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Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung 3
2 Jonathan Swifts politisches Engagement 3
3 „A Modest Proposal“ als Swifts populärstes politisches Pamphlet 4
3.1. Die literarische Form der Satire 4
3.2. Die Denkschrift „A Modest Proposal“ 5
3.3 Satirische Elemente in „A Modest Proposal“ 7
4 Schluß 9
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1 Einleitung
In dieser Arbeit sollen die Elemente der Satire in Jonathan Swifts A Modest Proposal herausgearbeitet werden. Hierzu werden nach einer kurzen Beschreibung der politischen Aktivitäten des Autors und des geschichtlichen Hintergrundes typische Elemente der Satire aus dem Text heraus-gearbeitet und interpretiert. Die Werke von Jonathan Swift aus der Hochzeit der satirischen Literatur in Großbritannien 1 gelten als besonders einflußreich für heutige Satiren, wobei die Boshaftigkeit von A Modest Proposal auch in einer Zeit, in der alles und jeder ohne Tabus in den Medien karikiert, persifliert und ironisiert wird, schwer zu übertreffen ist.
2 Jonathan Swifts politisches Engagement
Jonathan Swift - geboren 1667 in Dublin als Sohn wenig wohlhabender englischer Eltern, gestorben 1745 in Dublin - schlug eine kirchliche Laufbahn ein und widmete die meiste Zeit seines Lebens der Religion und der Politik. Als Editor und Schreiber für den Examiner, die Parteizeitschrift der Tories, wurde er zum vielleicht bedeutendsten politischen Journalisten seiner Zeit. Er war Kleriker in der anglikanischen Kirche und entwickelte eine tiefe Abneigung gegen „all who seemed to threaten his church - Deists, freethinkers, Roman Catholics, Nonconformists, or merely Whig politicians“ (Abrams 2008). Außerdem haßte er die Großgrundbesitzer (Swift, Satire, 135), die zur Vermehrung ihres eigenen Vermögens arme Landarbeiter ausbeuteten. Nachdem er einen Großteil seines Lebens in England verbracht hatte, zog er 1714 endgültig nach Irland, nachdem er zum Dekan der St.-Patrick-Kathedrale in Dublin ernannt worden war (vgl. Weiß 96). Dort führte er als Freiheitskämpfer mit zahlreichen kritischen Traktaten den irischen Protest gegen die Unterdrückung durch die Engländer an (vgl. Abrams 2007-9). Nicht patriotische Gefühle waren sein Antrieb, sondern vielmehr die „Empörung über Irlands dumpfe Fügung in sein Schicksal ohne Gegenwehr“ (Weiß 105); daher übte er auch wütende Kritik an seinen irischen Landsleuten. Im Alter zwangen ihn schließlich Krankheit und Wahnsinn zum Rückzug aus dem öffentlichen Leben.
Autoren wie Pope, Johnson, Dryden und vornehmlich Jonathan Swift begründeten im 18. 1
Jahrhundert mit ihren Werken die Form der modernen Satire.
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Da eine Satire nicht losgelöst von ihrem historischen Hintergrund verstanden werden kann, folgt nun ein kurzer Überblick über die gesellschaftlichen Entwicklungen im Irland des frühen 18. Jahrhunderts. Wie schon in den vorherigen Jahrhunderten war die Unterdrückung durch die Engländer allgegenwärtig: Gezielt wurde versucht, das Land „politisch zu entmündigen, wirtschaftlich zu schwächen und seine kulturelle Eigenart zu zerstören“ (Weiß 61), weil man ein unabhängiges Irland als potentiellen strategischen Verbündeten von Kriegsgegnern fürchtete. Das Ausfuhrverbot irischer Waren in andere Länder als England sowie hohe Zölle sorgten für einen Niedergang der Wirtschaft. Armut, Bevölkerungsanstieg und Hungersnöte wurden zu verheerenden Problemen, während - nicht nur englische - Großgrundbesitzer weiterhin die schlecht bezahlten Landarbeiter ausbeuteten. Da englische Waren zollfrei eingeführt werden konnten, bestand wenig Veranlassung für die Reichen, aus patriotischen Gründen auf irische Waren zurückzugreifen; entsprechend schlecht stand es um die einheimische Wirtschaft.
3 „A Modest Proposal“ als Swifts populärstes politisches Pamphlet
3.1. Die literarische Form der Satire
Im alltäglichen Sprachgebrauch verwendet man die Bezeichnung „Satire“ für Texte und Bilder, in denen „in abwertender Weise auf Personen oder Institutionen, auf politische oder ideologische Anschauungen oder auf Verhaltensweisen und gesellschaftliche Normen hingewiesen wird“ (Weiß 17). Mit Hilfe von Ironie, Übertreibung, Sarkasmus und Parodie werden Mißstände angeprangert. In der Literaturwissenschaft wird der Begriff der „Satire“ detaillierter eingegrenzt: Im Unterschied zu fast allen anderen literarischen Formen steht die Satire in einem engen „Bezug zur extra- literarischen historischen Realität“ (Swift, Satire, 22) ihrer Zeit, wobei „der Sprecher beim Adressaten [...] die Vertrautheit mit der politischen, gesellschaftlichen und kulturellen Situation, über die er redet, als gegeben voraussetzt“ (Weiß 23). Deshalb is t oftmals kurzlebig, weil die Anspielungen von späteren Generationen nicht mehr verstanden werden. Die aggressiv geäußerte Kritik an Personen oder gesellschaftlichen Mißständen impliziert dabei einen pragmatischen Glauben des Autors an die Verbesserungsfähigkeit der Welt, ein „desire to mend the world“ (Ogborn 11). Der kluge Leser soll von dieser „negativen Utopie“ (vgl. Schmidt 26) zum Handeln aufgefordert werden, damit Reformen und gesellschaftliche Veränderungen ermöglicht werden.
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Stephan Orth, 2002, Elemente der Satire in Jonathan Swift's "A Modest Proposal", Munich, GRIN Publishing GmbH
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