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Thema der Hausarbeit:
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Inhaltsverzeichnis
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Des Lesens kundig zu sein, gehört in der heutigen Zeit genau wie Schreiben zu den Kulturtechniken, deren Beherrschung bei jedem vorausgesetzt werden. Laut Umberto Eco sind die Menschen im medialen Zeitalter zu einer ,,alphabetischen Kultur” zurückgekehrt, da fast alles über Computertexte und Internet abläuft. Seiner Meinung nach werden diejenigen, die in der Lage sind, die Computertexte zu entschlüsseln, die Herrscher über diejenigen sein, die nur Bilder im Fernsehen betrachten können (vgl. Naegele, 1995, S. 149). Da aber trotz Schulpflicht und der Möglichkeit des kostenlosen Schulbesuches immer noch viele Kinder Schwierigkeiten beim Lesenlernen haben und manche nie lesen lernen, soll es in dieser Hausarbeit um mögliche Hilfen und Fördermaßnahmen wie Übungen und Spiele bei Leseschwierigkeiten gehen. Dies bezieht sich sowohl auf Fördermaßnahmen für Grundschüler als auch für Schüler der Sekundarstufe 1.
Zunächst wird jedoch allgemein das Thema Lesen, später kurz die verschiedenen Arten der Leseschwierigkeiten und wie sie sich darstellen, behandelt. Anschließend werden sowohl die Ursachen der Leseschwierigkeiten als auch mögliche Fördermaßnahmen erörtert. Zum Schluß werden Materialien zur Leseförderung dargestellt und die Hausarbeit mit einer Schlußbetrachtung des Themas beendet.
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Befragt man Menschen unterschiedlichen Alters, was sie unter Lesen verstehen, so erhält man vielfältige Antworten. Franz Biglmaier führte 1964 eine Umfrage zu diesem Thema durch und bekam unter anderem von einem 9jährigen Jungen die Antwort, Lesen sei, wenn er ein Buch nähme und lese, was da darin stünde. Für einen Kontrolleur der öffentlichen Verkehrsmittel
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bedeutet Lesen darüber hinaus, die geschriebenen Anweisungen, wie z.B. ,,Hinten aussteigen” zur Kenntnis zu nehmen und zu befolgen. Für Polizisten gehört zum Lesen das Lesen und Befolgen der Verkehrsschilder. Ein zum Thema Lesen befragter Schriftsteller führte desweiteren den Begriff des Korrekturlesens an, wobei es sich um das genaue, fehlersuchende Lesen handelt. Zudem gibt es noch das überfliegende Lesen, bei dem nicht Wort für Wort genau und einzeln gelesen wird, sondern der Text, wie der Ausdruck schon sagt, nur überflogen wird (vgl. Biglmaier, 1964, S. 9f.).
Sicherlich gibt es noch andere Arten des Lesens, auf die alle jedoch einzugehen, würde den Rahmen sprengen. Es zeigt sich jedoch, daß Lesen und Lesen sehr unterschiedlich sein kann. Biglmaier gibt in seinem Text eine Definition des Begriffes Lesen von Kainz wieder. Laut Kainz ist Lesen ,,... das verstehende Aufnehmen von schriftlich fixierten Sprachgefügen, somit die auf Grund der erworbenen Kenntnis der Schriftzeichen vollzogene Tätigkeit des Sinnerfassens graphisch niedergelegter Gedankengänge.” (ebd. S.12f.). Andere Definitionen des Lesens besagen, Lesen sei ,,Geistiges aus sinnlich Wahrgenommenem zu erwecken.” oder ,,eine besondere Form der Sinnentnahme, die wir an gedruckten oder geschriebenen Symbolen vollziehen.” (ebd. S. 12). Gemäß Ritz-Fröhlich (1971) ist „Lesen ..für den geübten Leser, aufgrund seiner geschulten Wahrnehmung, weitgehend ein Wiedererkennen und Reproduzieren bekannter, im Gedächtnis gespeicherter Wortgruppen und ihrer Signalqualitäten.“ (Ritz-Fröhlich, 1971, S. 31). So unterschiedlich die einzelnen Definitionen des Lesens auch sein mögen, so haben sie doch alle gemeinsam, daß Lesen das Entziffern schriftlich codierter Informationen verkörpert. Menschen mit Leseschwierigkeiten gelingt dieses Decodieren der Informationen nicht oder nur mühsam.
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Vielmals werden Kinder, die unter Leseversagen 1 leiden, gleich als Legastheniker angesehen,
da Schwächen im Lesen zwangsläufig auch Ausfälle im Schreiben mit sich bringen. Untersuchungen mittels diagnostischer Lesetests von 2000 Kindern des zweiten Schuljahres durch den Wiener Schulpsychologischen Dienst bewiesen jedoch, daß in den meisten Fällen des Leseversagens keine Legasthenie vorliegt. So kam heraus, daß 78% der untersuchten Kinder keine legasthenen Symptome zeigten, 18% leichte Störungen aufwiesen und nur 4% als schwere Legastheniker anzusehen waren.
Hier soll deswegen Bleidicks Ansicht zugrunde gelegt werden, daß Leseversagen als das einfache nicht Erlernen des Lesens bezeichnet, vom englischen Begriff „reading-disabilities“ (Leseunfähigkeit) stammend. Je nach Ausprägung und Grund des Leseversagens (organisch oder nicht-organisch bedingt) kann es sich beim Leseversagen um Alexie, Dyslexie oder Legasthenie handeln. Es sei nur am Rande erwähnt, daß Bleidick zufolge Legasthenie nur als Leseschwäche und nicht wie allgemein definiert, als Lese-Rechtschreibschwäche anzusehen ist (vgl., Bleidick, 1967, S. 28ff.).
Allerdings soll im Folgenden wie meist in der Literatur definiert, Legasthenie wie folgt verstanden werden: Legasthenie liegt vor, „....wenn ein Kind in normalen Schulverhältnissen und trotz aller Bemühungen der Erwachsenen, nicht aber aufgrund einer Debilität, Schwierigkeiten mit dem Erlernen des Lesens, mit Sprache und Rechtschreibung hat, während es doch bei anderen Fächern keine entsprechenden Schwierigkeiten erfährt.“ (Biglmaier, 1964, S. 41).
Typisch für Legastheniker ist das erratende Lesen, langsames Lesen, mühevolle Analyse und Synthese, schlechte Orthographieleistungen usw. Liegt die Lese- oder Rechtschreibschwäche jedoch an organischen Fehlern, mangelnder Intelligenz, ungünstigen Umweltverhältnissen oder an sonstigen äußeren Einflüssen, so kann von Legasthenie keine Rede sein (vgl. ebd. S. 41f.).
1 Hier soll der Begriff ‘Leseversagen’ anstatt Leseschwierigkeiten verwendet werden, da auch Bleidick (1967)
diesen Begriff anwendet.
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Unter Alexie, einfach bezeichnet als Leseunfähigkeit, versteht man einen geistigen Defekt, der eine Art Wortblindheit oder ,besser gesagt, Leseblind- oder -unfähigkeit mit sich bringt. Alexie kann sowohl auf organischen Hirnschäden als auch auf vererbten Schäden beruhen. Genau wie bei der Leseschwäche (Legasthenie) kommt auch die Alexie in verschiedenen Schweregraden vor. Im gravierendsten Fall werden nicht mal mehr Buchstaben als solche erkannt, in weniger schlimmen Fällen können noch Einzelworte gelesen werden. Allerdings leidet die Mehrheit der Kinder mit Lesestörungen nicht an Alexie, also unter organischen Hirnschäden, sondern an Legasthenie, der Leseschwäche (vgl. ebd. S. 42f.). Als letztes ist noch die leichtere Form der Alexie, die Dyslexie anzuführen. Hierbei zeigen sich die gleichen Symptome wie bei der Alexie, allerdings in einfacherer Form, wobei kein vollständiges Leseunvermögen besteht, sondern nur das Lesen schwerfällt (vgl. Bleidick, 1967, S.31).
Dänische Pädagogen definieren Dyslexie genau wie Legasthenie als eine gestörte Lesefunktion bei Normalbegabung, wobei die vererbte Dyslexie als ,,konstitutionelle Dyslexie“ bezeichnet wird (vgl. Tordup, 1970, S12). Aufgrund der in der Literatur unterschiedlich verwendeten Terminologien der einzelnen Leseschwierigkeiten fällt eine konkrete Begriffsbestimmung und -zuordnung schwer und soll hierbei belassen werden.
Zuzüglich zu den krankheitsbedingten Formen des Leseversagens gibt es noch durch äußere Umstände, die im nächsten Kapitel dargestellt werden sollen, hervorgerufene Leseschwierigkeiten. Allerdings ist es äußerst schwierig, Leseversagen und
Leseschwierigkeiten abzugrenzen, da in der Literatur diese Begriffe fast fließend ineinanderübergreifen. Im folgenden soll nur noch von Leseschwierigkeiten die Rede sein, da dies erstens Thema der Hausarbeit ist und zweitens Leseversagen als schwere Form der Leseschwierigkeiten einschließt.
Bleidick (1967) zufolge können Leseschwierigkeiten in drei verschiedene Gruppen unterteilt werden, wobei die Unterteilung anhand ihres Zeitpunktes des Auftretens stattfindet.
Arbeit zitieren:
Natalie Taepel, 1998, Methodische Möglichkeiten der Hilfe bei Leseschwierigkeiten, München, GRIN Verlag GmbH
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