Inhaltsverzeichnis
Einleitung S. 3
Erik Eriksons Theorie zur Ausbildung der Identität 3
Piagets „Theorie der geistigen Entwicklung“ 7
Gemeinsamkeiten und Unterschiede 9
Literatur S.12
2
Einleitung
Unter Entwicklung wird hier ein lebenslanger dynamischer Prozess verstanden. Es handelt sich dabei um Veränderungen im Psychischen und Physischen. Zu ihnen tragen das anlagebedingte Wachsen und Reifen des Organismus und seiner physischen und psychischen Funktionen, bei. Das geschieht in Abhängigkeit von der chronologischen Zeit und von zufällig in ihr auftretenden Ereignissen; darüber hinaus durch die Wechselwirkung des sich entwickelnden Individuums mit den Umweltweinflüssen in Gestalt mannigfaltiger Anforderungen und daraus resultierender Lernprozesse.
Im folgenden will ich mich auf die Entwicklungsschritte des Kindes in den ersten sechs Lebensjahren beschränken.
Viele Soziologen haben sich mit der (früh-)kindlichen Entwicklung beschäftigt. So haben unter anderem Sigmund Freud, Albert Bandura, Erik H. Erikson und Pierre Bourdieu herausragende Theorien zur frühkindlichen Entwicklung aufgebaut. In dieser Arbeit möchte ich mich Unterschieden und Gemeinsamkeiten besonders zwischen Erik H. Eriksons Theorie der Sozialisation als Ausbildung der Identität und Jean Piagets „Theorie der geistigen Entwicklung“ widmen.
Erik Eriksons Theorie zur Ausbildung der Identität
Erik H. Erikson beschäftigt sich mit "Identität" besonders intensiv im Rahmen seiner Arbeit zu den "Psychosozialen Phasen", welche zum Großteil jenen Entwicklungsabschnitten aus Sigmund Freuds psychoanalytischer Theorie entsprechen. (vgl. Tillmann, 2000; Zimmermann 2003)
Das Hauptthema in Eriksons Entwicklungs- und Phasentheorie bilden "Krisen" - die sog. "Psychosozialen Krisen" - in den einzelnen Lebensphasen, von deren mehr oder minder erfolgreicher Bewältigung die Bildung bzw. Weiterentwicklung der Identität abhängt. (vgl. Tillmann, 2000; Zimmermann 2003)
In jeder Phase nach Erikson muss also eine "Krise" bewältigt werden, wobei pro Entwicklungsabschnitt ganz besondere Bezugspersonen aus der Umwelt im Vordergrund stehen. Durch die Interaktion des Individuums mit der "Umwelt" sollen jene Krisen überstanden werden, um eine Fortentwicklung zu ermöglichen. (vgl. Tillmann, 2000; Zimmermann 2003)
3
Die erste Phase: Urvertrauen gegen Urmisstrauen - Säuglingsalter Die erste Phase bezeichnet Erikson mit dem Begriff Urvertrauen, welchen man in einer funktionierenden Mutter - Kind Beziehung beobachten kann. Das Kind erwirbt ein Gefühl von Ich - Identität, und ist scheinbar entspannt und ohne Probleme. Die liebende Mutter wird zu einer „inneren Gewissheit" und wird in Spannungssituationen als Helfer angesehen. (vgl. Zimmermann 2003)
Außerdem stützt sich das Kind auf Empfindungen und Bilder, welche eine Art Vertrauensbasis zu zuverlässigen Personen herstellen. Das Kind erfährt ein Gefühl von Gegenseitigkeit. Der Säugling bekommt was er am wichtigsten benötigt und kann der Mutter erlauben sich außer Sichtweite zu befinden. Ein Versagen in diesem Stadium spiegelt sich später im Charakter und in Störungen der Geisteszustandes wider; im schlimmsten Fall kann es zu einer infantilen Schizophrenie kommen. (vgl. Zimmermann 2003)
Der Erfolg ist vielmehr abhängig von der Erfüllung der mütterlichen Funktion im jeweiligen Kulturkreis mit den jeweiligen Wertvorstellungen (Wissen, Religion, etc.), als von der Menge der erbrachten Mutterliebe. Dies ist also der Anfang - das Zusammenkommen eines Säuglings, einem Elternpaar und einer Gesellschaft in einem Akt des Glaubens und Vertrauens. (vgl. Zimmermann 2003) Die zweite Phase: Autonomie im Gegensatz zu Scham und Zweifel -Kleinkindalter
Wenn das Vertrauen gefestigt ist, rückt ein neues Problem in den Mittelpunkt. Durch das Reifen der Muskulatur werden dem Säugling zwei Modalitäten eröffnet: das Festhalten" und das Loslassen". Beides kann sowohl eine positive als auc h negative Wirkung haben. Das Kind entscheidet nun selbst ob es die inneren Produkte, die keineswegs als Fremdkörper angesehen werden, vom Gefühl her, nun selbst hergeben will oder aber das Gefühl hat, dass sie ihm entrissen werden. Mit anderen Worten "Wer beherrscht mich und meinen Körper?"
Die Möglichkeit sich exponiert zu fühlen ist groß. Das Hinterteil ist nur anderen sichtbar und das Kind schämt sich für das, was es macht oder nicht macht, zur rechten oder unrechten Zeit. Erikson sagt, der Zweifel ist der Bruder der Scham.
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Arbeit zitieren:
Jana Szabo, 2004, Entwicklungsschritte von Kindern in den ersten sechs Lebensjahren, München, GRIN Verlag GmbH
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