevölkerungsentwicklung gesehen, da sich die Ursachen der demografischen Entwicklung im Laufe der Zeit verändern. In Kapitel 2 wird der Begriff der Demografie erklärt und es wird versucht, mit Hilfe des Begriffes der demografischen Transition einzuordnen, in welcher Phase der Entwicklung wir uns befinden. Zudem wird die zahlenmäßige Bevölkerungsentwicklung des letzten Jahrhunderts bis heute dargestellt. In Kapitel 3 werden diese Entwicklungen untersucht und erklärt, welche Ursachen ihnen zugrunde liegen. Eingegangen wird hier unter anderem auf Aspekte der Bildung und Politik, sowie die Finanz- und Vermögensstruktur in den ausgewählten Ländern. Ökonomische und ökologische Faktoren spielen genauso eine Rolle, wie Wanderungsbewegungen nach dem 2. Weltkrieg. Im vierten Kapitel wird der Zeitraum weiter ausgedehnt und
1 Vgl. Bähr, J.: Bevölkerungsgeographie. Stuttgart: Ulmer, 1997, 3. Auflage, S. 262f. 2 Vgl. Bolte; K.M.; Kappe, D.; Schmid, J.: Bevölkerung. Opladen: Leske und Budrich, 1980, S. 25f.
2
untersucht, ob sich der Trend der demografischen Entwicklung weiter fortschreiben lässt, oder ob eine Änderung erkennbar ist. Abschließend wird am Beispiel Deutschland aufgezeigt, inwiefern die Politik gefordert ist, dem herrschenden Entwicklungstrend wirkungsvoll zu begegnen.
2 Entwicklung der Bevölkerung
Der Begriff Demografie kommt aus dem griechischen und heißt wörtlich übersetzt Volksbeschreibung. Er umschreibt den Zustand und die Veränderung der Bevölkerungszahl. Vor allen Dingen wird hierbei die Geburten- und Sterberate, die räumliche Verteilung der Menschen, der Altersaufbau einer Gesellschaft und das zahlenmäßige Verhältnis zwischen Männern und Frauen betrachtet. 3
Demografie ist somit die Beschreibung der wirtschafts- und sozialpolitischen Bevölkerungsbewegungen. 4 Es geht hierbei um Fertilität und Sterblichkeit, Migration, Bevölkerungswachstum und Alterung, Bevölkerungspolitik und Familienplanung, sowie um die räumliche Verteilung der auf unserer Erde lebenden Menschen. Wichtiger Untersuchungsgegenstand ist zudem einerseits der Zusammenhang zwischen der demografischen Entwicklung, sowie Ressourcenverbrauch, Ernährungssituation, ökologische Entwicklung, Bildung und politische Konflikte andererseits. 5
Die Bevölkerungsgeografie befasste sich vor dem zweiten Weltkrieg hauptsächlich mit vier Hauptforschungsrichtungen. Bis zum ersten Weltkrieg wurde vermehrt der statische Aspekt, d.h. die Bevölkerungsverteilung und -dichte untersucht, bevor nach dem ersten Weltkrieg dann der dynamische Aspekt oder Fragen der raum-zeitlichen Bevölkerungsveränderungen und der Bevölkerungsbewegungen in den Betrachtungsmittelpunkt der Wissenschaft gerückt wurde. Durch die Probleme der Nachkriegszeit gefördert, wurden Arbeiten zur zukünftigen Bevölkerungsverteilung verfasst und gerade im englisch- und französischsprachigen Raum Arbeiten über Bevölkerungslenkung und die Integration von Siedlern zu einer vieldiskutierten Thematik.
Nach dem zweiten Weltkrieg traten andere, aktualitätsbezogene Forschungsthemen in den Vordergrund. Es fanden vermehrt Wanderungsbewegungen von Flüchtlingen und Heimatver-
3 Vgl. DUDEN, Lexikon der Allgemeinbildung, 1993, S. 362. 4 Vgl. Duden, Das Fremdwörterlexikon, 1990, S.170. 5 Vgl. Berlin Institut für Weltbevölkerung; Online Handbuch; zuletzt aufgerufen am 09.10.2003, URL: http:// www. berlin -institut.org/pages/buehne/buehne_einfuehrung.html.
3
triebenen, Land-Stadt-Wanderungen in Industrie- und Entwicklungsländern statt. Die damit einhergehende institutionalisierte Raumplanung auf den verschiedenen Regierungsebenen wird Schwerpunkt der demografischen Forschung. 6
2.1 Das Konzept der demografischen Transition
Die Veränderung von Fertilität und Sterblichkeit verläuft nicht in jedem Land gleich. Um Gemeinsamkeiten in der Reihenfolge demografischer Veränderungen herauszuarbeiten formulierte Frank Notestein in Office for Population Research der Universität Princeton 1945 das Konzept der demografischen Transition. Er beschreibt dabei Trends, die sich in fast allen Ländern der Welt, sowohl im Europa des 18. und 19. Jahrhunderts wie auch in den Kolonien und Entwicklungsländern des 20. Jahrhunderts, beobachten ließen oder zum Teil noch beobachten lassen.
Nach seinen Ausarbeitungen begann der Übergang zu modernen demografischen Verhältnissen jeweils mit einem deutlichen Rückgang der Sterblichkeit. Ab einem bestimmten Zeitpunkt sank die jährliche Zahl der Verstorbenen pro 1.000 Einwohner und später folgte ein Rückgang der Fruchtbarkeit, wodurch sich die jährliche Zahl der Geburten pro 1.000 Einwohner verringerte (Abbildung 1). 7
Die demografische Transition setzt sich aus fünf Phasen zusammen: „Phase 1: In vorindustriellen Gesellschaften waren Geburten- und Sterberaten hoch. Die Sterblichkeit schwankte stark, mitunter von einem Jahr zum nächsten. Die durchschnittliche Lebenserwartung war gering. Die Bevölkerung wuchs - wenn überhaupt - nur sehr langsam. Phase 2: Mit Einsetzen der gesellschaftlichen Modernisierungsprozesse sankt zuerst die Sterblichkeit. Die Lebenserwartung begann zu steigen. Da die durchschnittlichen Kinderzahlen anfänglich hoch blieben, begann die Bevölkerung beträchtlich zu wachsen. Phase 3: Mit der Zeit reagierten die Familien auf die veränderten Lebensbedingungen und die sinkende Säuglings- und Kindersterblichkeit mit einer Beschränkung ihrer Kinderzahl. Die Geburtenrate begann zu sinken. Das Bevölkerungswachstum ging wieder zurück. Phase 4: Geburten- und Sterberate pendelten sich in etlichen Ländern inzwischen auf niedrigem Niveau ein. Notestein und andere hatten bei der Formulierung und Weiterentwicklung des Konzepts der demographischen Transition am Ende des Übergangsprozesses wieder ein
6 Leib, J.; Mertin, G.: Bevölkerungsgeographie. Braunschweig: Westermann, 1983, S. 15 f. 7 Vgl. Berlin Institut für Weltbevölkerung; Online Handbuch; zuletzt aufgerufen am 11.10.2003, URL: http:// www.berlin-institut.org/pages/buehne/buehne_beventw_muenz_demogr.uebergang.html.
4
demografisches Gleichgewicht zwischen Fruchtbarkeit und Sterblichkeit vor Augen. Dieses hätte in der vierten Phase wieder erreicht werden sollen.
Phase 5: Die Erfahrungen der letzten 30 Jahren in Europa und in anderen Industriestaaten zeigen jedoch, dass die demographische Transition nicht notwendigerweise auf ein Gleichgewicht zwischen Geburten und Sterbefällen zusteuert. In einer Reihe von Ländern sank die rohe Geburtenrate bereits unter das Niveau der rohen Sterberate. In anderen Industrieländern steht diese Entwicklung noch bevor. Ursache ist die anhaltend niedrige Fertilität.“ 8 Abbildung 2 zeigt, welches Land sich zurzeit in welcher Phase befindet und Abbildung 8 visualisiert mithilfe des DEMOLA-Computermodells die durch den Rückgang der Sterblichkeit wachsende Bevölkerung und die nachfolgende Überalterung.
Eine Trendwende ist in diesem Prozess nicht zu erkennen. Im weiterem des Kapitels wird dieser Prozess anhand von Zahlenmaterial aufgearbeitet, bevor im dritten Kapitel den Ursachen auf den Grund gegangen wird.
2.2 Bevölkerungsentwicklung nach dem II. Weltkrieg
Die Tabelle 1 und Abbildung 3 zeigen die Bevölkerungsentwicklung in den Weltregionen zwischen 1750 und 2000. Die Tabelle liefert die Information, dass die Bevölkerung der Industrieländer zwischen 1950 und 2000 um 46% auf 1.188 Mio. Menschen angestiegen ist. Weltweit stieg die Bevölkerung um mehr als 140%. auf über 5.000 Mio. Einwohner. Den größten Anteil an der Bevölkerungszunahme in den Industrieländern hat Nordamerika, dessen Einwohnerzahl sich zwischen 1950 und 2000 nahezu auf 310 Millionen Menschen verdoppelt hat. In Europa nahm die Bevölkerung um 182 Millionen, auf 729 Mio. Menschen (+ 33%) und in den zusammenfassten Ländern Japan, Australien, Neuseeland um 56%, um 54 Mio. auf 149 Millionen Menschen zu.
Um die insgesamt langsame Bevölkerungsentwicklung zu verdeutlichen, kann man den Anteil and der Weltbevölkerung der Industrieländer und der Entwicklungsländer vergleichen. So ist den Daten zu entnehmen, dass der Anteil von 33% im Jahr 1900 über 32% (1950) hin zu 20% im Jahre 2000 gesunken ist. Den Trend, dass die Bevölkerung in Industrieländern wesentlich langsamer steigt als die Gesamtbevölkerung zeigt auch Abbildung 3 deutlich. Für die Bundesrepublik Deutschland ergeben sich für einen vergleichbaren Zeitraum zwei unterschiedliche Phasen. Zwischen 1950 und 1973 nahm die Anzahl der Bevölkerung jährlich
8 Zitiert nach: Berlin Institut für Weltbevölkerung; Online Handbuch; zuletzt aufgerufen am 11.10.2003, URL: http://www.berlin-institut.org/pages/buehne/buehne_beventw_muenz_demogr.uebergang.html.
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um ca. 1% zu. 1950 lebten rund 49,6 Mio. Menschen und 1973 ca. 62,1 Mio. Personen in der BRD. In der zweiten Phase setzte ein Bevölkerungsruckgang ein, der mit einer durchschnittlichen Abnahme der Bevölkerung um ca. 0,2% pro Jahr zu einer Gesamtbevölkerungszahl von 61,0 Mio. Menschen im Jahr 1985 geführt hat (siehe Tabelle 2).
3 Gründe für die Bevölkerungsentwicklung
Die Verbesserung der Gesundheitsversorgung in den weniger entwickelten Regionen der Erde und der Anstieg der Nahrungsproduktion nach dem zweiten Weltkrieg - die so genannte "Grüne Revolution" - verursachte einen plötzlichen Anstieg der Lebenserwartung und einen Rückgang der Säuglingssterblichkeit. 9
Diese Aussage erklärt die demografische Veränderung der Weltbevölkerung, kann aber keine direkte Antwort auf die Bevölkerungsentwicklung in ausgewählten Ländern geben. Hierfür werden im anschließenden Kapitel demografische Faktoren untersucht und in Kapitel 3.2 wird hinterfragt, inwiefern die Finanzstruktur und das Bildungsniveau der Industrieländer einen Einfluss auf die Bevölkerungszahl hat.
3.1 Demografische Faktoren
Unter demografischen Faktoren versteht man unter anderem Fertilität und Sterblichkeit, Migration, Bevölkerungswachstum und Alterung, Bevölkerungspolitik und Familienplanung. Diese Faktoren beeinflussen die Bevölkerungszahl eines Landes und einer Region und es kann beobachtet werden, dass sich diese Faktoren im Laufe der Zeit verändert haben In den nachfolgenden Abschnitten werden diese Veränderung anhand von ausgewählten Industrieländern vorgestellt und die Ursache ihrer unterschiedlichen Ausprägungen erläutert. Aufgrund des vorgeschriebenen Umfangs der Seminararbeit können im Folgenden nur die wichtigsten Faktoren vorgestellt werden.
3.1.1 Fertilität
Ab 1950 ging der demografische Übergang in den Industrieländern in die letzte Phase über und der Bevölkerungszuwachs verringerte sich. Das Durchschnittsalter der Bevölkerung stieg an. Obwohl manche Industrieländer zeitweise einen Babyboom verzeichnen konnten sanken die Geburtenraten erneut. Nach dem zweiten Weltkrieg setze kurzzeitig ein Wachstumsschub
9 Vgl. Deutsche Stiftung Weltbevölkerung; zuletzt aufgerufen am 23.11.2003, URL: http://www.weltbe- voelkerung. de/ kopf2/themenpark/b_tp_beventw.html.
6
ein, der durch eine weiter abnehmendes Säuglings- und Kindersterblichkeit und kontinuierlich zunehmende Lebenserwartung zu erklären war. Mitte der Siebziger starben in Deutschland nur noch 20 von 1000 Säuglingen. Dem gegenüber waren es 55 Babys im Jahr 1950. Vor allem stieg die Lebenserwartung bei Frauen an, da sie seltener schwanger wurden und sich somit weniger häufig den mit einer Geburt verbundenen gesundheitlichen Risiken aussetzten. Nach dem zweiten Weltkrieg stiegen die Geburtenraten in den Industrieländern stark an. Den größten Babyboom gab es zwischen 1946 und 1964 in den Vereinigten Staaten von Amerika. Zu beobachten war, dass die Fertilität seit Mitte der siebziger Jahre auf unter zwei Kinder je Frau gesunken ist. Somit nimmt die Bevölkerung langfristig ab. Gründe für das Abnehmen der Fertilität waren und sind unter anderem die Entwicklung zum späten Heiraten, eine steigende Scheidungsrate und die zunehmende Zahl akademisch gebildeter Frauen, die außerhalb des Haushalts berufstätig sind. Deutschland verzeichnete 1985 mit nur 1,2 Kindern pro Frau sein Geburtenminimum.
In keinem Industrieland liegt die Gesamtfruchtbarkeitsrate zu Beginn dieses Jahrhunderts über dem Ersatzniveau und deshalb wird es auch in Industrieländern, in denen die Bevölkerung heute noch wächst, zu einem Rückgang kommen, weil aufgrund von niedrigen Geburtenraten die Zahl der Menschen in einem fortpflanzungsfähigen Alter abnimmt. 10 „Der Anteil kinderlos bleibender Frauen in Deutschland war schon in früheren Generationen beträchtlich. So blieb von den 1901/1905 geborenen Frauen fast jede vierte Frau kinderlos (was mit zur damals vergleichsweise geringen Geburtenhäufigkeit beitrug)“ 11
3.1.2 Sterblichkeit
Die Sterblichkeit beschreibt die Anzahl der gestorbenen Personen pro 1000 Einwohner eines Landes. Man spricht hier von der rohen Sterbeziffer. Sie wird beeinflusst durch das unterschiedliche Sterblichkeitsverhältnis der Geschlechter, von der Alterszusammensetzung der Bevölkerung und auch von der Sexualproportion. Die rohe Sterblichkeitsziffer ist deshalb weniger aussagekräftig, als der Vergleich zwischen alters- und geschlechtspezifischen Sterbeziffern. 12
10 Vgl. Gelber, A.; Haub, C.; Kent; M.: Das Bevölkerungswachstum; 1999; Deutsche Stiftung für Weltbevölkerung, S. 11f.
11 Zitiert nach: Höpflinger, F.: Bevölkerungssoziologie. München: Juventa, 1997, S.55. 12 Kuls, W.; Kemper, F.-J.: Bevölkerungsgeographie. Leipzig: Teubner Stuttgart, 2000, 2. Auflage; S. 154.
Arbeit zitieren:
Christoph Aretz, 2003, Ursachen der demografischen Entwicklung in Industrieländern nach dem II. Weltkrieg, München, GRIN Verlag GmbH
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